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Verhindern Stallbau Gegner den finanziellen Ruin?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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23 Beiträge • Seite 2 von 2 • 1, 2
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Re: Verhindern Stallbau Gegner den finanziellen Ruin?

Beitragvon LUV » So Sep 13, 2015 7:59

Elisa hat geschrieben:Meine Meinung dazu:

1.Stallbaugegner verteuern nur den Stallbau, somit ist wohl eher das Gegenteil der Fall. Der Landwirt benötigt höhere Preise, um den Stall zu bezahlen. Oder alternativ muss er halt einen grösseren Stall bauen. Denn wenn man sich schon den Aufwand und die Kosten leistet einen Stall zu bauen, dann bekommt man die Kosten für die ganzen Genehmigungen besser wieder heraus wenn der Maststall 3000 Plätze hat, als wenn er nur 500 Plätze hätte. Der Druck der Stallbaugegner führt also eher zu grösseren Einheiten als zu kleineren.

2.Betriebe , die nie investieren oder aufgrund der Stallbaugegner keine Weiterentwicklung ihres Betriebes zustande bringen, werden früher oder später auf jeden Fall aufgeben müssen. Allein schon um die ganzen Auflagen zu erfüllen, die das ganze ständig verteuern, wird man irgendwann vor der Entscheidung Aufgabe oder Neubau stehen.
Tja und dann siehe Punkt 1

3. Man sollte nicht sagen "Die Bauern". Da gibt es nämlich extreme Unterschiede. Wie man hört waren wohl in Brüssel bei den Demonstrationen vor allem Mitglieder von ABL und BDM.
Da muss man schon wissen was das für Leute sind. Es gibt in unserer Gegend wohl so gut wie keinen Landwirt, der sich in irgendeiner Form mit denen Verbunden fühlt, oder deren Demos für gut befindet. Das sind beides wohl eher Splittergruppen, die sehr eng mit den Grünen verbandelt sind. Also eher mit den Stallbaugegnern. Es wird halt nur von den Medien falsch darüber berichtet. Ich denke über 90% der Landwirte sehen das eher skeptisch.

4. Bei landwirtschaftlichen Produkten muss es immer eine Überproduktion geben. Stell dir mal vor was passiert, wenn zu wenig davon vorhanden wäre. Das endet dann nicht nur mit höheren Preisen sondern führt dort, wo diese Preise nicht mehr bezahlt werden können, zu humanitären Katastrophen. Beispiele gibt es dazu doch selbst jetzt, wo es angeblich so eine starke Überproduktion geben soll, genug auf der Welt.


Sehr richtig Elisa!!! :klug:
Der thread - Eröffner gehört meiner Meinung nach zur "whes"- Bewegung und freut sich über die Aktionen von Stallbaugegnern oder ist gar selber einer...
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: Verhindern Stallbau Gegner den finanziellen Ruin?

Beitragvon Jörken » Mo Sep 14, 2015 5:45

abgesehen davon, dass der ganze Beitrag auf einem Strohmann-Argument fusst, hier ein paar Kommentare
flynntsbach hat geschrieben:Neben Griechenland und der Flüchtlingskrise ist auch das Thema, Preisverfall in der Landwirtschaft, in vielen Köpfen landwirtschaftlich unbefleckter Bürger angekommen.

irgendwas ist bei den Menschen angekommen, der Kern des Problems liegt aber in vielen Regionen, dass der Handel enormen Preisdruck in Richtung Bauern betreibt, während die Kunden nicht wirklich von günstigeren Produkten was zu sehen bekommen. Der Kunde wird verarscht und merkts nicht mal. Klar, im Handel muss man auch schlechtere Zeiten durch Zeiten mit besserem Gewinn ausgleichen. Zugleich wird gern mit heimischen Produkten geworben, während man den Bauern sagt sie sollen sich doch am Weltmarkt orientieren. In jeder Produktion gibt es Untergrenzen der Rentabilität oft an Standortfaktoren gebunden. Zb ist Grundwasserschutz bei uns ein wichtiger Faktor, während manch andere Länder da nicht so genau sind. Jetzt kann sich der Stallbauverhinderer auf die Schulter klopfen eine dichte Güllegrube verhindert zu haben, während anderswo einfach alles ins Freie geleitet wird, sollen andere Generationen aufräumen.

