Maschinenring Shop

  • Foren-Übersicht
  • Galerie
  • Chat
    Erweiterte Suche
  • Ändere Schriftgröße
  • FAQ •
  • Datenschutzerklärung •
  • Nutzungsbedingungen • Registrieren • Login
Auto-Login

Aktuelle Zeit: Do Feb 12, 2026 4:05

Umfrage Trockenheit 2011

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
Antwort erstellen
21 Beiträge • Seite 1 von 2 • 1, 2

War die Trockenheit 2011 evtl. ganz gut für uns Getreideerzeuger ?

Umfrage endete am Di Nov 08, 2011 20:19

Nein , denn ich denke es gibt viel weniger Ertrag als evtl. steigende Erzeugerpreise ausgleichen.
23
35%
Nein , denn in anderen Bereichen z.B. beim Futtermangel entstehen mir größere Schäden als steigende Getreidepreise wettmachen.
15
23%
Nein , denn in anderen Bereichen z.B. beim Futtermangel entstehen mir größere Schäden als steigende Getreidepreise wettmachen.
5
8%
Ja , denn ich glaube das die Erzeugerpreise derart steigen werden das die Ernteausfälle locker
5
8%
Nein , denn aus Rücksicht auf die Weltbevölkerung sollte jede Ernte möglicht gut sein .
1
2%
Ja , denn die nun erneut geschwächte Versorgungssituation stabilisiert über Jahre den Preis .
4
6%
Ja , denn ich glaube das die Erzeugerpreise derart steigen werden das die Ernteausfälle locker
2
3%
zu verschmerzen sind.
1
2%
Ja , denn die nun erneut geschwächte Versorgungssituation stabilisiert über Jahre den Preis .
5
8%
Ja , denn so werden die Kapitalanleger weiterhin den Preis mitpushen - was dem Erzeuger ja auch zugute kommt !
4
6%
 
Abstimmungen insgesamt : 65

  • Mit Zitat antworten

Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon Schauerschrauber » Sa Jun 11, 2011 20:19

Hallo

kleine Umfrage über eure Gedanken zur kommenden Getreideernte :prost:
Schauerschrauber
 
Beiträge: 5149
Registriert: Sa Dez 31, 2005 11:07
Wohnort: Mittelhessen
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon Hans Söllner » Sa Jun 11, 2011 20:29

So wie es momentan aussieht, wird heuer etwas Futter fehlen. Gut das letztes Jahr ein entsprechender Vorrat angelegt werden konnte. Das lässt sich also noch kompensieren. Aber wer weis ob 2012 dann auch so ein Jahr wird?? :?
Ich schätze (bis jetzt), dass sich der relativ geringe Minderertrag (hier zumindest) durch einen steigenden Preis noch ausgleichen lässt.
Adressen Gebrauchtteile: http://www.landtreff.de/post1288536.html#p1288536
Weil wir uns von technischen Spielereien blenden lassen, vergessen wir die Augen aufzumachen um zu erkennen dass sich Technik rechnen muss!

https://www.youtube.com/@KanalPaterPio
Hans Söllner
 
Beiträge: 8461
Registriert: Di Mai 20, 2008 12:26
Wohnort: Oberfranken Mitte
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon NobbyNobbs » Sa Jun 11, 2011 21:23

Ich halte die Situation in meinem Betrieb für sehr entspannt. Die Trockenheit wird zwar ertraglich auch hier ihre Spuren hinterlassen, aber durch steigende Preise und der Tatsache, dass wir trotzdem noch mehr dreschen als die meisten anderen in guten Jahren + dem reduzierten Aufwand für Pflanzenschutz und N-Düngung, lässt mich noch ruhig schlafen.
Dieses Jahr erfolgreich meistern die Betriebe, die a) auf guten Standorten wirtschaften und b) früh ( und dünn ) trockenstresstolerante Sorten ausgesät haben.
Mittelhessen und Westerwald
Benutzeravatar
NobbyNobbs
 
Beiträge: 1599
Registriert: Do Nov 05, 2009 17:30
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon Crazy Horse » So Jun 12, 2011 7:17

Ich hab natürlich Ertragsverluste, aber die Katastrophe ist Gott sei Dank ausgeblieben.

