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Ausgetrockneter Boden nimmt weniger Wasser auf ?

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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35 Beiträge • Seite 3 von 3 • 1, 2, 3
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Re: Ausgetrockneter Boden nimmt weniger Wasser auf ?

Beitragvon lama-bauer » Do Aug 20, 2020 20:59

Nicht jeder ausgetrocknete Boden zerfällt beim Ackern.
Warum macht man sowas?
https://www.youtube.com/watch?v=Ppr-y8Ozdxw
lama-bauer
 
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Re: Ausgetrockneter Boden nimmt weniger Wasser auf ?

Beitragvon langholzbauer » Do Aug 20, 2020 21:21

Vielleicht dazu, dass heftige Niederschläge im gepflügten Boden versickern, statt in die angrenzenden Gräben abzufliessen?
Ich geh mal vorsichtig davon aus, dass sowas niemand aus Langeweile macht. :wink:
Da sind wir schon fast bei @ Winni.
Wenn auf ausgetrockneten hängigen Flächen ein kurzzeitiger intensiver Gewitterregen nieder geht, dann nimmt meist die frisch gepflügte Fläche mehr Wasser auf als die Stoppel- oder minimal bearbeitete Fläche daneben.
Auf letzteren ist eine Wassersättigung der Oberfläche schneller erreicht.
In Südsibirien wird der Schnee auf Dämme gehäufelt, damit das Wasser im Frühjahr schneller versickert, als es der Wind holt.
Bauer aus Leidenschaft für Land und Wald...
langholzbauer
 
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Re: Ausgetrockneter Boden nimmt weniger Wasser auf ?

Beitragvon AEgro » Do Aug 20, 2020 21:34

Ich geh davon aus, das ist in Italien.
Genauer in der Po-ebene, Flussmarsch, extren hoher Tongehalt.
Der trockene Boden wird so extrem hart, daß kein Wasser eindringen kann.
Das ist Sommer/Herbstfurche.
Über Winter regnets in dieser Region in Norditalien rel. viel.
Im Frühjahr bis zur Einsaat ( meist Mais ) sind die Brocken dann zerfallen.
Ich bin froh, daß ich solche Gewaltakte nicht brauche.
Gruß AEgro
Es gibt Tage, da komm ich einfach mit dem Kopfschütteln nicht hinterher !
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Re: Ausgetrockneter Boden nimmt weniger Wasser auf ?

Beitragvon Crazy Horse » Do Aug 20, 2020 22:47

Wini hat geschrieben:Ich kenne das Phänomen vom Bäume gießen und vom Pflügen.
Im ersten Fall nützt es nichts, den ersten Eimer Wasser rasch an den Baum zu schütten.
Das meiste Wasser läuft oberflächlich ab.
Wenn Du den ersten Eimer Wasser langsam in den Boden um den Baum eindringen
lässt, kannst Du die folgenden Eimer in schneller Reihenfolge gießen, ohne das etwas weg läuft.

Im Falle des Pflügens staubtrockener Böden bemerke ich schon seit vielen Jahren, daß diese
trockenen Böden selbst heftigsten Landregen problemlos und ohne Bodenverlust schlucken.
Dagegen wird auf den Nachbarfeldern mit flacher Bodenbearbeitung nur die oberste Schicht
feucht und ein großer Teil des Regens landet samt feinen Bodenanteilen im nächsten Graben.
Trotz der hohen Wasseraufnahme ist übrigens das gepflügte Feld schneller wieder
für den nächsten Arbeitsgang, bspw. Aussaat befahrbar.
Das sieht man übrigens gerade jetzt bei der Raps-Saat sehr schön.

Ich denke das hängt wohl mit dem Porenvolumen des trockenen Bodens zusammen.

Die flache Bodenbearbeitung verstärkt meiner Meinung nach das oberflächlich Wasser-Abfluß-Problem
noch, weil eine geringere Wasseraufnahmefähigkeit im Vergleich zum gepflügten Feld gegeben ist.

Gruß
Wini



Offensichtlich habt Ihr doch deutlich bessere Böden als wir. Hier käme keiner auf die Idee, unsere flachgründigen Muschelkalkböden (mit hohem Tongehalt) im Sommer zu pflügen. Die meisten rutschen zwar dennoch mit ihrem Grubber auf den Äckern rum, sobald es mal regnet, aber vor Mitte September macht eine Bodenbearbeitung eigentlich keinen Sinn, wenn man nicht unbedingt im August noch Raps oder Zwischenfrüchte säen will.
Und gerade auf den Tonböden muss es schon extrem viel regnen, wenn es da mal Erde wegschwemmen soll. Das ist etwas ganz Anderes als auf den schluffigen Lössböden, die in der Tat schnell zumachen und verschlämmen.

