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Mutterkorn beim Sommerweizen

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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20 Beiträge • Seite 1 von 2 • 1, 2
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Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon Eizo » Mo Aug 10, 2026 20:19

Ich habe vor kurzem Bio-Sommerweizen bei einem Kunden gedroschen, der extrem viel Mutterkorn hatte.
Laut Landhandel wäre es heuer generell ein Problem bei den Sommerungen.
Gabs hier ähnliche Erfahrungen?
Eizo
 
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon rolf8482 » Mo Aug 10, 2026 23:12

Ja, Sorte Quintus. Musste die Charge wieder vom Landhandel abholen oder hätte sie von denen kostenpflichtig entsorgen lassen müssen. Wir werden das jetzt in der Hackschnitzel Heizung verbrennen.
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon Sönke Carstens » Mo Aug 10, 2026 23:28

War da denn so extrem viel Mutterkorn drin das der Landhandel damit nix anfangen konnte?
Bei Futtergetreide spielt das keine große rolle, gibt halt Abzüge aber das geht einfach in die Schrotmühle.
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon adefrankl » Mo Aug 10, 2026 23:46

rolf8482 hat geschrieben:Ja, Sorte Quintus. Musste die Charge wieder vom Landhandel abholen oder hätte sie von denen kostenpflichtig entsorgen lassen müssen. Wir werden das jetzt in der Hackschnitzel Heizung verbrennen.

Vor einigen Jahren hatte hier ein Landwirt etwas mehr Mutterkorn in seinen Winterweizen. Daher wollte er diesen nicht an seine Milchkühe verfüttern, weil er Fruchtbarkeitsprobleme befürchtete. Er berichtete, dass dann diesen Weizen die Mühle genommen hat. Denn diese hätten die Technik um das Mutterkorn ausreichend zu entfernen. Nun ich weiß das jetzt keine Details (Höhe der Mutterkornbelastung, Abscheidetechnik), aber grundsätzlich scheint es schon zu gehen, dass man das Mutterkorn ausreichend entfernt.
Wenn man aber keinen entsprechenden Abnehmer findet, der auch noch brauchbar zahlt, dann ist halt doch die Biogasanlage letztendlich die lukrativste Lösung (Hackschnitzelheizung mag auch lohnend sein, aber da weiß ich nicht inwieweit das rechtlich und technisch (Asche) Probleme macht.
Die Geschichte von "Des Kaisers neue Kleider" würde heutzutage mit einer Hausdurchsuchung im Elternhaus des Kindes enden.
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon T5060 » Di Aug 11, 2026 0:20

Jede Mühle hat einen Farbausleser, schon alleine damit Steinchen nicht die Walzen in den Walzenstühlen beschädigen, aber das Mutterkorn wird dabei aussortiert.
Das ausgelesene Muko wird dann fein säuberlich sortiert und an die Arzneihersteller vertickt, das läuft meist an der offiziellen Kasse vorbei und ist ganz einträglich.
Das Qualitätskriterium Muko geht heute an der Lebenswirklichkeit vorbei, genauso wie Zellzahlen bei der Milch, das wird heute alles vorab aussortiert.
GEA hat so eine schöne Kombination aus Zentrifuge und Membrantechnik. Das gibt dann die echt gute "Weihenstephaner Milch" aus den Schlüter-Werken,
als länger haltbare Trinkmilch ohne Kochgeschmack. Bei Milch zum Käsen ist das anders.

Muko ist bei kleineren Parzellen meist eine Frage der frühen Feldrandhygiene, dem wiederum der Artenschutz entgegen steht.
Deshalb sollte man aus Gründen des Artenschutzes das Muko-Problem in den Verantwortungsraum der Mühlen und Verarbeiter schieben
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon bauer hans » Di Aug 11, 2026 5:34

rolf8482 hat geschrieben:Ja, Sorte Quintus. Musste die Charge wieder vom Landhandel abholen oder hätte sie von denen kostenpflichtig entsorgen lassen müssen. Wir werden das jetzt in der Hackschnitzel Heizung verbrennen.

Beim Verbrennen entsteht Salzsäure,die deinen Ofen verrosten lässt,wenn der nicht ordentlich innen mit feuerfesten Steinen verkleidet ist.
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon bauer hans » Di Aug 11, 2026 5:39

Sönke Carstens hat geschrieben:War da denn so extrem viel Mutterkorn drin das der Landhandel damit nix anfangen konnte?
Bei Futtergetreide spielt das keine große rolle, gibt halt Abzüge aber das geht einfach in die Schrotmühle.

Beim Verfüttern gibts richtig Probleme,allerdings nimmt die Giftigkeit durch Lagerung ab.
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon allgaier81 » Di Aug 11, 2026 5:44

Ich glaube auch das man da vom Landhandel verarscht wird.
0,1% als Grenzwert ist ja auch schon ganz schön viel.
Ich wurde auch bisher einmal mit Roggen wieder nach Hause geschickt, ist aber viele Jahre her.

Dieses Jahr habe ich das von vielen gehört das viel Mutterkorn im Winterroggen war.

Gemäß diesem Artikel wäre die Verfütterung an Legehennen am ehesten möglich.
https://www.lwk-niedersachsen.de/lwk/ne ... hstgehalte

Selektieren die Hühner und lassen Mutterkorn liegen oder sind die "doof"?
Gruß, allgaier
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon Eizo » Di Aug 11, 2026 7:21

Sönke Carstens hat geschrieben:War da denn so extrem viel Mutterkorn drin das der Landhandel damit nix anfangen konnte?
Bei Futtergetreide spielt das keine große rolle, gibt halt Abzüge aber das geht einfach in die Schrotmühle.


