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Mutterkuhhaltung - Alternativen

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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9 Beiträge • Seite 1 von 1
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Mutterkuhhaltung - Alternativen

Beitragvon JohnD87 » Mi Mai 10, 2017 21:47

Hallo,

Ich habe einen alten Milchkuhbetrieb übernommen, welcher allerdings seit 2012-13 komplett auf Mutterkuhhaltung umgestiegen ist (Nur Limousin Rasse).
Mittlerweile befinden sich rund 38 Mutterkühe im Vollzeiterwerb bei mir plus Nachzucht (jetztiger Stand 108 Limousins ingesamt). Der Betrieb hat circa 56 Hekar an Fläche, circa 40 Hektar Grünland und 16 Hektar Ackerland.
Im Sommer sind bei mir die Mutterkühe plus Kälber auf den Weiden, ich habe zwei Deckbullen. Die Rinder zwischen 1-2 Jahre sind im Stall. Im Spätherbst und Winter sind alle im Stall. Die Hauptfütterung besteht natürlich aus Grassilage und Silageballen, hinzu kommen Heuballen und Kleegrasballen. Zudem baue ich mein eigenes Dinkel und Winterfuttergerste an. Den Dinkel und Futtergerste mixe ich immer mit PowerProtein für die Kälber bsw. Einige Rinder, welche ich mäste bekommen ebenfalls Gerstenmehl hinzu. Die meisten von den Kühen und Rindern stehen auf Spalten mit Boxen, Abkälberstall und Problemkühe stehen in Laufställen. Es gibt auch einen extra Kälberschlupf, bzw Laufstall, wo nur die Kälberhinkommen.

Soviel erstmal zu den allgemeinen Informationen. Hier nun einige Fragen.
Die Sache mit den Deckbullen ist natürlich die günstigere Variante, allerdings kann man so ganz schematich vorgehen. Ic h habe ja keine Versicherung dass er meine Rinder deckt, bzw wann. Meine Alternative wäre, dass ich beide Deckbullen wieder abschaffe und alles über Besamung mache. Da würde natürlich teurer werden, aber könnte dann ganz gezielt vorgehen und hätte immerhin jedesmal Datume wann besamt wurde und welche Kühe. Somit würde ich wahrscheinlich die Zwischenkalbezeit extrem runter bekommen. Nachteil, es wird wohl teurer. Hat einer von euch damit Erfahrungen?

Wäre es ebenfalls möglich die Kühe, Kälber und Rinder ganzjährig im Stall zu lassen? Das Problem ist, dass ich meine Fütterung besser einschtzen bzw verwalten kann, wenn ich immer alle beisamen habe. Draussen weiden sie meist alles recht schnell oder sehr unsauber ab, wodurch ein Ausfall entsteht. Im Stall hätte ich auch eine bessere Kontrolle, da ich die Tiere stetig beobachten könnte. Der Stall ist recht gross und gut belüftet, im Sommer wäre es möglich in den vier Seiten Tore zu öffnen.

Hoffe es gibt hier einige Mutterkuhhalter welche Erfahrungen schildern können.

Grüsse
JohnD87
 
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Re: Mutterkuhhaltung - Alternativen

Beitragvon kaltblutreiter » Mi Mai 10, 2017 22:38

Habe zwar keine Mutterkühe, aber ein paar Milchkühe und somit auch Erfahrung, was die KB usw. angeht.

Ich habe mir schon manchesmal einen Deckbullen herbeigewünscht. Der Bulle kriegt viel eher mit, daß die Kühe rindern, als Du selbst. Da springen sie noch gar nicht selber auf, da ist der schon bei denen. Nicht umsonst wird ja auch ein Bulle in manchen Milchviehherden als "Ausputzer" eingesetzt. Was der Besamer nicht hinkriegt, macht der Bulle schon. Vorausgesetzt, die Kuh ist gesund. Die ZKZ wirst Du mit KB eher noch erhöhen.
Weiterhin ist eine Weidebesamung nicht so ganz ohne. Du müßtest sie ja dann auch fixieren können. Ich weiß gar nicht, ob das überhaupt jeder Besamer macht.

Woran es bei Dir meiner Meinung nach hängt, ist die Beobachtung. Du beobachtest jetzt Deine Kühe schon zu wenig, wenn Du nicht weißt, wann sie gedeckt wurden. Wie soll das dann funktionieren, wenn Du sie für die KB selektieren mußt? Ein Freund von mir betreibt MuKuhhaltung mit FV in etwas größerer Anzahl als bei Dir, auch mit überwiegender Weidehaltung und Deckbullen. Er kann einem sagen, wann seine Kühe ca. kalben.

Weiterhin stellt die Kalbung draußen einen großen Vorteil dar. Das Kalb hat bei seinen Aufstehversuchen viel griffigeren Boden unter den Klauen als im Stall. Ergo steht es besser und früher.

