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Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürre

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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29 Beiträge • Seite 2 von 2 • 1, 2
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon BK_90 » Mo Jul 07, 2014 11:26

StephanB hat geschrieben:Ja ich kenne diesen freien Baumringe, aber ich bin kein Obstbaumexperte. Ich weiß nur, dass z.B. Eicheln Gerbstoffe absondern, die das Wachstum anderer Pflanzen verhindern. Vielleicht gibt es so etwas auch bei bestimmten Baumsorten. Aber bei der Agroforstwirtschaft sollen die Bäume ja auch nicht im 1-Meter-Abstand stehen, sondern entsprechend der Baumart, der Nutzpflanzenart und des Klimas angepasst - in der oben verlinkten Grafik ist von einem Reihenabstand von 40 Metern die Rede.


Also zurzeit sieht man ganz genau, dass es da nicht um die Absonderungs von allelopathischen Stoffen, sondern um reine Wasserkonkurrenz geht. Das z.B. Nadelgehölze und Walnussbäume solche Stoffe absondern ist mir bewusst, aber ein Birnbaum?

StephanB hat geschrieben:Und noch zum Ertrag:
Man kann bei intelligenter Nutzung nicht nur auf einem Stockwerk Pflanzen ernten:
1. Stock Wurzelgemüse; 2. Stock z.B. Erdbeeren, Melonen, Getreide; 3. Stock Büsche wie Johannisbeeren, Brombeeren, Haselnüsse; 4. Stock Kirschen, Äpfel, Nüsse

So kann man insgesamt mehr Kalorien pro Hektar als bisher. Zudem benötigt biologische Landwirtschaft wesentlich weniger Energie.



Und wie willst du das Ernten? Mit welcher Maschine? Solche Anbausysteme erfordern zu nahezu 100% Handernte und die wird sich in entwickelten Ländern nicht mehr durchsetzen, da kannst du machen, was du willst. :wink:
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon StephanB » Mo Jul 07, 2014 11:28

BK_90 hat geschrieben:Du gibst dir deine Antworten ja selbst. Im ersten Post fragst du, wer Kontakt in die USA hat, richtig? Wenn es dort aber schon viele Wissenschaftler gibt, die über dieses Thema diskutieren, meinst du die wissen nicht schon was du ihnen mitteilen willst?


Ich habe mich intensiv um den Wissensstand in den USA und speziell in Kalifornien, aber auch z.B. in Texas gekümmert. Dortige Farmer, Bürger, Wissenschaftler denken vor allem in Richtung Wasser sparen, Ausbau von Wasserspeichern, Transport von weit her und ähnlichem. Das was ich meine taucht nirgendwo auf. Ich habe Zeitschriften, Journalisten, Senatoren aus Kalifornien und Wasserbehörden angeschrieben und bekam nur eine einzige Antwort, die sinngemäß lautete: Wir haben schon diverse Lösungen erarbeitet, aber wenn sie noch eine haben, lassen Sie es uns wissen.
Diese Lösung, an die ich denke, würde jegliche Klimawandel-Hysterie völlig sinnlos erscheinen lassen, weil man jederzeit den Wasserkreislauf wieder in Gang setzen kann.

Mit diesen 25 Mrd. Dollar, die jetzt für den Bau von zwei Tunneln geplant sind, könnte man vermutlich locker Kalifornien in ein grünes Land verwandeln, und zwar dauerhaft, und viele Menschen hätten auf lange Sicht wieder Arbeit.

BK_90 hat geschrieben:Bei der Abholzung auf Madagaskar geht es nicht darum, dass die Leute Holz sammeln um ihr Essen zu kochen, sondern um Holzkohleproduktion. Das Forschungsprojekt wird von der Universität Hohenheim betrieben und ich glaube fast, dass die sich auch um die Belange der Einwohner kümmern, oder meinst du nicht?


Ich nehme mal an, dass die Holzkohle für Grillbuden gedacht ist und nicht um damit Lokomotiven anzutreiben. Nichtsdestotrotz muss das Holz irgendwo her kommen. Aber wenn sich eine Universität drum kümmert, dann kann es ja nur klappen. Allerdings sind es auch Universitäten, die uns GMOs als die einzige Lösung im Kampf gegen den Hunger anpreisen.