Die größten Einbußen gibt es hier beim Raps. Auf vielen Rapsschlägen sind die Schoten regelrecht 'abgebrannt'. Anfangs dachte ich, das sei auf die Kohlschotenmücke zurückzuführen, aber ich hab nirgends Larven in den Schoten gesehen. Das sind einfach vertrocknete Schoten.
Jetzt durch den Regen und den Stickstoffüberhang im Boden wird der Raps auf einmal wieder richtig grün von unten rauf, was mir irgendwie so gar nicht gefällt, weil das auf eine verspätete und sehr ungleichmäßige Abreife hindeutet.

Die Sommergerste hat mir für meinen Geschmack etwas zu viele Triebe reduziert, aber auf den Böden, auf denen ich die Sommergerste stehen hab, konnte ich das leider nicht verhindern. Dafür hat sie aber sehr kräftige Triebe und körnt sehr schön ein. Entsprechend hoch wird wohl auch der Vollgerstenanteil sein. Ich glaub aber nicht, dass sie die niedrigeren Bestandesdichten durch ein höheres TKG vollständig kompensieren kann. Da werden letztendlich 15-20% fehlen.

Beim Weizen geht die Spannbreite vom Normalertrag bis hin zu 40-50% weniger. Bei der Wintergerste, dem Roggen und der Triticale sieht's ähnlich aus, wobei die Ausschläge nach unten geringer sind als beim Weizen.
Crazy Horse
 
Beiträge: 2629
Registriert: Mo Feb 01, 2010 11:14
Wohnort: Tauberfranken
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon CarpeDiem » So Jun 12, 2011 7:40

@NobbyNobbs, habe dieses Jahr einmal eine trochenstressresistente Sorte Grannenweizen ausgesät, allerdings auch auf einem flachgründigen Standort, nach m.M. sind dort die Trockenschäden am allergrössten.
CarpeDiem
 
Beiträge: 5313
Registriert: Mi Nov 21, 2007 13:57
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon se883 » So Jun 12, 2011 7:53

Das ist alles nicht Vorhershebar.Bis jetzt sieht es noch so aus wie wenn die Katastrophe ausbleibt,aber was uns noch bevorsteht weiß niemand.
Letztes Jahr mussten wir 100 ha Weizen in die BGA fahren weil er Ausgewachsen war.
Am Ende kann mann seine Küken zählen,nicht jetzt schon. :prost:
se883
 
Beiträge: 127
Registriert: Mo Feb 09, 2009 18:09
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon Crazy Horse » So Jun 12, 2011 8:18

CarpeDiem hat geschrieben:@NobbyNobbs, habe dieses Jahr einmal eine trochenstressresistente Sorte Grannenweizen ausgesät, allerdings auch auf einem flachgründigen Standort, nach m.M. sind dort die Trockenschäden am allergrössten.


Ich hab's in dem anderen Thread schon geschrieben: Es kommt immer darauf an, wie gut die Vorwinterentwicklung ist und wann die Trockenheit einsetzt. Frühe Sorten durchlaufen sämtliche Entwicklungsstadien etwas früher und gehen natürlich auch früher ins Schossen über. Bei einer früh einsetzenden und noch dazu so ausgeprägten Frühjahrstrockenheit ist das eher von Nachteil, wenn ausgerechnet da dann das Wasser fehlt.
Diese frühreifen begrannten Weizensorten haben aber ihre Vorteile bei einer Vorsommertrockenheit, weil sie einfach früher die Ähren schieben, blühen und einkörnen.

Ich hab auch mit dem Gedanken gespielt, ob ich auf den schwächeren Feldern nicht mal einen dieser Grannenweizen ausprobiere (z.B. den Premio), aber ich glaub, dass ich mit einem frühgesäten Kurzstrohweizen besser dran bin.
Ich bin aber sehr experimentierfreudig und vielleicht teste ich mal einen Grannenweizen auf 'ner kleineren Parzelle. Ich würd aber auch gern mal die neue Sorte 'Tobak' ausprobieren. Das soll der ertragreichste Weizen sein, der jemals die Wertprüfung des BSA durchlaufen hat.
Crazy Horse
 
Beiträge: 2629
Registriert: Mo Feb 01, 2010 11:14
Wohnort: Tauberfranken
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon NobbyNobbs » So Jun 12, 2011 12:41