Hab grade mit dem Kunden telefoniert, er hat den Weizen mehrmals über eine Siebreinigung laufen lassen, um die MK auszusieben. Er will erstmal einlagern und den schauen was die Mühle dazu sagen. Ich war nur erstaunt über soviel und so große MK, so was habe in 25 Jahren Lohndrusch noch nicht gesehen. Ich hab versucht so schonend wie möglich zu dreschen um die MK möglichst wenig zu brechen. Sehr viele blieben ganz so das sie über das Obersieb, der Reinigung, abgingen.
P.S. mein Kollege meinte, früher konnte man die MK an Apotheken verkaufen, jetzt ist es strafbar, da daraus LSD gewonnen werden könnte.
Zuletzt geändert von Eizo am Di Aug 11, 2026 7:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon allgaier81 » Di Aug 11, 2026 7:27

Ja, die sind ja teilweise 2 oder 3cm lang und brechen dann in Stücke.

Die Bruchstücke bleiben aber eigentlich immer größer als die Körner, daher würde ich glauben das eine Siebreinigung die auch rauskriegt.
Gruß, allgaier
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon AEgro » Di Aug 11, 2026 8:49

Ich hatte dieses Jahr auch Quintus Sommerweizen.
Nicht die Spur von Mutterkorn.
Anfang März gesät.
Aber die Blüte war durch, als es Mitte Juni etwas regnete.
Hitze und Trockenheit im Mai, mitte Juni 18 l Regen und 1 1/2 Wochen kühl, danach wieder Hitze und Trocken.
Gedroschen wurde 21.7.
Ertrag 45 dt/ha, Eiweiß 16,5 %, HL 74 kg.
Körner dunkel, fast glasig wie Durum, hart und gesund.
Das war mein erster Sommerweizen in Frühjahrssaat nach rd. 25 Jahren.
Und garantiert der letzte. Unabhängig von der Sorte.
Ich wäre auf den beiden Rübenäckern mit re. gutem Boden mit Sommergerste besser dran gewesen.
Die brachte im Schnitt 50,1 dt/ha bei weniger Stickstoffeinsatz alles in Brauqualität.
Gruß AEgro
Es gibt Tage, da komm ich einfach mit dem Kopfschütteln nicht hinterher !
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon T5060 » Di Aug 11, 2026 12:20

Ich hab keine Muko-Ware, sonst hätte ich es probiert, aber kriegt man Muko nicht mit dem Trieur gut raus?
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon AEgro » Di Aug 11, 2026 13:05

Nur fast vollständige, lange Mutterkörner kann die Trieur auslesen.
Vor ungefähr 30 Jahren hat unserer Geno, damals waren sie wegen eigener Mühle sehr scharf auf Roggen,
eine Hybrid-Roggensorte empfohlen, die extrem zu Mutterkorn neigte.
Nach sehr viel Krach mussten sie dann den Mutterkonverseuchten Roggen annehmen, war Vertragsanbau mit
nur 2 empfohlenen Sorten.
In allen 3 Zweigstellen liefen die Trieurs Tag und Nacht, aber es kam keine mahlfähige Ware raus.
Photoausleser waren damals noch nicht weit verbreitet.
Die Heilbronner Kraftfutterwerke verweigerten auch die Abnahme.
Der Roggen wurde dann für Futterzwecke nach Holland gekarrt. Die waren weniger empfindlich, haben aber
garantiert auch keine Spitzenpreise bezahlt.
Das wars dann mit dem Roggenvertragsanbau und fixer Sortenempfehlung bei uns.
Gruß AEgro
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon T5060 » Di Aug 11, 2026 13:10

Bei Farino handelte es sich um eine frühere (inzwischen veraltete) Hybridroggen-Sorte. Die Sorte sorgte Ende der 1990er Jahre in der Landwirtschaft für intensive Diskussionen, da es in einigen Anbaugebieten, wie beispielsweise bei Versuchen in Baruth (Brandenburg), zu vermehrter Schartigkeit und unbefruchteten Ähren kam.In der modernen Roggenzüchtung ist diese Sorte jedoch längst durch robustere Sorten—die teilweise mit PollenPLUS-Technologie gegen Mutterkorn ausgestattet sind—ersetzt worden (wie z. B. KWS Serafino oder KWS Rotor)
Quelle: Bauer_Willi über :google: KI
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Re: Mutterkorn beim Sommerweizen

Beitragvon langholzbauer » Di Aug 11, 2026 15:10

Nach guter Sieb - und Trieurreinigung, kann auch exakt eingestellter Wind noch einige Mutterkornbruchstücke abreinigen.
Was dann trotzdem noch nicht mühlenfähig ist, kann durch großzügige Verschneidung i.d.R. noch immer auf Futtertauglichkeit kommen.
Den Aufkäufern ist das in normalen Jahren zuviel Aufwand.
Und dann werden die wenigen Partien gestossen.
Komischerweise nehmen sie in schlechten Jahren den selben Besatz mit Abzug gerne an.
rolf8482 hat geschrieben:Ja, Sorte Quintus. Musste die Charge wieder vom Landhandel abholen oder hätte sie von denen kostenpflichtig entsorgen lassen müssen. Wir werden das jetzt in der Hackschnitzel Heizung verbrennen.

Welcher LH lagert( noch) genau nach Lieferanten sortierte Chargen ein?
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