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Novellierung Klärschlammverordnung

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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33 Beiträge • Seite 2 von 3 • 1, 2, 3
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Beitragvon Kaninchen » Sa Jul 14, 2007 18:19

Und wie würdet ihr die Verordnung novelliert haben wollen?

Vollständiges Aufbringungsverbot oder Hinzunahme anderer Untersuchungsparameter? Und wenn letzteres welcher?
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Beitragvon SHierling » Sa Jul 14, 2007 20:34

Hallo,

Meines Wissens gibt es kein wie auch immer geartetes Analyseverfahren , das "unbekannte Moleküle" findet, ergo macht es auch gar keinen Sinn, den Leuten durch Kontrolle an diesem "Ende der Kette" Sicherheit vorgaukeln zu wollen.
Wenn der Klärschlamm biologisch abbaubar und verträglich sein soll, muß am anderen Ende angefangen werden, bei den Herstellern, den Verbrauchern und den Einleitern von Giften und potentiell wechselwirkenden Stoffen.
Und solange jeder über seine Toilette entsorgen kann, was immer er will, ist die einzig sinnvolle Möglichkeit die Endlagerung solcher "Konglomerate" auf Kosten der Erzeuger.

Grüße
Brigitta
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Beitragvon Kaninchen » Sa Jul 14, 2007 20:45

Also du bist für Verbot der Ausbringung?!

Andere Verwertungsmöglichkeiten, z.B. als Bauzusatzstoff okay?
Oder befürwortest du Verbrennung inner MBA?
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Beitragvon SHierling » So Jul 15, 2007 7:50

SHierling hat geschrieben:(...), ist die einzig sinnvolle Möglichkeit die Endlagerung solcher "Konglomerate" auf Kosten der Erzeuger.
...
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Beitragvon Ernstfried » Mo Jul 16, 2007 12:07

Moin,

es ist mir unverständlich, wie sich ein Eigentümer bereit erklären kann, Klärschlamm auf sein Feld auszubringen bzw. ausbringen zu lassen.

Ich gebe Brief und Siegel darauf: In ein paar Jahren kommt irgendein Experte daher, und findet eine neues, wahnsinnig gefährliches Gift, das vorher keiner bemerkt hat, in dem Klärschlamm der nun aber auf und in manchen Äckern liegt. Es folgt dasw Verbot, auf diesen Flächen Lebensmittel zu produzieren.

Gruss
Mir sind Leute lieber, die "mir" und "mich" verwechseln, als "mein" und "dein"
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Beitragvon bergmann » Do Sep 13, 2007 22:17

Nu aber mal halblang.

Wenn ich meine kleine Kläranlage (die großen Anlagen funktionieren nicht anders) so recht betrachte , ergeben sich daraus folgende Produkte:

1. geklärtes Abwasser,
2. schadstoffbelasteter Filtersand und
3. Klärschlamm.

Das geklärte Abwasser versickere ich ins Grundwasser - es könnte auch in den nächsten Bach geleitet werden. Dieses Abwasser ist dank der durchlaufenen aeoroben und anaeoroben Prozesse am saubersten, wird regelmäßig auf biologischen und chemischen Sauerstoffbedarf untersucht und legal in die Umgebung entlassen. Dennoch enthält das Wasser Spuren bedenklicher Stoffe, welche jedoch in der Oxidationsstufe weitgehend (jedoch nicht vollständig) stabilisiert wurden.

Mein Klärschlamm wird alle paar Jahre vom Wasserverband abgefahren, und zunächst in einer großen Kläranlage mit dem dort vorhandenen Schlamm vermischt. Der Klärschlamm enthält grundsätzlich die gleichen Schadstoffe, wie das geklärte Abwasser - nur in einer höheren Konzentration und einer niedrigeren Veredelungsstufe. Eine entsprechende technologische Aufbereitung (z.B. Kompostierung, Trocknung, Verbrennung) vorausgesetzt, kann und muß Klärschlamm nach Entnahme aus der Kläranlage ebenso wie die im geklärten Abwasser verbliebenen Schadstoffe chemisch stabilisiert werden. Diese Stabilisierung sollte natürlich nicht unkontrolliert auf einem beliebigen Gehöft, sondern besser in einer entsprechenden Verwertungsanlage erfolgen.