Die Grannenweizen machen eigentlich alle echt eine wahnsinnige Bestandesdichte. Da ist es schwer weniger als 600 ährentragende Halme hinzubekommen. Überzogene Bd bedeuten natürlich auch hier schneller Trockenstress. Es ist nur die Einzelpflanze, die mit Trockenheit besser abkann. Dieses Jahr kam hinzu, dass die Dürre einfach sehr früh kam und die Grannenweizen genau in wichtigen Entwicklungsstadien erwischt hat ( Doppelringstadium - Große Periode ). Allerdings sind davon ja auch die anderen Sorten mehr oder weniger betroffen gewesen, denn soooo viel macht der Entwicklungsunterschied nun auch nicht aus. Wie ich deuten soll, dass beispielsweise beim Premio oder Nirvana die Zeitspanne von EC32-EC59 quasi doppel so schnell durchlaufen wurde, wie z.B. beim sehr späten ( langsamen ) Tabasco, weiß ich noch nicht. Fakt ist, dass bei mir die Grannenweizen genauso gut aussehen, wie der Rest, bei locker 50-100 Ähren/m² mehr. Einzig die ebenso frühreife Sorte "JB Asano" sticht hervor- positiv...
Mittelhessen und Westerwald
Benutzeravatar
NobbyNobbs
 
Beiträge: 1599
Registriert: Do Nov 05, 2009 17:30
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon NobbyNobbs » Mo Jun 13, 2011 21:29

Crazy Horse hat geschrieben:
CarpeDiem hat geschrieben:@
Ich hab auch mit dem Gedanken gespielt, ob ich auf den schwächeren Feldern nicht mal einen dieser Grannenweizen ausprobiere (z.B. den Premio), aber ich glaub, dass ich mit einem frühgesäten Kurzstrohweizen besser dran bin.
Ich bin aber sehr experimentierfreudig und vielleicht teste ich mal einen Grannenweizen auf 'ner kleineren Parzelle. Ich würd aber auch gern mal die neue Sorte 'Tobak' ausprobieren. Das soll der ertragreichste Weizen sein, der jemals die Wertprüfung des BSA durchlaufen hat.



So wie du immer dein System beschreibst, könnte ich mir grade den Premio bei dir sehr gut vorstellen. Früh und dünn säen, hoch andüngen und aufwendige Fungizidmaßnahmen fahren.
Premio muss früh in die Erde um möglichst noch bestockt in den Winter zu kommen, sonst zeigt er bei weitem nicht sein Potential und drischt eher enttäuschend, da er nach Spätsaat einfach im Frühjahr nicht zu sich kommt. Außerdem muss er hoch angedüngt werden, sonst wird er rasch gelb und reduziert Triebe wie bescheuert. Krank wird er spät, aber dann meiner Meinung nach deutlich heftiger ( Mehltau, Septoria, DTR ) als die öffentliche Beschreibung besagt.
Das Zeug ist saukurz und macht dir eher 700 als 600 ährentragende Halme. Wenn auf deinem Standort Wasser (i.d.R.) nicht der begrenzende Faktor ist, rockt er.
Mittelhessen und Westerwald
Benutzeravatar
NobbyNobbs
 
Beiträge: 1599
Registriert: Do Nov 05, 2009 17:30
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon madanf » Di Jun 14, 2011 9:03

Auch hier in Mittelhessen haben wir seid Anfang Juni ca. 40L Wasser bekommen.
Für den Raps und viele WG Bestände ist der Regen leider zu spät gekommen.
Auch auf steinigen Lagen sind die Trockenschäden deutlich sichtbar. Auf besseren
Lagen hat sich die Lage doch sehr entspannt. Vor allem der Weizen, Mais und auch
die SG haben sich erholt und können zur Kornfüllphase auf Wasser und Nährstoffe
zurückgreifen.
Richtig ist aber auch das auf Grund der höheren Erzeugerpreise und der eingesparten
Fungizidmassnahmen und der zum Teil ausgefallenen Düngemassnahmen ich am Ende
in diesem Jahr mit einem blauen Auge davon kommen werde (so wie es im Moment
aussieht!). Aber noch ist die Ernte nicht gelaufen. :!:

Gruß
Frank
madanf
 
Beiträge: 821
Registriert: Mo Jul 09, 2007 14:36
Wohnort: Hessen
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon steel. » Di Jun 14, 2011 9:22

Crazy Horse hat geschrieben:
CarpeDiem hat geschrieben:@NobbyNobbs, habe dieses Jahr einmal eine trochenstressresistente Sorte Grannenweizen ausgesät, allerdings auch auf einem flachgründigen Standort, nach m.M. sind dort die Trockenschäden am allergrössten.


