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Tiefpflügen zur Humusbildung

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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22 Beiträge • Seite 1 von 2 • 1, 2
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Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon Wini » Sa Mär 01, 2014 22:07

Särs Freunde der Pflugfurche,

hier mal wieder ein interessanter Beitrag zum Thema Pflügen und Humusanreicherung
http://www.agrarheute.com/tiefpfluegen- ... peicherung

Wundert mich eigentlich nicht, daß durch Pflügen der Humusgehalt der Böden steigt.
Die oberflächliche Verrottung von Ernterückständen hat mir noch nie eingeleuchtet.

Übrigens, die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft hat den Weinbergsboden zum Boden des Jahres 2014 erklärt.
Charakteristisch für diesen seltenen Bodentyp: Er wird mit Pflug oder Spatenfräse sehr tief bearbeitet.

Gibt es eigentlich schon den neuen Pflug von Amazone zu kaufen? :-)

Gruß
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Aus Schaden wird man klug und nimmt beim nächsten Mal den Pflug.
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Re: Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon Mad » Sa Mär 01, 2014 22:26

Wini hat geschrieben:Särs Freunde der Pflugfurche,

hier mal wieder ein interessanter Beitrag zum Thema Pflügen und Humusanreicherung
http://www.agrarheute.com/tiefpfluegen- ... peicherung

Wundert mich eigentlich nicht, daß durch Pflügen der Humusgehalt der Böden steigt.
Die oberflächliche Verrottung von Ernterückständen hat mir noch nie eingeleuchtet.

Übrigens, die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft hat den Weinbergsboden zum Boden des Jahres 2014 erklärt.
Charakteristisch für diesen seltenen Bodentyp: Er wird mit Pflug oder Spatenfräse sehr tief bearbeitet.

Gibt es eigentlich schon den neuen Pflug von Amazone zu kaufen? :-)

Gruß



Du hast den Artikel nicht verstanden. :roll:
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Kreuzschiene hat geschrieben:Wenn es bei Raps in Richtung 7 Tonnen Ertrag geht, ist Lager meist nicht zu vermeiden. Ich spreche da leider aus Erfahrung.
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Re: Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon automatix » Sa Mär 01, 2014 23:58

zumindest ist der Amazonepflug für das nicht geeignet, was die da Vorschlagen

aber ich bin dafür, daß Wini seine Felder als Testobjekt zur Verfügung stellt und alle mal 1 m Tief umpflügen läßt - und dann sehen wir, wie lange sein Betrieb das verkraftet, daß nichts mehr wächst...
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Re: Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon Crazy Horse » So Mär 02, 2014 0:10

@Wini
Der Humus, der so tief vergraben wird, soll gerade nicht den Pflanzen als Nährstoffspeicher zur Verfügung stehen. Man will organisch gebundenen Kohlenstoff tief vergraben, damit er nicht durch die Mikroorganismen im Boden zersetzt wird und als Kohlendioxid in die Atmosphäre entweicht. Die Idee dahinter ist - ähnlich wie bei der CCS-Technik -, den Kohlendioxidgehalt in der Luft zu reduzieren.

In Anbetracht der Tatsache, dass immer noch deutlich mehr Kohlenstoffverbindungen in Form von Erdöl, Erdgas und Kohle aus der Erde hochgeholt werden, über deren Verbrennung sehr viel CO2 in die Atmosphäre entweichen, ist das natürlich ein aussichtsloses Unterfangen, zumal man ja auch viele organisch gebundenen Nährstoffe, insb. Phosphat auf Nimmerwiedersehn vergräbt. Ich halte davon rein gar nichts.
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Re: Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon Todde » So Mär 02, 2014 4:14

Wini, wo kommt die Masse an organischem her und wo bekommen wir den Pflug her?
Billiger wären vielleicht "Humus-Spritzen" vom Arzt.
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Re: Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon Wini » So Mär 02, 2014 19:33

automatix hat geschrieben:aber ich bin dafür, daß Wini seine Felder als Testobjekt zur Verfügung stellt und alle mal 1 m Tief umpflügen läßt - und dann sehen wir, wie lange sein Betrieb das verkraftet, daß nichts mehr wächst...


Das geht leider nicht. Ich habe Felder, da triffst Du schon in 20cm Tiefe auf durchgängiges, hartes Gestein.
Ich befinde mich nämlich auf einer Gesteinsformation, der sog. fränkischen Muschelkalkplatte.

Da müßt ihr Euch einen anderen Betrieb in der Norddeutschen Tiefebene suchen.

