Maschinenring Shop

  • Foren-Übersicht
  • Galerie
  • Chat
    Erweiterte Suche
  • Ändere Schriftgröße
  • FAQ •
  • Datenschutzerklärung •
  • Nutzungsbedingungen • Registrieren • Login
Auto-Login

Aktuelle Zeit: Fr Jan 16, 2026 3:55

Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
Antwort erstellen
47 Beiträge • Seite 3 von 4 • 1, 2, 3, 4
  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon xyxy » Sa Feb 12, 2011 9:17

Und, wie reagieren die Bauern?
Entweder aus Misstrauen gegenüber zukünftige Entscheidungen der Politik, aus Furcht vor Nachbarschaftsproblemen, sei es Biogas oder sich näherndes Wohngebiet, sei es aus Angst vor Flächenknappheit oder um Fakten zu schaffen, egal... sie bauen und zwar was das Zeug hält.
Und wenn der letzte Stall gerade fertig, ist der nächste Bauantrag schon in Arbeit!
Und längst nicht nur grosse Betriebe, sondern genauso von 40/50 Kühe auf 120 und mehr, oder Hähnchen oder was auch immer.
1Mio ist da nix.

Oder doch nur aus wirtschaftlichem Kalkül.....?
Fifty shades of green
Benutzeravatar
xyxy
 
Beiträge: 9265
Registriert: Fr Dez 23, 2005 9:08
Wohnort: Nordwestdeutschland
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon JueLue » Sa Feb 12, 2011 9:55

Unser gesamtes Wirtschaftssystem ist auf Wachstum ausgelegt und da kann sich die Landwirtschaft nicht auskoppeln.

Allen Unkenrufen zum Trotz (Club of Rome) ist es einfach bis jetzt so und jeder tut gut daran damit zu planen. Fast alle die meinten, sich davon abkoppeln zu können haben es zumindest auf lange Sicht bereut.

Dreh und Angelpunkt sind doch die Stückkosten, in der Landwirtschaft genauso wie in allen anderen Bereichten. Und die werden nunmal stark von der Produktivität der einzelnen Arbeitskraft beeinflusst.

Wenn ich über anzustrebende Größen in der Landwirtschaft diskutiere, bringe ich oft folgenden Ansatz:

Eine vernünftige Größe ist dann erreicht, wenn die Produktivität gut ist. Wenn also die jeweilige Arbeitskraft mit aktueller Technik ausgelastet ist. Da die ständig bessere Technik z.B. die Betreuung immer größerer Tierzahlen ermöglicht, müssen die Betriebe zumindest um diesen Faktor wachsen, um wirtschaftlich zu bleiben.
Man kann nicht erwarten, dass jemand einen vergleichbaren Stundenlohn erzielt, wenn er zwar viel arbeitet, aufgrund veralteter Technik aber einfach weniger je AK produziert.

Ein (vereinfachtes) Beispiel: 1 AK ist mit 30 Kühen in Anbindehaltung ausgelastet oder mit 100 Kühen im top-modernen Stall.
Man kann doch wohl nicht erwarten, dass der 30-Kuh-Halter dauerhaft ein vernünftiges Einkommen erzielt, bzw. müsste dann der 100-Kuh-Halter steinreich werden.



Um mal auf die Eingangsdiskussion zurückzukommen:

Wir hatten im Nachbarkreis beim Tag des offenen Hofes (WLV-Veranstaltung) einen Putenmäster, der seinen Stall öffnete.

Da war ich auch gespannt auf die Reaktion der Leute. Die Puten waren in mittlerem Alter und der Hof seht gepflegt und ansehnlich, aber die schiere Masse (Anzahl) der Tiere wirkt natürlich auf Leute die moderne Landwirtschaft nicht wirklich kennen schon beängstigend.

Zusammenfassend kann man sagen: die Aktion war ein Erfolg. Gut, man kann nicht erwarten, dass alle begeistert sind, wie gut es den Puten geht, aber die Offenheit wurde kritisch-positiv im Publikum anerkannt und diese Stimmung fand sich auch in der Presse wieder.

