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90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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31 Beiträge • Seite 1 von 3 • 1, 2, 3
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90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon julius » Sa Dez 10, 2016 23:11

Ein früherer Bekannter aus der Schulzeit hat mir kürzlich erzählt er füttert seinen Milchkühen 90 % Silomais und nur 10 % Grummet + 4 kg Sojaschrot/Rapsschrot als Ausgleich + ein 5 :1 Mineralfutter. Grassilo füttert er keins mehr weil er sein umständliches und arbeitsintensives Hochsilo seit längerem nicht mehr befüllt und er alle Wiesen umgebrochen hat.
Beim Jungvieh würde er ebenfalls nur Maissilage und etwas Stroh ab libidum füttern.

Das würde bei ihm seit 3 Jahren problemlos funktionieren.
Sein Getreide in der Acker Fruchtfolge ( Weizen ) würde er verkaufen.
Arbeitswirtschaftlich wäre mehr Mais in der Ration sicher interessant und überlegenswert. Meint ihr das so eine Fütterung auf Dauer funktionieren kann ?
julius
 
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon joke31 » So Dez 11, 2016 20:38

Wie siehts mit den trockensteher aus?
Werden die nicht fett? gibt's da keine Probleme
mit schwergeburten
Bin Ostfriese und das ist gut so
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon marius » So Dez 11, 2016 21:24

joke31 hat geschrieben:Wie siehts mit den trockensteher aus?
Werden die nicht fett? gibt's da keine Probleme
mit schwergeburten


Fragt dochmal bei Metzler, Meiningen, Vorarlberg nach seinen Erfahrungen nach. Ich hab vor Jahren in der Fachpresse einen Bericht gelesen das er 100 % Silomais füttert und nur noch etwas Stroh zur freien Aufnahme.
Lebensleistung soll bei 35000 kg liegen.

Schwergeburten kann man mit Bullen mit leichter Abkalbung entgegen wirken. Das dürfte kein Problem sein.
Problem könnte sein das die Kühe beim Abkalben verfettet sind. Ich würde sie deshalb maximal 4-5 Wochen trockenstellen.
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon Labernich » So Dez 11, 2016 21:28

Stroh, Mais und Soja + Mineral klappt was Abkalben und Milchfieber angeht sehr gut. Hab das auf anraten eines holländischen Futterberaters vor vielen Jahren mal probiert. Problem war damals das einige Kühe mit der Milchleistung nicht in die "Pötte" gekommen sind. Im Nachhinein war die Ration wahrscheinlich zu mager und strohlastig.
Ich liebe die Grünen wie mein Bier 4,9% und kaltgestellt!
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon marius » So Dez 11, 2016 22:05

Warum lasst ihr das Stroh dann nicht weg in reinen Maisrationen ?
Die Rohfaser in reinen Maisrationen ist doch locker ausreichend. Stroh gehört mehr in Grasrationen bei frühem Schnitt bis anfang - mitte Blüte.
Das Problem bei Maisfütterung ist Eiweissmangel was durch Rapsschrot oder Soja ausgeglichen werden kann.
Zusätzliche Energie wie Getreide würde ich da überhaupt keine füttern auch nicht den Frischkalbenden.
Ein Calcium reiches Mineralfutter verwenden, besonders wenn Mais mit Rapsschrot ausgeglichen wird.

Viele Milchviehhalter sitzen doch in der Arbeitsfalle. Ich vestehe deshalb nicht warum die nicht auf Maisrationen umgestellt haben damals vor dem Umbruchverbot. Heute geht das nicht mehr.
Das erspart 50 % an Arbeit weil das stressige und aufwendige silieren des gesamten Grünlandes alle 4-5 Wochen entfällt sowie die lästige Grummeternte fällt weg.
Beim Maisanbau fällt doch kaum Arbeit an abgesehen vom Silo abdecken im Herbst.

Wir hatten damals als wir noch Kühe hatten anfangs 30 % später dann rund 65 % Maisanteil. Den würde ich heute nochmal deutlich erhöhen.
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon meyenburg1975 » So Dez 11, 2016 22:14

Schwierigkeiten könnten bei Fruchtbarkeit (phytohormonelle Wirkung) und auch Klauengesundheit (Stärke) auftreten.
Gehen wird das. Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist, ist was anderes...
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon marius » So Dez 11, 2016 23:44

Was den Stärkegehalt anbetrifft. Zuviel Stärke macht eigentlich nur Probleme wenn gleichzeitg der Rohfasergehalt niedrig ist, also z.b. bei einem höherem Schnitt. Dann muss Stroh eingemischt werden oder eben ein tieferer Schnitt bei der Ernte, was ebenfalls mehr " Stroh " entspricht.
Auch sollte nicht zu spät siliert werden. Bei 35-40 % TS ist der Stärkegehalt schon deutlich höher als bei 30 % TS.
Und bei Mais hat man noch das Carotinproblem. Da muss man mehr zufüttern gegenüber Grasrationen.

