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Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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65 Beiträge • Seite 4 von 5 • 1, 2, 3, 4, 5
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon Paule1 » Fr Nov 04, 2016 12:40

Hab gestern erfahren

CETA ist gut für die Landwirtschaft

Der Brexit ist schlecht für die Landwirtschaft
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon Manfred » So Nov 13, 2016 8:19

Ich habe mal wieder ein paar Zahlen für die Freunde der Freihandelsabkommen.
Aus Jim Howell: For the Love of Land - Global Case Studies of Grazing in Nature´s Image (ISBN 978-1-4392-1610-1)

Betrieb Michael Cauglan, New South Wales, Australien.
Hautbetrieb: Tarabah, Fläche 18200 ha, durchschnittlicher Jahresniederschlag 430 mm
Nebenbetrieb: Moombril, Fläche 2400 ha, durchschnittlicher Jahresniederschlag 750 mm
Gesamt Viehbesatz 2001: 2000 Mütterkühe + Kälber, 2000 Jährlinge (Färsen und Ochsen), 8000 Schafe
Arbeitskräftebesatz: Hauptbetrieb 2,5 AK (er, ein Angestellter, seine Frau), Nebenbetrieb 0,5 AK (eine Halbtagskraft, die 1000 Mütterkühe und Kälber und 1000 Stück Jungvieh betreut)
Managementsystem: Holistic Planned Grazing, keine Futterkonservierung, nur Weide
Subventionen: 0

Direktkosten pro kg Rind-Lebendgewicht Stand 2001 (inkl. der Lohnkosten und der Privatentnahme für Lebenshaltungskosten der Familie): 0,075 US$ je lb (englischem Pfund) Lebendgewicht
Pachtansatz für Eigenland (die Flächen sind komplett im Eigentum): 0,12 US$ je lb Lebendgewicht.
Ergibt Vollkosten von 0,195 US$ je lb Lebendgewicht.
Verkaufspreise der letzten Jahre: 0,4 bis 0,5 US$ je lb Lebendgewicht.
Macht einen Gewinn nach Vollkosten (!) von 0,2 bis 0,3 US$ je lb.

2006, beim zweiten Besuch, hatte er den Hauptbetrieb durch Zukauf um weitere 2000 ha vergrößert.
Die Schafe hatte er raus geworfen und seinen Arbeitnehmer auf dem Hauptbetrieb (den brauchte er hauptsächlich für die Schafe) entlassen.
Dafür sind je weitere 1000 Mutterkühe, Kälber und Jährlinge dazu gekommen.
In Summe beider Betriebe also ca. 3000 Kühe, 3000 Kälber, 3000 Jungrinder mit 2 AK.
Die Vollkosten inkl. Lebensunterhalt der Familie je kg Rindfleisch waren gleich geblieben (0,195 US$ je lb), die Rinderpreise sind aber auf 0,8 US$ je lb gestiegen, was den Gewinn nach Vollkosten auf 0,6 US$ je lb erhöht hat.

Viel Spaß beim Konkurrieren in einem offenen Markt...
Zuletzt geändert von Manfred am So Nov 13, 2016 8:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon Paule1 » So Nov 13, 2016 8:47

Ich dachte CETA ist mit Australien :?:
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon Manfred » So Nov 13, 2016 8:51

Es geht mir um Freihandelsabkommen allgemein. Ist ja nicht so, als würde die EU nur mit Kanada verhandeln.
TTIP liegt jetzt mal 4 Jahre auf Eis, bevor es dort weiter geht. Und die Amis lassen ihr Pazifik-Abkommen auch nicht auf Dauer schlafen, was dann natürlich nach sich zieht, dass wir auch eines brauchen.

Aber egal mit welchem der echten Agrarstaaten wir uns vergleichen: Wir haben mit unseren Voraussetzungen keinerlei Chance in der Urproduktion zu konkurrieren.
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon ExLW » So Nov 13, 2016 11:14

Manfred hat geschrieben:Aber egal mit welchem der echten Agrarstaaten wir uns vergleichen: Wir haben mit unseren Voraussetzungen keinerlei Chance in der Urproduktion zu konkurrieren.


So ist es.
Das Negative wird durch die Politik kaschiert, und auch noch als Gut hingestellt. Man reibt sich ständig die Augen.
Der Unbekannte Steuerzahler wird in schamloser Weise zur Ader gelassen, um die Klientel der Politiker mit Dauersubventionen über Wasser zu halten. :regen:
Der Kern des Marktes wird dadurch völlig unsichtbar; wir wissen bruchstückhaft welche Produktionen tatsächlich wettbewerbsfähig sind.
Allerdings, man muss gerecht bleiben: Die Landwirtschaft ist kein Einzelfall. Finanzieller Aderlass als Nebenwirkung des real aktiven Sozialismus ist typisch geworden für diese Republik.

Mir fällt da wieder ein Beispiel ein: Ein Großkraftwerk (Kohle, klar, und richtig so) liefert die Energie für Tomaten unter Glas. Die beiden Unternehmer bauen alle paar Jahre mit ihren Gewinnen einen weiteren Hektar dazu. Durch die Klima- und Lichtverhältnisse mutet es einen an, als wäre man in einer anderen Welt. Man fährt völlig unaufgeregt mit Fahrrädern von Abteil zu Abteil. Das ist wettbewerbsfähiges subventionsfreies Unternehmertum in Deutschland (natürlich nehmen die die Politgeschenke nebenher auch alle mit, da wären sie ja schön blöd).

Die Wissenschaft schläft auch vor sich hin, bzw. profitiert selbst am meisten von der systematischen Verbiegung der Marktwirtschaft.

Völlig unverständlich, warum Steuerzahler als größte soziale Gruppe in der Republik, keine wirkliche, d.h. mächtige und durchschlagskräftige Lobby haben.
Sie anvertrauen der Politik jedes Jahr 630 Mrd. EUR, ohne auch nur zu fragen, was die damit machen? Wie naiv ist das denn?
Von seiner Repräsentanz her müßte ein solcher Bundesverband dreimal so mächtig sein wie die Waffenlobby in den USA, oder?

Eigentlich sollte man sich Sonntags ja nicht aufregen, aber bei der Steilvorlage von Manfred .... :prost:

P.S.
[Der Bund der Steuerzahler hat noch keines der vielen Leistungsgesetze, das massiv gegen die Interessen der Steuerzahler gerichtet sind, verhindert - jedenfalls habe ich noch nie davon gehört, dass die das jemals versucht oder gewollt hätten; die rechnen immer nur nach, wo es Verschwendung im Rahmen gültiger Gesetze gab; das interessiert doch nur am Rande, die glänzen als Ersatz-Rechnungshof]
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon Manfred » So Nov 13, 2016 17:50

Ich werde aus deinen Beiträgen nicht ganz schlau. Was ist denn dein Standpunkt? Alle Ausgleichszahlungen und Subventionen in D streichen und schauen, was von der Landwirtschaft übrig bleibt? (Bei dem Tomaten-Anbauer wären auch die Investitionshilfen und Energiepreis-Effekte zu prüfen. )

Was ist dann mit Versorgungsicherheit, Landschaft, Tourismus, Naturschutz, finanzieller Situation des ländlichen Raums etc. etc.?
Zählt für dich wirklich nur, jetzt und evtl. die nächsten Jahre mögl. billig essen zu können, ohne Rücksicht auf Verluste bei allem anderen, was damit zusammenhängt?
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon ExLW » So Nov 13, 2016 19:27

Manfred hat geschrieben:Ich werde aus deinen Beiträgen nicht ganz schlau. Was ist denn dein Standpunkt? Alle Ausgleichszahlungen und Subventionen in D streichen und schauen, was von der Landwirtschaft übrig bleibt?
Was ist dann mit Versorgungsicherheit, Landschaft, Tourismus, Naturschutz, finanzieller Situation des ländlichen Raums etc. etc.?
Zählt für dich wirklich nur, jetzt und evtl. die nächsten Jahre mögl. billig essen zu können, ohne Rücksicht auf Verluste bei allem anderen, was damit zusammenhängt?


Neinnein, omg, Du hast mich wirklich falsch verstanden.
Nur wir beide hier im Forum sehen das so, dass Deutschland kein Agrarstaat ist, und er mit Urproduktion nicht wettbewerbsfähig sein kann?
Der Mainstream (= Mehrheit) widerspricht dieser These heftig und handelt entsprechend.
Wie kann die Politik die passenden Massnahmen finden oder gar erlassen, wenn sie sich über die Ziele nicht klar ist?
Und keine Grundsätze hat, die abgeleitet sind von den Realitäten?

Wenn man diese Ansicht der Politik nicht teilt, dann hält man z.B. eine auf Massenproduktion ausgerichtete Exportstrategie nicht für vernünftig.
Aber genau das passiert mit unserer Überproduktion, und muss auch, sonst wird der Preisdruck noch größer. Der Grundsatz der Politik ist: produzieren, was immer nur geht, und verkaufen auf dem Weltmarkt, wir schaffen das!
Die sehen den Agrarsektor als schieren Wachstumssektor. Ich nicht. Das ist ein fundamentaler Unterschied.