Sicher sind moderne Formen der Tierhaltung der Bevölkerung verschieden schwierig nahe zubringen. Ich wage mal eine Abstufung von einfach zu schwierig:

- Kühe (Laufstall)
- Schweine/Babyferkel
- Schweine Mastschweine
- Schweine Sauenhaltung
- Hühner (Eier) in den neuen Haltungsformen
- Mastgeflügel.

Trotzdem nutzt es nichts, dem Verbraucher ein Ideal-Bild der Landwirtschaft zu suggerieren, wie es nie wirklich war.

Ich kann zwar jeden Landwirt einerseits verstehen, der keine Lust hat, sich den oft unsachlichen und emotionalen Diskussionen mit nicht-Landwirten auszusetzen. Insgesamt bleibe ich aber dabei, dass das Verschließen der Hoftoren in der Summe der größere Bumerang wird.

JueLue
JueLue
 
Beiträge: 4470
Registriert: So Nov 05, 2006 18:15
Wohnort: OWL
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon Cairon » Sa Feb 12, 2011 11:24

Eine gewisse Offenheit gegenüber der Bevölkerung ist ja in Ordnung, aber wenn man alles zeigt geht es halt auch schnell in die andere Richtung. Ich habe noch auf keinem Tag des offenen Hofes gesehen, dass dort Ferkel kastriert, Kälber enthornt oder Klärschlamm thematisiert wurde. Es gibt halt Dinge die nicht ästhetisch sind, aber zum Geschäft gehören. Wenn operiert wird, ist es auch nicht gerade schön, wenn vereiterte Wunden geöffnet oder Knochen zersägt werden müssen, wenn man solche OPs in den Medien bringen würde wären sicher auf genug Leute denen übel würde. Aber würden sie dann auch fordern, dass nicht mehr operiert wird?
Der Verbraucher hat sich soweit von der Urproduktion entfernt, dass man doch oft den Eindruck hat dass er gar nicht mehr weiß das an seinem Steak mal ein Rind dran hing. Früher war es doch einfach so, dass auf den Höfen oder auch bei Privatleuten noch mal ein Schwein geschlachtet wurde und Kinder waren dabei, da war es vollkommen normal. Heute ist alles weit weg und wenn die Medien um ihre Auflage zu steigern dann Bilder von der CO2-Betäubung eines großen Schlachthofes zeigen ist das Geschrei groß. Den gewaltlosen Tod eines Schlachttieres gibt es nicht.

Auch wenn die Öffentlichkeit gesucht wird, kommt es aber ja auch vor dass sich keiner dafür interessiert. Ich ahbe vor kurzem einen Bericht über den Stall in Harburg gehört, der seiner Zeit angezündet wurde. Beim Wiederaufbau wurde ein Informationsraum für Besucher installiert und man kann über große Scheiben in die Ställe schauen, nur leider kommen kaum Leute zum den regelmäßigen Schauterminen.

