Ich habe einige Eigentumsflächen mit einem konv. Kollegen getauscht, der diesen Tauschvertrag jetzt kurzfristig kündigen möchte. Die Auskunft, dass das erst zum Ende des 30.09.2020 möglich ist, brachte den Kollegen ziemlich in Rage. Nun musste ich heute feststellen, dass der Kollege einige der Tauschflächen, annektiert hat. Er hat neue Grenzen abgesteckt und schon mal mit der Bodenbearbeitung begonnen. Für mich war klar, dass ich diesen Umstand sofort meiner Kontrollstelle mitteilen musste. Per e-mail bekam ich die Aberkennung des Ökostatus für die gesamte Fläche mitgeteilt; bis auf Weiteres. Die Kontrollstelle beauftragt ein chemischen Untersuchungsinstitut mit dem Ziehen und Auswerten von Bodenproben. Ebenfalls benachrichtigt wird das Amt für Landwirtschaft. Soweit das nicht zu beeinflussende Prozedere. Nun stellt sich die Frage nach der Anzeige des Kollegen. Unbefugtes Betreten von ldw. Flächen zum Zweck der Durchführung ebenfalls nicht erlaubter Bearbeitungsmaßnahmen.
Schon seit dem Frühjahr haben wir Stress mit dem Grenzverlauf zwischen unseren Flächen. Ständig bewirtschaftet er mehr als durch Grenzabsteckung erlaubt wäre. Dezente Hinweise meinerseits, quittiert er mit Schulterzucken. Auch die Einschaltung von Rechtsanwälten konnte die Situation nicht nachhaltig klären. Heftig ist, dass er, noch vor dem in seiner Kündigung genannten Kündigungstermin (30.09.2019), ohne eine Info an mich, die Fläche in Besitz nimmt. Gespräche mit ihm sind unsinnig, da er sich nur selktiv an Verabredungen erinnern kann. Natürlich erinnert er sich immer nur an seine Vorteile. Den Rest leugnet er.
Ich ringe nun mit der Entscheidung, ihn anzuzeigen. In 35 Jahren Ökolandbau, habe ich eine solche Situation noch nicht erlebt.
Was würdet ihr machen?

Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet