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Distel im Biolandbau

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon Lorch » Di Aug 29, 2017 20:14

Hallo zusammen,
meine Erfahrungen, was bei Disteln hilft, ist einmal, dass der Bestand der Feldkultur möglichst dicht ist. Nichts fördert sie mehr, als wenn sie Licht hat u. Zeit zum Wachsen. Deshalb ist es besonders bei Kulturen die lange auf dem Acker stehen, wie Körnermais, wichtig, dass sie dicht stehen. Was noch hilft, ist eine dichte, mastige, schnell wachsende Zwischenfrucht. Ich habe da gute Erfahrungen mit einem Gemenge aus Futtererbsen u. Ölrettich gemacht. Wenn die Zeit nichtmehr reicht od. das Wetter zu trocken ist, reduziert natürlich auch eine Unkrautkur mit alle 10 Tage grubbern die Disteln. Ein zweijähriges Kleegras hilft natürlich am Besten.
Dann noch heico, diese Wegwarte, ist das eine anspruchsvolle Pflanze, die nur mit ausreichend Stickstoff diesen Massenwuchs hat, od. wächst die auch mit weniger Nährstoff?

Gruß
Lorch
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon heico » Di Aug 29, 2017 20:32

Die Wegwarte ist sehr anspruchslos, aber bei uns hatte sie Düngung aus dem 2-jährigen Klee als Vorfrucht.
Durch die nicht so üppigen Früchte sind die Disteln durchgewachsen und konnten sich entfalten bis zur Handhacke.
Bei der Wegwarte war für die Distel nix zu holen. Da konnten sie nicht mithalten.

Erstmal bin ich mit der Wegwarte in so weit beschäftigt, dass ich die Samen ernten will.
Mal sehn was sie so an Ertrag bringt und wie teuer das Saatgut wird.
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Distel und die Wissenschaft

Beitragvon adefrankl » Di Aug 29, 2017 22:34

heico hat geschrieben:Die Distel steht schon immer im Mittelpunkt der Betrachtungen bei Bioanbau.
Leider ist es der Wissenschaft in den letzten 30 Jahren nicht gelungen, uns in der Praxis zu helfen.
Dagegen gibt es jede Menge Veröffentlichungen über Disteln, aber nicht wie man sie in Schach hält.

Nachdem ich mich um viele "Unkräuter" kümmere, bin ich sicher, dass die Distel uns was mitteilen will, aber wir wissen noch nicht was es ist. Wenn wir es wissen, dann hat ihr letztes Stündchen geschlagen. :mrgreen:
Wahrscheinlich geht es um die natürliche oder auch selbst beeinflusste Bodenfestigkeit im Untergrund.

Also das stimmt einfach nicht, dass die Wissenschaft nichts gegen die Disteln gefunden hätte. Da gibt es sehr wirksame Mittel wie 2,4D, Clopyralid, Florasulfam, Aminopyralid, Tribenuron und einige weitere. Eine Distelbekämpfung mit diesen Stoffen stellt auch keine Gesundheitsgefahr dar.
Es ist nur so, dass die Bioanbauer oder teilweise auch nur deren Kunden diese Möglichkeiten ablehen, weil sie einer irrationalen Naturmystik anhängen bzw. diese Stoffe eben noch nicht üblich waren bevor die Chemie offiziell erfunden wurde (vgl. Kupferpräperate, sind eigentlich auch Chemie). Solange jemand es schafft Disteln trotzdem in den Griff zu bekommen (und nicht ständig die Nachbaräcker damit verseucht) und im Land keine Hungersnot herrscht soll es jeder so handhaben können wie er möchte. Sich aber nicht über die Wissenschaft beklagen.
Irgendwie kommt mir Biolandbau so vor als wenn man sich in der Medizin noch auf Naturheilmittel (manchmal sogar gut wirksam) und homöopathische Mittel (eigentlich komplett für die Tonne) beschränken würde und dann sich über die vielen schweren Krankheiten beklagt.
Natürlich lösen auch da die modernen Arzneimittel nicht alle Probleme, aber es wäre töricht wenn man da generell darauf verzichten würde.
Bzw. das kann jeder für sich machen, aber er darf dann auch nicht erwarten, dass für die Foglen dann die Gesellschaft einspringt.
Die Geschichte von "Des Kaisers neue Kleider" würde heutzutage mit einer Hausdurchsuchung im Elternhaus des Kindes enden.
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon heico » Mi Aug 30, 2017 6:53

Im Biobereich sehe ich keine Empfehlungen gegen Disteln, die wir nicht selber schon herausgefunden haben.

Um es mal ganz klar auf den Punkt zu bringen. Die Biobauern wollen weder Belastung im Erzeugnis noch Belastung im Grundwasser und auch nicht in der Luft erzeugen.
heico
 
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon heico » Mi Aug 30, 2017 7:28

Gratuliere, dann kennst du beide Seiten. Ich war nur 15 Jahre intensiv konventioneller Ackerbauer und dannach 32 Jahre intensiv Bioackerbauer. Das Schöne am Bioanbau ist, dass man in der ganzen Republik und im benachbarten Ausland Leute kennt die man ansprechen kann und das Distelproblem haben alle auf schwerem Boden.
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon Lorch » Mi Aug 30, 2017 8:22

Hallo heico,
die Wegwarte steht ja bei dir als Hauptfrucht. Ist die als Zwischenfrucht auch so wüchsig?