Ich würde mir auch keinen aufbereiteten Klärschlamm in meinen Garten kippen lassen. Gleichwohl bin ich jedoch froh, daß ich mein geklärtes Abwasser dort versickern lassen darf. Doch - wo liegt da eigentlich der
Unterschied? Höchstens in der Konzentration - und die läßt sich über die Fläche der Ausbringung steuern.

Der Filtersand verbleibt hoffentlich noch lange in meiner Kläranlage.
Bin mir sicher, daß auch der (selbst wenn ich ihn für teuer Geld abfahren lassen würde) nie auf einer Deponie endgelagert wird. Warum also nicht irgendwann Zement unterrühren und für's Stallfundament - oder was auch immer - verwenden.

Hand auf's Herz - der Mensch produziert nun einmal eine Menge schwer entsorgbaren Dreck. Und der entkommt irgendwann in die Umwelt. Egal ob Mülldeponoie, atomares Endlager oder was auch immer - es ist nur eine Frage der Zeit. Hilft also nur vermeiden (aggressive Putzmittel, ..., Kernenergie) und mit dem Rest so gut es geht umzugehen. Alles andere ist doch verlogen.

Reicht für heute,
Stefan.
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Beitragvon "schwabe" » Fr Sep 14, 2007 20:38

Hallo Zusammen

Wir haben bis vor zwei Jahren auch Klärschlamm auf unseren Äckern ausgebracht weil es:

kostenloser Dünger war (haupsächlich Phosphat) und man auch noch was dafür bekommen hat.

Da unser Klärschlamm von einer örtlichen Kläranlage war, war dieser nur mit sehr wenigen Schadstoffen belastet.

Beim Klärschlamm einer Grosstadt, an der etliche Pharma und Chemiefabriken angeschlossen sind, hätte ich ehrlich gesagt auch die Finger davon gelassen.

Die Aussage das die-jenigen die zig-tonnen Klärschlamm auf ihren Äckern ausbringen -- geldgierig sind ist schlichtweg lächerlich da man ja jedes Jahr nur das Bekommen hat was die Bodenproben zuliessen.

Klärschlamm ist nicht nur Abfall sondern für manche Firmen auch Rohstoff,
da dieser nach der Trocknung verbrannt wird und anschliesend z.T. in Ziegelsteinen verwertet wird.

Nach Aussage unseres Klärwirts müssen wir für unseren Klärschlamm in Zukunft bezahlen anstatt etwas dafür zu bekommen, weil sich langfristig die Düngemittelindustrie diesen Rohstoff sichern will.

(Aber erst nachdem die gegenwärtige Diskussion um deren Verwertung
beendet ist) !!!!!!

Das sagt für mich alles
"Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand, denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon hat"
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Beitragvon Dekota » Fr Feb 22, 2008 22:51

ich finde ihn als dünger sehr gut den er hat nicht schlimmes anisch die grenzen weden nicht über schritten und wo führ ist das klärschlammkataster.und es wird bewacht mit bodenanalysen alson warum nicht.und bei einenm düngerwert von 200 / ha warum nicht.
Das leben ist Bunt.
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Beitragvon gerd gerdsen » Sa Feb 23, 2008 18:59

SHierling hat geschrieben: ... und schon ist das ganze nicht mehr Ackertauglich, selbst ohne Muttis Hormone aus der Pille, Omas dazugepinkelte Schmerz-, Krebs- und Rheumamittel und Sohnemanns aufgelöste Kondome mit Pfefferminzgeschmack.

Grüße
Brigitta


verstehe ich das jetzt richtig ? nur Kondome mit Pfefferminzgeschmack sind schlecht ? Kondome an sich aber nicht ? ... welche Geschmacksrichtung würdest du denn empfehlen :mrgreen:
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Beitragvon ohmeyer » Sa Feb 23, 2008 20:34

Die Sache mit dem Klärschlamm ist nun mal sehr stark mit Emotionen belastet. Wer jedoch glaubt das z, B. Kompost weniger belastet ist, der sollte mal den Kompost der gleichen Analysenprozedur unterwerfen wie Klärschlamm. Über Gülle und den darin enthaltene n Teirarzeneienlund Desinfektionstoffen etc wollen wir heir nicht diskutieren.
Überlegt mal, wieviel unerwünschte Stoffe bekomme ich im Verhältnis zu den erwünschten. Phosphor ist im Kompost nun mal fast garnicht drin, ein bischen Kali und viel Stickstoff in organischer Form der mir leicht mal die Bilanzversauen kann.