Ich hab's in dem anderen Thread schon geschrieben: Es kommt immer darauf an, wie gut die Vorwinterentwicklung ist und wann die Trockenheit einsetzt. Frühe Sorten durchlaufen sämtliche Entwicklungsstadien etwas früher und gehen natürlich auch früher ins Schossen über. Bei einer früh einsetzenden und noch dazu so ausgeprägten Frühjahrstrockenheit ist das eher von Nachteil, wenn ausgerechnet da dann das Wasser fehlt.
Diese frühreifen begrannten Weizensorten haben aber ihre Vorteile bei einer Vorsommertrockenheit, weil sie einfach früher die Ähren schieben, blühen und einkörnen.

Ich hab auch mit dem Gedanken gespielt, ob ich auf den schwächeren Feldern nicht mal einen dieser Grannenweizen ausprobiere (z.B. den Premio), aber ich glaub, dass ich mit einem frühgesäten Kurzstrohweizen besser dran bin.
Ich bin aber sehr experimentierfreudig und vielleicht teste ich mal einen Grannenweizen auf 'ner kleineren Parzelle. Ich würd aber auch gern mal die neue Sorte 'Tobak' ausprobieren. Das soll der ertragreichste Weizen sein, der jemals die Wertprüfung des BSA durchlaufen hat.

Tobak hatte ich schon im Visier. Nachteile sind Schwächen bei Halmbruch und Ährenfusarien. Zudem soll er später abreifen was mir nicht zusagt. Deshalb werde ich ihn wohl vorläufig nicht anbauen.
steel.
 
Beiträge: 846
Registriert: Mo Dez 13, 2010 12:16
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon Crazy Horse » Fr Jun 17, 2011 14:08

steel. hat geschrieben:
Crazy Horse hat geschrieben:Ich hab auch mit dem Gedanken gespielt, ob ich auf den schwächeren Feldern nicht mal einen dieser Grannenweizen ausprobiere (z.B. den Premio), aber ich glaub, dass ich mit einem frühgesäten Kurzstrohweizen besser dran bin.
Ich bin aber sehr experimentierfreudig und vielleicht teste ich mal einen Grannenweizen auf 'ner kleineren Parzelle. Ich würd aber auch gern mal die neue Sorte 'Tobak' ausprobieren. Das soll der ertragreichste Weizen sein, der jemals die Wertprüfung des BSA durchlaufen hat.

Tobak hatte ich schon im Visier. Nachteile sind Schwächen bei Halmbruch und Ährenfusarien. Zudem soll er später abreifen was mir nicht zusagt. Deshalb werde ich ihn wohl vorläufig nicht anbauen.


Ich werd ein paar Zentner "Tobak" bestellen, den ich dann, falls er mir zusagt, nachbauen werde. Zertifiziertes Saatgut soll in ausreichendem Maße vorhanden sein. Allerdins kauf ich ihn blind, weil ich die Sorte in natura noch nicht gesehen hab. Insofern vertrau ich mal auf den Züchter, der in den letzten Jahren einige hochinteressante Sorten herausggebracht hat.
Mit dem Tabasco - auch ne etwas spätere Sorte - bin ich z.B. sehr zufrieden. Das ist auch dieses Jahr trotz Frühjahrstrockenheit wieder meine beste Sorte. Die passt sehr gut in unsere wärmeren Lagen. Früh gesät hinkt er den anderen Sorten keineswegs hinterher, oder anders ausedrückt: Das Düngungs- und Pflanzenschutzniveau bestimmt weit mehr den Abreifezeitpunkt als die Sorte selbst. Bei gleicher Anbauintensität besteht zwischen den frühen und mittelspäten Sorten ein Abreifefenster von maximal einer Woche. Insofern ist Frühreife für mich jetzt nicht das entscheidende Kriterium.

