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Raps Einzelkornsaat

Hier findet man Hilfe in Sachen Landtechnik.
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23 Beiträge • Seite 1 von 2 • 1, 2
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Raps Einzelkornsaat

Beitragvon 615 LSA Turbomatik E » Di Dez 30, 2025 11:52

Hallo zusammen. Hat da jemand Erfahrung darin ?
Reihenabstand ?
Bei uns gibt es weit und breit niemand der sowas anbietet und macht.
Aufgrund der geringen Einsatzfläche bin ich auf günstige becker Centra ZR drillen gestoßen. Könnte man damit auch Raps drillen ?
Aktuell mache ich das ganz normal mit KE Kombi. Da liegt die Aussaatstärke je nach Gemütszustand des Getriebes bei 33 bis 50 Kö
615 LSA Turbomatik E
 
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon langer711 » Di Dez 30, 2025 12:47

Meiner Meinung nach braucht es speziell bei Raps keine Präzision.
Der zieht sich am Mai ohnehin zu, wie eine Hecke.
Wie oft hatte ich Schaden durch Mäuse z.B. die mich im März noch ärgerten.
Oder Wildschweine übern Winter…

Es sah blöd aus, bis der Raps auseinander ging.
Auch Fahrgassen sieht man zur Ernte nicht mehr.

Also nicht übertreiben, meine Meinung

Ich sääe allerdings pneumatisch über Zellradschleuse, was bei der Aussaatmenge recht treffsicher ist.
Hier könnte Ihre Werbung stehen... 8)
langer711
 
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon ClaasXerion » Di Dez 30, 2025 13:25

Das kann man so und so beantworten- es gibt für und wieder.
Gerade wenn es sehr heiß wird und der Oberboden beginnt auszutrocknen kann es schon von Vorteil sein, mit einer EKS Raps zu drillen, gerade wenn diese über eine Furchenräumung verfügt. Dann wird die Trockene Erde zur Seite geräumt und der Raps in die feuchte Erde abgelegt. Der Feldaufgang ist dann in der Regel deutlich besser, als mit einer Universaldrillmaschine in die Asche zu drillen. Zudem kann man und MUSS mann bei der Einzelkornsaat sehr weit mit der Pflanzenzahl runter gehen. Denn gerade bei der 50 cm Reihe sind die Pflanzen ansonsten zu dicht in der Reihe und leiden deutlich stärker z.b. unter Trockenheit. Hier in SH und MV wird viel zwischen 22 und 32 Pfl. /m2 gelegt. Das bringt natürlich erhebliche Kosteneinsparungen mit sich ( dann reden wird bei bis zu 400€ je Einheit und 50 Körnern ja schnell über 60 € Saatguteinsparung pro ha)

Mir ist die 50 Reihe aus diesem Grund eigentlich zu weit, mir würden 33 oder 37,5 cm deutlich besser gefallen. Ich habe mit 2 Leuten auf der Agritechnika gesprochen, die sagten auch, das sich in diesem Bereich gerade viel tut. Die Solus Einzelkorn Sähmaschine für Raps, Getreide und co läuft in der Vereinzelung grundsätzlich gut, aber Kosten sind sehr hoch und das Einsatzfenster der Maschine ist kleiner. Die erwarten, das man sich im Getreide eher in Richtung bessere Tiefenablage aber ohne Vereinzelung (z.b. Avatar) breiter aufstellen wird und im Bereich Raps, Sonnenblume, Mais, Zuckerrübe die klassische Vereinzelung bleibt. in der profi war vor 1 oder 2 Monaten ein Bild von einer neuen EKS. Ich würde das für einen Prototyp mit 33 oder 37,5 Reihe halten.

Zu deiner Becker - das wird im Grunde bei relative niedrigen Fahrgeschwindigkeiten funktionieren, du wirst aber die Sähscheiben vermutlich tauschen müssen. Das Standard Rapssaatgut rutscht durch die Scheibe durch - es gibt bei einigen Saatgutfirmen auch abgesiebtes Saatgut, glaube aber, das selbst das noch zu klein sein wird.
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon countryman » Di Dez 30, 2025 13:35

Wo eine leistungsfähige moderne Einzelkorntechnik aus dem Rübenbereich zur Verfügung steht, spricht nichts dagegen diese auch für Raps zu nutzen. Prinzipielle Ertragsvorteile gegenüber einer korrekten Drillsaat sind bisher nicht gesichert belegt und auch nicht zu erwarten. Wegen Saatgutersparnis in neue Technik zu investieren dürfte kaum lohnen. Bei älteren Einzelkorndrillen wäre zu prüfen ob diese mit der Feinsämerei überhaupt zurecht kommen.
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon wastl90 » Di Dez 30, 2025 13:39

Mit der passenden Säscheibe dürfte das kein Problem sein.
Ein Kollege von mir hat dieses Jahr EK- Raps am gleichen Tag gesät wie ich mit der Drille. Der EK Raps ist deutlich schöner.