Ich hab in meinem Garten einen sehr schweren Tonboden, der nach Möglichkeit nicht austrocknen soll, weil er dann knochenhart wird und die Pflanzen keine Nährstoffe mehr aufnehmen können. Seit ich aber die Tomaten- und Paprikabeete mit Weißklee eingesät und die Pflanzstelle für die Nachtschattengewächse lediglich mit einem Spaten ausgestochen hab, brauche ich deutlich weniger Wasser, bzw. die Pflanzen halten viel länger durch bis sie Wassermangelsymptome zeigen.
Ich gieß übrigens immer ohne Brause, aber das Wasser sickert ein wie nichts. Da läuft rein gar nichts oberirdisch ab, trotz 25% Gefälle

Das beste für einen Tonboden ist, wenn er ständig bewachsen ist. Es ist zwar richtig, dass er im Bearbeitungshorizont mehr Wasser speichern kann, wenn man ihn fein macht und gut rückverfestigt, allerdings fehlt das Wasser dann in den tieferen Schichten - dort wo die Pflanzen letztendlich reinwurzeln sollen. Und wenn auf dem Boden noch reichlich gut verhäckseltes Stroh und Spreu liegt, dann ist das auch ein guter Verdunstungsschutz.

Und ja, der Boden trocknet dort am stärksten aus, wo er am schlechtesten durchwurzelt ist und die wenigsten Nährstoffe und Humus besitzt. Diese Aussage von T5060 kann ich vollauf bestätigen. Wir brauchen gute Stroherträge, um die Fruchtbarkeit unserer Böden zu erhalten. Die gibt's aber nicht mit einer stark reduzierten N-Düngung.
Crazy Horse
 
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Re: Ausgetrockneter Boden nimmt weniger Wasser auf ?

Beitragvon Wini » Fr Aug 21, 2020 20:42

lama-bauer hat geschrieben:Nicht jeder ausgetrocknete Boden zerfällt beim Ackern.
Warum macht man sowas?
https://www.youtube.com/watch?v=Ppr-y8Ozdxw


Ich finde das genau richtig, was da vermutlich im trockenen Italien gemacht wird, um den Boden wie zu reaktivieren.
Durch Tiefpflügen kommt wieder Sauerstoff an die Krume und selbst Starkregen kann vom Boden wieder aufgenommen
werden, statt auf der festen Oberfläche in den nächsten Graben zu fließen.
Ich habe übrigens im Anschluß mit der Cambridge-Walze den dicken Brocken nochmal ordentlich eins auf den Kopf gegeben.
Ist bekannt wie der Italiener im weiteren den tiefgepflügten Boden bearbeitet ?

Ich pflüge heuer den trocken Boden übrigens extra tief, weil der Hauptkostenfaktor Diesel im Preis um fast 25% gefallen ist.
Raps ist nämlich eine Mimose, die von einer tiefen Pfahlwurzel profitiert.
Da genügt es einfach nicht, nur oberflächlich zu lockern und eine Stroh-Lehm-Knetmasse mit Samenkörnern darin zu schaffen.
Die wächst die Wurzel nach 10cm Tief nur in die Quere und hat bei der ersten Trockenheit im Frühjahr schone Probleme
an genügend Feuchtigkeit zu kommen.

Ein Pflug-Bauer der am Tode lag,
rief seine Kinder an und sprach:
„In unserm Acker liegt ein Schatz,
pflügt nur danach!“-„An welchem Platz?“
schrie alles laut den Vater an.
„Pflügt nur!“ O weh! da starb der Mann.
Kaum war der Alte beigeschafft,
so pflügte man nach aus Leibeskraft.
Mit Hacke, Karst und Sparten ward
der Acker um und um geschart.
Da war kein Kloß, der ruhig blieb;
man warf die Erde gar durchs Sieb
und zog noch Harken kreuz und quer
nach jedem Steinchen hin und her
Allein, da ward kein Schatz verspürt,
und jeder hielt sich angeführt.
Doch kaum erschien das nächste Jahr,
so nahm man mit Erstaunen war,
daß jede Ähre dreifach trug.
Da wurden erst die Söhne klug
und pflügten nun jahrein, jahraus
des Schatzes immer mehr heraus


Gruß
Wini
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