Das Problem mit dem unsauberen Abgrasen: Hättest Du evtl. die Möglichkeit, Pferde nachweiden zu lassen? Bei uns ist es so, daß meine Stute nachgrast und alles wegputzt, was die Kühe an Geilstellen haben stehen lassen.
Oder halt Mulchen. Wenn die Fläche keinen Grünlandstatus hat: Umbrechen, neu ansäen.
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Re: Mutterkuhhaltung - Alternativen

Beitragvon plattland » Do Mai 11, 2017 6:42

Mal vorneweg, ohne Weidehaltung scheint mir Mutterkuhhaltung nicht realisierbar. Die Kosten sind bei ganzjähriger Stallhaltung einfach höher. Du musst an deinem Weidemanagement arbeiten, wenn zu große Bereiche stehen gelassen werden. Die Einschätzung des stehenden "Futtervorrats" ist Erfahrungssache und sollte auf Dauer kein großes Problem mehr darstellen, wenn man seinen Betrieb kennt (kennen gelernt hat). Kostenmäßig schlägt die Weidehaltung, die Stallhaltung (bei Mutterkühen) in jedem Fall und ist m.E. unverzichtbar. Auch für die Kälbergesundheit, ist die Weide ein extremer Plusfaktor.
Was Kaltblutreiter in Sachen Deckbullen gesagt hat kann ich nur unterschreiben. Die ZKZ wird sich voraussichtlich (deutlich) erhöhen, sobald du auf deine Deckbullen verzichtest, so treffsicher ist kein Besamungstechniker. Wo liegt denn aktuell die durchschnittliche ZKZ deiner Herde?
Hier liegt das Problem wohl auch eher bei dir, du musst deutlich mehr Zeit in die Tierbeobachtung investieren. Wie hast du deine Herde aufgeteilt, je Bulle die Hälfte der Kühe?
Eventuell können regelmäßige Trächtigkeitsuntersuchungen helfen dir ein besseres Bild zu verschaffen. Gegebenenfalls führst du eine klare Decksaison ein von vielleicht 10-12 Wochen, dann kommen die Deckbullen von den Kühen weg. Ein paar Wochen später werden alle Kühe auf Trächtigkeit untersucht und Leere gemerzt.
Zuletzt geändert von plattland am Do Mai 11, 2017 6:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mutterkuhhaltung - Alternativen

Beitragvon Qtreiber » Do Mai 11, 2017 6:43

Kaltblutreiter: schöne ausführliche Antwort. :D
Wer glaubt, dass er mit KB die ZKZ bei Mutterkühen absenkt, glaubt auch , dass.........
Qtreiber
 
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Re: Mutterkuhhaltung - Alternativen

Beitragvon Teddy Bär » Do Mai 11, 2017 7:45

Hallo,
lass die Tiere im Sommer draussen. Die Kosten für ganzjährige Stallhaltung fressen den kleinen Gewinn in der Mutterkuhhaltung mehr als auf. Ausserdem bekommst du dann ganz andere Probleme in punkto Tiergesundheit. Ein umgebauter Milchviehstall mit Spalten und Liegeboxen ist eh nie optimal für Mutterkühe mit kleinen Kälbern, so ehrlich muss man sein.
Oder hast du lauter kleine Parzellen?

Vergiss auch KB. Dass kanns du ja immer noch im Winter mit einzelnen Tieren machen. Am Deckbullen soll man nicht sparen, kauf dir da immer welche mit Papieren.
Mit den Deckbullen muss man natürlich aufpassen. Wenn du 2 Herden hast mit jeweils einem Deckbullen drin, dann würde ich alle 2 oder 3 Monate die Deckbullen von einer Herde in die andere wechseln. Dann kann schon mal nicht viel passieren.
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Re: Mutterkuhhaltung - Alternativen