Zum Thema Wissenschaft und wissenschaftliches Vorgehen würde ich aber gerne auf den folgenden Artikel verweisen (darin ist ein Link zu einem umfangreichen sehr interessanten Pdf-Dokument über die Erfahrungen eines IT-Doktoranden mit dem Wissenschaftsbetrieb an einer deutschen Exzellenz-Universität enthalten):

http://www.danisch.de/blog/adele-und-die-fledermaus/

Und noch ein Hinweis zum westlichen "Sich-Kümmern" um arme Länder: Seit über fünfzig Jahren gibt es die Entwicklungshilfe, heute Entwicklungszusammenarbeit (http://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungszusammenarbeit) genannt, und dennoch werden jedes Jahr hunderte Leichen von Afrikanern und Menschen aus Krisenregionen an die südeuropäischen Strände gespült, es gibt glaube ich sogar schon extra Friedhöfe für diese Menschen. Und tausende versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten. Note fünf oder sechs würde ich sagen.
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon StephanB » Mo Jul 07, 2014 13:24

Manfred hat geschrieben:Water Harvesting ist in den Trockenländern ein großes Thema und Lösungen sind hinlänglich bekannt. Es wurden auch schon viele große Projekte mit Erfolg umgesetzt.


Nur in den USA irgendwie praktisch gar nicht. Hier ist eine ganz gute Folien-Präsentation zum Thema Water Harvesting (Wasserernte) von einem Amerikaner, der in Tucson lebt und arbeitet, Brad Lancaster ( http://www.harvestingrainwater.com/ ) - es geht um Wasserernte allgemein und um den Vergleich zwischen Jordanien und Tucson/Arizona:

http://www.permaculturenews.org/files/i ... 9-2011.pdf

Laut Vortrag verbraucht Tucson jährlich 42% seines Strombedarfs um Wasser zu pumpen und zu verteilen (da dessen Rechnung bezüglich des Wasseraufkommens nicht stimmt, habe ich meine Vorbehalte bei diesem großen Anteil; die Tendenz dürfte aber stimmen).
Kurze Rechnung: Durchschn. jährl. Regen: 304 mm/qm = 304 L/qm, Einwohner: 520.116 (2010), Fläche (lt. Wikipedia): 505 qkm => Wasser auf Stadtfläche: 153,5 Mrd. Liter; Wasserbedarf: 520.116 x 150 L x 365 (Tage) = 28,5 Mrd. Liter, tatsächlich sind es 181 Mrd. Liter, also könnte Tucson einen großen Teil seines Wasserbedarfs allein durch Regenwasser abdecken.

Obwohl große Teile der USA mit Wassermangel zu tun haben, ist das Thema Wasserernte kein Thema.

Manfred hat geschrieben:Das Problem ist, dass die "westlichen" Regierungen mit Ausnahme von Australien im Tiefschlaf verharren, weil der Landwirtschaft keine wirtschaftliche Bedeutung zugemessen wird


Für die "normale" Landwirtschafts stimmt das sicher, aber wenn ich da z.B. an Palmöl- oder Jatropha-Öl-Plantagen denke, dann sind auch die westlichen Regierungen und Konzerne ziemlich dahinter her, dass sie nichts anbrennen lassen.

Manfred hat geschrieben:Ein Beispiel aus Indien: "Ridge to Valley - A Holistic Watershed Perspective "


Ein sehr gutes Beispiel. In der Vergangenheit wurden ja leider jede Menge gigantische Staudammprojekte durchgezogen.

Manfred hat geschrieben:Eines aus China: "Lessons of the Loess Plateau"


Davon habe ich dieses Jahr zum ersten Mal was mitbekommen, aber es gibt auch noch das Projekt Great Green Wall (Große grüne Mauer).

Manfred hat geschrieben:Eines aus Afrika: "Allan Savory: How to green the world's deserts and reverse climate change


Da habe ich gerade eine englische Kritik zu gelesen, die einige Mängel an seinen Studien - über Wüstenbegrünung mit Hilfe viele freilaufender Kühe - auflistet (geringe Wachstumsförderung bei Gräsern in Wüsten durch Rinderhaltung):

http://www.slate.com/articles/life/food ... ingle.html

Manfred hat geschrieben:Bin gespannt, wie lange es noch dauert, bis so etwas in Südeuropa passiert, geschweige denn in den deutschen Streusandbüchsen.