Bei Getreide dürften wir noch sehr weit weg von der EK Saat sein. Einen solchen Aufwand betreiben für 17€ Weizen? Lächerlich.
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon ClaasXerion » Di Dez 30, 2025 13:59

EKD im Getreide kann sehr große Chancen ermöglichen.

In MV hat sowohl Väderstad als auch andere sind Versuche gefahren in Weizen, wie in Gerste. Gerade in den sehr frühen Aussaatfenstern ergeben sich große Einsparpotenziale und reduzieren teilweise sogar das Risiko.
Denn ein Weizen a 12 oder 15.9 (ist hier üblich) kann sich auch schnell mal überwachsen. Einige große Betriebe sind in eigenen Versuchen mit der tempo bzw der proceed schon bis auf 60 Pflanzen Weizen/m2 runter gegangen und können bei über 100 dt keine Ertragsreduktion feststellen. Dazu sind Wachstumsregler und Fungizid Einsatz reduziert.

Ich gebe dir aber recht, wenn so eine Maschine dann 100000 -200000 € kostet muss der betrieb sehr groß sein oder es ist derzeit bei 17€/dt nicht zu rechtfertigen.
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon countryman » Di Dez 30, 2025 14:02

Verbreitet geht der Trend weg von den frühen Aussaaten bei Getreide wegen der Ackerfuchsschwanz-Problematik.
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon strokes » Di Dez 30, 2025 14:06

countryman hat geschrieben:Wo eine leistungsfähige moderne Einzelkorntechnik aus dem Rübenbereich zur Verfügung steht, spricht nichts dagegen diese auch für Raps zu nutzen. Prinzipielle Ertragsvorteile gegenüber einer korrekten Drillsaat sind bisher nicht gesichert belegt und auch nicht zu erwarten. Wegen Saatgutersparnis in neue Technik zu investieren dürfte kaum lohnen. Bei älteren Einzelkorndrillen wäre zu prüfen ob diese mit der Feinsämerei überhaupt zurecht kommen.


Kommt vermutlich auf die Einsatzfläche an. Bei 200ha Raps und 60€ Einsparung sind das 12.000€ p.a., und somit ein Betrag der einer Finanzierung für so eine Maschine gleichkommt.
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon wastl90 » Di Dez 30, 2025 14:13

ClaasXerion hat geschrieben:EKD im Getreide kann sehr große Chancen ermöglichen.

In MV hat sowohl Väderstad als auch andere sind Versuche gefahren in Weizen, wie in Gerste. Gerade in den sehr frühen Aussaatfenstern ergeben sich große Einsparpotenziale und reduzieren teilweise sogar das Risiko.
Denn ein Weizen a 12 oder 15.9 (ist hier üblich) kann sich auch schnell mal überwachsen. Einige große Betriebe sind in eigenen Versuchen mit der tempo bzw der proceed schon bis auf 60 Pflanzen Weizen/m2 runter gegangen und können bei über 100 dt keine Ertragsreduktion feststellen. Dazu sind Wachstumsregler und Fungizid Einsatz reduziert.

Ich gebe dir aber recht, wenn so eine Maschine dann 100000 -200000 € kostet muss der betrieb sehr groß sein oder es ist derzeit bei 17€/dt nicht zu rechtfertigen.

Klar kannst du mit der Aussaatstärke runter. Aber was macht das am Ende aus? Nachbausaatgut ist billig und das setzen Betriebe ein, die über eine solche Maschine für knapp 200.000€ nachdenken.
Die größte Chance haben die Landmaschinenhersteller.
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon Ackersau » Di Dez 30, 2025 20:56

Michael Horsch hat letztens gesagt: Ertragsvorteile nur bei Mais und Soja. In zig Versuchen nix anderes bei rausgekommen. Tendenziell sehe ich die Auflaufsicherheit bei Einzelkorn und Trockenheit etwas höher. Ob das aber was bringt, wenn der raps dann ende September doch noch aufläuft ??? Bei mir ist es so, dass die Drillkombi mit Kreiselegge eh vorweg läuft. Dann stelle ich halt auch die Drille an.
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon MF4355 » Di Dez 30, 2025 21:49

Hier wird ja bald 80 Jahre (fast) alle drei Jahre Raps angebaut mit dementsprechend großem Bodenvorrat an Altaufschlag. Die Einzelkornsaat bietet da noch den Vorteil des möglichen Hackens. Hat in der Praxis aber noch nicht richtig eingeschlagen, da die Betriebe keine eigene Technik haben und da ist das mit dem timing so mittelmäßig. Am Ende verdient der Lohner.
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon Höffti » Mi Dez 31, 2025 8:10

Raps-Einzelkornsaat wird in unserer Gegend in der Regel mit Monosem-Geräten durchgeführt.
Die Säscheiben sind da recht günstig.
https://www.myagrar.de/granit-s-c3-a4sc ... k4dobLrJv8
Mit dem selben Gerät ( und anderen Säscheiben) wird dann auch z.B. Soja angebaut.