Außerdem weiß heute ja jeder mehr über Nutztiere und Landwirtschaft als der Bauer selber. Ist zwar schon etwas her, aber ich habe mal ein Praktikum auf einem Hof direkt am Deich gemacht. Es war in Juni und es waren schon eine ganze Reihe Touristen unterwegs. Neben dem Hof lag eine Weide, die zum Nachbarbetrieb gehörte. Wir arbeiten gerade auf dem Hof als eine Familie auf den Hof gestürmt kam, die Frau in Tränen aufgelöst, das Kind (ca. 10 Jahre alt) völlig verängstigt und der Vater wutentbrannt. Sie riefen schon von weiten: "Kommen sie schnell, die Kuh stirbt! Die Kuh stirbt!" Nach dem wir sie etwas beruhigt hatten erzählte die Mutter: "Wir sind an der Weide vorbei gekommen und aus der einen Kuh kommen hinten die ganze Gedärme raus." Wir haben dann versucht ihr zu erklären, dass der Nachbarbetrieb sehr vorbildlich sei und die Kuh sicherlich gekalbt hätte und die Nachgeburt noch drauf wäre. Wut entbrannt entgegnetet sie: "Das Kalb hätten wir dann ja wohl gesehen! Wir sind ja nicht Bild! Und wenn sie jetzt nicht sofort etwas unternehmen rufen wir die Polizei!" Damit wir weiter arbeiten konnten und sich die Familie beruhigte schickte mich der Chef rüber zum Nachbarhof. Wir erwartet hatte die Kuh nur gekalbt und das Kalb hatten sie mit in den Stall genommen. Die Kuh war noch etwas geschwächt, aber die Nachgeburt ging ganz normal ab und die Kuh ist an dem Tag nicht gestorben.
Wenn man den Leuten dann noch erzählt, dass es bei der Tierhaltung Verluste gibt und dazu das Bild eines Kadaver-Containers zeigt setzt es bei vielen ja ganz aus. Aber weil eben auch der Tod komplett ausgeblendet wird, bis er an die Tür klopft geht eben vielen Leuten ab, dass auch nicht 100% der Menschen 90 Jahre alt werden.

Außerdem können wir uns diese ganze Debatten doch nur leisten, weil unsere Bevölkerung voll gefressen ist und nicht weiß wo hin mit den aufgenommenen Kalorien. Mit Lebensmittel wird Luxuskonsum getrieben und daher kann man ja Forderungen stellen, es ist halt ein Käufer-Markt. Dir Frage ist nur wie lange noch. In Anbetracht der wachsenden Weltbevölkerung, der sich ändernden Ernährungsgewohnheiten in den Entwicklungsländern, des Flächenschwundes, der nachwachsenden Rohstoffe und anderer Phänomene werden Lebensmittel zukünftig meiner Meinung nach nicht mehr in der gewohnten Menge zur Verfügung stehen. Lebensmittel werden knapper und teurer werden. Mit dieser Entwicklung wird dann auch der Ruf nach glücklichen Hühnern und freien Schweinen deutlich leiser werden. Dann wird es wieder wie nach dem Krieg darum gehen die Leute satt zumachen. Ich halte dieses ganze ideologische Getue für eine zeitlich begrenzte Episode.
Halb acht, halb neun, es wird schon heller,
Der Vater reitet immer schneller,
Erreicht den Hof mit Müh und Not,
Der Knabe lebt, das Pferd ist tot.
Benutzeravatar
Cairon
 
Beiträge: 6079
Registriert: Fr Aug 08, 2008 11:38
Wohnort: Cuxland an der Nordseeküste
  • Website
  • ICQ
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon JueLue » Sa Feb 12, 2011 11:46

Cairon hat geschrieben:... Ich halte dieses ganze ideologische Getue für eine zeitlich begrenzte Episode.


Mag sein, nur die jetzt wirtschaftenden Landwirte müssen sich halt mit der Situation arrangieren, die in Ihrer Wirtschaftszeit herrscht.

Und es stimmt natürlich: Gerade bei uns im Nachbarkreis ist es so: Stallbauten in der Größenordnung von 1000 Mastschweineplätzen werden verhindert über Bürgerinitiativen und der typische Familien-Betriebs-Landwirt gibt irgendwann genervt auf und an anderer Stelle werden ganz andere Größenordnungen gebaut und das Kapital kommt nicht von Landwirten. Die Initiativen fördern also sogar die "industrielle" Tierhaltung.


Nochmal zu der Offenheit: Natürlich, alles mit Augenmaß. Ferkel kastrieren wird die meisten wohl überfordern.
Ich lasse auch nicht jeden in den Stall, aber ich freue mich, und sage es auch allen, wenn aus der Nachbarschaft jemand mit mir über meine Viehhaltung redet und nicht über mich, und mit dem gehe ich dann auch in den Stall, wenn er will.
Es muss ja nicht immer die große Aktion sein. Kleinarbeit vor Ort kostet oft nichts und bringt mehr.
Und wenn die Diskussion ums schlachten geht, muss man eben auch eine klare Linie fahren und dazu stehen, dass ein Schwein nicht "totgestreichelt" werden kann.