Der Witz ist, dass es z.B. in Berlin große Probleme mit einem viel zu hohen Grundwasserspiegel gibt. Wenn man also rund um Berlin jede Menge Bäume anpflanzen würde, die viel Wasser verbrauchen, dann hätte man sogar eine sogenannte neudeutsche Win-Win-Situation: Das Grundwasser wird gesenkt, es wird kühler im Sommer und nach zwei, drei Jahrzehnten gibt es jede Menge Holz.
Andererseits gibt es im Südosten von Brandenburg auch große Probleme mit Eisenhydroxid, das aus den großen Braunkohletagebauen stammt und das Wasser braun färbt. => Schlecht für Spreewaldtourismus.

Auch ein interessanter Film (über solare Meerwasserentsalzung in Katar mit angeschlossenen Treibhäusern, die mit überschüssigem CO2 aus benachbarten großen Düngemittelwerken begast werden):

Qatar's Plans to Turn the Desert Green Will Leave You Astonished
(Qatar's Pläne um die Wüste wieder grün zu machen, lässt Dir den Mund offen stehen)
https://www.youtube.com/watch?v=9Eg_YlI7l4E

Aus dem Film: Qatar importiert 93% seines Lebensmittel. Weniger als 75 mm Regen pro Jahr.
Sahara Forest Project, 7,5 Mio. Dollar Pilot-Projekt direkt neben großen Düngemittelfabriken.

Und noch ein Versprechen an alle Leser: Ich werde mich ab jetzt kurz halten, versprochen. :wink:
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon Manfred » Mo Jul 07, 2014 13:54

@Stephan:
Die Bücher von Brad habe ich hier.
Das Permakultur-Thema nimmt in den USA langsam fahrt auf, aber noch kein Vergleich zu Australien.
Geoff Lawton war z.B. dieses Jahr für Dreharbeiten zum Thema water harvesting auf dem Gelände von Paul Wheaton (permies.com).

Was deine Agroforst-Geschichten angeht:
Am weitesten dürfte da Mark Shepard sein. (Buch: Restoration Agriculture). Die basteln auch an Erntemaschinen. Haselnüsse baut er im Gegensatz zu den bisherigen Systemen als Hecken an. Zur Ernte werden Heidelbeer-Schüttler getestet. Auch die Arbeit von Philip Rutter von Badgersett dürfte dich interessieren, wenn du dich mit Haselnüssen beschäftigst. Die Rutters kommen mit einigen ihrer Züchtungen inzwischen auf Erträge an Öl und Eiweiß, die Soja ziemlich alt aussehen lassen. Leider können sie bisher wegen der Hygieneauflagen kein Pflanz- und Saatgut nach Europa exportieren.
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon StephanB » Mo Jul 07, 2014 17:26

BK_90 hat geschrieben:Also zurzeit sieht man ganz genau, dass es da nicht um die Absonderungs von allelopathischen Stoffen, sondern um reine Wasserkonkurrenz geht. Das z.B. Nadelgehölze und Walnussbäume solche Stoffe absondern ist mir bewusst, aber ein Birnbaum?


Zu den Eichen und Walnußbäumen kommen auch noch Ahorn, Kastanien und Apfelbäume und diverse Gemüse wie ich hier lesen konnte:

Tages-Anzeiger; 13.10.2006 Von Andreas Grote
Ätzende Herbstblätter
Doch beim Ahorn sind die Blätter scharlachrot. Dabei handelt es sich nicht um ein Pigment, sondern um eine giftige Chemikalie, die der Baum nur im Herbst produziert.
...
Als Clinton und sein Team einen Extrakt aus im Herbst abgefallenen Kastanienblättern zogen und an fünf Baumarten testeten, die mit ihm um den gleichen Lebensraum konkurrieren, beobachteten sie, dass der Extrakt das Keimen der anderen Baumarten verhinderte.
...
Der Apfelbaum etwa gibt über seine Wurzeln Phlorizin in den Boden ab, wo dieses in giftige Stoffe umgewandelt wird.
...
Broccoli, Gurken, Sellerie, Waldmeister und Wermut scheiden ebenfalls Gifte über die Wurzeln aus.
http://www.baumpflege-woodtli.ch/Archiv ... 06_30.html

