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PLÖTZLICHER TOD DES LANDWIRTS HOF AUFLÖSEN???

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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31 Beiträge • Seite 1 von 3 • 1, 2, 3
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PLÖTZLICHER TOD DES LANDWIRTS HOF AUFLÖSEN???

Beitragvon steffimaus24 » So Dez 09, 2007 14:51

Hallo zusammen,
ich versuche es einfach mal auf diesem Wege- mir Infos zukommen zu lassen. Mein Vater ist vor 2 Wochen im Alter von 64 Jahren plötzlich verstorben. Meine Eltern bewirtschaften den Hof (ca. 100 Tiere davon ca. 40 Milchkühe Rest Bullen und Kälber) hauptberuflich. Meine Mutter ist körperlich und seelisch nicht mehr in der Lage den Hof alleine weiter zu bewirtschaften. Wir sind 3 Kinder alles Frauen 27, 29 (ich) und 34 Jahre alt. Es ist und war klar, dass keiner von uns Kindern den Hof übernehmen will bzw. wollte. Aus diesem Grunde sind wir technisch natürlich nicht auf dem neuesten Stand und mein Vater wollte nicht mehr allzu viel investieren. Wir haben wohl noch einen Schweinestall der ist aber noch nicht fertig (Elektrik-Belüftung fehlt Kostenpunkt ca. 10.000 EUR) Die Fläche des Hofes ist Eigen und die Felder drumherum also die Weide- und Ackerflächen sind gepachtet. Mein Vater hatte vor die Milchkühe auf Dauer abzubauen und den Schweinestall fertig zu machen und dann nur noch "einfache Arbeiten" zu erledigen wie Schweine und Bullen füttern. Nicht mehr melken. Nur da ist ja noch das Milchkontigent von 200.000 da verdient ja auch der Pächter und der Staat mit. Wir sind zur Zeit alle sehr am Limit der BHD ist da aber die Stunden reichen hinten und vorne nicht.
Ich werf diese Aussage einfach mal ins Forum und hoffe auf Resonanz! Vielen Dank für eure Antworten und Vorschläge.....!!! Gruß
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Beitragvon Ernstfried » So Dez 09, 2007 15:12

Zu erst: Aufrichtiges Beileid. Ich kenne Dich nicht, aber so ´ne Situation wünscht man sich ja nicht gerade.

Offensichtlich habt Ihr in der näheren Verwandschaft, Bekanntschaft oder Nachbarschaft keine zuverlässige Menschen, die Euch kompetent und uneigennützig beraten.

Seid Ihr im Bauernverband ? Die müssten Bescheid wissen: Pachtverträge auflösen, Vieh verkaufen, rechtliche Aspekte bei der Milchquote, etwaige Verpachtung des Schweinestalls...
Mir sind Leute lieber, die "mir" und "mich" verwechseln, als "mein" und "dein"
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Beitragvon Mattie » So Dez 09, 2007 15:16

Ich möchte auch mein Beileid aussprechen, echt schlimm.

Wer führt den Hof jetzt?
http://www.youtube.com/watch?v=An7PTGk2W0E
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Beitragvon stefanf » So Dez 09, 2007 15:19

tag

zahlt ihr beiträge für den betriebshilfsdinst? falls es so etwas bei euch gibt? die helfen nach einem todesfall bis zu einem jahr.

bei uns wird auch ab dienstag vorübergehend ein betriebshelfer kommen weil mein vater gefallen ist und was an der schulter hat. mein großer bruder muss arbeuten und ich zur schule deshalb ist das so ein problem dass wer bullen füttern muss

mfg stefan
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Beitragvon Ernstfried » So Dez 09, 2007 15:22

Mattie hat geschrieben:Wer führt den Hof jetzt?


Verstehe Steffie so, dass die sich so durchwurschteln: Mit einer Mutter, die eigentlich nicht mehr kann, drei Töchtern (so stundenweise ist mal immer eine von ihnen da, die noch mal ´n Kalb tränkt, am Wo-ende mit anpackt oder so) und dem BHD (denke, dass das ein BetriebsHilfsDienst) ist.

@Steffi: Borken Westfalen oder Nähe Fritzlar ?
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Beitragvon ropa_eurotiger » So Dez 09, 2007 15:46

Hallo Steffi,

Beileid auch von meiner Seite.
Schau mal in Dein Postfach, hab Dir gerade 'ne PM geschrieben.
MfG ropa_eurotiger

Keiner stirbt als Jungfrau, denn das Leben fickt jeden !!!

Manche haben einen Horizont mit dem Radius r=0 und das nennen sie dann ihren Standpunkt !
[17:59:03] ladyesprit: das ist hier keine vagina
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Beitragvon automatix » Mo Dez 10, 2007 6:52

Traurig Sache sowas, ist bei uns im Dorf auch erst voriges Jahr passiert (da macht der Sohn weiter, nur war der da halt auch erst 16....).

