kleine Umfrage über eure Gedanken zur kommenden Getreideernte

Aktuelle Zeit: Do Feb 12, 2026 4:05


CarpeDiem hat geschrieben:@NobbyNobbs, habe dieses Jahr einmal eine trochenstressresistente Sorte Grannenweizen ausgesät, allerdings auch auf einem flachgründigen Standort, nach m.M. sind dort die Trockenschäden am allergrössten.
Crazy Horse hat geschrieben:CarpeDiem hat geschrieben:@
Ich hab auch mit dem Gedanken gespielt, ob ich auf den schwächeren Feldern nicht mal einen dieser Grannenweizen ausprobiere (z.B. den Premio), aber ich glaub, dass ich mit einem frühgesäten Kurzstrohweizen besser dran bin.
Ich bin aber sehr experimentierfreudig und vielleicht teste ich mal einen Grannenweizen auf 'ner kleineren Parzelle. Ich würd aber auch gern mal die neue Sorte 'Tobak' ausprobieren. Das soll der ertragreichste Weizen sein, der jemals die Wertprüfung des BSA durchlaufen hat.
Crazy Horse hat geschrieben:CarpeDiem hat geschrieben:@NobbyNobbs, habe dieses Jahr einmal eine trochenstressresistente Sorte Grannenweizen ausgesät, allerdings auch auf einem flachgründigen Standort, nach m.M. sind dort die Trockenschäden am allergrössten.
Ich hab's in dem anderen Thread schon geschrieben: Es kommt immer darauf an, wie gut die Vorwinterentwicklung ist und wann die Trockenheit einsetzt. Frühe Sorten durchlaufen sämtliche Entwicklungsstadien etwas früher und gehen natürlich auch früher ins Schossen über. Bei einer früh einsetzenden und noch dazu so ausgeprägten Frühjahrstrockenheit ist das eher von Nachteil, wenn ausgerechnet da dann das Wasser fehlt.
Diese frühreifen begrannten Weizensorten haben aber ihre Vorteile bei einer Vorsommertrockenheit, weil sie einfach früher die Ähren schieben, blühen und einkörnen.
Ich hab auch mit dem Gedanken gespielt, ob ich auf den schwächeren Feldern nicht mal einen dieser Grannenweizen ausprobiere (z.B. den Premio), aber ich glaub, dass ich mit einem frühgesäten Kurzstrohweizen besser dran bin.
Ich bin aber sehr experimentierfreudig und vielleicht teste ich mal einen Grannenweizen auf 'ner kleineren Parzelle. Ich würd aber auch gern mal die neue Sorte 'Tobak' ausprobieren. Das soll der ertragreichste Weizen sein, der jemals die Wertprüfung des BSA durchlaufen hat.
steel. hat geschrieben:Crazy Horse hat geschrieben:Ich hab auch mit dem Gedanken gespielt, ob ich auf den schwächeren Feldern nicht mal einen dieser Grannenweizen ausprobiere (z.B. den Premio), aber ich glaub, dass ich mit einem frühgesäten Kurzstrohweizen besser dran bin.
Ich bin aber sehr experimentierfreudig und vielleicht teste ich mal einen Grannenweizen auf 'ner kleineren Parzelle. Ich würd aber auch gern mal die neue Sorte 'Tobak' ausprobieren. Das soll der ertragreichste Weizen sein, der jemals die Wertprüfung des BSA durchlaufen hat.
Tobak hatte ich schon im Visier. Nachteile sind Schwächen bei Halmbruch und Ährenfusarien. Zudem soll er später abreifen was mir nicht zusagt. Deshalb werde ich ihn wohl vorläufig nicht anbauen.
NobbyNobbs hat geschrieben:Crazy Horse hat geschrieben:
Mir ist es wichtiger, dass ich eine Sorte hab, die ich auf den unterschiedlichsten Böden anbauen kann, wie das z.B. beim Paroli der Fall war. Den musste ich zwar meistens zwei mal behandeln, aber der hat ertraglich nie enttäuscht. Letztes Jahr hingegen hatte ich den Pamier, ne optisch durchaus ansprechende, blatt- und ährengesunde Sorte, aber die hat ertraglich total enttäuscht.Crazy Horse hat geschrieben:
Kannst du mir bisschen was über den Paroli erzählen? Baust du ihn noch an oder ist er inzwischen bei dir raus geflogen?
crazy horse hat geschrieben:Ich werd ein paar Zentner "Tobak" bestellen, den ich dann, falls er mir zusagt, nachbauen werde. Zertifiziertes Saatgut soll in ausreichendem Maße vorhanden sein. Allerdins kauf ich ihn blind, weil ich die Sorte in natura noch nicht gesehen hab. Insofern vertrau ich mal auf den Züchter, der in den letzten Jahren einige hochinteressante Sorten herausggebracht hat.
