Heinrich-Lanz hat geschrieben:Also ich würde gern beim Bauern direkt kaufen. Ich wohne selber auf dem Land und bin von Großlandwirten umgeben. Das groteske ist aber, dass der nächste Hofladen 30 km entfernt ist. Ich hätte auch mit 2€ für einen Liter frischer Milch kein problem. Nur die krieg ich nicht mal dort, weil da eben keine Milchkühe stehen.
Gebt den Leuten die gute und frische Grundnahrungsmittel zu angemessenen Preisen (gerne mehr) wollen doch zumindest mal eine Chance, euch ihr Geld zu bringen.
Dazu gibt es schon seit über 20 Jahren im Zuge der Bio-Schiene Untersuchungen noch und nöcher. Leider alle mit dem selben Ergebnis: diejenigen, die bei Umfragen angeben, sie "würden gerne mehr bezahlen", sind immer so zwischen 50 und bis zu 80% der Befragten.
Diejenigen, die bei entsprechendem Angebot an der Kasse dann auch tatsächlich höhere Preise bezahlen, oder im Hofladen einkaufen, sind in über 20 Jahren nicht mehr als 10, 15% geworden. Das ist eine hübsche Nische für Bambi-Syndromer, aber keine Lösung, um ein Land zu ernähren. Wobei "höhere Preise" ja nirgends in irgendeiner Weise den realen Preisen angemessen ist, gerade die Biobetriebe, Direktvermarkter & Co bekommen ja mehr Fördermittel als normale Leute. ECHTE Preise, im Sinne von Herstellungskosten, zahlen hierzulande nicht mal 1% aller Käufer.
Heinrich: sieh es mal andersrum: wenn es genug Käufer gäbe, wäre der nächste Hofladen nicht so weit entfernt. Bauern sind ja nicht alles Dumme. Es hat aber trotz massiver staatlicher Förderung, trotz vehementer (und zum Teil ja schon militanter) Medienkampagnen gegen die normalen Bauern in über 20 Jahren nicht gereicht, mehr als 5% aller Flächen "gesund" (angeblich gesund, aber darüber kann man anderswo diskutieren) zu bewirtschaften oder auch nur bei einzelnen Produkten kostendeckende Preise zu erzielen. Gelegenheit war genug.

, ander die keine Probleme haben können ja Essen was sie wollen.