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Ökolandbau/Recht

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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16 Beiträge • Seite 1 von 2 • 1, 2
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Ökolandbau/Recht

Beitragvon DWEWT » Do Sep 12, 2019 19:49

Ich habe einige Eigentumsflächen mit einem konv. Kollegen getauscht, der diesen Tauschvertrag jetzt kurzfristig kündigen möchte. Die Auskunft, dass das erst zum Ende des 30.09.2020 möglich ist, brachte den Kollegen ziemlich in Rage. Nun musste ich heute feststellen, dass der Kollege einige der Tauschflächen, annektiert hat. Er hat neue Grenzen abgesteckt und schon mal mit der Bodenbearbeitung begonnen. Für mich war klar, dass ich diesen Umstand sofort meiner Kontrollstelle mitteilen musste. Per e-mail bekam ich die Aberkennung des Ökostatus für die gesamte Fläche mitgeteilt; bis auf Weiteres. Die Kontrollstelle beauftragt ein chemischen Untersuchungsinstitut mit dem Ziehen und Auswerten von Bodenproben. Ebenfalls benachrichtigt wird das Amt für Landwirtschaft. Soweit das nicht zu beeinflussende Prozedere. Nun stellt sich die Frage nach der Anzeige des Kollegen. Unbefugtes Betreten von ldw. Flächen zum Zweck der Durchführung ebenfalls nicht erlaubter Bearbeitungsmaßnahmen.
Schon seit dem Frühjahr haben wir Stress mit dem Grenzverlauf zwischen unseren Flächen. Ständig bewirtschaftet er mehr als durch Grenzabsteckung erlaubt wäre. Dezente Hinweise meinerseits, quittiert er mit Schulterzucken. Auch die Einschaltung von Rechtsanwälten konnte die Situation nicht nachhaltig klären. Heftig ist, dass er, noch vor dem in seiner Kündigung genannten Kündigungstermin (30.09.2019), ohne eine Info an mich, die Fläche in Besitz nimmt. Gespräche mit ihm sind unsinnig, da er sich nur selktiv an Verabredungen erinnern kann. Natürlich erinnert er sich immer nur an seine Vorteile. Den Rest leugnet er.
Ich ringe nun mit der Entscheidung, ihn anzuzeigen. In 35 Jahren Ökolandbau, habe ich eine solche Situation noch nicht erlebt.
Was würdet ihr machen?
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon T5060 » Do Sep 12, 2019 19:55

Den Ökolandbau aufgeben, auf ehrliche gute fachliche Praxis umstellen und deinem Tauschpartner aus ganzem Herzen danken !
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon simmal1 » Do Sep 12, 2019 19:57

Wenn der Flächentausch angezeigt wurde (also wie bei Pacht), dann sollte das doch kein Problem sein.
Du brauchst eine Kündigung und dann hast du die Flächen noch paar Jahre (ich glaub 2-3 Jahre, je nach Termin)
"Halte deine Freunde nahe bei dir, aber deine Feinde noch näher"- Vito Corleone
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon DWEWT » Do Sep 12, 2019 20:28

Die Aberkennung des Ökostatus bedingt eine neue Umstellung. Da gibt es dann keine Umstellungsprämie. Wirtschaftliche Einbuße ca. 900€/ha/Jahr. Dazu kommen die Kosten der Bodenbeprobung, ca. 600€/ha. D.h., der Entschädigungsanspruch beläuft sich auf 13,5 Tsd€ für den Umstellungsverlust plus 9Tsd € für die Rückstandsuntersuchung. 22,5 Tsd € binde ich mir garantiert nicht an´s Bein.
Nach dem Ende des Tauschvertrages werde ich mich auf meine arrondierte Fläche zurückziehen. Dadaurch verliert der Kollege die Zufahrt zu seinen Flächen. Nach einer juristischen Expertise wird er kein Notwegerecht bekommen, da er eine im gegenseitigen Einvernehmen getroffene Regelung, die ihm die Zufahrt zu seinen Flächen ermöglichte, einseitig aufgekündigt hat. Er träumt immer noch davon, über meine Flächen fahren zu können. Morgen schon wird dieser Traum für ihn, aufgrund der Anzeige, ein jähes Ende nehmen.
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon Teddy Bär » Do Sep 12, 2019 21:22