Gebraucht schon relativ günstig zu bekommen:

https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... pp_android

Ansonsten laufen noch Sfoggia-Geräte .
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon agrarflächendesigner » Mi Dez 31, 2025 8:36

Wir haben hier 3 Betriebe, die Raps in Einzelkornsaat machen.
1x 50cm mit der Väderstad Tempo, einmal 45cm mit einer Maschio und einmal 37,5 mit einer Monosem.
Man konnte die letzen Jahre teilwese beobachten, dass grad die 50cm und 45cm probleme mit Verunkrautung machen können. Außerdem ist mir persönlich bei 50cm der Abstand ziwschen den Reihen zu groß und zwioschen den Pflanzen zu klein. Auch muss man sich bei 50cm schon fragen, ob man da Fahrgassen anlegen soll bzw. wie es mit der Schlepperspur ausgeht.
Die 37,5 waren eigentlich optisch immer ganz gut.
Ich glaube, wenn dann muss man das ganzheitlich denken und kann dann eine Maschine schon sinnvoll nutzen. Mit der 37,5er Monosem legen die in einer Gemeinschaft auch Bio-Getreide, das dann gehackt wird.
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon Fendt 308 ci » Mi Dez 31, 2025 9:27

Höffti hat geschrieben:Raps-Einzelkornsaat wird in unserer Gegend in der Regel mit Monosem-Geräten durchgeführt.
Die Säscheiben sind da recht günstig.
https://www.myagrar.de/granit-s-c3-a4sc ... k4dobLrJv8
Mit dem selben Gerät ( und anderen Säscheiben) wird dann auch z.B. Soja angebaut.

Gebraucht schon relativ günstig zu bekommen:

https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... pp_android

Ansonsten laufen noch Sfoggia-Geräte .


Die Umrüstung dieses Gerätes mit anderen Säscheiben reicht leider nicht aus. Die Zellenräder der Maisscheiben passen nicht für die 72 Loch Scheiben.
Säscheiben 8x 50,- gibt 400 Euro
Zellenräder 8x 200,- nochmal 1600 Euro wären 2000 Euro.
Das wechseln macht bei dem Gerät aus dem Link sowieso einen riesen Spaß :lol:
Dann hat die Sache noch einen weiteren Haken: Die Zellenräder sind bei Monosem nicht mehr lieferbar, evt hat ein Händler noch welche rumliegen.
Also doch nicht alles so einfach wie auf den ersten Blick... :mrgreen:
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Re: Raps Einzelkornsaat

Beitragvon Agrohero » Mi Dez 31, 2025 18:08

615 LSA Turbomatik E hat geschrieben:Hallo zusammen. Hat da jemand Erfahrung darin ?
Reihenabstand ?
Bei uns gibt es weit und breit niemand der sowas anbietet und macht.
Aufgrund der geringen Einsatzfläche bin ich auf günstige becker Centra ZR drillen gestoßen. Könnte man damit auch Raps drillen ?
Aktuell mache ich das ganz normal mit KE Kombi. Da liegt die Aussaatstärke je nach Gemütszustand des Getriebes bei 33 bis 50 Kö



Wier haben hier einjährige Erfahrung mit ek im Raps mit 45 cm Reihenabstand und die Erfahrung ist auch nur eingeschränkt da im striptillverfahren kombiniert gesät wurde .
Probleme mit höheren Unkrautdruck hatten nicht , die Erfahrung waren durchweg positiv, aber ob es am striptill oder an der ek lag kann ich nicht genau sagen .
Ich hätte gern noch mal ek im Raps versucht aber es gab hier keinen lohner in der nähe der es solo angeboten hatte , nur im striptill und da waren mir die Kosten zu hoch .
Striptill haben wir weiterhin gemacht aber ohne ek in eigennechanisierung .
Was die Erträge angeht kann ich nach einem Jahr keine verlässliche Aussage machen .
Anbei mal ein link , das war zufällig selbe lohner der bei uns war.

https://youtu.be/q3maSgBtYn4?si=3M1HSJWMDcWzQNCn
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