Hallo,
meine Geschichte schaut so aus: ich hatte das Glück einen Bauernhof zu erben mit ca 13ha. 11ha Grünland und 2ha Wald. Die Wiesen sind verpachtet, es kommen ca. 3,5k rein. Das ist nicht viel aber besser als ein Stein auf den Kopf.
Ich hab jetzt 1 Jahr lang hin und her überlegt, was ich machen soll:
-Pferde
-Schafe
-Hühner
-Kräuteranbau
-Verpachtet lassen
- Ziegen
-Leinöl selber herstellen
Wenn man sich das so überlegt und durchrechnet, dann zahlt sich gar nichts aus. Wenn ich die 10ha zurücknehme, dann zahl ich um die 4k Sozialversicherung (Kranken, Unfall, Pensionsversicherung). Das wäre ca. die Pacht. Dann müsste ich noch 4k mindestens dazuverdienen, um wieder bei den 4k Plus zu sein. Da hab ich aber Material und Zeiteinsatz.
Bei einem ha Kräuteranbau kommt man auf ca. auf € 350 * 10 = 3500 (ohne Trocknung, Reinigung, Diesel, Zeit usw.)
Von den Förderungen hab ich noch keine Ahung was ich da pro ha bekomme.
Bei Hühnern schauts meiner Meinung nach so aus, wenn ich 500 Hühner hätte = 200 Eier pro Tag * 40cent = 80 Euro pro Tag * 30 Tage = €2400.- Minus die ganzen Kosten. Dann ist man auch wieder bei ca. 1000Euro.
Das gleiche gilt für alle anderen Varianten.
Zusammengefasst kann man sagen, es zahlt sich nicht aus, selbst aktiv zu werden. Man soll es verpachtet lassen, sich auf die Couch liegen und fertig.
Seht ihr das auch so, das mit 13ha nicht zu machen ist.
Ich bin nicht arbeitsscheu - ich würde das sogar gerne machen. Meine Eltern waren auch Bauern und ich hab immer kräftig mitgeholfen. Aber bei den Konditionen.
Das einzige was mich wirklich reizen würde ist ein eigenes Produkt (Leinöl, Whisky oder ähnliches). Aber bis man da die ganze Produktionslinie beisammen hat und dann noch abnehmer - das dauert.
Unter den Umständen bin ich nicht sicher, ob es ein Glück war, das zu erben oder eine Bürde. Ich sehs nach wievor als Glück aber ich finds extrem schade, dass sich da nichts mehr auszahlt. Mein Großvater hat sich vor 35 Jahren noch mit 52 einen Bauernhof mit 8h gekauft, weil das noch ein gutes Einkommen war - das ist definitiv schon lange vorbei.
Wie seht ihr das? Was habt ihr für Erfahrungen?
(Ich bin übrigens 38. Es würde sich unter normalen umständen noch einiges augehen. Den Wandel zur kleinstrukturierten Nahversorgung der umliegenden Bevölkerung werde ich wahrscheinlich nicht mehr erleben)
lg
BauerHopauf
