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Landwirtschaft im Nebenerwerb

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon SebboWW » Mi Sep 10, 2014 17:46

Hallo liebe Forengemeinde,

ich bin neu hier und hoffe auf diesem Weg einige nützliche Tipps von den alten Hasen zu bekommen.

Es geht um folgendes meine Familie mütterlicher Seite hat früher selber Landwirtschaft besessen bis mein Opa 78 an einem Herzschlag jung verstorben ist. In Folge dessen haben wir alle Flächen an einen Aussiedlerhof verpachtet, welcher jetzt auf Grund fehlender Nachfolge vor dem Aus steht. Meine Oma und meine Mutter haben auch ohne aktive Landwirtschaft weiter Flächen im Dorf gekauft, so das wir mittlerweile auf ca. 21h Eigentum kommen.
Da die Pacht für die Flächen in 2 Jahren ausläuft und der derzeitige Pächter signalisiert hat, dass er die Flächen nicht erneut pachten möchte, da er seinen Betrieb auflösen möchte stellt sich für uns die Frage was weiter mit dem Land passieren soll.

Bei den Flächen handelt es sich um ca. 5h Ackerbau in 3 Parzellen (ist das der richtige Begriff? es sind mehrere Flurstücke aber 3 zusammenhängende Teile ;-) ) und der Rest ist Grünland, wobei ein Teil (ca 4h) davon diese komischen Bioreservate (entschuldige für den Begriff kenne mich nicht gut genug aus) sind.
Jetzt überlegen wir ob es sich lohnen würde die Flächen selber weiter zu bewirtschaften und wenn ja wie man das überhaupt in welchem Maß darf. Welche Form der Nutzung schlagt Ihr vor? Inwiefern kann man z.B. Prämien erhalten?
Wir besitzen zwar noch 2 Trecker, die wir für Forstarbeiten nutzen allerdings keinerlei Maschinen mehr für die Landwirtschaft.

Ich habe zwar selber Interesse und auch Spaß an der Landwirtschaft (arbeite regelmäßig bei meinem Schwiegervater mit) kann allerdings nicht wirklich beurteilen ob es sich lohnt die Flächen zu bewirtschaften und erhoffe mir auf diesem Weg einige Infos bzw Ratschläge dazu.
Wir könnten auf die Maschinen von meinem Schwiegervater übrigens zugreifen, dass ist mit diesem schon abgeklärt.

Ich weiß zwar das 2 Jahre eine lange Zeit sind, bis der oben erwähnte Status eintrifft aber will mich lieber vorzeitig informieren um dann nicht auf die Schnauze zu fallen.

Ach ja noch als Randnotiz Tierhaltung kommt für uns erstmal nicht in Frage da kein Stall etc. und ich außerdem erst mir Gedanken um alles andere machen will, da mir die Verantwortung von meiner Mama und Oma quasi übertragen wurde weil meine Mutter keinen Bezug zur LW hat und meine Oma halt schon recht alt ist.

Und ja ich habe mir bereits reichlich Gedanken darüber gemacht ob ich mir das überhaupt zumuten will und bin zu dem Schluss gekommen, das ich es möchte da ich mich wirklich für die Thematik interessiere habe zur Zeit allerdings keinerlei landwirtschaftliche Ausbildung.

Mit freundlichen Grüßen
SebboWW
 
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Re: Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon Tinyburli » Mi Sep 10, 2014 18:25

In diesem Thread kannst Du sehen, wie ich mich in die Materie eingearbeitet habe:
agrarsubventionen-t83411.html

Neben der Arbeit ist es wichtig, daß das Finazielle stimmt.
Du bekommst zwar Prämien und den Ertrag Deiner Felder, musst dann aber vielleicht bei der landwirtschaftlichen Alterskasse und Krankenkasse einzahlen. Vielleicht hast einen Job und kannst befreit werden. Da musst Dich erkundigen.

Gibt es bei Dir in der Gegend Biogasanlagen? Die sind scharf auf jedes ha Mais. Das Gras nehmen sie auch , wenn auch nicht so gerne.
Mit freundlichen Grüssen
Tinyburli
 
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Re: Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon SebboWW » Mi Sep 10, 2014 18:44

Hey Tinyburli,

ja Biogasanlagen gibt es bei uns in näherem Umkreis 2 Stück soweit ich weiß.
Das mit der Alterskasse müsste ich abklären ich gehe zur Zeit noch nach abgeschlossener Lehre studieren und nebenbei und in den Semesterferien arbeiten, wobei das aber in 2 Jahren definitiv nicht mehr der Fall ist da ich noch höchstens 2 Semester Rest habe bis ich fertig bin. Kann das ganz sicher sagen da ich alle Pflichtklausuren durch habe und mir nur noch nen Praxissemester und meine Bachelorarbeit fehlt.

Der Thread mit den Prämien hilft mir schonmal sehr.