Das mit der Wasserkonkurrenz kann man wie oben schon erwähnt dadurch lösen, dass man die ersten 7-8 Jahre die oberflächenahnen Wurzeln abschneidet. Zudem wählt man am Besten Tiefwurzler aus, keine Flach- oder Breitwurzler.
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon StephanB » Mo Jul 07, 2014 17:32

@BK_90

Und hier:
Allelopathie
...
Der Apfelbaum produziert den chemischen Botenstoff Phlorizin und gibt ihn über seine Wurzeln an den Boden ab
...
Scheinakazien bekämpfen durch ihre Wurzelausscheidungen andere Pflanzen.
...
Unter Walnussbäumen werden oft Sitzplätze angelegt, weil der Geruch eines ätherischen Öls in Blättern und Fruchtschalen Fliegen, Läuse, Motten, Mücken, Wanzen und andere Insekten vertreibt. Ältere Blätter, Schalen und Wurzeln geben an den Boden das ungiftige Hydrojuglon ab, das nach Umwandlung durch Mikroorganismen in Juglon, einen giftigen Gerbstoff (Naphtochinon), umgewandelt wird. Er hemmt die Keimung vieler Pflanzen außer Gräsern (Poa pratensis) und Brombeeren und unterdrückt andere Pflanzen.
http://www.bio-gaertner.de/Verschiedenes/Allelopathie

Und noch hier:
Besonders allelopathisch wirken sich die Blätter der Eucalyptus-Arten aus. In den Eucalyptus globulus-Plantagen etwa in Nordportugal wächst zwischen den abgeworfenen Blättern fast gar nichts. Mein etwa 6-7 m hoher Eucalyptus debeuzevillei (der sog. "Böse Willi") hat es jedoch noch nicht geschafft, die unter ihm lebenden Stauden zu vergraulen.
...
Woanders stand, dass vor allem die amerikanischen Schwarznüsse (Juglans nigra) Juglon absondern würden, die europäischen Walnüsse (Juglans regia) aber kaum. Manche Leute berichten, dass unter ihrer Walnuss tatsächlich nichts wachsen würde, andere stellen keine besondere Beeinträchtigung fest.
http://forum.garten-pur.de/Botanik-50/A ... 969_0A.htm
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon StephanB » Mo Jul 07, 2014 17:53

BK_90 hat geschrieben:
StephanB hat geschrieben:Und noch zum Ertrag:
Man kann bei intelligenter Nutzung nicht nur auf einem Stockwerk Pflanzen ernten:
1. Stock Wurzelgemüse; 2. Stock z.B. Erdbeeren, Melonen, Getreide; 3. Stock Büsche wie Johannisbeeren, Brombeeren, Haselnüsse; 4. Stock Kirschen, Äpfel, Nüsse

So kann man insgesamt mehr Kalorien pro Hektar als bisher. Zudem benötigt biologische Landwirtschaft wesentlich weniger Energie.


Und wie willst du das Ernten? Mit welcher Maschine? Solche Anbausysteme erfordern zu nahezu 100% Handernte und die wird sich in entwickelten Ländern nicht mehr durchsetzen, da kannst du machen, was du willst. :wink:


Ich gehe davon aus, dass die derzeitige normale Versorgung mit Erdöl bzw. dessen Umwandlungsprodukten (Benzin, Diesel, Heizöl, Farben, Plastik etc.) nicht mehr allzu lange andauert - maximal noch fünf Jahre, eher nur drei. Und dann wird die Arbeitskraft wieder deutlich wertvoller gegenüber Energie in jeglicher Form sein.
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon BK_90 » Mo Jul 07, 2014 18:16

StephanB hat geschrieben:
Ich gehe davon aus, dass die derzeitige normale Versorgung mit Erdöl bzw. dessen Umwandlungsprodukten (Benzin, Diesel, Heizöl, Farben, Plastik etc.) nicht mehr allzu lange andauert - maximal noch fünf Jahre, eher nur drei. Und dann wird die Arbeitskraft wieder deutlich wertvoller gegenüber Energie in jeglicher Form sein.