Gruß
Lorch
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon heico » Mi Aug 30, 2017 8:24

Nein, die geht nicht als Zwischenfrucht weil die 2-jährig ist.
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon bauer hans » Mi Aug 30, 2017 10:12

Eizo hat geschrieben:Zu dem Vorwurf mit dem Dieselverbrach. Dem Kollegen ist wahrscheinlich der Energieverbrauch in der Stickstoff- und Chemieerzeugung nicht bekannt.
20 Jahre Beratungskunde von NU agrar.

der dieselverbrauch bezieht sich auf die mechanische bodenbearbeitung.
NU agrar ist ein hervorragendes beratungsunternehmen.
wir schaffen uns :mrgreen:
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon Welfenprinz » Mi Aug 30, 2017 11:03

Eizo hat geschrieben:ich gebe Heico voll recht. Die Forschung im Ökobereich ist relativ schwach.


Was zum Teil selbstgemachtes Problem der Bioszene ist.
Die Esoterikfraktion im Baldurspringmannkittel wehrt(e) sich gegen alles,was gross(=böse) ist.
Saatgutkonzerne,Genossenschaft, Multis....alles schlecht. Und ne Horde Einzelkämpfer kann nun mal nicht die nötigen Ressourcen für Forschung und Entwicklung erbringen.

Gut,mit den jüngeren Betriebsleitern ändert sich das.
Norden, Süden, Westen, Osten, schöne Welt, doch voller Pfosten.
Pfosten, die die Zäune halten, Zäune, die die Menschen spalten.
Hoffnung bleibt, dass diese Pfosten eines Tages mal verrosten.
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon Welfenprinz » Mi Aug 30, 2017 13:19

Die Bauern unter sich würden sich ja verstehen(tun es hier zumindest).
Das Übel sind Verbände und Parteien.
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon Biohias » Mi Aug 30, 2017 15:37

@ Welfenprinz
Ich glaub da sind sich fast alle einig
Die beschriebenen mechanischen Varianten zur Bekämpfung bzw. Die Fruchtfolge sind nicht schlecht um sie in Schach zu halten, los werden tut man sie so aber eher nicht.
Was mir vor einigen Jahren aufgefallen ist war für mich ein Schlüsselerlebnis, hab einen anderen Pflug ausprobiert ohne Düngereinleger ( vorschäler) und auf der Fläche war eine große distelplatte. Dort wo der Boden auf zwei Horizonten abgeschnitten wurde sind fast keine Disteln im Folgejahr aufgetreten, im anderen Teil schon! Anscheinend hat das die Rhizome so stark geschwächt... Haben mit Disteln und Quecke eigentlich gar keine Probleme bei über 20 Jahren Öko, unser einziges sehr hartnäckiges Unkraut ist der ampfer.
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon Lorch » Mi Aug 30, 2017 19:20

Hallo Crazy Horse,
der Dieselverbrauch bei Bio-Betrieben wird, wenn überhaupt, nur unwesentlich höher sein, als bei konventionellen Betrieben. Distelunkrautkuren werden nur im Ausnahmefall gemacht, wenn, wie geschrieben, die Zeit od. das Wasser nicht reicht u. auf einem Acker auserplanmäßig viele Disteln wachsen. Jeder vernünftige Bio-Betrieb ist bemüht, die Zeit nach der Getreideernte für eine (Leguminosen)Zwischenfrucht zu nutzen. Auf so einem Feld wird dann nach der ZF-Saat keine Bodenbearbeitung mehr gemacht. Da wird manch konventioneller Bauer öfter mit dem Grubber über den Acker fahren als sein Bio-Kollege. Und worauf es letztlich ankommt, ist die Gesamt-Energie-Bilanz u. da sieht die Bilanz bei einem Direktsaatbetrieb mit hohem Dünge- u. Pflanzenschutzmittelaufwand nichtmehr so gut aus.

Gruß
Lorch
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Re: Distel im Biolandbau

Beitragvon blackcow » Mi Aug 30, 2017 20:19

hallo zur distelbekämpfung
bin auch bio und mache das folgendermaßen
grundgedanke wurzelunkreuter bekämpfen
das gefaßle mit ausfallgetreide und unkrautauflauf(einjähriges unkraut interesiert mich gar nicht das ist im frühjahr dran)
ideAL NACH DER GETREIDEERNTE am besten geht da ein zweibalkiger grubber
doppelherzschare gegen schmale spitzschare tauschen .walze abbauen auch ebnungswerkzeuge weg
zwei stützräder zur tiefenbegrenzung
und dann mal eine fahrt mitzur stoppel und bitte nicht schneller als 6-7km damit der boden zeit hatt zu brechen.
und ich will nichts mischen !!!!!kein stroh rein ,kein toter boden nach oben.
nach einer woche das selbe quer oder schräg und arbeitet nur wenns trocken ist und bleibt.
praktisch habt ihr für dieses bodenlüften 4 wochen zeit weil saatbeetbereitung zur wintergerste macht man nicht am 1.sept!!!
und verabschiedet euch bitte vom angeblich ach so schönen arbeitsbild des mulchsaatgrubbers wie es der nachbar macht.
das ist für den boden die gare die lebewesen der absolute supergau.tiefer als 15cm gegrubert---das stroh eines 100dt weizens im bearbeitungshorizont eingemischt Verdünnt------alles eigeebnet wie mit dem lineal abgezogen----mit einer schneidpacker walze rückverfestigt super schön und schnell hektar gemacht---der held vom feld...
aber wirklich ackerbaulich ????nach einem regen keine luft mehr im boden ----kein gasaustausch möglich ---kein humusaufbau
man hatt für den boden anaerobe verhältnisse geschaffen .
und das mag distel und alle wurzelunkäuter und auch der afu liebt diese geräte
und dazu noch das politische güllevergraben und am besten greening drauf --für den boden der oberschwachsinn
aber eure freunde wollen ja was verkaufen die .....problemlöser
eine kuh macht ...................muh.
viele kühe machen ......freude!!!!!!!
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