Ich denke, daß ich auch mit meinem normalen Pflug einen Betrag zur CO2-Reduzierung leisten kann. :-)
Wieviel C02 wird eigentlich bei der oberflächlichen Verrottung von Ernterückständen frei ?
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Re: Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon Mad » So Mär 02, 2014 21:06

Wini hat geschrieben:Ich denke, daß ich auch mit meinem normalen Pflug einen Betrag zur CO2-Reduzierung leisten kann. :-)
Wieviel C02 wird eigentlich bei der oberflächlichen Verrottung von Ernterückständen frei ?


:lol:
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Kreuzschiene hat geschrieben:Wenn es bei Raps in Richtung 7 Tonnen Ertrag geht, ist Lager meist nicht zu vermeiden. Ich spreche da leider aus Erfahrung.
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Re: Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon automatix » So Mär 02, 2014 21:16

Wini hat geschrieben:
automatix hat geschrieben:aber ich bin dafür, daß Wini seine Felder als Testobjekt zur Verfügung stellt und alle mal 1 m Tief umpflügen läßt - und dann sehen wir, wie lange sein Betrieb das verkraftet, daß nichts mehr wächst...


Das geht leider nicht. Ich habe Felder, da triffst Du schon in 20cm Tiefe auf durchgängiges, hartes Gestein.
Ich befinde mich nämlich auf einer Gesteinsformation, der sog. fränkischen Muschelkalkplatte.

Da müßt ihr Euch einen anderen Betrieb in der Norddeutschen Tiefebene suchen.

Ich denke, daß ich auch mit meinem normalen Pflug einen Betrag zur CO2-Reduzierung leisten kann. :-)
Wieviel C02 wird eigentlich bei der oberflächlichen Verrottung von Ernterückständen frei ?


geh, des geht scho, gscheiten Fendt vorn hi, der bringt dein Muschelkalk schon hoch
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Re: Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon elchtestversagt » Fr Mär 07, 2014 8:30

Also unsere gesamten Böden wurden mitte der achziger Jahre in den Flurbereinigungsverfahren tiefgepflügt ( zw.1,2 und 1,5 mtr); dann drainiert.
Es hat aber fast 15 Jahre trotz intensivster Düngung und Pflege gedauert; bis der alte Kulturzustand wieder hergestellt wurde. In den ersten Jahren ist dort fast nichts gewachsen; ph Werte waren bei 2,5.
In trockenen Jahren kann man heute noch deutlich die Pflugrichtung sehen; das Getreide wächst dort richtig wellenhaft...
Von daher; was theoretisch funktioniert; funktioniert in der Praxis noch lange nicht.
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Re: Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon NobbyNobbs » Fr Mär 07, 2014 10:21

Wini hat geschrieben:Wieviel C02 wird eigentlich bei der oberflächlichen Verrottung von Ernterückständen frei ?


Dann nimm dir doch mal nen Stift und guten Rechner in die Hand und mach dir mal ein paar Gedanken. Ich habe mal ein Beispiel gebaut- für dich natürlich im Grubber-Pflug-Vergleich um mal schwarz auf weiß ne gute Theorie vorzustellen.

Bis vor 10 Jahren wurde der Standort gepflügt auf durchschnittlich 30 cm Tiefe. Nach der Umstellung auf Mulchsaat soll er dann im Schnitt noch 0,1 m tief bearbeitet worden sein. Vor zehn Jahren betrug der Humusgehalt in 0-30 cm 3 %. Durch das flache Einarbeiten auf 10 cm ist nun nach 10 Jahren der Humusgehalt in den oberen 10 cm auf 4 % gestiegen, in den darauffolgenden 20 cm aber logischerweise gesunken (macht an der Stelle Sinn, keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sondern die gleiche Basis von 30 cm zu betrachten). Es ist jedenfalls klar, dass "oben" durch das Einarbeiten von organischem Material der Humusgehalt steigt, in den restlichen 20 cm aber abgebaut wird und der Gehalt somit sinkt. Lass uns an dieser Stelle bei glatten Zahlen bleiben, denn es geht nur um's Prinzip. In diesem Beispiel wird auch direkt klar: Die Umstellung hat zu einer zusätzlichen Belastung der Atmosphäre mit CO2 geführt- und zwar um? Naaaa?? :D

Mal einer anderen fast noch spektakuläreren Frage nachgegangen: Was passiert mit dem Stickstoff und wie wirkt sich die Umstellung für den Betrieb aus? Der C-Anteil im Humus beträgt irgendwie sowas um 50 % und das C:N-Verhältnis lassen wir mal ganz klassisch bei 1:10, das soll sich auch alles durch die Umstellung der Bodenbearbeitung nicht verändert haben- würde es ja auch nicht. Jetzt nehmen wir noch ne durchschnittliche Lagerungsdichte von 1,5 kg Trockenmasse/Liter und machen uns mal ein paar Gedanken.