Beitragvon JohnD87 » Do Mai 11, 2017 8:06

Danke erstmal für die Antworten. Ja ich habe zwei Deckbullen,mit Papieren. Einer ist immer bei den "älteren" Mutterkühen, der junge Bulle bei der Nachzucht. Meine ZKZ liegt bei 360-365 Tagen.
Bevor sie im Frühling auf die Weide gingen liess ich eine Trächtigkeitsuntersuchung durchführen und liess alle MK welche bereits im 8-9 Monat waren nicht unter die Herde sonden lies sie im Laufstall. Auch wenn einige das Weidekalben bevorzugen, ist mir Laufstallkalbung lieber. Erstens weil ich so alles direkt mitbekomme und zweitens muss man keinem Kalb auf der Weide hinterherrennen für die Ohrmarke. So, diese MK könnten nach der Kalbung ja dann sofort wieder zum DB. Ich habe derzeit auch noch viele Rinder die zwischen 1-2 Jahren sind, wo ich auch jetzt schon sehe dass einige Kandidaten gedeckt werden könnten.
Was soll den bei ganjähriger Stallhaltung so teuer werden? Ich habe ja auch so ständig 40-50 Limousins ganzjährig im Stall, halt auch weil ich keinen Platz habe. Ich habe Mähweiden aber halt wenig Weiden. Und ich brauche Gewisse Flächen um Futter herbei zu schaffen. Ich kenne andere Bauern die Limousins in der MKH ganzjährig draussen haben bzw mit Offenstall. Das ist ne grosse Sauerei. Weiden sind komplett kaputt getreten, dann im Winter/Herbst bei Regen überall Schlamm, keine ordentlichen Fressgitter etc.
Problem wieso ich keinen kompletten Stall mit Stroh haben will ist, dass man zuviel Platz verliert. In Boxen kann man trotz allem mehr Rinder bekommen als im Laufstall. Zum anderen kostet es ja dann womöglich Unmengen an Stroh bei 40 Mutterkühen mit DB und Kälber. Ich habe zurzeit 10 Hektar an Stroh, die restlichen 6 Hektar Ackerland sind Feldfutter (Kleegras).
Ich will ja auch keinem zu nahe treten bzw anderen meine Meinung aufdrücken, ich schildere nur einige Gedanken bzw Fragenstellungen. Problem könnte sein dass ich auf einem konventionellen Milchbetrieb gross geworden bin. Ich bin dieses systematiche Denken immer noch gewohnt
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Re: Mutterkuhhaltung - Alternativen

Beitragvon Teddy Bär » Do Mai 11, 2017 9:18

Ich hab 200 Limousin auf Stroh:-)
Natürlich kann man lange über Stallsysteme diskutieren, allerdings muss man mit den Ställen zurechtkommen die man hat. Ein neuer Liegeboxenlaufstall für Muhkuhs ist ja unbezahlbar.
Deine ZKZ ist doch ok soweit. Guter Durchschnitt würde ich meinen.

Ich bin auch immer am hin und her überlegen was man anders oder besser machen könnte. Das ist auch gut wenn man sein Handeln hinterfragt. Nur so kommt man weiter.

Weil ich ausreichend Weiden habe kommt die ganzjährige Stallhaltung nicht in Frage. Erstens sind die Kosten der Futterbergung und Lagerung enorm. Rechen dir die Kosten doch mal durch. Und dann muss das Futter in den Stall reingefahren werden. Das kostet auch und braucht Zeit. Jeden Tag. Ist es verdaut, dann muss die Gülle oder der Mist wieder ausgefahren werden. Kostet alles Geld und Zeit. Mit Mutterkühen muss man doch eh schon spitz rechnen.
Und ausserdem gibts für die Tiere nix schöneres als auf der Weide zu sein. Das darf man auch nicht vergessen.
Ganzjahrige Aussenhaltung funktioniert bei unseren Böden nicht. Und schon gar nicht bei meinen Herdengrössen.

Wenn du natürlich nur kleine Schläge hast, und keine ausreichend grossen Weiden, dann hilft alles nix.

Ich lasse 2 mal im Jahr TU machen. Einmal im April oder Mai, bevor sie auf die Weiden kommen, und im Dezember.
Auch lasse ich alle Kühe im Stall kalben. Wenn man das gut im Griff hat werden nicht mehr Kälber krank als bei Weidekalbungen.
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Re: Mutterkuhhaltung - Alternativen

Beitragvon Qtreiber » Do Mai 11, 2017 12:33

plattland hat geschrieben:Mal vorneweg, ohne Weidehaltung scheint mir Mutterkuhhaltung nicht realisierbar.

Geht schon. Bei Mayen gab es so einen Betrieb mit Piemontesern. War mal ein Bericht drüber im Fleischrinderjournal. Der vermarktete allerdings auch zu einem Großteil Zuchttiere.
Ob das Verfahren wirtschaftlich ist (sein kann), uss jeder für sich ausrechnen. Hängt ja auch von den Umständen ab. Tägliche Weidekontrolle kostet auch Zeit. Und seitdem sich hier immer mehr Touristen 'rumtrollen, die gedankenlos Zäune runtertreten, damit die Kinder drüberkommen, Hunde frei rumlaufen lassen etc. , wird der Kontrollaufwand auch immer höher. Und bei Anrufen nach 21 Uhr schreckt man nicht mehr hoch, weil man weiß, dass die Tiere im Stall sind und nicht auf der Bundesstraße.
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Re: Mutterkuhhaltung - Alternativen

Beitragvon Manfred » Fr Mai 12, 2017 7:59

Mich würde interessieren, wie sich bei dieser Form der input-intensiven Mutterkuhhaltung aber dafür höherem Produktionsniveau die finanzielle Seite gestaltet.
Ich kenne nur einen Betrieb, der Mutterkühe ganzjährig im Stall (mit Laufhof) hält. Ein Bio-Ackerbaubetrieb mit verstreuten Flächen, der so Kleegras und Zwischenfrüchte verwertet. Da habe ich aber auch keinen Einblick in die Finanzen. Ich vermute, dass er sein Geld eher in der Direktvermarktung als bei der Produktion selbst verdient.
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