Infektionen mit Ährenfusarium hat es dieses und letztes Jahr bei uns keine gegeben. Dafür war es in der Blüte einfach zu trocken. Aber natürlich darf man diese Krankheit nie unterschätzen. Hier in BW werden zum Beispiel keine Sorten geprüft, die in ihrer Anfälligkeit mit mehr als 5 bonitiert sind. Das ist gleichbedeutend mit dem Aus. Diese Sorten werden keine große Verbreitung im süddeutschen Raum finden. Die wirklich ertragreichen Sorten sind aber dennoch alle mit 5 oder 6 bonitiert. Eine ausgeprägte Ährenfusariumresistenz geht fast immer zu Lasten des Ertrags. Bei Septoria ist diese negative Korrelation nicht (mehr) so stark ausgeprägt. Mittlerweile gibt es weitestgehend septoriaresistente Sorten, die dennoch sehr gut dreschen. Bei Ährenfusarium ist dieser Züchtungsdurchbruch noch nicht gelungen. Wenn Infektionen drohen, muss man einfach behandeln.
Mir ist es wichtiger, dass ich eine Sorte hab, die ich auf den unterschiedlichsten Böden anbauen kann, wie das z.B. beim Paroli der Fall war. Den musste ich zwar meistens zwei mal behandeln, aber der hat ertraglich nie enttäuscht. Letztes Jahr hingegen hatte ich den Pamier, ne optisch durchaus ansprechende, blatt- und ährengesunde Sorte, aber die hat ertraglich total enttäuscht.

---------------

Ich war gestern mal auf dem Zentralen Versuchsfeld und kann ja mal kurz meine Eindrücke schildern. Einige Sorten konnten noch mal verstärkt von den Niederschlägen der letzten Wochen profitieren. Andere hingegen haben entweder zuvor schon ziemlich stark Triebe reduziert (JB Asano) oder nur sehr kurze Ähren ausgebildet (Cubus, Kerubino, Matrix).
Recht gut präsentiert haben sich Edgar, Lear, Manager, Colonia, Dekan, Kredo, wobei sich die ersten drei Sorten trotz allem wohl eher weniger für Trockenlagen eignen. Dekan, der nur wegen seiner sehr guten Fallzahlstabilität weitergeprüft wurde, war für mich die positive Überraschung, und vielleicht schafft er nochmals so was wie 'ne Renaissance. Cubus hingegen war schwach und wird hier nicht mehr empfohlen.
Ziemlich enttäuschend waren auch die geprüften Grannenweizen Premio und Mercato. Die haben mir im letzten Jahr deutlich besser gefallen. Auf den flachgründigen tonreichen Muschelkalkböden brauch ich eine solche Sorte wohl eher nicht anbauen. Da nehm ich dann doch lieber eine Triticale. Die ist genauso früh, hat aber ne viel bessere Wurzelausbildung.
Crazy Horse
 
Beiträge: 2629
Registriert: Mo Feb 01, 2010 11:14
Wohnort: Tauberfranken
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon NobbyNobbs » Sa Jun 18, 2011 13:32

[quote="Crazy Horse"][quote="steel."][q


Mir ist es wichtiger, dass ich eine Sorte hab, die ich auf den unterschiedlichsten Böden anbauen kann, wie das z.B. beim Paroli der Fall war. Den musste ich zwar meistens zwei mal behandeln, aber der hat ertraglich nie enttäuscht. Letztes Jahr hingegen hatte ich den Pamier, ne optisch durchaus ansprechende, blatt- und ährengesunde Sorte, aber die hat ertraglich total enttäuscht.

[quote="Crazy Horse"][quote="steel."][q

Kannst du mir bisschen was über den Paroli erzählen? Baust du ihn noch an oder ist er inzwischen bei dir raus geflogen?
Mittelhessen und Westerwald
Benutzeravatar
NobbyNobbs
 
Beiträge: 1599
Registriert: Do Nov 05, 2009 17:30
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon Crazy Horse » Sa Jun 18, 2011 15:44

NobbyNobbs hat geschrieben:
Crazy Horse hat geschrieben:
Mir ist es wichtiger, dass ich eine Sorte hab, die ich auf den unterschiedlichsten Böden anbauen kann, wie das z.B. beim Paroli der Fall war. Den musste ich zwar meistens zwei mal behandeln, aber der hat ertraglich nie enttäuscht. Letztes Jahr hingegen hatte ich den Pamier, ne optisch durchaus ansprechende, blatt- und ährengesunde Sorte, aber die hat ertraglich total enttäuscht.

Crazy Horse hat geschrieben:
Kannst du mir bisschen was über den Paroli erzählen? Baust du ihn noch an oder ist er inzwischen bei dir raus geflogen?


