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Rusterholzisches Klauengeschwür

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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Rusterholzisches Klauengeschwür

Beitragvon JuliaMünchen » So Feb 10, 2013 13:20

Hallo, momentan haben wir eine Kuh mit einem sehr schmerzhaften Rusterholzischen Klauengeschwür mit Lederhautvorfall. Ca. 0,5 cm ist der Vorfall groß, an der typischen Stelle unter dem Kronenbein. Ist jetzt schon eine Woche her, seit dem die Kuh plötzlich stark lahm geht. Natürlich sofort nach unserer Meinung korrekt ausgeschnitten mit Klotzklebung auf der gesunden Klauenhälfte. Auf dem Klotz wurde nochmal ein halber Glotz draufgeklebt am Montag, weil die Kuh immer noch stark lahm ging.

Der Kronensaum war auch stark gerötet bis in blaue gehend. Darauf wurde Heparinsalbe eingerieben. Kuh wurde wegen der Schmerzen und wegen der Entzündung vom Tierarzt mit Schmerzmittel und Antibiotika behandelt. Kuh steht seit einer Woche auf Stroh.

Was kann ich nach eurer Meinung noch für die Kuh tun???? Wird das wieder??? Sowas hatten wir noch nie. Defekte in der weisen Linie oder ein Sohlengeschwür kamen immer wieder mal vor, aber mit einer Klotzklebung wars dann vorbei. Und alles wurde ohne Verband gemacht.

Wer weis Rat?
JuliaMünchen
 
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Re: Rusterholzisches Klauengeschwür

Beitragvon Grauwolf » So Feb 10, 2013 20:19

Ist nicht ganz einfach, dazu was zu sagen wenn man die Klaue nicht gesehen hat..
Was ich nicht verstehe: Wenn der Klotz der Kuh nicht hilft, warum erhöht ihr den noch??
Wärs meine Kuh würd ich den wieder entfernen und die Klaue nochmal gründlichst untersuchen, ev. auch da mal den Tierarzt zuziehen!!
Falls beide Klauen erkrankt sind mit dickem! Verband um beide Klauen auf Stroh lassen..
Ev. kann man nochmal einen Klotz kleben, wenns nicht zu schlecht drunter aussieht und man an der erkrankten Stelle den Klotz auskehlt..
Jedenfalls dringend noch mal nachsehen..

Ne Prognose wag ich so lieber nicht..
Grauwolf
 
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Re: Rusterholzisches Klauengeschwür

Beitragvon Moorfee » Mo Feb 11, 2013 3:54

JuliaMünchen hat geschrieben:Was kann ich nach eurer Meinung noch für die Kuh tun???? Wird das wieder??? Sowas hatten wir noch nie. Defekte in der weisen Linie oder ein Sohlengeschwür kamen immer wieder mal vor, aber mit einer Klotzklebung wars dann vorbei. Und alles wurde ohne Verband gemacht.

Wer weis Rat?


Hallo
Sie lahmt vermutlich schon allein wegen der Lederhautentzündung so stark, da ist ein Klotz auf der gesunden Seite zwar richtig, aber noch weiter erhöhen wird nicht viel bringen m.E. außer vermehrtem Risiko für die gesunde Hälfte, dass der Klotz reißt.
Das sind einfach dann so sehr starke Schmerzen, erstrecht bei jeder Bewegung, auch ohne, dass die Stelle erst irgendwo aufkommen muss.
Rechne mal damit, dass eventuell durch den Tierarzt oder einen professionellen Klauenpfleger nochmal drastisch tief nachgeschnitten werden muss und evtl. doch noch ein tieferer Abszeß zum Vorschein kommt, bzw. die Lederhaut und Weiteres großflächiger stark entzündet ist.
Das kann innerhalb des Hornschuhs schon bis an den Kronsaum aufgestiegen sein, oder das Klauenbein schon mit betroffen.
Das sollte daher unbedingt jetzt dann ein Profi machen.
Allerschlimmstenfalls (wenn es dann doch noch ernster ist und die Kuh trotzdem noch bleiben soll) muss dabei die eine Klauenhälfte sogar amputiert werden. Damit kann eine Kuh notfalls ganz gut leben und laufen, allerdings nicht mehr auf Spaltenboden.