Das Abwickeln des Betriebes will schon gut geplant sein, 100 Rindvieher ist ja nicht grad wenig, da werden ja einiges an Futtervorräte da sein, die auch aufgebraucht werden wollen (grad Silomais ist ja eher schlechter zu vermarkten, wenn er schon im Silo ist).

Wichtig ist auch, daß ihr beim Aufhören dran denkt, daß das einen Haufen Geld gibt und ihr dann hinterher Ärger mit dem Finanzamt bekommt. (am besten auch euren Steuerberater mal besuchen)
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Beitragvon Alibaba » Mo Dez 10, 2007 8:09

Mein Beileid!

So schnell wie möglich alles weg! Was soll das bringen den Silomais noch aufzubrauchen, wenn die einen dann die Folgekosten auffressen.
Wenn niemand imstande ist, und auch nicht gewillt ist, den Betrieb weiterzuführen, ist es am Besten sich von allem zu trennen, jeder Tag kostet nur unnötig Geld.
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Beitragvon basko » Mo Dez 10, 2007 10:28

mein herzliches beileid.

kann hier nicht die landwirtschaftskammer in 44 MÜNSTER mit rat zur seite stehen? Borken liegt ja nicht weit weg.
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Plötzlicher Tod eines Landwirts

Beitragvon Schwabenpfeil » Mo Dez 10, 2007 11:19

Auch wir hatten vor Jahren das gleiche Problem als der Schiegervater mit 55 plötzlich verstarb. Die Schwiegermutter hat den Betrieb mit Betriebshelfer u.a.noch ein paar Jahre durchgezogen, doch aus heutiger Sicht war es die falsche Entscheidung. Ein landw.Betrieb verursacht enorme feste Kosten (Sozialversicherung/BG/Sonstiges), so dass er nur rentabel geführt werden kann, wenn er voll betrieben wird. Ein Betrieb der am Abbauen ist, schreibt zwangsläufig während dieser Phase rote Zahlen. Daher rate ich aus eigener Erfahrung, die Sache möglichst zügig über die Bühne zu bringen, falls Interessenten da sind und Gebäude und Inventar ohne Verluste zu verwerten ist. Die Milchquote wird auch jedes Jahr weniger wert.
Selbstverständlich sollte man sich beraten lassen von LWK oder/oder Bauernverband. Steuerliche Belange sind zu berücksichtigen.
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Beitragvon Agrotron » Mo Dez 10, 2007 18:59

Auch von mir erstmal Herzliches Beileid.
Solche Sachen sind wirklich tragisch.

Zu der Sache mit dem Mais:
Gibt heute genug Biogasanlagen, sicher auch um Borken. Da wird man sich sicherlich einig werden können, dass man den Mais los wird. (Man muss da nicht unbedingt noch groß dran verdienen...)


MfG Agrotron
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Beitragvon steffimaus24 » Mo Dez 10, 2007 20:24

Hallo! Vielen Dank für die vielen netten Antworten!!!! Leider konnte ich noch nicht wirklich antworten.. der Tag rennt so schnell vorbei und irgendwie ist es immer sehr stressig....es ist immer so viel zu tun. Aber das kennt ihr ja. Wir haben nächste Woche einen Termin mit dem Landwirtschaftsverband. Dort wird auch ein entsprechender Finanz-/Steuerexperte dabei sein. Einige Antworten haben mir sehr gefallen. Ich denke auf unsere Situation wäre wirklich alles jetzt verkaufen allein schon aus wirtschaftlicher Sicht wohl die richtige Entscheidung. Wir denken ja zur Zeit alle nur mit dem Herzen..... wir haben dort nun mal unsere Kindheit verbracht. Und alles erinnert an unseren Papa. Aber meine Mutter möchte alles so festhalten wie es ist.......
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Beitragvon MF-133 » Di Dez 11, 2007 18:47

Willkommen, liebe Leidensgenossin!

mein Vater starb 2004 im Alter von 67 Jahren, ein Jahr nach der Flurbereinigung... sicher nur ein Zufall... pötzlicher Herztod beim Holzfällen...
Ein knappes Jahr vorher hat er den Hof an meinen Bruder formal übergeben, aber natürlich im "Unruhestand" absolut alles weiterhin getan, da mein Bruder ja noch einen "richtigen" Beruf hat. Vater,Mutter,Bruder haben sich und mir stets einzureden versucht, es sei ja alles nur noch vorläufig und überhaupt werde man morgen mit dem Abbau/Umbau auf "echten" Hobby-Betrieb anfangen.
Von wegen. Als mein Vater starb, war noch kein einziger Kuhschwanz verkauft und keine Handbreit Pachtland zurückgegeben.
Nach dem plötzlichen Tod habe ich mich für die SCHNELLSTMÖGLICHE Aufgabe ausgesprochen- natürlich erfolglos und so haben wir geschuftet und geschuftet für einen Betrieb, dessen Zeit abgelaufen war.