Paroli ist ne Kreuzung aus Rialto und Batis und wurde 2004 vom BSA zugelassen. Die Sorte ist mittelkurz, dunkel im Blatt und sehr wüchsig und robust. Mit kalten, schweren Böden kommt er sehr gut zurecht, was auf seine gute Durchwurzelung und sein gutes Nährstoffaneignungsvermögen zurückzuführen ist.

Paroli hat nen sehr üppigen Blattapparat (Batis lässt grüßen) und muss aufgrund seiner mäßigen Standfestigkeit auf jeden Fall eingekürzt werden - in Hochertragslagen auch zweimal. Die Sorte ist zwar etwas anfälliger für Septoria, aber sicher nicht stärker als ein Cubus oder ein Akteur. Ne Ährenbehandlung sollte man auf jeden Fall einplanen.

Paroli ist ein Kompensationstyp mit einer knapp mittleren Bestandesdichte, einer gut ausgeprägten Ähre, einer guter Einkörnung und einem hohen TKG. Er schiebt die Ähre mittelfrüh und beginnt früh mit der Kornfüllung, reift aber längst nicht so früh ab, wie von der DSV immer behauptet wird. Ich würde eher sagen, er reift mittelspät ab, vor allem wenn er fungizidbehandelt ist und noch mal ne ordentliche, ertragsbetonte N-Gabe erhält. Die Qualität ist gut; hl-Gewicht und Fallzahlstabilität könnten etwas besser sein.

Die Sorte wurde zwei Jahre in BW getestet und war jedes Mal die ertragsstärkste Sorte in der behandelten Variante. Nachdem sie allerdings vom BSA in der Ährenfusariumanfälligkeit auf 6 hochgestuft wurde, hat man sie aus dem Sortiment rausgenommen.
Ich selber hab den Paroli drei Jahre lang angebaut, letztmalig 2007, und hab ihn dann rausgeschmissen, weil er in diesem Jahr sehr starkes Lager hatte (Cubus und Tommi lagen aber auch platt) und die Fallzahlen im Keller waren. Als ich die Sorte 2008 wieder beim Landhandel bestellen wollte, hieß es, dass der Disponent die nicht hätte, weil Paroli im süddeutschen Raum nicht (mehr) vermehrt wird. Ich hab mich dann kurzerhand für den Limes umentschieden.

Paroli war ein paar Jahre lang unter den Top 10 der meist vermehrten Weizensorten. Mittlerweile ist die Vermehrungsfläche allerdings auf wenige Hundert Hektar zurückgegangen.
Crazy Horse
 
Beiträge: 2629
Registriert: Mo Feb 01, 2010 11:14
Wohnort: Tauberfranken
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Umfrage Trockenheit 2011

Beitragvon steel. » Sa Jun 18, 2011 21:32

Hat dieses Jahr schon jemand die Sorte Sophytra in den LSV gesehen ?

crazy horse hat geschrieben:Ich werd ein paar Zentner "Tobak" bestellen, den ich dann, falls er mir zusagt, nachbauen werde. Zertifiziertes Saatgut soll in ausreichendem Maße vorhanden sein. Allerdins kauf ich ihn blind, weil ich die Sorte in natura noch nicht gesehen hab. Insofern vertrau ich mal auf den Züchter, der in den letzten Jahren einige hochinteressante Sorten herausggebracht hat.
Mit dem Tabasco - auch ne etwas spätere Sorte - bin ich z.B. sehr zufrieden. Das ist auch dieses Jahr trotz Frühjahrstrockenheit wieder meine beste Sorte. Die passt sehr gut in unsere wärmeren Lagen. Früh gesät hinkt er den anderen Sorten keineswegs hinterher, oder anders ausedrückt: Das Düngungs- und Pflanzenschutzniveau bestimmt weit mehr den Abreifezeitpunkt als die Sorte selbst. Bei gleicher Anbauintensität besteht zwischen den frühen und mittelspäten Sorten ein Abreifefenster von maximal einer Woche. Insofern ist Frühreife für mich jetzt nicht das entscheidende Kriterium.