So einfach geht das nicht. Man muss immer irgentwie auf seine Fläche kommen können.
Das hängt aber von der Situation ab.
Das wird auf jeden Fall interessant, aber nicht im positiven Sinne.
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon bauer hans » Do Sep 12, 2019 21:47

da hilft doch nur noch eine gerichtliche klärung,einsweilige verfügung.

ich bewirtschafte laufend pachtflächen eines anderen,der deshalb einmal probleme mit einem verpächter hatte.
alle vereinbarungen sind mündlich z.b. glyphosatverbot,kein mais- oder rapsanbau.
wir schaffen uns :mrgreen:
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon Frankenbauer » Fr Sep 13, 2019 9:53

Hier wäre erst einmal die Sicht der Gegenseite interessant.


Gruß

Werner
frech, frecher, FRÄNKISCH!
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon Pegasus_o » Fr Sep 13, 2019 10:14

Mal zu den Worten: "anzeigen" meint, ich informiere den Staat über einen Verstoß gegen Gesetze, der daraufhin die Straftat verfolgt und gegebenenfalls bestraft. Der Anzeiger bekommt dabei nichst und auch sein möglicher Schaden wird nicht behoben.

Du möchtest dagegen die Einhaltung eines privaten Vertrages durchsetzen bzw einen Ersatz für den Schaden haben. Dazu mußt Du deinen Gegenüber vor einem Zivilgericht verklagen in dem Du oder der von Dir beauftragte Rechtsanwalt eine solche Klage formuliert.


Sofern der Tauschvertrag schriftlich verfaßt war und auch die Fristen dort stehen, stehen die Chancen für Dich gut. Wenn alles nur mündlich war, ist immer das Problem, den tatsächlichen Vertrag zu beweisen.

Gruß
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon ChrisB » Fr Sep 13, 2019 12:25

Hallo DWEWT,
ich Öko, hatte mit einem Ökolandwirt Flächen getauscht,
leider nur mündlich.
Von mir Eigentum Ackerland,
dafür von Ökolandwirt Grünland (Pacht)
Mit den Eigentümern hatte ich gesprochen, dachte ich!
Nach mehreren Jahren kam plötzlich jemand, mitten in er Fläche und wollte ab sofort bewirtschaften( 28.03.)
Ich sprach mit meinem Kollegen, der hatte es am 27.3. Erfahren?
Die kleine Wiese war dann sofort weg, mir wurde sogar der Elektrozaun abgebaut :twisted:
Ich habe dann im Herbst mein Ackerland zurückgenommen.
Würde sowas nie mehr nur mündlich machen!
Wenn Ihr Eure Flächen, richtig gemeldet habt (Flächennachweis)?
Dann hat dein Nachbar ein Problem!
Viel Glück
ChrisB
 
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon DWEWT » Fr Sep 13, 2019 13:19

Natürlich gibt es einen schriftlichen Tauschvertrag. Den hatte der Kollege zunächst zum 30.09.2019 gekündigt. Nachdem er erfahren hatte, dass eine solche Kündigung nicht möglich ist (Frist verpennt), hat er erneut zum 30.09.2020 gekündigt. Bis zum 30.09.2020 bleiben die Tauschflächen nun in meinem Besitz und er hat kein Recht sie in Anspruch zu nehmen. Trotz dieser ihm mitgeteilten Erkenntnis, hat er nun versucht, Fakten zu schaffen.
Nach der Ortsbegehung mit meinem RA, haben wir den Anwalt der Gegenseite über die Situation benachrichtigt. Mein RA hat nun Strafanzeige, zunächst gegen unbekannt erstattet, weil ich den Kollegen nicht auf frischer Tat ertappt habe. Ein in direkter Nähe zur Feldzufahrt wohnender Anlieger, hat zwischenzeitlich bestätigt, dass es das Gespann meines Flächennachbars war. Außerdem hat er meinen Flächennachbarn beim Einschlagen der neuen Grenzmarkierungen gesehen. Falls sich bis zum Beginn der nächsten Woche keine weiteren Zeugen finden, werde ich eine Belohnung aussetzen. Vielleicht gesteht mein Nachbar auch die Vertragsverletzung. Da ich bisher nicht genau weiß was auf der Fläche gemacht wurde, verlangt meine Kontrollstelle eine Untersuchung des Bereichs auf mögliche Rückstände von PSM. Es wäre also gut, wenn der Nachbar, falls er es war, um Kosten zu mindern, an Eides statt erklären würde, was auf meiner Fläche geschehen ist. Falls bis Montagabend keine Erklärung von ihm vorliegt, wird das kostspielige Prozedere in Gang gesetzt. Warum mein Nachbar Teile meiner Fläche annektiert hat, ist für mich schleierhaft.
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon DWEWT » Fr Sep 13, 2019 13:31