JueLue
JueLue
 
Beiträge: 4470
Registriert: So Nov 05, 2006 18:15
Wohnort: OWL
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon Ernst-August » Sa Feb 12, 2011 12:07

Deshalb kann man solche Dinge nur noch dort im Internet diskutieren, wo nur noch identifizierte Personen darauf Zugriff haben. Im Kern muss mehr "dicht" gemacht werden !
Ich bin aktiver Bauern-Schützer ! http://www.farmpoint.de - Social Network für Landwirte, wo Landwirte mit ihren Interessen unter sich bleiben und jeder weis wer was schreibt und wer es liest !
Benutzeravatar
Ernst-August
 
Beiträge: 865
Registriert: Sa Nov 20, 2010 21:22
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon Cairon » Sa Feb 12, 2011 12:49

@JueLue

Natürlich müssen wir als aktive Landwirte damit klar kommen. Und wenn man es mal realistisch betrachtet so ist der große Teil der Nachbarschaft doch positiv bis desinteressiert einstellt. Problematisch wird es erst wenn man Schäfer oder eine Schäferin findet die die Herde dann in eine bestimmte Richtung treiben. Ich denke Öffentlichkeitsarbeit in der direkten Nachbarschaft ist wichtiger als jeder Tag des offenen Hofes. Wenn man sich relativ offen gegenüber seinen Nachbarn gibt, sie in die Nachbarschaft integriert, Hilfe leistet wo man kann (Hand, Trecker usw.) hilft es doch im Umgang mit den direkten Nachbarn. Wenn die Nachbarn das Gefühl haben in der Schuld des Landwirts zu stehen ist die Hemmschwelle zum Widerstand doch meist größer. Ich z.B. entsorge für meine Nachbarn den Rasenschnitt, mache anfallende Erd- und Entsorgungsarbeiten, stelle eine Scheune für das Pfingstbaumaufstellen oder für Geburtstagsfeiern zur Verfügung, stelle meinen LKW für Transporte zur Verfügung usw. Außerdem achte ich auch darauf die Leute nicht unnötig zu provozieren. Wenn wir in der Marsch waren und die Straße verschmutzt haben wird sie zeitnah gereinigt und wenn wir Gülle auf die Flächen mit naher Wohnbebauung bringen, dann machen wir das bei Regen um die Geruchsbelastung zu minimieren. Es gilt einfach der alte Grundsatz: "Öl schmiert das Getriebe nicht Sand."

Natürlich gibt es mal kleinere Unstimmigkeiten, aber dann suche ich immer gleich das direkte Gespräch bevor die Sache eskaliert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass 90% der Differenzen auf Missverständnissen oder gezielt gestreuten Lügen beruhen. Vor ein paar Jahren kam mal ein Nachbar zu mir und regte sich auf, was mir einfallen würde so über ihn zu reden. Ich fragte ihn worum es den überhaupt ginge. Ich habe ein Baugrundstück das an seine Fläche angrenzt. Er erzählte mir, dass eine andere Nachbarin erzählt habe ich würde durch die Gegend laufen und behaupten er würde Müll auf meiner Fläche entsorgen, sein Auto dort waschen, Öl dort wechseln und das Altöl dort versickern lassen und sein Hund würde da alles voll machen und wenn ich ihn noch einmal auf der Fläche erwischen würde, dann würde ich ihn an die nächste Wand drücken. Du kannst Dir sicherlich meine Verwunderung vorstellen, denn ich habe nie irgendwas in der Richtung gesagt. Als ich ihm glaubhaft versichert hatte, dass davon kein Wort war ist fuhr er wutentbrannt zu besagter Nachbarin und hat dort auf den Tisch gehauen bis sie zugab, dass davon kein Wort wahr ist. Seit dem hat sich das Verhältnis zu besagtem Nachbarn sehr verbessert, er mäht meinen Bauplatz und dafür dürfen sein Kinder und sein Hund dort spielen.

