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Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon Manfred » Di Nov 15, 2016 11:04

elchtestversagt hat geschrieben:Jein. Der Handwerker kann selber auch einen guten Lebensstandart haben...


Nochmal dazu. Das ist ein Zustand, der sich in einer derart ungleichen Gesellschaft nur schwer aufrechterhalten lässt.
Die USA sind da ja schon weiter als wir. Dort sind schon deutliche größere Teile der ehemaligen Mittelschicht unter die Räder gekommen.
Aber auch bei uns ist dieser Prozess im vollen Gang. Die Einkommensgrenze, ab der noch etwas vorwärts geht für die Betroffenen, schiebt sich prozentual in der Bevölkerung immer weiter nach oben.
Das wird derzeit noch durch 2 Effekte stark kaschiert. Zum einen, weil das böse Erwachen aufs Rentenalter verschoben wird, wo dann das Einkommen wegbricht, weil nicht ausreichend vorgesorgt werden konnte. Und zum anderen die geringe Kinderzahl, die dazu führt, dass viele erhebliche Beträge erben und so in Summe gut vorwärts kommen, obwohl ihre eigene wirtschaftliche Leistung das nicht mehr zulassen würde.

Am ehesten lässt sich das gefühlte Vorwärtskommen der Handwerkerschicht stabilisieren, solange es ein echtes, d.h. inflationsbereinigtes Wirtschaftswachstum gibt. Und damit meine ich die echte Inflation inkl. Immobilien etc. und nicht diesen zweifelhaften Warenkorb, nach dem die offiziellen Zahlen ermittelt werden.
Solange das anhält, wächst zwar das Vermögen oder Reichen trotzdem prozentual (nicht nur absolut) schneller als das der Handwerker, es geht aber für den Handwerker noch so lange vorwärts, wie die Reichen nicht den kompletten Zuwachs alleine abschöpfen.
Ein dauerhaftes echtes Wirtschaftswachstum ist aber völlig illusorisch. Das würde eine exponentielle Kurve ergeben, d.h. der tatsächliche Zuwachs müsste wegen des wachsenden Ausgangsvolumens jedes Jahr größer ausfallen, um den prozentualen Zuwachs stabil zu halten. D.h. es müssen noch mehr Waren produziert und konsumiert und noch mehr Dienstleistungen nachgefragt werden. Die Wirtschaft müsste wuchern wie ein Krebsgeschwür.
Bei der Wirtschaft ist das aber wie in der Biologie. Der Krebs kann nur begrenzte Zeit wuchern. Irgendwann geht der Organismus daran kaputt.
Und dann kommen wir in Phasen wie jetzt, wo Wachstum nur noch durch Inflation vorgegaukelt werden kann. Dann ist Schluss mit dem Vorwärtskommen der Mittelschicht. Das Geld der Reichen muss irgendwie investiert werden. Da die Menge an Sachwerten begrenzt ist, steigen die Preise für Boden, Häuser etc. schneller als das Einkommen zunimmt.
Für junge Leute, die mit wenig oder nichts anfangen, wird es dann immer schwerer, zu Eigentum zu kommen und sich ein Vermögen aufzubauen. Dazu die viel höhere Steuerlast für die Fleißigen im Vergleich zu den geringen Steuern für die Habenden. Das erschwert den Aufstieg durch eigenen Fleiß massiv, während das Vermögen der Reichen munter weiter wächst.
Unsere "Volksparteien" klammern sich noch daran, den Zustand mögl. lange stabil halten zu können und verweigern jeden grundlegenden Eingriff, der die Umverteilung von unten nach oben umkehren würde.
Es wird nicht mal nennenswert gebremst. Der Laden wird sehenden Auges gegen die Wand gefahren.
Und je länger man wartet, desto wahrscheinlicher wird der soziale Knall und umso drastischer werden die nötigen Maßnahmen um ihn zu verhindern.
Aktuell wäre noch viel durch Verbesserungen im Steuersystem und im Eigentumsrecht zu erreichen. Es müssten alle Einkommensarten und Unternehmensformen zumindest gleich besteuert werden. Wenn man tendenziell mehr kleine und mittlere Unternehmen wollte, müsste man die großen wegen ihrer Wettbewerbsvorteile stärker belasten.
Und wir brauchen eine Methode, die Akkumulation gigantischer Vermögen über Generationen zu unterbinden. Dazu gibt es verschiedene Ansätze. Man könnte mit einer Vermögenssteuer arbeiten, die umso höher wird, je höher das Vermögen wird, und die das Wachstum von Megavermögen ausbremst oder sie sogar wieder abschmilzt. Oder man könnte die Erblasser von Megavermögen dazu zwingen, diese im Erbfall auf eine größere Zahl von Personen zu verteilen, indem man die Summe begrenzt, die ein einzelner Mensch in seinem Leben durch Erbe oder Schenkung erhalten darf. Würde man da z.B. eine Grenze von 50 oder 100 Mio. einziehen, dann müssten Milliardäre ihr Erbe entsprechend aufteilen auf beliebige Menschen ihrer Wahl, oder alles, was sie nicht selbst verteilen, würde an den Staat zurück fließen, wenn die Erben der gesetzlichen Erbfolge ihr Limit ausgeschöpft haben.
Auf welche Art auch immer, irgendwie müssen die wieder auf den Boden geholt werden, die durch ihr krebsartiges Vermögenswachstum allen anderen die Luft und die Entwicklungsmöglichkeiten nehmen.
Und findet sich dafür keine zivilisierte Lösung, dann passiert es irgendwann durch Gewalt.
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon elchtestversagt » Di Nov 15, 2016 11:41