Na wenn da so ist, dann verkauf ich nächste Woche gleich meine ganzen Fahrzeuge (bevor der Marktpreis sinkt :lol: ) und steig um auf ein Pferdegespann, oder besser gleich ein Ochsengespann? n8
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon StephanB » Mo Jul 07, 2014 18:27

@BK_90

Infos zum Thema Zukunft des Erdöls bzw. des Frackingwunders

Schiefergas: Spekulationsblase oder Wunder?
6. März 2013, von Alfredo Jalife-Rahme
Auf der ganzen Welt verurteilen Stimmen den Mythos von Schiefergas. Neben der Spekulationsblase die er hervorruft, wird dieser Betrug nicht ohne schwere Folgen für die Vereinigten Staaten bleiben. Tatsächlich hat sich die Obama-Administration selbst überzeugt, dass das Land eine nachhaltige Energie-Unabhängigkeit erleben wird.
...
Ein hoch platzierter Banker-Freund der anonym bleiben will meint, dass das Fracking (die Spaltung des unterirdischen Gesteins in 4.000 m Tiefe, mit einer enormen Menge von Wasser) ist eine neue Desinformation-Operation, weil es absolut nicht machbar ist.
...
Unterdessen kündigt die DeDefensa.org-Website das Ende des Mythos der Revolution von Schiefergas für die kommenden maximal 18 oder 24 Monate an. Es wurde bereits von ihr ein Thema ’Shalegas-Gate’ erstellt und sie hält diese Produktionsart für eine "Massenvernichtungswaffe" [die die USA umbringen wird], verweisend auf den durchschlagenden Versager der Cheesapeak Energy. Kurz gesagt, die EUR, (estimated ultimate recovery), die endgültig erwarteten Dividenden, seien sehr übertrieben gewesen [3].
http://www.voltairenet.org/article177851.html


Schiefergas in Amerika Das Fracking-Wunder bleibt aus
16.01.2014
Öl aus Schiefergestein sollte Amerika einen Vorsprung gegenüber Europa verschaffen. Die Hoffnungen waren deutlich überzogen, zeigt sich jetzt.
...
Und wie es ausschaut, wird es so auch nicht kommen. Denn es mehren sich die Anzeichen dafür, dass der Fracking-Boom hemmungslos überschätzt und künstlich hochgerechnet wurde und wird.
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/dev ... 53461.html

Dazu stelle ich gleich noch eine schöne Grafik rein und werde das Ganze ein bischen erläutern.
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon Seegucker » Mo Jul 07, 2014 18:29

Lieber Stefan ,
Da fällt mir grad ein Liedtext ein :" Ich muß nur noch die Welt retten , dann bin ich bei Dir " .
Ich bin nicht so anmaßend zu sagen , dass ich alles besser weiß als der Rest der Welt . Meine Lebenserfahrung sagt , dass alles was vorhanden ist , aus wichtigen Gründen so ist.
Revolutionen kommen heute sehr selten vor.
Und wie einer meiner Vorredner schon bemerkt hat , im Baumschatten wachsen anspruchsvolle Pflanzen schlechter , ich habe gerade heute Mittag wieder beobachtet wie auf einem meiner Maisäcker der Mais der im teilweisen Schatten von ca 10- 15 m hohen Bäumen auf der anderen Straßenseite steht ,!! nur ein drittel so hoch gewachsen ist .
Nur die Diktatur braucht Zensur. Demokratie heißt Kampf der Meinungen.“
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon StephanB » Mo Jul 07, 2014 19:27

Tut mir leid wegen der großen Grafik, aber ich habe keine Möglichkeit gefunden (ohne umständliches Hochladen woanders) diese kleiner zu machen.

Beim Fracking geht die Förderrate extrem schnell zurück, ca. 60-70% innerhalb von ein bis zwei Jahren:
Bild

In dieser Grafik sind leider die Verläufe der Förderung einzelner Frackingbohrungen zusammen mit den aufsummierten Förderungs-Verläufen der Bohrungen dargestellt. Die langsam von links nach rechts ansteigenden Kurven sind die aufsummierten Kurven und gehören zum rechten Maßstab. Die stark abfallenden, gezackten Kurven links, mit dem Maßstab links (bbls/day = Barrels/Tag = 159L/Tag) sind einzelne Bohrungen mit ihrem Förderlauf. Man erkennt, dass selbst die Bohrung mit der höchsten Anfangsförderung, die dicke grüne Linie, nach einem Jahr nur noch weniger als ein Viertel der Anfangsförderung hat.