Gezielte Kommunikation und Beziehungspflege (neudeutsch Networking) sind inzwischen eine sehr wichtige Sache geworden.
Halb acht, halb neun, es wird schon heller,
Der Vater reitet immer schneller,
Erreicht den Hof mit Müh und Not,
Der Knabe lebt, das Pferd ist tot.
Benutzeravatar
Cairon
 
Beiträge: 6079
Registriert: Fr Aug 08, 2008 11:38
Wohnort: Cuxland an der Nordseeküste
  • Website
  • ICQ
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon Ernst-August » Sa Feb 12, 2011 13:18

Bei einer baumaßnahme reicht ein einziger der quer treibt .......... dazu braucht es keine Mehrheiten !
Ich bin aktiver Bauern-Schützer ! http://www.farmpoint.de - Social Network für Landwirte, wo Landwirte mit ihren Interessen unter sich bleiben und jeder weis wer was schreibt und wer es liest !
Benutzeravatar
Ernst-August
 
Beiträge: 865
Registriert: Sa Nov 20, 2010 21:22
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon Gockel » Sa Feb 12, 2011 13:21

Die Klassenfahrt mit dem Fahrrad führte die Mitschüler unsere Sohnes auch auf unseren Hof. Die Hähnchen sollten in 2 Tagen ausgestallt werden, also war die Gefahr einer Erkrankung der Hähnchen durch Ansteckung durch Mitschüler eher gering. Deshalb haben wir ganz langsam die große 2 flügelige Tür geöffnet. Innerhalb einer Viertelstunde waren alle Kinder im Stall, teilweise wurden auch die 2,5 kg großen Hähnchen auf den Arm genommen. Natürlich waren das die mutigen Jungs, um vor den Mädchen zu koketttieren.
Der Lehrer und die Lehrerin weigerten sich. Sie wollten nicht einmal in die Nähe der Ställe gehen. Sie hatten gehört und ein Lehrer hat auch sofort ein entsprechendes Gutachten dabei, das belegt, wie gefährlich die Abluft der Hähnchenställe ist. Ein kleveres Mädchen und unser Sohn haben lauthals protestiert über die ungerechte Beurtilung durch die Lehrkörper. Sie schlossen die Tür nahmen das CO2 Meßgerät und stellten eine Messreihe der CO2 Werte in der Außenluft = 424 ppm, im Vorraum = 782 ppm und im Hähnchenstall = 1455 pmm . Am nächsten Tag nahm unser Sohn das Messgerät mit in die Schule und stellte den CO2 Wert der Klassenfuft am Ende der Schulstunde fest. Er betrug 4251 ppm. CO2 in dieser Kozentration macht müde und schläfrig. Die CO2 Konzentration in den Hähnchenställen soll immer unter 2500 ppm. Also bessere Luft als in den Klassenräumen.
Wir Landwirte brauchen unsere Produktion nicht verstecken.
Jeder Bürger der Betriebe besichtigen will, soll auch Gelengenheit dazu bekommen.
Aber unqualifizierte polemische Vorurteile soll man dann auch mit entsprechenden Argumenten entgegnen.

Gruß Gockel
Gruß Gockel

http://www.youtube.com/watch?v=56iivPxovAQ
Gockel
 
Beiträge: 502
Registriert: Sa Jul 31, 2010 17:37
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon Cairon » Sa Feb 12, 2011 13:36