Auf Stroh stellen sollte sich von selbst verstehen, ist also klar....
Angeschwollenes umzu würde ich vielleicht eher mit Teersalbe/Zugsalbe einsalben als mit Heparin.
Was Du sofort und hilfreich noch tun kannst, wenn es Dir die Kuh und die Umstände erlauben, ist regelmäßig Angußverbände anzulegen.
Frag da mal den Tierarzt und laß Dir was geben, das ist die beste Idee, ansonsten geht im Notfall auch Jodlösung mancher Dippmittel, Ringelblume, Arnika oder sogar warme Seifenlauge.Nur eben was wunddesinfizierndes , das nicht scharf ätzt.
Es gibt dafür zum Beispiel via Agrarversand einen Klauenschuh aus Gummi, die Dinger sind aber nicht so leicht aufzuziehen bei einer Kuh mit Schmerzen und passen auch nicht immer auf geschwollene Füße.
Am einfachsten drauf zu bekommen ist eine Notlösung aus Frotteehandtuch/Lappen als Sohlenpolster in möglichst starken, dichten Plastikbeutel gelegt und da umzu damit sie es nicht gleich alles durchlatscht, einen Leinenstoffeinkaufsbeutel oder eine starke Herrenarbeitssocke in Übergröße.
Das lässt sich auf die Schnelle auch ohne Klauenstand zurechtkrempeln und flott über den sauber gespritzten Fuß ziehen und dann, während ein Helfer die Kuh festhält, am Bein noch mit einer Bandage anwickeln, oder, wenn eine Socke etwas straffer drauf paßt, reichen dann zur Befestigung ums Bein meist auch schon Klettbänder, die man sonst als Farbmarkierung nutzt.
Dort obenhinein inneralb der Plastiktüte gießt Du dann die Lösung an, soviel, wie Du halt reinbekommst um alles einzuweichen/anzufeuchten und so warm, dass man gerade noch hineinfassen kann. Geht natürlich am besten, wenn etwas von der Tüte oben noch rauschaut und mit einer Flasche oder Spritze.
Das Ganze hilft sehr, dass sich die Entzündung dann schneller zusammenzieht und es lindert.
Es muss über Nacht dann drauf bleiben und einweichen, sollte aber spätestens nach 48 Stunden runter genommen werden.
(bis dahin kann man aber auch von oben her nochmal Lösung nachfüllen)
Bei Bedarf wiederholt man das in Absprache mit dem Tierarzt noch ein paar mal, es kann auch durchaus sein, dass in Folge dann zur Sohle schon etwas herauseitert.
Klotz und Kleber halten das ganz gut mit aus, keine Angst.

In der Pferdemedizin ist ein Angußverband bei Hufabszeßen Standard und ist auch für Rinder dann sehr hilfreich, nur können sich die meisten nicht vorstellen, dass man es dort so einfach drauf bekommt, bzw. dass sich jemand für eine Kuh die Arbeit macht.
Dabei finde ich die meisten Kühe kooperativer als Pferde im Endeffekt und es geht auch ganz schnell, wenn man es einmal raus hat, wie..
Früher nahm man da Rivanol aus der Apotheke und das klappte bestens, ist aber am Schlachttier leider nicht mehr zugelassen.

Insgesamt liest es sich sicherlich schwieriger und zeitraubender, als es ist, ich habe das schon auf wirklich unleidliche Limousin in einem einfachen Behandlungsstand drauf bekommen und auf Hinterbeine von schwarzbunten Färsen im einfachen Fischgrät-Melkstand.
einen Schönheitswettbewerb muss man damit ja nicht gewinnen, es muss blos halten und darf nicht abschnüren.
Ein gescheiter Helfer, der im richtigen Moment festhält, damit der Fuß zum Wickeln auf dem Boden bleibt, und eine Kuh, die nicht normalerweise schon keilt, wie ein Verbrecher, erleichtern das natürlich enorm, ich bin aber auch oft alleine gewesen.

Bei Kühen, die allerdings warum auch immer trotzdem weiter ganztags auf Spalten laufen müssen, hält das natürlich nicht gut.
Ich habe so eine alte Kuh dabei mit einem chronischen, dicken Limax, das nicht operiert wird, sie soll nur noch kalben.
Die stelle ich auf dem Melkstand immer mal für eine Viertelstunde mit dem betroffenen Bein und vorgereinigter Klaue (Wasserschlauch)in einen Eimer mit warmer Lösung ab, das ist besser als nichts und wirkt auch deutlich, dass sie erstmal wieder einige Zeit besser läuft.
Inzwischen stellt sie das Bein da schon fast von alleine und ohne Überschwemmung rein und lässt es drin, offenbar ist das auch ganz angenehm..
Hinterher lasse ich kurz trocknen und gebe noch CTC Spray drauf in jeden Winkel des Zwischenklauenspaltes.
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Re: Rusterholzisches Klauengeschwür

Beitragvon JuliaMünchen » Mo Feb 11, 2013 9:34

Vielen Dank für die beiden Antworten!

Die Kuh wurde dem Tierarzt schon vor einer Woche dem Tierarzt vorgestellt. Der hat aber auch nicht mehr gemacht, als den Lederhautvorfall weggeschnitten. Ob das richtig war?. Er sagte, da können jetzt die Bakterien ausgeschwemmt werden. Dann hat er auch noch einen dicken Verband angelegt. Ohne Watte...weil die gerade nicht verfügbar war. Selbst hatte ich auch keine mehr zu Hause. Am nächsten Tag nahmen wir den Verband (Dienstag) dann wieder ab, weil die Kuh wirklich nur auf drei Beinen hüpfte. Wir dachten, dass es nur daran liege könnte, dass die kranke Klaue zu wenig entlastet wird und er Verband auf die Lederhaut drückt. Deshalb wurde der erste Klotz um die hälfte abgeschliffen und ein weiterer draufgeklebt. Die kranke Klaue durfte dann ohne Verband an der frischen Luft sein...