Des weiteren wird von einer nur vorübergehender Krise geschrieben, doch auch da bin ich eher skeptisch. Infolge des Importverbots hat die russische Föderation, die heimische Landwirtschaft und Nutztierhaltung erheblich ausgebaut und verbessert.
Diese dürfte aber, auch wenn die Handelsbeziehungen wieder aufgetaut werden, nicht von der Bildfläche verschwinden und somit weiter für Konkurrenz sorgen.
Was ist mit China und den anderen Schwellenländern. Richtig, die Weltwirtschaft erfährt gerade eine Abschwächung, dies sollte aber nur von kurzer Dauer sein. Hegen aber nicht die Schwellenländer die gleiche Taktik, Nahrungsmittelpreise niedrig zu halten. Denn satte Bürger, die Geld übrig haben, sorgen für Aufschwung, Wohlstand und Zufriedenheit und somit für politische Stabilität, vor allem im diktatorisch kommunistisch geführten China. Also, es besteht weltweit das Interesse an billigen Nahrungsmitteln.

Ja und wir haben und werden weiterhin diese Länder mit Färsenexport und Knowhow unterstützen. In den letzten Jahren sind tausende Jungkühe und Färsen zb nach Algerien oder Russland exportiert worden. In Russland werden Höfe mit 10000 Kühen und mehr gebaut, in ganz Tirol werden 50000 Kühe gehalten (nur ein Teil davon zur Milchgewinnung). Wir können also nachdem sich die Beziehungen mit Russland bessern deren Milch trinken, aber dann kann eben nicht mehr von regionalen Produkten im Kühlregal die Rede sein. Manche werden saufen was billig ist, manche überlegen vielleicht und geben ein paar Cent dazu.

Abschließend möchte ich noch die Aussage aufgreifen, dass in neuen Ställe leichter und einfacher und auch produktiver gearbeitet werden kann. Dies will ich jetzt nicht grundsätzlich in Frage stellen, doch wir schreiben das Jahr 2015. Der technische Fortschritt hat doch auch in der Landwirtschaft schon lange Einzug gehalten. Was ist hier noch zu verbessern und vor allem wo ist das Forenmitglied mit einem neuen Stall, dass von Kosteneinsparungen die unterhalb des Preisrückgangs liegen, sprich Reingewinn, berichtet ?

Der technische Fortschritt wurde gleich nach der industriellen Revolution durch eine Mechanisierung in der Landwirtschaft vorangetrieben. Nicht jeder Bauer hat instantan jede Neuentwicklung mit gemacht, wir dürfen Flächen und Höfe verwalten, nicht alle 10 Jahre nach Lust und Laune abreißen und neu bauen sonst ists schnell vorbei. Hier gehts um Planung über Generationen und somit Jahrzehnte hinweg und für jeden Hof muss der Zeitpunkt nötiger Investitionen - sei es Umbau, Erweiterung oder Neubau - geprüft werden. Die Kosteneinsparungen zeigt sich erst in einer Vollkostenrechnung, vorallem wenn auch ein Stundensatz für den Bauern selbst eingerechnet wird. In Extremfällen konnten Bauern zb die Zeit für das Futter auflegen von 45 min auf 5 min oder gar 0min durch Automatisierung reduzieren. Ich selbst konnte durch kleinere Änderungen die Stallzeit von 2 Stunden auf 1.5 reduzieren, dass sind also 7.5 Euro pro Stallgang *2*365=5475 Euro pro Jahr. Deshalb kauf ich mir jetzt keinen BMW sondern verwende die Zeit für ein Päuschen, um für andere Aufgaben wie zb Tierbeobachtung fit zu sein.

Angesichts dieser Erkenntnisse ist es doch mehr als waghalsig, einen Stall zu bauen oder etwa nicht. Seien wir doch mal ehrlich, wem droht eher der finanzielle Ruin.
Demjenigen der nicht investiert hat und brav seine Gewinne auf die Seite gelegt hat, wohl eher nicht.