schimmel hat geschrieben:Lars, deine Haltung ist eigentlich eine für mein Verständnis normale Nachbarschaftliche Beziehung. Aber ich finde es schon bedenklich, dass du als Landwirt noch besonders Wert auf wenig Fehler gegenüber den Nachbarn legen musst. Du bist nicht weniger oder mehr wert als die anderen, dennoch scheint es ja so etwas wie ein schlechtes Gewissen zu geben, warum?
Es ist auch bedenklich, dass in unserer achso freien Gesellschaft sich z.B. in Leserbriefen fast ausschließlich Menschen zu Wort melden, die keine Angst vor Repressalien haben müssen. Ich habe noch nie eine Meinung eines Unternehmers oder eines höheren Verwaltungsmenschen gelesen. In der Regel sind es Rentner, Lehrer oder Angestellte aus dem öffentlichen Dienst u.a. Eine wirklich Meinungsfreiheit in Bezug auf z.B. die Agrardiskussion ist nicht erkennbar, nur die lautesten finden Gehör....und ich natürlich, ich werde dann aber auch der Agrarindustriellen Lobby zugeschrieben....da kann ich dann gut mit leben...


Reini, ich habe kein schlechtes Gewissen, ich gehe dem Ärger nur im Vorfeld aus dem Weg. Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, dann ducke ich mich nicht weg sondern versuche sachliche mit Argumenten dagegen vor zu gehen. Sei es in meiner Funktion als Kommunalpolitiker, als Schaubeauftragter des Wasserverbandes oder einfach als Landwirt. Ich denke nur einfach durch eine gewisse Rücksichtnahme kann man halt mehr erreichen, als wenn man seine Rechte immer bis aufs letzte aus reizt.
Ich habe hier einen Berufskollegen, der hat die Angewohnheit nach jedem Schnitt sein Mähgrünland massiv mit Gülle zu düngen. dagegen ist ja so noch nichts zu sagen, aber wenn er das Freitags im Juli macht, bei 30°C und Sonne dann geht selbst mir als Landwirt die Hutschnur hoch. Und er bevorzugt dabei aus mir unerfindlichen Gründen die Flächen die direkt an die Wohnbebauung grenzen. Da wird es selbst mir zu viel und im letzten Jahr habe ich ihn mal vom Schlepper geholt. es ist ja nicht so, dass es einmal vorkommt sonder es ist bei ihm jedes Jahr das gleiche. Wie soll man einen positiven Ruf aufbauen bei solchen Kollegen? Ich bin nicht empfindlich aber ich empfinde es nicht gerade als angenehme wenn im Sommer mein ganze Hof übers Wochenende noch Rindergülle riecht. Vor allem hat so etwas in meinen Augen nichts mehr mit guter fachlicher Praxis zu tun und wenn sich die Leute da Aufregen kann ich es voll verstehen.
Auch wenn man im Recht ist können einem verärgerte bzw. neidische Nachbarn und da sind nicht selten auch Berufskollegen dabei schon eine Menge Ärger machen.

@Gockel

Kompliment, super Aktion.
Halb acht, halb neun, es wird schon heller,
Der Vater reitet immer schneller,
Erreicht den Hof mit Müh und Not,
Der Knabe lebt, das Pferd ist tot.
Benutzeravatar
Cairon
 
Beiträge: 6079
Registriert: Fr Aug 08, 2008 11:38
Wohnort: Cuxland an der Nordseeküste
  • Website
  • ICQ
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon Paule1 » Sa Feb 12, 2011 16:16

Lehrer sind halt oft Deppen, wen sie der Meinung sind sie wüßten alles genau, weil sie eben Lehrer sind. (das sehen übrigens die Schüler oft total anders)

Zu vorherigen Meinungen, hier laß ich immer von wachsen-wachsen wann hört den das auf??