Teddy Bär hat geschrieben:So einfach geht das nicht. Man muss immer irgentwie auf seine Fläche kommen können.
Das hängt aber von der Situation ab.


Grundsätzlich hat jeder Eigentümer einer Fläche Anspruch auf eine Zuwegung. Das ist auch gut so. Genau aus diesem Grunde habe ich in 2008 mit meinem Nachbarn einen Tauschvertrag geschlossen. Ich hatte Ackerflächen gekauft, bei deren Bewirtschaftung durch mich, mein Nachbar keine Zuwegung mehr zu seinen Flächen gehabt hätte. An dieser Situation hatte sich bis heute nichts geändert. Warum er nun aus dem Tauschvertrag möchte, bleibt mir rätselhaft. Durch die einseitige Aufkündigung des Vertrages durch ihn, entsteht eine Situation, in der er selbst für die Unerreichbarkeit seiner Schläge verantwortlich wird (BGB§917, Abs. 2). D.h., er läuft Gefahr, sich in das eigene Fleisch zu schneiden. Da ich durch den Tausch einige minderwertige Flächen bekommen habe, wäre auch ich, aber erst in 2 Jahren, an einer Auflösung des Vertrages interessiert. Dieses Interesse darf ich jedoch nicht bekunden. Man könnte sonst auf eine Beendigung des Tauschvertrages im gegenseitigen Einvernehmen schließen. Das würde ihm zum Vorteil gereichen. In der Zwischenzeit ist eine Wegeparzelle öffentlich angeboten worden, über die mein Nachbar zu seinen entlegenen Flächen hätte gelangen können. Die war ihm wohl schlicht zu teuer; also habe ich sie gekauft.
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon T5060 » Fr Sep 13, 2019 13:35

Euer Vertrag war wohl zu theorethisch und nicht lebensnah. Ich muss mich bei der Vertragsformulierung nicht am Herrn Professor orientieren,
sondern an der Blödheit des anderen.

Der Blöde kauft etwas für 1 €, verkauft es für 2 € weiter und von dem einen Prozent Gewinn lebt der ..... :mrgreen:
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon DWEWT » Sa Sep 14, 2019 10:03

T5060 hat geschrieben:
Der Blöde kauft etwas für 1 €, verkauft es für 2 € weiter und von dem einen Prozent Gewinn lebt der ..... :mrgreen:


Wenn der "Blöde" etwas zum doppelten Einkaufspreis verkaufen kann, kann er wohl nicht wirklich blöd sein. Mit welcher Ziffer er seinen Gewinn angibt, ist da völlig egal.
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon heico » Mo Sep 16, 2019 8:40

T5060 hat geschrieben:........................

Der Blöde kauft etwas für 1 €, verkauft es für 2 € weiter und von dem einen Prozent Gewinn lebt der ..... :mrgreen:


Sollte man wissen, dass Intelligenz wenig mit wirtschaftlichem Erfolg zu tun hat.
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Re: Ökolandbau/Recht

Beitragvon holzerhobby » Di Sep 17, 2019 18:55

Mancher mit Geld wie Heu hat auch noch Stroh im Kopf
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