Ein Rechenbeispiel:
Angenommen man will pro Tag mindestens 4000 bbls/Tag fördern. Jede Bohrung soll am Anfang 1000 bbls pro Tag fördern, nach einem Jahr auf 500 bbls/Tag zurückgehen und nach dem zweiten Jahr auf 0. Man startet also mit vier Bohrungen und hat nach einem Jahr nur noch 2000 bbls/Tag. Zum Ausgleich muss man zwei neue Bohrungen machen. Nach zwei Jahren kommt von den ersten vier Bohrungen nichts mehr. Von den zweiten Bohrungen kommen noch 1000. Deshalb bohrt man noch drei Bohrungen. Nach drei Jahren kommen von den zweiten Bohrungen nichts mehr, von den dritten noch 1.500. Deshalb werden wieder drei Bohrungen durchgeführt (Summe 4.500). Nach vier Jahren kommt von den dritten nichts mehr von den vierten noch 1.500 und so weiter...
D.h. man muss beim Beispiel, 4000 bbls/Tag, jedes Jahr drei Bohrungen durchführen, nur um das Niveau zu halten. Jede Bohrung benötigt aber große Mengen Wasser, Sand, Chemikalien, Stahl(!) für die Abdichtung des Bohrlochs(ca. 100 t pro Bohrung!) und Energie. Im Beispiel würde, wenn man einfach aufhören würde, nach zwei Jahren kein Öl mehr gefördert.
In der Realität ist es nicht ganz so extrem, aber das Prinzip ist das gleiche nur in größerem Umfang. Es würden nach Einstellung aller Bohrungen nach fünf Jahren aus allen bisher durchgeführten Bohrungen praktisch nicht mehr viel Öl gefördert. Das ist ein Schneeballsystem.

Die USA hätten ohne das Fracking vielleicht heute noch um die 6 Mio. bbls/Tag und nicht die jetzigen offiziellen 10 Mio bbls/Tag. Diese Differenz von derzeit 4 Mio. bbls/Tag wird ständig größer, so dass der Absturz nach Ende des Fracking immer dramatischer werden wird, wenn nicht andere Maßnahmen wie Energie sparen oder Produktion von Biotreibstoffen dies ausgleicht.
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon StephanB » Mo Jul 07, 2014 19:53

Lieber Seegucker,
natürlich kann auch ich die Welt nicht retten, aber ich will es wenigstens versuchen. Und ich werde hier jetzt eh erstmal wieder Ruhe geben, weil ich alles gesagt habe, was es von meiner Seite zu sagen gibt. Mein Wissen ist hier im Forum anscheinend nicht gefragt, also probiere ich es noch in einem amerikanischen Forum.
Wer dicke Bretter sägen will, braucht viel Geduld heißt es.

Das was in Bezug auf Peak Oil auf uns zukommt, gab es in der Geschichte der Menschheit noch nie. Es gab immer wieder eine neue bessere Energiequelle, die die alte abgelöst hat.
Erst war es der Wind, dann kam das Holz, dann die Kohle und schließlich das Erdöl. Jetzt sieht es so aus, als wenn die erneuerbaren Energien uns endgültig für immer mit Energie versorgen könnten.
Das Problem ist nur, dass sehr viele Transportvorgänge und auch die Herstellung von Lebensmitteln in großem Maße vom Erdöl abhängen, was nicht so einfach von heute auf morgen auf Elektrizität umzustellen ist. Und es sieht auch nicht danach aus als wenn da jemand in den nächsten fünf Jahren etwas ändern will. Dazu kommt aber auch noch, dass wir nach wie vor in großem Maße die Anbauflächen für Lebensmittel zerstören. Weißt Du wie lange die Sojafelder im Amazonas, die auf gerodeten Regenwaldflächen angelegt wurden und von denen u.a. das Tierfutter für unsere Schweine und Kühe kommt, produzieren können?
Aber Gott sei Dank gibt es ja genügend fertige Notstandsgesetze und die NATO so dass wir, also die jetzt lebenden Menschen in Deutschland, in Zukunft vorausichtlich nicht hungern müssen.
Für die breite Anwendung der erneuerbaren Energien werden (derzeit) große Mengen an bestimmten seltenen Materialien benötigt. Aber gleichzeitig läuft uns in Sachen Peak Oil die Zeit davon. Die Politik/die Macht will nicht, dass z.B. mit Hilfe des Nahverkehrs oder auch durch Heimarbeit große Mengen Energie gespart werden, sonst wäre das längst umgesetzt.
So wie es derzeit aussieht werden sehr viele Menschen in den nächsten 20-30 Jahren sterben. Und mit viele meine ich möglicherweise hunderte von Millionen Menschen. Aber wir als Christen können ja nur beten und hoffen, dass die Menschen schnell und ohne Qualen sterben.
Da ich meine schon eine Weile mit Energie, Landwirtschaft und anderen Themen beschäftige, bin ich davon überzeugt, dass es heute bereits alle Möglichkeiten gibt, um alle Menschen auf der Welt ausreichend zu ernähren, ja dass sogar bis zu 12 oder 15 Milliarden Menschen auf der Welt leben könnten, also etwa doppelt so viel wie heute. Dennoch hoffe ich, dass die Bevölkerungsentwicklung langsam abflacht.