Ich würde Maisrationen unter dem Aspekt der deutlichen Arbeitszeitersparnis schon als wirtschaftlich ansehen. Wachtumsbetriebe brauchen immer mehr Personal. Und die Lohnkosten werden weiter ansteigen vermutlich deutlich schneller als der Milchpreis.
Der Liter Milch wird auch ohne Lohnkosten zu berücksichtigen mit Maissilage deutlich günstiger erzeugt.
Da darf ruhig mal eine Kuh zusätzlich wegen Unfruchtbarkeit abgehen wenn dem tatsächlich so sein sollte.
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon simmal1 » Mo Dez 12, 2016 8:16

Ich schließe mich da meyenburg an.
Mit der Fruchtbarkeit kann man da ziemliche Probleme bekommen.
Je höher die Milchmenge, desto größer werden die Probleme mit der Fruchtbarkeit.
Und dann komplett Mais füttern n8
Bei uns bekommt das Jungvieh gar keinen Mais in die Mischung.
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon meyenburg1975 » Mo Dez 12, 2016 8:32

simmal1 hat geschrieben:Ich schließe mich da meyenburg an.
Mit der Fruchtbarkeit kann man da ziemliche Probleme bekommen.
Je höher die Milchmenge, desto größer werden die Probleme mit der Fruchtbarkeit.
Und dann komplett Mais füttern n8
Bei uns bekommt das Jungvieh gar keinen Mais in die Mischung.

Beim Jungvieh kann man schnell Probleme mit der Verfettung bekommen, das ist richtig...

Die eher schlechtere Fruchtbarkeit mit viel Mais liegt bei den Kühen dann aber nicht an höherer Leistung, sondern daran, dass Mais östrogen wirksame Substanzen hat. Keine Hormone an sich, aber die setzen an den selben Rezeptoren an. Zysten, Stillbrunsten, instabile Gelbkörper sind dann die Folge.
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon joke31 » Mo Dez 12, 2016 8:34

Unsere Jungtieren (ausser kälber) und Trockensteher bekommen nur Grassilo ,das fressen die so von den packten ab ggf.noch Reste von den milchkühen
Kälber bekommen zweiten Schnitt Heu
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon LUV » Mo Dez 12, 2016 9:19

Ist denn shredlage da nicht auch hilfreich?
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon meyenburg1975 » Mo Dez 12, 2016 13:24

Das hilft aber nur in der Rohfaserfrage. ..
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon LUV » Mo Dez 12, 2016 13:37

meyenburg1975 hat geschrieben:Das hilft aber nur in der Rohfaserfrage. ..


Und damit doch auch in der Stoffwechselfrage, der Milchleistung etc. oder nicht?
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon Cheffe » Mo Dez 12, 2016 13:54

Also man muss da schon unterscheiden zwischen Rohfaser und Strukturwirksamkeit. Ein hoher Rohfasergehalt allein reicht ja nicht unbedingt aus. Vom Rohfasergehalt her ist der Silomais in unsern Breiten ja nicht schlecht. Jetzt mit der Shredlage oder früher Langschnitt (bei schlechterem Aufschluss) kommt ja auch die verbesserte Strukturwirksamkeit hinzu. Vereinfacht gesagt braucht es gewisse Mengen an längeren, stabilen Partikeln, um die Pansenmotorik zu stimulieren. Das kann auch mit hohen Maissilage Anteilen + Strukturausgleich in Form von Stroh o.ä. funktionieren. Es gibt durchaus funktionierende Rationen ganz ohne Grasanteile. Vor ein paar Jahren gab es in NL mal Betriebe, die auch die melkenden Kühe nur mit Stroh und Kraftfutter fütterten.
Man sieht: möglich ist vieles - letzten Endes kommt es drauf an, welche chemische und physikalische Beschaffenheit das im Pansen ankommende Material hat und nicht, wie die Pflanzen mal hießen, als sie auf dem Feld standen.
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Re: 90 % Maisfütterung beim Milchvieh

Beitragvon Einhorn64 » Mo Dez 12, 2016 15:28

LUV hat geschrieben:Ist denn shredlage da nicht auch hilfreich?
meyenburg1975 hat geschrieben:Das hilft aber nur in der Rohfaserfrage. ..

Falsch, die Rohfaser wird nicht durch die Häcksellänge verändert, die Struktur ändert sich- was noch wichtiger ist!
Shredlage kommt aus den USA, wo sehr Maisreiche Rationen gefüttert werden, und soll dort zu guten Ergebnissen geführt haben.
Hierzulande haben Maisreiche Rationen(>70% Grundfutter TM aus Silomais)meist recht geringe Fett% zur Folge,
Das gefütterte Gras/Heu sollte besser eher grob sein, also mit Grummet kann das idr. nicht gut gehen, dann besser Luzerne.
"Wer sich im Geschichtsunterricht gefragt hat, wie man in den 1930ern in kurzer Zeit so viel Hass säen konnte, der kann nun live zuschauen."
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