Deshalb heißt es ja oft "Dumme Bauern" hört auf zu wachsen und macht euch doch lieber ein schöneres Leben :idea:
„Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will. “
Paule1
 
Beiträge: 14079
Registriert: Sa Dez 10, 2005 13:35
Wohnort: Franken 444 ü/NN in Bayern
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon xyxy » Sa Feb 12, 2011 17:09

Was er ja auch tunlichst lassen soll:
Hier:
http://www.bauernhoefe-statt-agrarfabriken.de/node/81
unter -Anhang
Abl-Tipps für den Widerstand..
liefert die "bäuerliche" Fraktion die Anleitung zum Bau der "Bombe" gleich mit :mrgreen:
Fifty shades of green
Benutzeravatar
xyxy
 
Beiträge: 9265
Registriert: Fr Dez 23, 2005 9:08
Wohnort: Nordwestdeutschland
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon Cairon » Sa Feb 12, 2011 17:10

Paule1 hat geschrieben:Lehrer sind halt oft Deppen, wen sie der Meinung sind sie wüßten alles genau, weil sie eben Lehrer sind. (das sehen übrigens die Schüler oft total anders)

Zu vorherigen Meinungen, hier laß ich immer von wachsen-wachsen wann hört den das auf??

Deshalb heißt es ja oft "Dumme Bauern" hört auf zu wachsen und macht euch doch lieber ein schöneres Leben :idea:


Da könntest Du genau so gut fragen wann hören die Gewerkschaften auf höhere Löhne zu fordern, wann gibt es endlich keine Inflation mehr, ich denke die Frage beantwortet sich von selbst. Ich kennen keinen Wirtschaftszweig in dem es keine Wachstum gibt, es sei der der Zweig läuft aus und verschwindet.
Halb acht, halb neun, es wird schon heller,
Der Vater reitet immer schneller,
Erreicht den Hof mit Müh und Not,
Der Knabe lebt, das Pferd ist tot.
Benutzeravatar
Cairon
 
Beiträge: 6079
Registriert: Fr Aug 08, 2008 11:38
Wohnort: Cuxland an der Nordseeküste
  • Website
  • ICQ
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon JueLue » Sa Feb 12, 2011 18:50

Paule1 hat geschrieben:...
Zu vorherigen Meinungen, hier laß ich immer von wachsen-wachsen wann hört den das auf??

Deshalb heißt es ja oft "Dumme Bauern" hört auf zu wachsen und macht euch doch lieber ein schöneres Leben :idea:


An solch einer Aussage erkennt man all die, die nicht im produzierenden Gewerbe zuhause sind und sich mit den Spielregeln dort nicht auskennen.

Die Produktion wird ja nicht erweitert, weil alle mehr und mehr verdienen wollen (ok, der Lebensstandard soll schon langsam und stetig steigen) sondern, weil u.a. folgendes im Markt passiert:

a) der technische Fortschritt erlaubt es ein Produkt günstiger zu produzieren (effektivere Nutzung der Faktoren - in der LW Arbeit, Futter, Acker usw. - führt zur Senkung der Stückkosten).

b) Produzenten die in neue Technik investieren nutzen den technischen Fortschritt und produzieren mit geringeren Stückkosten und haben solange die Technik nicht Standard ist einen Kostenvorteil.

c) Die neue Technik entwickelt sich zum Standard, die vor kurzem noch besonders modernen Landwirte sind jetzt die "normalen" und arbeiten mit "normalen" Stückkosten, die vor kurzen "normalen" sind jetzt die "veralteten" und haben im Vergleich hohe Stückkosten und weniger Einkommen

d) es geht bei a) weiter.

In der Landwirtschaft, insbesondere der Tierhaltung führte der technische Fortschritt oft zu einer Verringerung der Arbeitszeit je Stück, also bei Anwendung der neuen Technik und gleichbleibender Zahl der Arbeitskräfte zu einer Ausweitung der Produktion je Landwirt.

Man kann das gut finden oder nicht, es ist definitiv ein Grundelement unserer Wirtschaft und hat in der Vergangenheit zu stetig steigendem Wohlstand geführt.

Wer das in Frage stellt muss unser Wirtschaftssystem umkrempeln.

In der Landwirtschaft wie in allen anderen produzierenden Bereichen heißt das vereinfacht:
Man investiert nicht (nur) um zu wachsen und immer mehr und mehr zu haben, sondern man muss investieren, um den Lebensstandard zu halten.