Der große Unterschied besteht für mich darin, das Kompost nun mal im Gegensatz zu Klärschlamm oder Gülle emotional positiver Besetzt ist , das sagt aber rein garnichts über die Qualität aus. Ein Wissenschaftler, der mittelweile in Rente ist, hat das mal so ausgedrückt, "Wir alle Wissen, was durch den Abfluss alles gespült wird, obwohl es dort nicht reingehört. Die Abneigung gegen Klärschlamm ist doch auch ein Ausdruck für das schlechten Gewissen. Drastischer Ausgedrückt der deutsche Reinlichkeitswahn,
"wäscht weiser als weiß" beglückt uns mit vielen Dingen die wir dann plötzlich wenn um das Thema Abwasserreinigung geht dort nicht wollen.

Ich arbeite seit 17 Jahren in der Abwasserreiniigung und habe kein Problem damit Klärschlamm auf meine Flächen zu lassen. Irgendwelche Komposte von großen Kompostierungsanlagen würde ich jedoch nicht drauflassen.
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Beitragvon Komatsu » Sa Feb 23, 2008 21:05

Also gerade die industriellen Einleiter sind nicht das Problem. Die werden so stark kontrolliert und müssen nach der Höhe ihrer Schmutzfracht zahlen bzw. macht sich bei denen das Wasser - und Rohstoffrecycling echt bezahlt.

Problem ist die weisser als weisse deutsche Verbraucher-Drecksau, die alles was ihr lästig ist übers Klo entsorgt. Sieht ja keiner ......

Hinsichtlich der belastung ausser Schwermetallen, sehe ich weniger Probleme da die Biochemie im Boden ganz gut organische Verbindungen knacken kann.

Die Schwermetallgehalte sind eher stark sinkend und der Phosphor viel zu schade zum Verbrennen oder Deponieren. Freunde der Phosphor ist alle und die wenigen Vorräte für die EU noch sehr sehr beschränkt, da wir extrem hohe Anforderungen an die schwermetall Freiheit haben.
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Beitragvon Kaninchen » Sa Feb 23, 2008 21:27

Ich bin doch positiv überrascht, wie sich Trends/Meinungen innerhalb eines halben Jahres verändern können :wink:
Ich bin nach wie vor auch für die landwirtschaftliche Verwertung guter Schlämme.
Die von den Werten nicht dafür geeignet sind, können ja thermisch verwertet werden oder als Baustoffzugabe.

Aber im allgemeinen denke ich, gibt es nur wenig Stoffe, deren Verwertung so genau überwacht wird, wie es beim Klärschlamm der Fall ist.

Verfahren für die Gewinnung des Phosphors wie beim Seabourne finde ich allerdings auch nicht verkehrt. Wollte mir immer schon mal diese Anlage bei Rendsburg anschauen, :roll:
Grüßle,
Birgit
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Beitragvon gerd gerdsen » So Feb 24, 2008 9:14

ich habe früher auch klärschlamm abgenommen, das ist ein erstklassiger dünger und absolut positiv für das bodenleben, das problem ist halt in den köpfen, niemand möchte sich halt vorstellen das sein essen mit menschlichen exkrementen gedüngt wurde, obwohl so ein aufbereiteter klärschlamm keinerlei ähnlichkeiten mehr mit dem hat was wir auf der toilette hinterlassen haben, die alten kameraden finden sich dort nicht wieder (auch keine kondome, mit oder ohne geschmack) und es stinkt auch nicht mehr danach, ist ja auch mit kalk aufbereitet .
... und da wir ja in deutschland geld genug haben, schmeißen wir einfach ressourcen weg, genau wie beim tiermehl, wäre nicht nötig, meinetwegen fiffi und muschi ja, aber konsumfähige ware wäre kein problem, nicht mal aus ethischer sicht .
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Beitragvon automatix » So Feb 24, 2008 9:41

gerd gerdsen hat geschrieben:.
... genau wie beim tiermehl... .


also ich persönlich möchte nicht meine verstorbenen mitmenschen essen müssen, warum soll ich das meinen tieren zumuten?
automatix
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Beitragvon gerd gerdsen » So Feb 24, 2008 9:52

automatix hat geschrieben:
gerd gerdsen hat geschrieben:.
... genau wie beim tiermehl... .


also ich persönlich möchte nicht meine verstorbenen mitmenschen essen müssen, warum soll ich das meinen tieren zumuten?


aber wenn du es nicht wüßtest würde es dich nicht stören .... übrigens eine gute idee :roll:
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