Infektionen mit Ährenfusarium hat es dieses und letztes Jahr bei uns keine gegeben. Dafür war es in der Blüte einfach zu trocken. Aber natürlich darf man diese Krankheit nie unterschätzen. Hier in BW werden zum Beispiel keine Sorten geprüft, die in ihrer Anfälligkeit mit mehr als 5 bonitiert sind. Das ist gleichbedeutend mit dem Aus. Diese Sorten werden keine große Verbreitung im süddeutschen Raum finden. Die wirklich ertragreichen Sorten sind aber dennoch alle mit 5 oder 6 bonitiert. Eine ausgeprägte Ährenfusariumresistenz geht fast immer zu Lasten des Ertrags. Bei Septoria ist diese negative Korrelation nicht (mehr) so stark ausgeprägt. Mittlerweile gibt es weitestgehend septoriaresistente Sorten, die dennoch sehr gut dreschen. Bei Ährenfusarium ist dieser Züchtungsdurchbruch noch nicht gelungen. Wenn Infektionen drohen, muss man einfach behandeln.
Mir ist es wichtiger, dass ich eine Sorte hab, die ich auf den unterschiedlichsten Böden anbauen kann, wie das z.B. beim Paroli der Fall war. Den musste ich zwar meistens zwei mal behandeln, aber der hat ertraglich nie enttäuscht. Letztes Jahr hingegen hatte ich den Pamier, ne optisch durchaus ansprechende, blatt- und ährengesunde Sorte, aber die hat ertraglich total enttäuscht.

---------------

Ich war gestern mal auf dem Zentralen Versuchsfeld und kann ja mal kurz meine Eindrücke schildern. Einige Sorten konnten noch mal verstärkt von den Niederschlägen der letzten Wochen profitieren. Andere hingegen haben entweder zuvor schon ziemlich stark Triebe reduziert (JB Asano) oder nur sehr kurze Ähren ausgebildet (Cubus, Kerubino, Matrix).
Recht gut präsentiert haben sich Edgar, Lear, Manager, Colonia, Dekan, Kredo, wobei sich die ersten drei Sorten trotz allem wohl eher weniger für Trockenlagen eignen. Dekan, der nur wegen seiner sehr guten Fallzahlstabilität weitergeprüft wurde, war für mich die positive Überraschung, und vielleicht schafft er nochmals so was wie 'ne Renaissance. Cubus hingegen war schwach und wird hier nicht mehr empfohlen.
Ziemlich enttäuschend waren auch die geprüften Grannenweizen Premio und Mercato. Die haben mir im letzten Jahr deutlich besser gefallen. Auf den flachgründigen tonreichen Muschelkalkböden brauch ich eine solche Sorte wohl eher nicht anbauen. Da nehm ich dann doch lieber eine Triticale. Die ist genauso früh, hat aber ne viel bessere Wurzelausbildung.

Was mir bei Tobak nicht gefällt ist wie gesagt das Halmbruchproblem und Fusarien was bei mir nach Mais ein Problem darstellen kann. Das bedeuted im Normalfall eine extrem frühe, zu EC 30 oder 31 ( Halmbruch ), und extrem späte, zu EC 65 ( Fusarien )Behandlung und dazwischen mindestens nochmal eine Fungi Durchfahrt. Also rechne ich im Normalfall fest mit 3 Fungizidbehandlungen. Der Hersteller empfiehlt aufgrund der mittleren Standfestigkeit und des hohen N Bedarfs zudem 3 Wachstumsregler Einsätze wo eventuell noch eine mit einer Fungi kombiniert werden kann. Sind in meinem Fall also ca. 5 Durchfahrten ( nur Fungi + Wachstumsregler). Auf die Fusarienbehandlung in EC 65 kann ich selbst bei geringem Fusariumdruck nicht verzichten da ich bei der vorherigen Anwendung bereits die Aufwandmenge reduziere und der Pilzschutz somit nicht ausreicht.
Alles in allem ist die Sorte eben aufwendig und intensiv zu führen, gegenüber anderen Sorten.
steel.
 
Beiträge: 846
Registriert: Mo Dez 13, 2010 12:16
Nach oben

Nächste

Antwort erstellen
21 Beiträge • Seite 1 von 2 • 1, 2

Zurück zu Ackerbau

Wer ist online?

Mitglieder: Bing [Bot], Google [Bot], Google Adsense [Bot]

  • Foren-Übersicht
  • Das Team • Impressum • Alle Cookies des Boards löschen • Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Forum Group • Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
phpBB SEO Design created by stylerbb.net & kodeki