Vor der Umstellung: 3 % Humus, also 1,5 % Corg (50 % C hatten wir gesagt). C:N-Verhältnis 1:10 entspricht 0,15 % N, also 1,5 g N/kg Boden. Bei der angenommenen Dichte von 1,5 kg/l wiegt eine 10 cm starke Schicht also 1,5 Millionen kg/ha. In 4,5 Millionen kg/ha (0-30 cm) waren also 6750 kg N.
Nach der Umstellung müssen beide Schichten, also die oberen 10 cm mit 4 % und dann die unteren 20 cm mit 2 %, differenziert betrachtet werden.
Gleicher Rechenweg für die 4 % auf 0-10 cm ergeben: 2 g N/kg Boden, 2 g N/kg Boden x 1,5 Millionen kg = 3000 kg N in 0-10 cm/ha. Gleicher Rechenweg für 10-30 cm und 2 % Humus= 3000 kg N. In der Summe sind nach 10 Jahren also nur noch 6000 kg N/ha gebunden. Die im Humus gebundene N-Menge ist also in den 10 Jahren um 750 kg abgesunken.
Wenn du das auf das Jahr beziehst, ergibt das 75 kg N/ha die "frei" werden. So, welchen N-Preis willst du? Ganz easy mal 1 €/kg Rein-N? Lässt sich einfach rechnen. 75 Euro/Jahr, 750 €/10 Jahre eingespart. Bei 100 Hektar hast du also theoretisch in 10 Jahren 75 000 Euro an Stickstoffkosten eingespart- rein durch die Mineralisation bedingt durch die Umstellung.
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Milchmädchenrechnung - Pfluglos unfruchtbar?

Beitragvon adefrankl » Fr Mär 07, 2014 20:51

NobbyNobbs hat geschrieben:
Wini hat geschrieben:Wieviel C02 wird eigentlich bei der oberflächlichen Verrottung von Ernterückständen frei ?


Dann nimm dir doch mal nen Stift und guten Rechner in die Hand und mach dir mal ein paar Gedanken. Ich habe mal ein Beispiel gebaut- für dich natürlich im Grubber-Pflug-Vergleich um mal schwarz auf weiß ne gute Theorie vorzustellen.

Bis vor 10 Jahren wurde der Standort gepflügt auf durchschnittlich 30 cm Tiefe. Nach der Umstellung auf Mulchsaat soll er dann im Schnitt noch 0,1 m tief bearbeitet worden sein. Vor zehn Jahren betrug der Humusgehalt in 0-30 cm 3 %. Durch das flache Einarbeiten auf 10 cm ist nun nach 10 Jahren der Humusgehalt in den oberen 10 cm auf 4 % gestiegen, in den darauffolgenden 20 cm aber logischerweise gesunken (macht an der Stelle Sinn, keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sondern die gleiche Basis von 30 cm zu betrachten). Es ist jedenfalls klar, dass "oben" durch das Einarbeiten von organischem Material der Humusgehalt steigt, in den restlichen 20 cm aber abgebaut wird und der Gehalt somit sinkt. Lass uns an dieser Stelle bei glatten Zahlen bleiben, denn es geht nur um's Prinzip. ..........

.........
Wenn du das auf das Jahr beziehst, ergibt das 75 kg N/ha die "frei" werden. So, welchen N-Preis willst du? Ganz easy mal 1 €/kg Rein-N? Lässt sich einfach rechnen. 75 Euro/Jahr, 750 €/10 Jahre eingespart. Bei 100 Hektar hast du also theoretisch in 10 Jahren 75 000 Euro an Stickstoffkosten eingespart- rein durch die Mineralisation bedingt durch die Umstellung.