Seegucker hat geschrieben:Und wie einer meiner Vorredner schon bemerkt hat , im Baumschatten wachsen anspruchsvolle Pflanzen schlechter , ich habe gerade heute Mittag wieder beobachtet wie auf einem meiner Maisäcker der Mais der im teilweisen Schatten von ca 10- 15 m hohen Bäumen auf der anderen Straßenseite steht ,!! nur ein drittel so hoch gewachsen ist .


Ja, Mais ist eine C4-Pflanze, die viel Licht braucht, um gut wachsen zu können. Aber Du hast sicherlich das verlinkte Foto vom Agroforstinstitut in Montpellier (http://www1.montpellier.inra.fr/safe/pr ... e---ge.jpg) gesehen, mit dem Getreide zwischen den Baumreihen. Das Getreide sah sehr gut aus. Die Bäume (Pappeln?) sind allerdings nicht dicht von oben bis unten gewachsen, sondern haben nur etwa im oberen Drittel Äste mit Blättern. Diese Bäume bei Dir auf der anderen Seite, ist das nur eine Baumreihe oder der Rand eines Wäldchens?
Was wäre wenn man diese Bäume auch entsprechend geschnitten hätte: Von den unteren zwei Drittel bleibt nur der Stamm?

Also ich werde mich jetzt wieder an einzelne Personen wenden und auf englischen Seiten noch versuchen Interessenten zu finden.
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon StephanB » Mo Jul 07, 2014 20:13

Eine Anmerkung noch zum Schluss:
Ich will nicht die Welt aus den Angeln heben, ich will nur mit meinem Wissen ein paar Leuten, z.B. Farmern in den USA helfen und wenn ich dabei ein paar Euros verdienen könnte, hätte ich auch nichts dagegen.
Ich habe gesagt, dass ich u.a. eine kurzfristige Lösung mit Hilfe von bestimmten Pflanzen habe. Ein paar haben Interesse signalisiert, aber ich sollte erst mal genauer beschreiben was ich meine. Das habe ich jetzt getan. Was ist die Reaktion darauf:
Null.

Ich finde das irgendwie pervers. Ist es so vielen Menschen egal, ob man anderen Menschen helfen kann oder nicht? Ich bin vor fünfeinhalb Jahren aus der Kirche ausgetreten und trotzdem ist es mir nicht egal ob Menschen unnötigerweise leiden. Ich weiß, dass ich z.B. den hunderttausenden Strassenkindern auf der Welt nicht helfen kann, weil ich das Geld nicht dazu habe.
Menschen wie Warren Buffet könnten das tun, sie könnten den Kindern Geld geben, damit sie in die Schule gehen und eine Perspektive haben. Aber das passiert nicht. Er investiert lieber in Solarenergie. Stattdessen sollen wir Geld an Hilfsorganisationen spenden, damit ein bischen was passiert. Auch das finde ich pervers.

Amen.
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Re: Wer hat Kontakt in die USA? Es geht um Lösungen zur Dürr

Beitragvon Carsten » Mo Jul 07, 2014 21:08

Hallo,

also ich finde es gut das sich da jemand Gedanken zu macht. Manchmal sind die Lösungen für schwerwiegende Probleme doch ganz einfach. Es ist aber schwierig so etwas an die richtigen Leute heranzubringen. Aber lass sich nicht entmutigen.
Gruß
Carsten
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