Der letzte Satz ist eine Grundwahrheit, die die meisten Menschen die im Arbeits- oder Angestelltenverhältnis ihr Geld verdienen nicht wahr haben wollen. Wer diese Wahrheit als Produzent verdrängt, wird vom Markt verschwinden.

JueLue
-
JueLue
 
Beiträge: 4470
Registriert: So Nov 05, 2006 18:15
Wohnort: OWL
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon meyenburg1975 » Sa Feb 12, 2011 20:39

julius hat geschrieben:Vor ca. 10 Jahren waren die Landwirte mit am meisten angesehen, neben Ärzten usw. Das hat sich grundlegend geändert. Jetzt stehen wir ganz unten mit den Verbrechern auf einer Stufe.

So schlimm ist es noch nicht, aber der Anfang ist gemacht...

Ernst-August hat geschrieben:und ich sage immer : Die zellzahl spiegelt die Arbeitsüberlastung in den Betrieben wieder

Im übrigen eine Superkennzahl für die fernüberwachung durch die Vet.verwaltung.

In gesprächen mit dem LLH und den Fachdiensten Ldw. höre ich immer 30 Kühe sind der Bankrott, von 80 Kühen kann man nicht leben und 200 sind zu wenig für fremd-Ak

So was denn jetzt ?


Im LKV Weser Ems sinkt die ZZ mit steigender Leistung.

Das Problem ist, das man allein um die steigenden Grundkosten (Abgaben,Versicherungen, usw) bzw. den steigenden Anspruch an Lebensstandard (getrenntes Altenteil, Bildung für Kinder, usw) zu begeleichen "mehr" machen muß.
schimmel hat geschrieben: Es ist aber ein Problem, wenn die persönliche Beroffenheit eines Anwohners in eine Bürgerinitiative mündet, die abgesehen vom Weltfrieden sämtliche negative Dinge dieser Erde der Landwirtschaft und insbesondere dem Bauwilligen anlaste..

Da hab ich auch schon andere Theorien gelesen.
Paule1 hat geschrieben:Lehrer sind halt oft Deppen, wen sie der Meinung sind sie wüßten alles genau, weil sie eben Lehrer sind. (das sehen übrigens die Schüler oft total anders)

Eigtl. war ich ja ganz gut in der Schule, nur Hausaufgaben waren irgendwo zwischen nicht vorhanden und schlampig hingeschmiert.
Unter einer abzugebenden Englisch Hausaufgabe fand sich dann mal ein Satz: "You should have better milked a few cows instead."
Typische Lehreransicht über Bauern.
Bild
Achtung! Ironie ist in Deutschland nicht kennzeichnungspflichtig.
Nothing finer than a niner
Jeder, der die Hamas offen unterstützt, ist ein Terrorist.
Jeder, der die Hamas nicht kritisiert, ist ein disziplinierter Terrorist.
Benutzeravatar
meyenburg1975
 
Beiträge: 12878
Registriert: Mi Jun 18, 2008 15:47
Wohnort: Ostfriesland
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Offenheit gegenüber der Bevölkerung

Beitragvon WollF_JDL310 » So Feb 13, 2011 14:18

Paule1 hat geschrieben:Lehrer sind halt oft Deppen, wen sie der Meinung sind sie wüßten alles genau, weil sie eben Lehrer sind. (das sehen übrigens die Schüler oft total anders)

Der Versuch, die Rechtschreibung den Schülern beizubringen, schlug auch hier fehl.
WollF_JDL310
 
Beiträge: 796
Registriert: Di Jun 23, 2009 20:38
Wohnort: Nordhessen
Nach oben

VorherigeNächste

Antwort erstellen
47 Beiträge • Seite 3 von 4 • 1, 2, 3, 4

Zurück zu Aktuelles und Allgemeines

Wer ist online?

Mitglieder: Bing [Bot], Google [Bot]

  • Foren-Übersicht
  • Das Team • Impressum • Alle Cookies des Boards löschen • Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Forum Group • Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
phpBB SEO Design created by stylerbb.net & kodeki