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Aktuelle Zeit: Do Jan 15, 2026 14:46

Meint der BDM das wirklich ernst?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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18 Beiträge • Seite 2 von 2 • 1, 2
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Beitragvon JueLue » So Jan 18, 2009 17:42

Also, ich denke einfach, was jetzt in relativ kurzer Zeit auf die Milchviehhalter zukommt, ist für die Schweinehalter normal. Da gabs immer Jahre mit 0 Deckungsbeitrag für den Durchschnittsbetrieb.

Vor 20 Jahren waren Sauenbetriebe mit 150 Sauen die großen, über 20 abgesetzte Ferkel waren was besonderes. Heute haben Familienbetriebe (2 Personen ohne Fremdarbeitskräfte, die sich auf die Sauenhaltung konzentrieren) 300 bis 400 Sauen und verkaufen 25 Ferkel.

Die Sache ist doch ganz einfach: man muß nicht 1000 Kühe haben, sondern der Betrieb muss so groß sein, das man aktuelle Technik sinnvoll einsetzten kann - also je Arbeitskraft eine hohe Milchmenge günstig erzeugt.

Die Grenze, wieviele Kühe eine AK betreuen kann verschiebt sich durch moderne Technik eben immer weiter nach oben, und man kann nicht erwarten, dass man dauerhaft ein vernünftiges Einkommen erwirtschaften kann, wenn man je Liter erzeugte Milch doppelt soviel Arbeitszeit benötigt wie andere.

Dann ergibt es sich fast von selber, dass man je Arbeitskraft bzw. je Person, die von der Milchviehhaltung lebt, ein vernünftiges Einkommen erzielt. Echte Großbetriebe erzielen vielleicht im Futterkauf oder im Milchverkauf noch leichte Vorteile, haben aber durch viele Fremdarbeitskräfe auch Reibungsverluste.

Ein anderes Problem sind natürlich die teilweise kleinstrukturierten, bergigen klassischen Grünlandstandorte. Wenn die Politik verhindern will, dass dort die Milchviehhaltung verschwindet, muß sie eingreifen, aber ich glaube nicht, dass das über den Milchpreis geschehen kann.

Dass Milchbauern grenzübergreifend weniger liefern, um den Preis zu stützen, halte ich für so unwahrscheinlicht, dass ich darüber garnicht diskutieren würde.

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Beitragvon H.B. » So Jan 18, 2009 20:41

JueLue hat geschrieben:
Ein anderes Problem sind natürlich die teilweise kleinstrukturierten, bergigen klassischen Grünlandstandorte. Wenn die Politik verhindern will, dass dort die Milchviehhaltung verschwindet, muß sie eingreifen, aber ich glaube nicht, dass das über den Milchpreis geschehen kann.

Bewirtschaftet wird das immer, nur die dort üblichen Pachten aufgrund der akuten Flächenknappheit der dortigen Betriebe könnten nicht mehr gezahlt werden. Da quetschen sich tw. 10 (Vollerwerbs)Bauern in eine Ortschaft, die locker von einem bewirtschftet werden könnte.

Dass Milchbauern grenzübergreifend weniger liefern, um den Preis zu stützen, halte ich für so unwahrscheinlicht, dass ich darüber garnicht diskutieren würde.

Das ist nicht durchführbar, darüber muß man sich wirklich nicht unterhalten - ist aber trotzdem "Hauptthema" beim BDM. Diese Dummheit lässt sich nicht mal mehr ironische Worte fassen. Solche "Massenselbstmordphänomene" sind im Normalfall nur bei Sekten anzutreffen, aber nicht in dieser Anzahl.
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Beitragvon Hoschscheck » Di Jan 20, 2009 10:12

Cairon hat geschrieben: .... Das Hamsterrad dreht sich immer schneller und ich glaube nicht das man das durch permanentes Wachstum wir auf Dauer kompensieren kann, bleiben dabei nicht einfach zu viele auf der Strecke, das es langfristig wirklich zu einem halbwegs friedlichen Miteinander reicht?


Hallo Cairon,

ich denke die Zeit in der ein Hof (als "gute" Produktionseinheit; Betriebsleiter, Gebäude, Flächenausstattung, etc.) bisher sicherstellen konnte wie es mit ihm selbst weitergeht, diese Zeit geht dem Ende entgegen.

Schimmel hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass es in naher Zukunft einen Wandel gibt. Sieh dir die Geflügelwirtschaft an, du hast sie doch vor der Tür. Wer von den Haltern ist nicht mit Wessjohann/Lohmann unlösbar verbunden?
Hattest du nicht auch mit dem Gedanken gespielt - Vorsicht Abhängigkeit-?


Die Gackelhalter sind schon Jahre vertikal integriert (".... gegen die Stimmen der Mäster hat der Vorstand folgende Preise beschlossen: ...")
Hier stellen die Landwirte nur die Produktionsfaktoren Boden und Arbeit Wessjohann/Lohman als Basis ihrer Entlohnung zu Verfügung.

Futtermittelhersteller und Stalleinrichter sitzen schon bei so manchem Sauenhalter ähnlich fest im Sattel (Megagruppe).
(Ach so, das heißt nicht es müsse ihnen Finanziell schlecht gehen)

Hauspreise bei den Schlachtstätten für Schweinemäster, mit ausgegliederten Gutschriften (z.B. Anlieferungsbonus) damit kein Landwirt mehr weiß was hab ich jetzt eigentlich gekriegt für meine Schweine und was mein Nachbar -nach dem Prinzip: Teile und Herrsche.

Und dann kommt da ein Verband daher und haucht den Milchviehaltern neues Selbstvertrauen ein, ja so ein Scheiss.
Unsere Produktionstechnik wird auch im Rinderbereich zunehmend standarisierter sein (Genetik, Futtermischwagen, etc.; Huhn und Schwein sind es schon). Und unsere Handelspartner kennen hier unsere Margen schon lange ganz genau.
Der Verkauf, der Marktpreis wird immer wichtiger für unseren Betriebswirtschaftlichen Erfolg werden. Nur als einzelner Betrieb wird es hier kaum eine Möglichkeit der Einflussnahme geben können.
Z.B. Regionen oder Milcherzeuger innerhalb einer Molkerei zu poolen um Stärke/n in der Vermarktung aufzubauen, so was anzuschieben wäre doch eine Aufgabe und Herausforderung für eine Berufsvertretung.

Auch Wessjohann/Lohman betreibt über die Produktionsmenge Marktpflege. Hier kriegt der Mäster nur soviel Küken zugeteilt wie hinterher vermarktet werden können.
Das ist über die wesentlich kürzen Reproduktionsraten sicherlich leichter und billiger zu steuern als beim Rindvieh, aber nur laut und oft genug zu rufen "wir müssen uns den Märkten stellen" ist auch keine sehr intelligente Lösung.

Zum Thema, ich halte die Drohung des BDM nur für eine rhetorische Floskel auf die schon vorher durchgesickerte Info der Exporterstattung für Milcherzeugnisse (Käse, Butter Pulver).

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