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pastor verklagt krankenkasse

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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20 Beiträge • Seite 2 von 2 • 1, 2
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Re: pastor verklagt krankenkasse

Beitragvon Bastelsepp » Do Okt 29, 2009 14:29

schimmel hat geschrieben:...solange der Einzelne kein Bewusstsein für Kosten entwickelt, so lange wird das System nicht finanzierbar sein... ich bin für Eigenbeteiligung..dann überlegt man sich, ob man wegen jedem Zipperlein zum Arzt rennt...
Reini


Vielleicht bin ich zu "links" aber für mich gilt hier: Solidargemeinschaft (und Kostenkontrolle bei Ärzten und Krankenversicherungen!).
Die Versicherung bezahlt die nötigen Behandlungen.
Wer sich Fett absaugen lassen will, Viagra braucht, Falten glätten lässt, der kann sich ja privat versichern.
Behandlungen, die Leben retten und Lebensqualität erhalten oder wiederherstellen, gehören von der Versicherung bezahlt --> das steigert die Lebensqualität aller und auch die Produktivität (für alle Liberalen ihren Anteil.....).
Diese Sicherstellung der Gesundheit und Lebensqualität der Gesellschaft gehört von einer Versicherung getragen, in die ALLE gleichberechtig und gerecht einzahlen (keine unterschiedliche Belastung am Einkommen gemessen, keine "Flüchtlinge" daraus).

Alles auf mehr Selbstbeteiligung hinauslaufen zu lassen ist für mich der absolut falsche Weg. Es führt dazu, dass Arme noch kränker werden, Vorsorge vernachlässigt wird. Das schwächt alle, kostet unter dem Strich viel mehr und lässt berechtigten Unmut aufkommen!
Das sollten alle Befürworter von mehr selbstbeteiligung mal bedenken.
Mein Eindruck ist, es sind zunehmend diejenigen, die es sich leisten können, die nach noch mehr Selbstbehalt rufen.

Dein angesprochenes "Gefühl für Kosten" darf nicht auf der Strecke bleiben. Generika, Kontrolle von Ärzten und Krankenkassen, Straffungen in der unsäglich wasserköpfigen Verwaltung der Krankenkassen müssten angegangen werden.

Wird aber bei uns wohl kaum passieren, dafür sitzen zuviele Leute in den Vorständen, Gremien und Regierungen, die davon immer noch profitieren.
Es wird lieber am schwächeren Ende der Nahrungskette gespart. Hier geht es schneller.....
Ob sich das hoffentlich irgendwann mal rächt....

(Mir ist immer noch eine Reportage in Erinnerung. Ging um einen Fahrradkurier in New York, der seine junge Familie damit ernährt. Er hat einen riskanten Job und ein Unfall würde seine Familie komplett in den Ruin treiben. Er kann sich aber keinen Schutz vor dem Ruin leisten. da eine Krankenversicherung viel zu viel kosten würde (Risikozuschläge des Jobs, Familie mit versichert....)....

Wo ist hier der Gewinn für alle, Schimmel?
Dahin führt uns der Weg, wenn ich deinen Post richtig deute (und das ganze (schwarz-gelbe) Drumherum....)
Wollen wir das? Scheinbar schon, das Volk hat ja schließlich gewählt :klug:
Bastelsepp
 
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Re: pastor verklagt krankenkasse

Beitragvon Steve » Do Okt 29, 2009 14:47

Bastelsepp hat geschrieben:(und das ganze (schwarz-gelbe) Drumherum....)
Wollen wir das? Scheinbar schon, das Volk hat ja schließlich gewählt :klug:


Na ja, die "Roten" waren jetzt ja 12 Jahre an der Regierung (beteiligt). Und jetzt ist es so, wie es ist.


Gruß Steve
Steve
 
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Re: pastor verklagt krankenkasse

Beitragvon Bastelsepp » Do Okt 29, 2009 15:07

Ich gebe dir Recht, das Bewusstsein für die eigene Gesundheit (Rauchen, Übergewicht, Alkohol,...) fehlt sehr oft.

Ich sehe das aus meiner Sicht als junger, soweit gesunder, gesetzlich Versicherter: Ich brauche die KK relativ wenig, mache meine Vorsorge-Untersuchungen und Impfungen soweit es braucht. Dafür zahle ich einen beträchtlichen Teil meines Lohnes in die Versicherung ein, immer im Bewusstsein, dass ich damit auch meine Oma zuhause mit finanziere (was ich - im Verständnis des Systems - ja auch gerne mache).