Und genau dadurch hast Du die Ergebnisse und Folgen, für Umwelt , Natur, den durch Bebauung und Versiegelung immer weniger werdenden offenen Raum, und nun auch für die Gesellschaft, die das Tun im Agrarsektor hinterfragt, und bestimmte Beobachtungen nicht mehr hinnehmen will, siehe Proteste gegen Neubau großer Ställe. Gegen den Neubau eines Autowerkes würde niemand protestieren; da würden ja auch Tausende Arbeit finden. In einem 10.000er Schweinestall: Kein meßbarer Beitrag am Arbeitsmarkt. Und wenn, dann so billig wie geht. Um einen Stall in Betrieb zu halten, braucht man keine Ingenieure.

Ich will nicht provozieren, aber wenn man die Fleischpreise in Argentinien sieht, und die Produktionskosten daneben hält, dann sieht man einen Zusammenhang. Wir essen noch nicht mal billig, aber dem will ich nicht das Wort reden. Wenn TTIP nicht kommt, bleiben die Importzölle und mini-Quoten wie sie sind, und viele Bauern werden die Rindfleischmast als weitere Ausbaustufe ihrer politikgewollten Expansionsstrategie in den Betrieben sehen. Noch mehr vom Gleichen ist das Ergebnis. Wachsen oder weichen, uraltes bekanntes Muster.

Eine andere Politik könnte durch Weggfall der Subventionen wenigstens zeigen, dass sie das freeridertum nicht unterstützt. Verbieten ist auch für mich kein Weg, aber subventionieren ist falsch.
Aber die Politik entscheidet wie immer. 100 Mio. € im Investitionsförderung des Steuerzahlers zum Bau .... neuer Ställe. Es bleibt alles beim alten.
Das ist so gewollt. :(
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon KarlGustav » So Nov 13, 2016 20:00

ExLW hat geschrieben:Eine andere Politik könnte durch Weggfall der Subventionen wenigstens zeigen ....
:(


Das wäre ein höchst schön aussehender Zeiger!
Karl
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon elchtestversagt » So Nov 13, 2016 20:51

Ich kann auch Auto fahren....
Der Artikel aus Australien ist Kaffeesatzleserei.
Denn es fehlt eine Komponente: Wieviel Pfund Rindfleisch verkauft der Betrieb denn Jährlich?
Wenn es nur 10000 Pfund sind, dann ist das auch nicht ganz viel Moos in der Tasche.
In Australien kann man sogar Weizen mit einem zehntel der Kosten produzieren wie wir hier, dafür brauchen wir aber nur ein fünftel der Fläche und der Ertrag ist hier sogar sehr sicher.

Auch wenn es einige hier nicht wahr haben wollen, in der Schweinemast und in der Geflügelhaltung sind ( nein, besser währen) wir Weltmarkfähig.
Denn wir holen die hohen Pachtansätze, die hohen Lohnkosten u.a. dadurch wieder raus, weil wir sehr effizient ( Futterverbrauch, Zunahmen, Verluste in allen Produktionsstufen u.a.) Fleisch produzieren können.

Und btw, bei Schwein und Geflügel gibt es keine Subventionen.
Als Gewerblicher Schweinemastbetrieb habe ich 0 Euro Subventionen pro Jahr, 0,00000000000 ( weil keine Flächen).
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon elchtestversagt » So Nov 13, 2016 21:03

Nachtrag: Die Landwirtschaftshasser geben wieder alles....
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 21091.html

I
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon Manfred » So Nov 13, 2016 22:31

Die Zahlen kannst du doch leicht überschlagen.
3000 Kühe. Angenommen 80% verkauften Masttiere pro Jahr sind 2400 Stück.
900 lb Lebendgewicht (die arbeiten mit kleinen, effektiven Rindern) macht 2,16 Mio. lb.
Das waren dann 2006 1,3 Mio. US$ Gewinn + 0,26 Mio. Pachtanspruch, also 1,56 Mio. US$ unter dem Strich.
2001 wären es unter der Annahme, es waren statt der Schafe auch Rinder gewesen und davon ein paar weniger
z.B. 2700 x 900 x 0,8 x (0,25 + 0,12) = 0,72 Mio US$

2006 mag ein Ausnahmejahr gewesen sein, aber selbst in den durchschnittlichen Jahren (vor 2001) 50 bis 60% des Umsatzes als Gewinn nach Deckung der Vollkosten (inkl. Pachtanspruch) einzustecken, wer schafft das hierzulande?
Die meisten Betriebe in D kriegen doch trotz Ausgleichszahlen und Investitionsförderung nicht mal die Vollkosten rein und können sich dann überlegen, ob sie sich die Kapitalverzinsung oder die Arbeitszeitentlohnung schönrechnen wollen.
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon elchtestversagt » Mo Nov 14, 2016 8:04

Nimm mal 50% Verkaufsquote an....Da liegst du besser dran.
Und dann kommt noch hinzu: Masse macht Gewinn.
Bei 1500 verkauften (Mast-)Bullen in Deutschland p.a. kann man hier auch von leben.
Zudem, hier in Deutschland bräuchte der Betrieb doch schon min. 3 AK alleine um das Bestandsregister in Ordnung zu halten und Ohrmarken ein zu ziehen respektive Kontrolle ob alle Tiere Ohrmarken haben ( ansonsten werden die von den Behörden entsorgt)..
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon Manfred » Mo Nov 14, 2016 11:03

