So, nachdem ich nochmal in meiner Getriebebibel nachgesehen hab kann ichs nun endgültig bestätigen.
Beim Variogetriebe ist es tatsächlich so, dass beim Anfahrvorgang die maximale Hydrostatische Wandlung anliegt, also die Komplette Motorleistung Hydrostatisch übertragen wird.
Der Anteil der hydrostatisch übertragenen Leistung nimmt proportional zur Geschwindigkeit ab, so dass bei maximaler Geschwindigkeit die komplette Leistung mechanisch mit maximalem Wirkungsgrad übertragen wird.
Und KTMjunkie hat recht, im Moment des Anfahrens kann das Variogetriebe die maximale Zugkraft erzeugen, da hier die Hydrostatische Wandlung am größten ist.
Der Vorteil ist wie ich oben schon geschrieben habe, dass man den Motor im Bereich des geringsten Spezifischen Kraftstoffverbrauchs auf der Linie maximaler Leistung ("Bestbetriebspunkt") fahren kann, und die hierzu passende Geschwindigkeit am Limit fahren kann.
beim Stufengetriebe kann man diesen exakten Punkt eben nicht genau treffen, sondern nur versuchen ihm möglichst nahe zu kommen.
Übrigens arbeitet ein Motor nicht immer bei Maximalleistung am Effizientesten, sondern es ist abhängig von Drehzahl und Drehmoment.
Ein Motor kann bei verschiedenen Kombinationen aus Drehmoment und Drehzahl dieselbe Leistung haben, aber der Spezifische Verbrauch ist immer unterschiedlich.
Edith: wenn man sich mal ein paar Diagramme zum spezifischen Kraftstoffverbauch ansieht, kann man erkennen dass der geringste spezifische Verbauch (also der höchste Wirkungsgrad) nie auf der Linie maximaler Leistung liegt...

