Ich habe derzeit einen Tretmiststall, ein paar Jahre alt, und mit mechanisierter Entmistung. Das sieht also so aus daß ein zentraler Futtertisch besteht und daran beidseitig die Räumfläche für einen Kettenschieber angrenzt. Danach beginnt dann der Einstreu- und Liegebereich mit Gefälle zur Stallmitte hin, mit Abbruchkante für den Schieber.
Jetzt ist es so daß mich diese Schieberentmistung im Winter einfach nur tierisch ankotzt. Entweder friert der Mist fest, so daß der Schieber drüber geht und sich immer mehr aufbaut, oder es wird mit dem Wasser geplanscht, so daß es in die Kettenführung läuft und diese einfriert. Da ist zwar eine Ablaufrinne drunter, aber das Wasser läuft ja nur recht langsam rein und friert eher fest.
Ich kann zwar die Mistgänge mit dem Schlepper befahren, das Wegsperren der Tiere ist aber nicht gerade ungefährlich.
Ich war schon immer gegen zu viel Technik im Stall, habe mich aber bequatschen lassen, mit Manganstahlkette, superstabil, reißt alles durch, nie Probleme, bla bla bla.
Öfter laufen lassen ist leider auch nicht möglich, im Gegensatz zum planbefestigten Kuhstall fallen ja ganz andere Mengen Mist an, besonders wenn noch Unruhe im Stall dazu kommt. Der Mist fällt dann auch oft über den Schieber und wird wieder in die Parkposition mit zurückgenommen, was ohne Aufsicht dann Probleme macht.
Jetzt ist es für mich bereits zu spät und ich muss mich damit abfinden, wollte aber trotzdem mal fachsimpeln ob das nicht einfacher geht.
Meine erste Idee wäre ein zentraler Futtertisch wie jetzt, daran anschließend direkt nach dem Fressgitter der Liegebereich, was den Nachteil hätte daß die Tiere beim Fressen im eher sauberen Stroh stehen und dort abkoten. Als Vorteil könnten sie durch die Schräge nicht so stark gegen die Nackenriegel stemmen. Weitergehend dann das Gefälle bis zur Außenwand, welche einen halben Meter hohen Schlitz aufweißt, im Winter mit Gummilappen oder alten Förderbändern gegen Zugluft. Das Ganze einen Meter oder anderthalb über dem Boden. Die "Mistplatte" wären dann beide Stallseiten, dafür würde der Stall insgesamt schmäler. Vorteil wäre daß der Mist nur etwa einmal die Woche geräumt werden müsste.
Nachteile sehe ich beim Strohverbrauch, bei der Sauberkeit der Tiere und theoretisch könnte der Mist durch Frost ins stocken kommen.
Meine zweite Vorstellung wäre umgekehrt, Futtertische beidseitig außen, daran anschließend der Einstreubereich zur Stallmitte mit Abbruchkante und zentral gelegen ein 2,5 bis 3m breiter Mistgang, den man mit dem Schlepper befahren und entmisten kann. Wäre sicher nur jeden dritten Tag nötig und schnell und effizient erledigt.
Dabei sehe ich eigentlich gar keinen Nachteil, man könnte mit einem Windnetz außen am Futtertisch sogar massive Wände sparen. Einstreuen mit dem Jeantil wäre sogar noch staubärmer weil man nur knapp über die Nackenriegel blasen müsste. Da die Liegefläche direkt abfällt, auch kein Druck auf den Nackenriegeln.
Eins fällt mir noch ein, die Ammoniakbelastung durch den lagernden Mist im Stall, unter Umständen, das wars dann aber.