Ja und ein Teil dieser Gewinne wird für den Hof zur Seite gelegt, nicht zum persönlichen Vergnügen, auch nicht um die Erbschaft aufzufetten sondern für das Unternehmen. Oder glaubst du Betriebe (egal ob Landwirtschaft oder andere Unternehmen), die jeden Cent rausziehen, leben lange?
Es sind eher diejenigen, die durch zu niedrige Preise die Kredite nicht nach Plan abbezahlen, und durch Tilgungs- und Zinsaufschub immer weiter in einen Abwärtsstrudel rutschen. Für den Fall solcher Fälle, ist die die Aussage de Facto doch an Richtigkeit nicht zu überbieten, nämlich dass Stallbaugegner den finanziellen Ruin verhindert hätten.
Strohmann
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Re: Verhindern Stallbau Gegner den finanziellen Ruin?

Beitragvon LUV » Di Sep 15, 2015 7:33

Das hast du schön und umfangreich erklärt Jörken...aber glaubst du der "flynntsbach" versteht es oder will es überhaupt verstehen? Der hat seine vorgefasste Meinung und fertig.
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Re: Verhindern Stallbau Gegner den finanziellen Ruin?

Beitragvon Jörken » Di Sep 15, 2015 9:40

LUV hat geschrieben:Das hast du schön und umfangreich erklärt Jörken...aber glaubst du der "flynntsbach" versteht es oder will es überhaupt verstehen? Der hat seine vorgefasste Meinung und fertig.

Ich versuchs immer wieder ;). Leider geben wenig Leute auf Lebensmittel was, hauptsache nichts beschränkt das persönliches Vergnügen, kein Stall und kein Weidevieh soll im Weg sein. Wir schippern dann Lebensmittel von überall her, wo wir nur mehr wage wissen was drin ist, und flynntsbach & Co regen sich über Feinstaub und LKW-Lärm auf....
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Re: Verhindern Stallbau Gegner den finanziellen Ruin?

Beitragvon xyxy » Do Dez 10, 2015 9:25

https://www.topagrar.com/news/Home-top- ... 31346.html
klingt kompliziert? :roll:
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Re: Verhindern Stallbau Gegner den finanziellen Ruin?

Beitragvon LUV » Do Dez 10, 2015 9:54

xyxy hat geschrieben:https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Gericht-verschaerft-Stallbaugenehmigungen-in-Niedersachsen-2631346.html
klingt kompliziert? :roll:


Das hat in den meisten Landkreis zu einer derzeitigen Ruhestellung geführt, es wird nicht weiter bearbeitet, bis eindeutig geklärt ist, wie verfahren werden soll. Gutachter sind dabei dem Verwaltungsrichter zu erklären, was er eigentlich entschieden hat, denn das weiß bzw. wusste er bis dato nicht.
Du hast einen Standort an dem ein Stall seit 30Jahren steht. Du hast seitdem nicht gebaut und die Nachbarn haben sich nie beschwert. Nun willst du anbauen und damit läuft die Maschine an. Die Berechnung der Geruchsimmissionen ergibt für den jetzt bereits stehenden Stall eine nicht zumutbare Grenzwertüberschreitung. Der Neubau müsste jetzt inkl. Altbau die Grenzwerte unterschreiten...sprich. Bis dato ging es noch, wenn man die festgestellten Werte unterschritt, aber niemals musste man die Grenzwerte unterschreiten.
es geht in vielen Fällen nichts mehr.
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Re: Verhindern Stallbau Gegner den finanziellen Ruin?

Beitragvon xyxy » Do Dez 10, 2015 10:01

und anders herum, wenn der Nachbar Wohnbebauung plant, muss der auch Gutachtern?
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Re: Verhindern Stallbau Gegner den finanziellen Ruin?

Beitragvon LUV » Do Dez 10, 2015 10:03

xyxy hat geschrieben:und anders herum, wenn der Nachbar Wohnbebauung plant, muss der auch Gutachtern?


Genauso....das hat bei uns im Dorf aktuell zu einem Eklat geführt, weil einer für seinen Sohn ein Wohnhaus 50m neben einem Boxenlaufstall bauen wollte.....Was meinst du wer jetzt der Blöde ist? :roll: ......genau, der Urwaldzerstörer und Methanverursacher!
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