Was meinst du mit das Finanzielle muss stimmen? Da ich auf die Maschinen von meinem Schwiegervater zurück greifen kann bin ich ja nicht gezwungen größere Summen zu investieren. Oder was genau meinst du in diesem Zusammenhang?

Gruß
SebboWW
 
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Re: Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon Tinyburli » Mi Sep 10, 2014 19:04

Ja eben , in einem anderen Thread hier will auch einer einsteigen und mit 2 Viechern anfangen, wobei er viel Arbeit hat und wenig Verdienst.
Aber wenn Du Biogaser in der Nähe hast, passt das für eine sehr extensive Wirtschaftsweise.
Du kannst also erstmal den Mais säen lassen. Düngen und spritzen kannst selbst oder machen lassen.
Den Mais verkaufst den Biogasern um ca. 1200,- bis 1400,- das ha. Was Du dann nächstes Jahr machst, kannst ja dann überlegen. (Ich weis jetzt nicht, ob Du Deine gesamte Fläche mit Mais machen kannst oder obst difersifizieren mußt.)
Bei mir darf ja nicht gedüngt werden. Da zahlt der Biogaser um 80,- bis 100,- das ha für Gras.
Wie Du das genau machen willst und wie Du es am besten machst, siehst dann schon.
Mit freundlichen Grüssen
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Re: Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon kaltblutreiter » Mi Sep 10, 2014 22:00

@tinyburli: Da kann er die Flächen doch gleich an einen Biogasler verpachten :roll: Kurze Laufzeit von ein bis zwei Jahren.

@ TE: Stell Dir das mit dem Ackerbau mal nicht so einfach vor. Ohne landwirtschaftliche Kenntnisse wirst Du da nix. Auch erfahrene Hasen stehen immer mal wieder vor neuen Problemen, Stichworte: gestiegener Pilzbefall, Bodenzustand, Neozoen im Schädlingsbereich.

Rechne erstmal durch, was Du anbauen würdest, wie die Absatzmärkte sind (Getreidepreise z. B. sind zur Zeit im Keller), welche Maschinen Du dafür bräuchtest und und und. Eine weite Fruchtfolge, die Leguminosen und Zwischenfrüchte enthält, ist bei Dir eigentlich ein MUSS, da Du ja keine tier. Dünger hättest. Nur mit Stickstoff machst Du Deine Böden kaputt bzw. der Humus geht flöten.

Fällt mir grad ein: Käme es in Frage, an Deinen Schwiegervater zu verpachten bzw. das gemeinsam mit ihm zu bewirtschaften? Dann stündest Du nicht so allein auf weiter Flur und könntest Dir die Kenntnisse ja so nach und nach aneignen.

"Prämien": Die Zahlungsansprüche werden jetzt mit Stichtag 14. (?) Mai 2014 neu festgelegt. Stand, soviel ich mich erinnere, in der Bauernzeitung. Das heißt, wenn Du das Land zu diesem Zeitpunkt nicht selbst bewirtschaftest und dementsprechend Deine Anträge gestellt hast, kriegst Du sowieso nix. Dann müßtest Du Zahlungsansprüche kaufen. Ob da die Brühe nicht teurer wird als das Fleisch, müßtest Du Dir mal durchrechnen (lassen).

Studierst Du was in Richtung Landwirtschaft?
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Re: Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon kaltblutreiter » Mi Sep 10, 2014 22:01

Tinyburli hat geschrieben:Aber wenn Du Biogaser in der Nähe hast, passt das für eine sehr extensive Wirtschaftsweise.


Ein klassischer Widerspruch in sich...
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Re: Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon Frankenbauer » Mi Sep 10, 2014 22:13

Tiny lass den Quatsch!

Was leider hier, wie auch im anderen Thread von Tiny gerne vergessen wird, ist die Tatsache, dass nur dort was rauskommt, wo vorher etwas hineingesteckt wurde! Tiny lebt in einer Ecke, wo man immer etwas drischt, wenn man das Sähen nicht vegisst, außerdem wirtschatet er auf "gepflegten" Böden und kann vom Humus seines ehemaligen Pächters zehren
Die Aussage, dass die BGAs um jeden ha Mais kämpfen ist, wenn nur zwei Anlagen in der Nähe (nicht am Ort) sind genauso Unfug. Hier stehen 7ha Mais seit drei Wochen jede Woche in der Zeitung, weil ihr Besitzer auf die BGA spekuliert hat, leider für ihn Gott sei Dank für alle Anderen ist heuer ein Maisjahr und die BGAs sind mit eigener Ware satt. Im Moment sprechen die Buschtrommeln von 600€/ha.
Gras ist seit Einführung der Kulap- Maßnahme "Umwandlung von Acker- in Grünland" nur schwer an den Mann zu bringen, der Heumarkt liegt am Boden, lediglich Stammkunden sind bereit für 1A Ware halbwegs venünftiges Geld anzulegen, beim Gras stimmt die Aussage von oben auch wieder, es wächst immer noch wie der Teufel => Überfluß.
Auf die Äcker würde ich, da die Maschinen vom SV ja da sind, Getreide bauen, evtl. Raps mit in die Fruchtfolge, regelmäßig Zwischenfrüchte zwecks Humuserhalt dazu und dabei Erfahrung sammeln. Grünland würde ich versuchen weiter zu verpachten aber auch da würde ich mir einen Pächter suchen, der nach guter fachlicher Praxis wirtschaftet und die Flächen ausgewogen ernährt (kein Bio, keine Pferde).
Den Fallstrick Landwirtschaftliche Sozialkassen hat Tiny richtigerweise angesprochen, gefehlt hat die Nummer mit dem Finanzamt. Hier kommt gern der "Anwurf der Liebhaberei" zum Einsatz, d.h. das Steuersparmodell Landwirtschaft, wird zum Bumerang und nach einigen Jahren mit recht geringer Steuerlast kommt die dicke Nachforderung.