Mit dem Tabasco - auch ne etwas spätere Sorte - bin ich z.B. sehr zufrieden. Das ist auch dieses Jahr trotz Frühjahrstrockenheit wieder meine beste Sorte. Die passt sehr gut in unsere wärmeren Lagen. Früh gesät hinkt er den anderen Sorten keineswegs hinterher, oder anders ausedrückt: Das Düngungs- und Pflanzenschutzniveau bestimmt weit mehr den Abreifezeitpunkt als die Sorte selbst. Bei gleicher Anbauintensität besteht zwischen den frühen und mittelspäten Sorten ein Abreifefenster von maximal einer Woche. Insofern ist Frühreife für mich jetzt nicht das entscheidende Kriterium.
Infektionen mit Ährenfusarium hat es dieses und letztes Jahr bei uns keine gegeben. Dafür war es in der Blüte einfach zu trocken. Aber natürlich darf man diese Krankheit nie unterschätzen. Hier in BW werden zum Beispiel keine Sorten geprüft, die in ihrer Anfälligkeit mit mehr als 5 bonitiert sind. Das ist gleichbedeutend mit dem Aus. Diese Sorten werden keine große Verbreitung im süddeutschen Raum finden. Die wirklich ertragreichen Sorten sind aber dennoch alle mit 5 oder 6 bonitiert. Eine ausgeprägte Ährenfusariumresistenz geht fast immer zu Lasten des Ertrags. Bei Septoria ist diese negative Korrelation nicht (mehr) so stark ausgeprägt. Mittlerweile gibt es weitestgehend septoriaresistente Sorten, die dennoch sehr gut dreschen. Bei Ährenfusarium ist dieser Züchtungsdurchbruch noch nicht gelungen. Wenn Infektionen drohen, muss man einfach behandeln.
Mir ist es wichtiger, dass ich eine Sorte hab, die ich auf den unterschiedlichsten Böden anbauen kann, wie das z.B. beim Paroli der Fall war. Den musste ich zwar meistens zwei mal behandeln, aber der hat ertraglich nie enttäuscht. Letztes Jahr hingegen hatte ich den Pamier, ne optisch durchaus ansprechende, blatt- und ährengesunde Sorte, aber die hat ertraglich total enttäuscht.
---------------
Ich war gestern mal auf dem Zentralen Versuchsfeld und kann ja mal kurz meine Eindrücke schildern. Einige Sorten konnten noch mal verstärkt von den Niederschlägen der letzten Wochen profitieren. Andere hingegen haben entweder zuvor schon ziemlich stark Triebe reduziert (JB Asano) oder nur sehr kurze Ähren ausgebildet (Cubus, Kerubino, Matrix).
Recht gut präsentiert haben sich Edgar, Lear, Manager, Colonia, Dekan, Kredo, wobei sich die ersten drei Sorten trotz allem wohl eher weniger für Trockenlagen eignen. Dekan, der nur wegen seiner sehr guten Fallzahlstabilität weitergeprüft wurde, war für mich die positive Überraschung, und vielleicht schafft er nochmals so was wie 'ne Renaissance. Cubus hingegen war schwach und wird hier nicht mehr empfohlen.
Ziemlich enttäuschend waren auch die geprüften Grannenweizen Premio und Mercato. Die haben mir im letzten Jahr deutlich besser gefallen. Auf den flachgründigen tonreichen Muschelkalkböden brauch ich eine solche Sorte wohl eher nicht anbauen. Da nehm ich dann doch lieber eine Triticale. Die ist genauso früh, hat aber ne viel bessere Wurzelausbildung.
Mitglieder: Bing [Bot], Google [Bot], Google Adsense [Bot]