Nochmal, ist das denn nicht so gewollt?
Sehr hohe Vermögen können auch ganz schnell umgeswitcht werden, und Vermögenswerte wie Firmeneigentum u.a. ( unter anderem Landwirtschaft) wenn die über Gebühr belastet werden wird Garnichts mehr gemacht, Konsequenz Arbeitsplatzabbau ohne Ende ( ist mit dem Kündigungsschutz dasselbe- folge Leiharbeit).
Wenn man grosse Summe vererben will geht das heute schon ganz easy über Stiftungen.
Mein Banker sagt immer " Geld ist wie ein scheues Reh"...Das sagt schon alles aus, ebend nicht "greifbar" ( warum wohl das ganze gezetere um die Bargeldabschaffung...).
Unser Grundproblem ist mehrschichtig: Erstens gibt es kein Investitionsmut mehr ( viel zuviele Auflagen in Ldw. als auch Industrie), es gibt keinen Forschungsmut mehr ( zuviele Auflagen), es gehen immer mehr Menschen in "Unproduktive Wirtschaftsformen" wie Verwaltung, Beamtung.
Wo aber nichts "greifbares" produziert wird kommt auch keine Kohle an sich rein.
Aus diesen, aber auch aus weitaus mehr Gründen können die Leute kein Geld mehr ausgeben, weil die Gemeinkosten deutlich schneller steigen als die "Warenkorbkosten", aus denen die Inflation berechnet wird.
Selbst wenn es in den nächsten 10 Jahren jedes Jahr Lohnsteigerungen um 5% gibt kann das nicht ausgeglichen werden.
Und da schliesst sich der Kreis dieses Threads und auch anderer: Wo sollen die Leute 30% mehr Geld herbekommen, wenn die grünen Spinner nur die Landwirtschaft ganz auf ethisch-Bio-Dynamische Landwirtschaft umstellen wollen?
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon LUV » Di Nov 15, 2016 11:48

ExLW hat geschrieben:

Mir fällt da wieder ein Beispiel ein: Ein Großkraftwerk (Kohle, klar, und richtig so) liefert die Energie für Tomaten unter Glas. Die beiden Unternehmer bauen alle paar Jahre mit ihren Gewinnen einen weiteren Hektar dazu. Durch die Klima- und Lichtverhältnisse mutet es einen an, als wäre man in einer anderen Welt. Man fährt völlig unaufgeregt mit Fahrrädern von Abteil zu Abteil. Das ist wettbewerbsfähiges subventionsfreies Unternehmertum in Deutschland (natürlich nehmen die die Politgeschenke nebenher auch alle mit, da wären sie ja schön blöd).



Äääh, Kohlesubventionierung ist bekannt? :roll:
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon Manfred » Di Nov 15, 2016 13:50

elchtestversagt hat geschrieben:Mein Banker sagt immer " Geld ist wie ein scheues Reh"...


Darüber kann ich nur noch lachen. Ein wirkliches Übel, dass sich dieser Spruch in den Köpfen hält. Und wie gefeiert wird, dass Politiker sich die Nadel anstecken, sie hätten ausländische Großinvestitionen ins Land geholt. Als ob die nicht investieren würden um am Ende mehr Geld abzuziehen als sie rein gesteckt haben.
Kapital gibt es wie Sand am Meer und es wird ständig und fast schon verzweifelt nach Möglichkeiten gesucht, es irgendwo gewinnbringend unterzubringen.
"Unsere" Konzerne zu finanzieren ist doch nicht das Problem. Wenn ich mir all die Altersvorsorge-Milliarden ansehe, die in absehbar wertlosen und keinen Gewinn bringenden Staatsanleihen stecken, davon könnte man schon anständige Anteilspakete an den "deutschen" Aktiengesellschaften kaufen.

Was genau wäre denn so schlimm daran, wenn ausländische Großinvestoren ihre Milliarden aus D abziehen würden? Dann würden allenfalls die Aktienkurse fallen und die Deutschen könnten "ihre" Unternehmen zu günstigen Preisen zurückkaufen.
Wenn ich Zahlen lese, dass vom neu geschöpften Geld nur noch 4% in der Realwirtschaft landen und der Rest für irgendwelche Börsenwetten eingesetzt wird, wie soll ich dann noch an einen Mangel an Kapital glauben und daran, dass dieses scheue Reh um jeden Preis im Land gehalten werden müsse?
Das zeigt nur, dass wir in Kapital ersaufen und dass wir dringend eine saubere Trennung zwischen Realwirtschaft und dem Glücksspiel mit Hebelpapieren etc. bräuchten. Meines Erachtens sollten an den Börsen nur Leute unterwegs sein, die an einer langfristig positiven Entwicklung der Unternehmen interessiert sind und entsprechend langfristige Anlagehorizonte haben, oder die als Lieferant oder Abnehmer aktiv im Rohstoffgeschäft tätig sind. Alles andere gehört ins Spielkasino und sollte als Glücksspiel besteuert werden.
"The man who reads nothing at all is better educated than the man who reads nothing but newspapers." Thomas Jefferson
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Re: Ceta-Pro+Kontra Ldw.

Beitragvon LUV » Di Nov 15, 2016 15:01

Die niedrige Investitionsquote der deutschen Wirtschaft zeigt aber, daß irgendetwas im System faul ist. ....
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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