Das Ganze ist aber doch ehr eine Milchädchenrechnung, denn die Zahlen sind doch einfach geschätzt. Vereinfacht lässt es sich auf die Frage reduzieren, ob bei Pfluglos der sich eine niedrigere Humusmenge einstellt als beim Pflügen. Und das halte ich pauschal für fraglich. Wenn es aber der fall sein sollte würde das heißen, dass Pfluglos die Bodenfruchtbarkeit vermindert (weniger Humus --> weniger Wasser- und Nährstoffspeichervermögen, ....)
Das es bei Pfluglos weniger Humus gibt lässt sich aus dem Tiefpflugbeispiel auch nicht folgern. Denn dort wurde der Humus einmalig tief eingegraben wo er sich nun wesentlich langsamer zersetzt als im normalen "Pflug"-horizont. Beim normalen Pflügen wird dagegen die obere Schicht regelmäßig "durchmischt".

Daneben ist die obige Rechnung aus anderer Sicht nicht klar. So ist im ersten Jahr Pfluglos der Humusgehalt noch über die 30 cm praktisch gleich und auch die Zersetzungsrate dürfte ähnlich sein. Insofern ist am Anfang eine N-Einsparung nicht plausibel.
Auch würde eine Einsparung von 75 €/ha und Jahr einer Stickstoffeinsparung etwa 75 kg/ha Jahr entsprechen. (sofern von dem zusätzlich mineralisierten N im wesentlichen nichts ausgewaschen wird). Nun habe ich aber selbst von den entschiedensten Befürwortern von Pfluglos nie die Behauptung gehört, dass man dadurch über längere Zeit (10 J.) jährlich 75 kg N/ha ohne Ertragseinbußen einsparen könnte. Die müssten ja dann reihenweise negative N-Bilanzen aufweisen.
Dies scheint aber nicht der Fall zu sein und somit obrige Rechnung nicht die Praxis widerzugeben.
Die Geschichte von "Des Kaisers neue Kleider" würde heutzutage mit einer Hausdurchsuchung im Elternhaus des Kindes enden.
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Wini besser Pfluglos?

Beitragvon adefrankl » Fr Mär 07, 2014 21:00

Wini hat geschrieben:
automatix hat geschrieben:aber ich bin dafür, daß Wini seine Felder als Testobjekt zur Verfügung stellt und alle mal 1 m Tief umpflügen läßt - und dann sehen wir, wie lange sein Betrieb das verkraftet, daß nichts mehr wächst...


Das geht leider nicht. Ich habe Felder, da triffst Du schon in 20cm Tiefe auf durchgängiges, hartes Gestein.
Ich befinde mich nämlich auf einer Gesteinsformation, der sog. fränkischen Muschelkalkplatte.



Also wenn man bereits in 20 cm auf durchgängiges Gestein trifft, dann macht doch das Pflügen überhaupt keinen Spaß. Da kann man doch effektiv nur Schälpflügen oder man bleibt dauernd mit dem Pflug an der Gesteinsschicht hängen. Ist es da nicht gleich erfolgversprechender und nervenschonender gleich auf den Pflug zu verzichten?
Nichts gegen den Pflug an sich. Ich Pflüge auch, außer nach Raps, aber bei mir kommen auf manchen Feldern lediglich vereinzelt mal Keupersandsteine im Bereich der "Pflugsole" vor und nicht schon in 20 cm Tiefe durchgängig hartes Gestein.
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Re: Milchmädchenrechnung - Pfluglos unfruchtbar?

Beitragvon NobbyNobbs » Sa Mär 08, 2014 19:51

adefrankl hat geschrieben:
NobbyNobbs hat geschrieben:
Wini hat geschrieben:Wieviel C02 wird eigentlich bei der oberflächlichen Verrottung von Ernterückständen frei ?


Dann nimm dir doch mal nen Stift und guten Rechner in die Hand und mach dir mal ein paar Gedanken. Ich habe mal ein Beispiel gebaut- für dich natürlich im Grubber-Pflug-Vergleich um mal schwarz auf weiß ne gute Theorie vorzustellen.

Bis vor 10 Jahren wurde der Standort gepflügt auf durchschnittlich 30 cm Tiefe. Nach der Umstellung auf Mulchsaat soll er dann im Schnitt noch 0,1 m tief bearbeitet worden sein. Vor zehn Jahren betrug der Humusgehalt in 0-30 cm 3 %. Durch das flache Einarbeiten auf 10 cm ist nun nach 10 Jahren der Humusgehalt in den oberen 10 cm auf 4 % gestiegen, in den darauffolgenden 20 cm aber logischerweise gesunken (macht an der Stelle Sinn, keine Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sondern die gleiche Basis von 30 cm zu betrachten). Es ist jedenfalls klar, dass "oben" durch das Einarbeiten von organischem Material der Humusgehalt steigt, in den restlichen 20 cm aber abgebaut wird und der Gehalt somit sinkt. Lass uns an dieser Stelle bei glatten Zahlen bleiben, denn es geht nur um's Prinzip. ..........