Im laufe der vergangenen Woche haben sich die Schmerzen scheinbar verrringert. Die Kuh stand dann einigermassen auf dem Holzklotz. Am Samstag ging der aufgedoppelte Holzklotz wieder runter und die Kuh ging wieder stark lahm. Wieder neuen Holzklotz draufgeklebt, jetzt "gehts" wieder.

Die oben genannten Tipps werden wir noch probieren!

Braucht vielleicht alles seine Zeit, auch das rusterholzische Sohlengeschwür. Hab gelesen, es dauert ca. 4 Wochen, bis sich überhaupt neues Horn an der Stelle bildet.

Zum Glück frisst die Kuh noch sehr gut. Auf den Appetit hat sich das Klauenleiden bisher nicht geschlagen. Bisher.
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Re: Rusterholzisches Klauengeschwür

Beitragvon Tammo 74 » Di Mär 05, 2013 18:51

Ich würde wetten, daß auch die andere Klaue, die mit dem Klotz, nicht in Ordnung ist. Mein Rat wäre also: Klotz runter, vorsichtig suchen, manchmal sind nur kleine Verfärbungen oder Risse zu sehen, unter denen dann "die Hölle los" ist. Wie schon gesagt, aus der Entfernung schwer zu sagen, aber wenn eine meiner Damen sich so benahm, war meistens was unter der Spitze der Klotzklaue zu finden. Mit Verbänden im Stroh habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, auch nehme ich nie Watte, nur einen Medikamententräger und die normale Binde zum Einwickeln. Schlimmstenfalls ist aber tatsächlich was am Knochen, das dauert dann und oft wird das Gelenk steif...
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Re: Rusterholzisches Klauengeschwür

Beitragvon JuliaMünchen » Mi Mär 06, 2013 3:50

Für dem den es interessiert: Nach einer weiteren Kontrolle folgendes Bild: Das Rusterholzische Solengeschwür war nur Nebenkriegsplatz. Es war eine Sohlenlederhautentzündung. Jetzt hat sich auf der hinteren Hälfte der äußeren Klaue eine Doppelte Sohle gebildet. Gutes Horn wächst nach. Ein neuer Klotz wurde geklebt, weil der alte runter ging.
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Re: Rusterholzisches Klauengeschwür

Beitragvon Frau Emmy Müller » Mi Mär 06, 2013 13:02

JuliaMünchen hat geschrieben:Sohlenlederhautentzündung. .

das hatte Dir Moorfee schon im ersten Satz gesagt. :wink:
Silicea D3o Tgl. eine Gabe 2 Wochen lang zur Verbesserung der Hornqualität. :wink:
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Re: Rusterholzisches Klauengeschwür

Beitragvon Moorfee » Mo Mär 25, 2013 23:06

JuliaMünchen hat geschrieben:Für dem den es interessiert: Nach einer weiteren Kontrolle folgendes Bild: Das Rusterholzische Solengeschwür war nur Nebenkriegsplatz. .


Hallo
Nun, das war sozusagen wohl der Anfang davon.
Allerdings kommt auch Rusterholz ja "irgendwoher".
Soll heißen, diese Kuh hat ziemlich sicher dann auch eine Fehlstellung, so dass an ungünstiger Stelle immer Druck auf die Sohle entsteht und da muss noch häufiger ein fähiger Klauenfachmann dran....auch korrigierend entsprechend an die andere Seite.
Es ist aber auf Spaltenböden allgemein auch das Problem, dass sich die Klauen schief ablaufen und dann leicht Rusterholzgeschwüre entstehen.

Läuft sie denn inzwischen besser?
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Re: Rusterholzisches Klauengeschwür

Beitragvon H.B. » Mo Mär 25, 2013 23:29

Moorfee hat geschrieben:Soll heißen, diese Kuh hat ziemlich sicher dann auch eine Fehlstellung,


Das Problem wird nicht nur diese Kuh haben - Klauenpflegeintervall merklich verkürzen.

Bei Kühen, die allerdings warum auch immer trotzdem weiter ganztags auf Spalten laufen müssen, hält das natürlich nicht gut.
Ich habe so eine alte Kuh dabei mit einem chronischen, dicken Limax, das nicht operiert wird, sie soll nur noch kalben.

Das lohnt sich doch bei jeder Kuh, schon allein um ihr die Schmerzen zu nehmen. Selbst der dickste Limax ist in wenigen Sekunden heraus, wenn die Kuh eh schon im Klauenstand ist.
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Re: Rusterholzisches Klauengeschwür

Beitragvon Moorfee » Di Mär 26, 2013 0:24

H.B. hat geschrieben:Das lohnt sich doch bei jeder Kuh, schon allein um ihr die Schmerzen zu nehmen. Selbst der dickste Limax ist in wenigen Sekunden heraus, wenn die Kuh eh schon im Klauenstand ist.


Hallo
Sehe ich ganz genauso wie Du.
Dafür müsste aber ein gescheiter Klauenpfleger überhaupt erstmal hinkommen und dem ist auf diesem Betrieb leider nicht so.
Es waren leider nicht meine Tiere. :wink:
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