Wenn der erste Schock verdaut ist, festigen sich Provisorien, die der plötzliche Tod ausgelöst hat, zu oft zwangweise ablaufenden Normalvorgängen. Vergiss diese Alibi-Gründe (Wer kauft denn schon eine 20 Wochen trächtige Kuh? Wohin mit dem Futter? Jetzt wo wir die Äcker grade bestellt haben, kömm mer doch nicht von heut auf morgen aufhören...)
Ich kann die Konflikte mit meiner Mutter nicht zählen, die ich ausfocht, da sie mich stets belauert hat mit Ansprüchen, Marke "Jetzt wo der Vater tot ist und ich alles alleine tun muss..., kannst Du dann nicht öfter...."
Lass Dich bloß nicht aufreiben vom "Trauer-Egoismus" mancher Hinterbliebener. Vor allem, wenn eingefordert wird, den Status-Quo um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Wenn die Kinder des Bauern beruflich fest im Sattel sitzen, nichts wie zu den Laden!
Tatsächlich kann man im Windschatten einer Phase des großen Umbruchs, die der Tod nun einmal darstellt, harte und weitreichende Entscheidungen leichter treffen als danach, wenn "Festhalten" mit "Sich Erinnern" gleichgesetzt wird.
Reduziert den Betrieb auf ein realistisches Hobbymaß und zwar wirklich "Hobby".
Das alles mag sich herzlos anhören. Das kostbarste Gut jedoch, das wir haben, ist die Lebenszeit, die uns geschenkt ist. Man sollte sie nicht leichtfertig in einen sterbenden Bauernhof investieren... das ist ein Fass ohne Boden.
Sich an goldene Kindertage erinnern, geht auch mit drei Weiderindern und drei Katzen und nem alten Traktor in der Scheune.
Ich wünsche Dir viel Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit beim Durchhalten DEINER Ziele in dieser Phase des Umbruchs. MFG
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Beitragvon Alibaba » Di Dez 11, 2007 19:49

Bravo!!!
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Beitragvon ICH BIN'S » Di Dez 11, 2007 22:50

Hallo,


Als auf meinem Betrieb der Besitzer in 1999 gestorben ist, haben wir uns erstmal hingesetzt, selber gerechnet und von der LBH rechnen lassen.
Unterm Strich kam dabei raus, dass die LBH alles verkaufen wollte, Ich und der Sohn wollten weiter wirtschaften. Der Sohn ist dann nach 2 Jahre ausgestiegen (Krankheit), und ich habe den Betrieb gepachtet.
Die ersten Jahren waren hart: Maschinen waren technisch in Ordnung und recht neu, Vom Vieh her (Rasse, Leistung, Stall und Fütterung) eine Katastrophe. Ging auf mit einer Schwarzen 0.
Habe dann folgendes gemacht:
Milchqoute und Milchkühe weg. Auf Mutterkühe und Bullenmast umgestellt. Tägliches Grünfutter abgeschafft, dafür nur noch Silo. Bullen sind mittlerweile auch wieder weg, wurde nur gemacht weil wir 18 Bullenkälber hatten und mehr als ausreichend Futter.
Schweinemast in kleinen Schritten optimiert und intensiviert.
Bullen und Schweine sind jetzt auch weg, dafür eine vernünftige Mutterkuhherde.
Flächen zugepachtet, anschließend mit Kollegen so getauscht, dass jeder größere zusammenliegende Schläge hat. Habe jetzt so 35 Ha Grünland hinterm Hof, alles arrondiert.
Fruchtfolge aufm Acker angepasst, Schlägen wie beim Grünland vergrößert, Immer gleiche Sorten zusammenliegend angebaut, bedeutet viel Zeitgewinn bei der gesamte bearbeitung.
Maschinengemeinschaften gebildet, manche Arbeiten am WBV oder LU vergeben, Kooperation mit Berufskollegen bei bestimmte Arbeiten, zB. Silieren.
Fazit: Ich fahre nach wie vor auf der Arbeit, schaffe mehr Aufga´ben durch rationalisierung in weniger Zeit, Betriebsergebnis hat sich erheblich verbessert.
Hat viel Mühe, Arbeit, Gedanken und auch Geld gekostet. Man muss Idealist sein, wenn man diesen weg gehen will. Ich wurde stellenweise ausgelacht, habe es aber durchgezogen und wurde dafür auch belohnt.
Meine Verlobte zog von Anfang an mit, kommt nicht aus der LW und ist als Juristin vollzeit beschäftigt.
Würde es wieder tun, allerdings nicht wieder genauso wie jetzt. Im Nachhinein habe ich auch Fehler gemacht, oder wollte zuviel auf einmal.


MFG
Früher hatte ich Zeit und Geld. Jetzt habe ich Landwirtschaft...
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