Trotzdem viel Erfolg

Gruß

Werner
frech, frecher, FRÄNKISCH!
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Re: Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon Tinyburli » Do Sep 11, 2014 2:50

SebboWW, wo whnst Du? Bundesland?
Was meint denn Dein Schwiegervater zu Deinen Plänen?
Zu Maispreis 2014:
silomaispreis-2014-t99480.html

Das Finanzamt kommt mit Hobby / Liebhaberei nur wenn auf Dauer kein Gewinn erwirtschaftet wird.
Dies ist wo anders genauso, nicht nur in der Landwirtschaft.

Ich mache seit 10 Jahren jährlich eine G/V- Rechnung und war bisher ständig im Minus. Liebhaberei wurde nie unterstellt.
Mit freundlichen Grüssen
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Re: Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon SebboWW » Do Sep 11, 2014 9:10

Hallo,

kurz zu euren Fragen ich komme aus RLP (Westerwald) und studiere nichts in Richtung Landwirtschaft sondern Maschinenbau.
Also mir das Wissen nach und nach anzueignen war eh mein Plan und mein Schwiegervater meinte auch er würde mich dabei voll und ganz unterstützen. Also Maschinen leihen und fachliches Know how vermitteln was ich ja definitiv zur Zeit nicht ausreichend habe, so ehrlich muss man sein.
Wir haben zur Zeit noch nicht abgeklopft ob es interessierte Pächter gibt, da ich mich erstmal über die eigene Bewirtschaftung informieren wollte.
Was meint ihr mit diesen Zahlungsansprüchen? Heißt das unser Pächter hätte weiterhin die Ansprüche auf Prämie obwohl er das Land nicht mehr aktiv bewirtschaftet oder nur das wir dann keine Ansprüche haben? Das erschließt sich mir nicht ganz.

Aber schon mal vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
SebboWW
 
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Re: Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon Fassi » Do Sep 11, 2014 22:02

Du hast keine Prämienansprüche, weil Du zum Stichtag keine Landwirtschaft hasttest/hast. Also mußt Du sie erstmal zu kaufen. Und zum Thema Biogas und Gras, wenn der Biogaser bislang kein Interesse an Deinem Grünland gezeigt, wird er es sehr wahrscheinlich auch nicht wirklich am Gras haben. Vom Naturschutzland ganz zu schweigen, da dort meistens Auflagen einzuhalten sind, die für eine Biogas- Silage eher ungünstig sind.

Gruß
http://www.youtube.com/watch?v=AMpZ0TGjbWE

https://youtu.be/Tmq8KHPxdrE
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Re: Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon Tinyburli » So Sep 14, 2014 11:12

Welche Programme es in RLP gibt, weis ich leider nicht. Aber mit der Prämie so um 300,- pro ha kannst rechnen. Vorausgesetzt Du hast Zahlungsansprüche in genügender Zahl.
Die Greeningvoraussetzungen sind bei unseren kleinen Betrieben gegeben, denke ich.
Was ich gelesen habe müsste man erst ab 10 ha Ackerfläche difersivizieren.

Die Zahlungsansprüche bekommt der, der 2015 die Flächen bewirtschaftet.

Da Du ja mit Deinem Studium ausgelastet bist und das auch ernsthaft betreiben musst, würde ich an Deiner Stelle voererst die meisten Arbeiten vergeben.
Mit freundlichen Grüssen
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Re: Landwirtschaft im Nebenerwerb

Beitragvon Todde » So Sep 14, 2014 13:16

SebboWW hat geschrieben:Und ja ich habe mir bereits reichlich Gedanken darüber gemacht ob ich mir das überhaupt zumuten will und bin zu dem Schluss gekommen, das ich es möchte da ich mich wirklich für die Thematik interessiere habe zur Zeit allerdings keinerlei landwirtschaftliche Ausbildung.


Mach doch auf Biobauer, Biosiegel.
Nimmst die Förderung plus Bioförderung mit,
besorgst Dir einen Grubber für Deine Schlepper und einen Mulcher.
Einsaat lässt Du über den Maschinenring machen und "erntest" mit dem Mulcher.
Sollte sich eigentlich lohnen.
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