Mit immer besseren Analysemethoden und immer weiter von der Realität entfernten Regelungsmachern kommen solche Dinge raus. Außerdem habe ich den Eindruck, daß man immer neue Regelungen schafft, damit man etwas zum abziehen hat.
Ich hatte auf einer Fläche in den Fahrgassen einzelne Vorkommen durch Zweitblüte, allerdings im Winterweizen. Alles im vertretbaren Bereich. Allerdings das absolut erste Mal, dass das überhaupt aufgetreten ist. Bestand war super sauber. Feldrandhygiene wird absolut beachtet. Umliegend sind aber eben zahlreiche Wiesen, Waldränder. Ich denke die Nachzügler kamen einfach durch die Trockenheit zum falschen Zeitpunkt und leichte Schäden in den Fahrgassen durch PSM und Düngung zustande
Solange im fertigen Mischfutter die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten sind, gibt es daran auch nichts verwerfliches. Das größere Problem an diesem legalen Verfahren sehe ich in der stetigen Reduzierung der Tierhaltung, welche eben diese nicht direkt verzehrfähigen Partien in hochwertige Nahrungsmittel umwandeln kann.
Ich meine Anfang oder Mitte der 1980er bei einem Saatguthersteller eine Anlage gesehen zu haben, bei der von oben in einem Kanal das Getreide runterrieselte und durch Druckluft die falschen Körner (Mutterkorn) zur Seite "rausgeschossen" wurden. Vermutlich lief das über optische Erkennung. Ich hätte jetzt gedacht, daß sowas inzwischen Standard ist. Jahre später wurde ich inoffiziell darum gebeten, mich in der Szene mal umzuhören, ob aus dieser Quelle Mutterkorn für LSD-Trips abgezweigt worden wäre, weil es wohl Gerüchte dieser Art gab. Ich hatte aber nichts dergleichen in der Szene "hören" können.
Bei Farino meine ich war es ein Bestäubungsproblem, wenn bestimmte Gegebenheiten zusammen kamen. In dem einen Jahr war es dann bei vielen Landwirten der Fall. Notlösung war glaube ich, daß in den Folgejahren Populationsroggen mit ins Saatgut kam. Später dann die PollenPlus-Züchtung.
Ja das ist ein optischer Ausleser/Farbausleser. Ist aber auch kein Allheilmittel da bereits Abrieb zu Problemen führen kann. Lt. Aussage von einem Müller werden von der Lebensmittelüberwachung gezielt Roggenbrote beprobt und bei Grenzwertüberschreitung hat die Mühle ein riesiges Problem. Seit vielen Jahrzehnten sind keine Fälle von Ergotismus (Krankheit durch Mutterkornalkaloide) mehr bekannt, dennoch wurden die Grenzwerte massiv eingeengt Mutterkorn in Weizen hatte ich nur ein einziges Mal, bei einer späten Dezembersaat im nassen Herbst '98. Ich hatte das mit Blühproblemen in Folge fehlender Vernalisation in Verbindung gebracht. Wurde der belastete Sommerweizen relativ spät gesät? Gab es danach noch ausreichend kühle Tage? Auch Sommerweizen hat Vernalisationsanspruch, allerdings deutlich weniger als Winterweizen.