Da hat du recht. Ich habe die Altkühe nicht separat aufgeführt.
Er schreibt zu 2001, sie kalkulieren mit gut 80% erfolgreich aufgezogenen Jährlingen.
Da alle Kühe ohne Kalb aussortiert werden, wären knapp 20% Remontierung + evtl. 10% aus anderen Gründen oder Verluste.
Dann wären wir bei 50% verkauften Jährlingen + 25 bis 30% Altkühe.
Ich weiß nicht, wie die Kuhpreise in Australien sind. Bei Laster (USA) habe ich gelesen, dass er wegen der hohen Altkuhpreise lieber Kühe als Färsen verkauft und deshalb jede taugliche Färse aufstellt. Wobei der als Top-Zuchtbetrieb vermutlich auch gut Kühe zur Weiterverwendung verkaufen kann. Ist aber auch schon wieder einen ältere Info. Inzwischen haben die ja auch vom Verschiffen in den Feedlot auf Weidemast umgestellt und eine eigene grass finished beef Marke in die Supermärkte gebracht.

Der entscheidende Unterschied ist nicht, ob man davon leben kann, sondern wie wirtschaftlich die Sache ist.
Man kann auch gut davon leben, wenn man unter dem Strich seine Vollkosten rein kriegt. Aber derjenige, der die Hälfte seines Umsatzes nach Vollkosten übrig hat, kann ungleich schneller Wachsen, den anderen das Land wegkaufen, weitere Einkommensquellen erschließen. Gegen solche Mitbewerber ist ersterer auf Dauer völlig chancenlos.
Genau wie ein Handwerker, der sich im Leben ein oder zwei Häuser erwirtschaftet, wirtschaftlich keinerlei Chance gegen einen Milliardenerben hat, der alleine aus den Zinsen 50 Häuser im Jahr hinstellt oder kauft. Wenn er keine Häuser mehr zum Einsacken findet, dann schraubt er halt die Preise so weit hoch, dass der Handwerker gar keines mehr kriegt.
Beides führt dazu, dass die Schwere sich immer weiter öffnet und am Ende wenige alles haben und die anderen gar nichts mehr. Da kannst du so fleißig sein und so gut wirtschaften, wie du willst. Wenn dein Mitbewerber nach anderen Regeln spielt, bist du unterlegen.
Es muss also entweder in unregelmäßigen Umständen mit einem lauten (und in der Regel blutigen) Knall umverteilt werden oder, oder wir kriegen Regeln hin, die den Markt und das Eigentum in einer gewissen Bandbreite halten. Ein notwendiger Baustein in diesem Regelwerk wäre hält, die heimischen Produzenten gegen übermächtige Konkurrenz aus dem Ausland zu schützen.
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon elchtestversagt » Mo Nov 14, 2016 12:31

Jein. Der Handwerker kann selber auch einen guten Lebensstandart haben, aber wenn der Handwerker all seine Einnahmen teuer versteuern muss und dazu noch ein Mietrecht hat, welches ihm selber keine Hoheitsrechte mehr über seine Häuser einräumt, während der Millardär garkeine Steuern bezahlt, weil er im Ausland seine Holding hat und hier auf Einkünfte wenn überhaupt nur Körperschaftssteuer und anfallende Gewerbesteuer zu zahlen hat, dann stimmt deine Rechnung, der Handwerker kann dem Reichen niemals das Wasser reichen...
Und so ist das in der Landwirtschaft genau so.
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon Manfred » Mo Nov 14, 2016 12:45

Was du schreibst, kommt noch zusätzlich dazu.
Ein Amazon-Investor, der auf seinen Gewinne 1% Gewerbesteuer in Luxemburg und dann evtl. noch 5% Einkommensteuer in irgendeiner Steueroase bezahlt, ist einem selbständigen Buchhändler, der brav in D seine Einkommensteuer bezahlt einfach hoffnungslos überlegen, weil er selbst ohne die Mengenvorteile im Einkauf etc. jedes Jahr prozentual viel mehr seines Einkommens nach Steuer übrig hat, die er wieder reinvestieren kann.

Aber zurück zur Landwirtschaft:
Laut aktueller Meldung von topagrar haben die Futterbaubetriebe im Wirtschaftsjahr 2015/2016 im Schnitt nicht mal 50% ihrer notwendigen Faktorenvergütung (Arbeitszeit, Eigenkapitalverzinsung, Pachtanspruch für Eigenland) erwirtschaftet:
http://www.topagrar.com/news/Home-top-N ... 02754.html
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