Jetzt stört mich: das die Beiträge immer höher werden, die KK aber (auch vor der Wirtschaftskrise) immer mehr jammern es reicht nicht.
Das sich Vorstände z.B. der BKK Mobil Oil Gehaltserhöhungen von 30.000 Euro genehmigen (bin dann dort ausgetreten).
Das Ärzte falsch abrechnen.
Das sich besser verdienende aus diesem System ausklinken können, wobei gerade sie diejenigen wären, die durch gute Gesundheit und angemessene Beiträge das System entlasten und stabilisieren könnten.
Das jede KK ihr eigenes, großes Verwaltungsgebäude braucht und einen großen Vorstand gut bezahlen muss....

Wie soll ich als junger Mensch eigene Vorsorge betreiben, wenn ich weiterhin gehörig in ein altes System einzahlen MUSS?
Und wenn ich - wie bei der privaten Altersvorsorge - in der momentanen Lage davon ausgehen muss, dass alles eingezahlte Geld bei meiner Auszahlung entweder weg oder zumindest nichts mehr wert ist?
Das "alte" Rentensystem als Generationsvertrag hat einen Inflationsverlust von 0! (die Nachteile des demografischen Wandels mal ausgeklammert.

Hier kommt mir die Milchmädchenrechnung der ganzen Riester-Renten-Prospekte wieder in den Sinn: "Sie zahlen xx.000€ ein und erhalten dann nach 40 Jahren xx0.000€. Also glatt verzehnfacht. Aber woher will das ganze System die verzehnfachung denn nehmen???? Wenn alle riestern würden, woher kommt dann das Geld für 10x soviel Auszahlung? Das ist doch alles eine riesige Luftnummer!

Ein skandinavisches System will ich doch gar nicht. Wenn nur die Erwerbstätigen zahlen, ist das nicht solidar!
Bastelsepp
 
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Re: pastor verklagt krankenkasse

Beitragvon Obelix » So Nov 01, 2009 10:51

Hallo,

unser Krankenversicherungssystem funktionierte problemlos:
* wenn alle da hinein einzahlen müssten (auch Beamte, Ärzte usw.)
* wenn der Beitrag generell prozentual vom Einkommen gerechnet würde (Warum ist bei 44.100 € jährlich Schluss? Warum wird darüberliegendes Einkommen nicht zur Krankenversicherung herangezogen, obwohl dass die betroffenen leistungsfähigen Gutverdiener problemlos verkraften könnten?)
* wenn der Beitrag von allen Einkommen, also auch Zinsen, Spekualtionsgewinnen, Mieten usw. gerechnet würde
* wenn den privaten Krankenkassen die Gesundheitprüfung untersagt würde, d.h. die auch alle aufnehmen müssten und nicht die unrentabelen Problemfälle den gesetzlichen Krankenkasse hinschieben könnten
* wenn die privaten Krankenkassen auch die Familienversicherung bieten müssten
* wenn die privaten Krankenkassen einen altersunabhängigen Beitrag bieten müssten (Das momentan über die Beitragshöhe praktizierte System "Junge privat, alte Gesetzlich" müsste dringend unterbunden werden)

Ich verstehe nicht, warum in den letzten 50 Jahren alles unternommen wurde, ein ehemals gutes gesetzliches Krankenversicherungssystem durch irrsinnige Neuerungen immer mehr zu schwächen?

Wer hat einen Vorteil von 150 Ersatzkassen, 150 Ersatzkassenverwaltungsgebäuden, 150 exorbitant gut verdiendenden Ersatzkassenvorständen a 10 Personen usw. ? Wem nutzt das, außer den einzelnen gutverdienern dieses Systems, dass die Menge der Beitragszahler bezahlt?

Grüße
Obelix
Obelix
 
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Re: pastor verklagt krankenkasse

Beitragvon hans g » So Nov 01, 2009 11:03

Obelix hat geschrieben:

Wer hat einen Vorteil von 150 Ersatzkassen, 150 Ersatzkassenverwaltungsgebäuden, 150 exorbitant gut verdiendenden Ersatzkassenvorständen a 10 Personen usw. ? Wem nutzt das, außer den einzelnen gutverdienern dieses Systems, dass die Menge der Beitragszahler bezahlt?


na---die parteien müssen doch ihre SOLDATEN irgendwo unterbringen---das ist weltweit einmalig,ein DEUTSCHES phänomen.
aber,wenn die(legalen :!: :?: )betrügereien in den abrechnungen zwischen arzt und krankenkasse eingedämmt würden,wäre das schon mal ein FORTSCHRITT.
hans g
 
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