.........
Wenn du das auf das Jahr beziehst, ergibt das 75 kg N/ha die "frei" werden. So, welchen N-Preis willst du? Ganz easy mal 1 €/kg Rein-N? Lässt sich einfach rechnen. 75 Euro/Jahr, 750 €/10 Jahre eingespart. Bei 100 Hektar hast du also theoretisch in 10 Jahren 75 000 Euro an Stickstoffkosten eingespart- rein durch die Mineralisation bedingt durch die Umstellung.


Das Ganze ist aber doch ehr eine Milchädchenrechnung, denn die Zahlen sind doch einfach geschätzt. Vereinfacht lässt es sich auf die Frage reduzieren, ob bei Pfluglos der sich eine niedrigere Humusmenge einstellt als beim Pflügen. Und das halte ich pauschal für fraglich. Wenn es aber der fall sein sollte würde das heißen, dass Pfluglos die Bodenfruchtbarkeit vermindert (weniger Humus --> weniger Wasser- und Nährstoffspeichervermögen, ....)
Das es bei Pfluglos weniger Humus gibt lässt sich aus dem Tiefpflugbeispiel auch nicht folgern. Denn dort wurde der Humus einmalig tief eingegraben wo er sich nun wesentlich langsamer zersetzt als im normalen "Pflug"-horizont. Beim normalen Pflügen wird dagegen die obere Schicht regelmäßig "durchmischt".

Daneben ist die obige Rechnung aus anderer Sicht nicht klar. So ist im ersten Jahr Pfluglos der Humusgehalt noch über die 30 cm praktisch gleich und auch die Zersetzungsrate dürfte ähnlich sein. Insofern ist am Anfang eine N-Einsparung nicht plausibel.
Auch würde eine Einsparung von 75 €/ha und Jahr einer Stickstoffeinsparung etwa 75 kg/ha Jahr entsprechen. (sofern von dem zusätzlich mineralisierten N im wesentlichen nichts ausgewaschen wird). Nun habe ich aber selbst von den entschiedensten Befürwortern von Pfluglos nie die Behauptung gehört, dass man dadurch über längere Zeit (10 J.) jährlich 75 kg N/ha ohne Ertragseinbußen einsparen könnte. Die müssten ja dann reihenweise negative N-Bilanzen aufweisen.
Dies scheint aber nicht der Fall zu sein und somit obrige Rechnung nicht die Praxis widerzugeben.



Theoretisch ist diese Rechnung richtig. Dass man (fast) keine Theorie so ohne Weiteres in die Praxis übertragen kann, steht außer Frage. Ganz davon abgesehen, dass diese Zahlen so niemals eintreffen würden (du würdest wahrscheinlich nach 30 Jahren keinen 1 %-igen Unterschied messen), wollte ich einfach irgendwas annehmen. Da boten sich der Einfachheit halber ganzen Zahlen an. Ich sage nicht, dass das so in der Praxis eintreten würde. Die Tendenz ginge in diese Richtung, ja. Es geht nur um den Gedanken dahinter. Nicht um die Praxisnähe. Aber was ist verkehrt daran, Gedanken mal zu Ende zu denken und sich ein theoretisches Konstrukt zu bauen, das einem Zusammenhänge ersichtlicher macht. Erst dann kommen Gedanken ins Spiel, die du geäußert hast. Am Anfang steht immer ein mathematisches Model.
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Re: Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon Tobi. » Sa Mär 08, 2014 21:23

elchtestversagt hat geschrieben:Also unsere gesamten Böden wurden mitte der achziger Jahre in den Flurbereinigungsverfahren tiefgepflügt...


Was wollte man damit erreichen?
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Re: Tiefpflügen zur Humusbildung

Beitragvon Jochens Bruder » Sa Mär 08, 2014 22:22

Wer CO2 im Boden dauerhaft speichern will sollte sich dies hier mal anschauen:

http://www.ithaka-journal.net/wege-zu-t ... n-biokohle

Einige der dort beschriebenen Methoden haben wir in Experimenten ausprobiert und können die Aussagen bestätigen. Die Wirkung hängt entscheidend vom Zustand des Bodens ab. Je geringer der Humusgehalt desto effektiver. Auf ohnehin guten Böden higegen bringt das alles nicht viel.

Ich kann jedem nur empfehlen das mal auf einer kleinen Versuchsfläche zu testen. Kostet nur wenige Euros und etwas Zeit.
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