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Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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32 Beiträge • Seite 1 von 3 • 1, 2, 3
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Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon SHierling » Sa Okt 05, 2013 10:36

NEIN, dies ist nicht der nächste Bambi-Frager, der John Seymour gelesen hat.
Dies ist das ZDF:
Janusz Hradetzky hofft, dass sein Traum von einem eigenen Hof mit anfangs fünf Kühen und vielleicht fünf Hektar Land bald real wird. “Noch vor fünf Jahren war alles preiswerter”,
http://www.heute.de/Wie-Landgrabbing-Ba ... 21384.html
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Re: Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon SHierling » Sa Okt 05, 2013 11:40

Sehe ich anders. Gerade WEIL Landgrabbing überall ein Problem ist, ist es gemeingefährlich, den Leuten falsche und völlig illusorische Daten vorzugaukeln. Wer solche Artikel liest, oder heute DLF gehört hat (selbes Thema, da konnte man sogar von 1,5ha leben, Bio natürlich), der bekommt ein vollständig falsches Bild von dem, was Landwirtschaft heute bedeutet, vom nötigen Kapitaleinsatz etc. . Wenn Du glaubst, man könne von 5 Kühen auf 5 ha leben, dann ist selbst Dein Nachbar mit 100 Kühen schon ein Böser Massentierhalter.

Das ist der selbe Dreck in der Berichterstattung wie bei Bio, bei Tierhaltung etc etc etc. Den Menschen in diesem Land wird an jeder Ecke vorgegaukelt, "Landwirtschaft" sei sowas wie Landliebe-Heftchen oder Selbstversorger , ein paar ha Land und dann kann das jeder einfach so "gründen" - und dieses Bild im Kopf der Leute, 5 Kühe mit der Hand gemolken für die glückliche Familie, schadet jedem einzelnen Betrieb.
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Re: Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon SHierling » Sa Okt 05, 2013 11:56

Sehr witzig. 80 Millionen Deutsche sollen das "probieren", um Einsichten zu bekommen?
Was denkst Du denn, wer so einen Scheiß glaubt, und die entsprechenden Demos besucht? Das sind Städter, die probieren sowas nicht, die wählen so, daß es jedem größeren Betrieb unmöglich gemacht wird, zu überleben. Hast Du in den letzten 10, 15 Jahren mal geguckt, wie sich die Politik entwickelt und warum?

Warum denkst Du, machen Zeitschriften wie Landlust, Landliebe etc weltweit Furore, weil die unglaubliche Umsatzsteigerungen haben? Weil die Leute das PROBIEREN und dann EINSEHEN= Nie nicht.

Hier ein Beispiel zum tatsächlichen Ausmaß der Geschichte
http://www.wasgau-ag.de/sortiment/wasga ... ic/bio-ist
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Re: Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon Cairon » Sa Okt 05, 2013 12:01

Man könnte schon mit 5 ha und 5 Kühen etwas aufziehen, dazu gehört aber eine menge Leidensbereitschaft, Kapital und Wissen. Das man auf konventionellen Wegen damit keinen Blumentopf gewinnen kann ist klar. Wenn geht es nur über konsequente Direktvermarktung. Für die Verarbeitung der Milch müsste man für die nötigen Einrichtungen schon wieder tief in die Tasche greifen und mit 5 ha wäre wohl Zukauffutter angesagt, was die Rentabilität wieder arg runter zieht. 5 ha Gemüsebau komplett in Eigenleistung ist eine Menge Arbeit, wäre aber wohl noch die beste Alternative. Die ganze Sache steht und fällt mir der Vermarktung. Die Sache halte ich nicht für unmöglich, aber doch für sehr schwer zu realisieren.
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Re: Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon SHierling » Sa Okt 05, 2013 12:08

In den Gegenden, in denen man mit Direktvermarktung etwas werden kann, müssen aber mehr Leute wohnen als die im Osten üblichen 20 Menschen je km² - das sind stadtnahe Nischen nichts weiter. Genau das ist doch das Prinzip: man stürzt sich auf einzelne Beispiele, und verleitet dann den Zuschauer zu denken: Warum machen das nicht alle so, geht doch!" - und mit DER Einstellung müssen wir uns dann wieder abeseln. 5ha, selbst wenn man mehr als ALG II dabei rausholen könnte, sind Subsistenzwirtschaft, davon wird kein Volk satt.
Zuletzt geändert von SHierling am Sa Okt 05, 2013 12:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon SHierling » Sa Okt 05, 2013 13:05

tyr hat geschrieben: Extreme :roll: Achzig Millionen Deutsche haben darauf gar keine Lust, wahrscheinlich nich mal eine größere fünfstellige Zahl.

Genau. Und alle anderen glauben den Quatsch einfach so.
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Re: Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon Manfred » Sa Okt 05, 2013 15:25

So wie ich den Artikel lese, will er Käse herstellen.
Wenn er gut ist, schafft er als Bio mit 5 Kühen 50.000 Liter Milch und macht daraus 5 Tonnen Käse.
Wenn in der in der Direktvermarktung gut ist, erreicht er damit 80.000 bis 120.000 Euro Umsatz.
Reich wird er so nicht. Aber es gibt Betriebe, die sich auf die Art durchwursteln, wenn auch eher im Schaf- und Ziegenbereich.
So einfach vom Tisch fegen würde ich ihn daher nicht. Wenn es ihm gelingt, dann sitzt er ganz klar in einer engen Nische und ist kein Bild für den möglichen Durchschnitt der Landwirtschaft.
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Re: Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon Hans Söllner » Sa Okt 05, 2013 15:46

Einerseits schön, wenn es solche Quereinsteiger gibt! Andererseits muss ich auch sagen, in der ehemaligen DDR gibt es schöne große, effiziente Betriebe Aufgrund der Flächenstruktur. Solche Flächen jetzt über Jahrzehnte wieder zu zerschnipseln wegen Existensgründern finde ich...naja....

Der sollte mal zu uns nach Bayern schaun, da findet er an jedem Finger 10 kleine Aufgabebetriebe mangels Nachfolger. Nur will er ja nicht aus seiner Gegend fort (was man auch respektieren muss- könnte ich mir auch nicht vorstellen).

Eine Sauerei ist, diese 2 Großen Landbesitzer jetzt wieder als Kapitalisten hinzustellen (jaja, die wollen ja nur Subventionen...). Ist doch klar dass diese ihre Flächen wie jeder andere Betrieb auch behalten wollen die sie seit DDR Zeiten bewirtschaften.
Adressen Gebrauchtteile: http://www.landtreff.de/post1288536.html#p1288536
Weil wir uns von technischen Spielereien blenden lassen, vergessen wir die Augen aufzumachen um zu erkennen dass sich Technik rechnen muss!

https://www.youtube.com/@KanalPaterPio
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Re: Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon Manfred » Sa Okt 05, 2013 17:08

Bauer Harms hat geschrieben:...wenn er das im Umland einer Großstadt machen würde, würde ich ihm noch mehr Gewinn zugestehen, aber dort wo er es plant, dort wird er wenig bis gar nichts verkaufen oder es über umfangreiche Transporte so teuer verkaufen müssen, dass es sich nicht lohnen wird....= klarer Fall von wird nischt! Abgesehen davon, dass er ja gar keine Flächen bekommt, wird er wohl über kurz oder lang seinen Standort dem Produkt anpassen, wetten?


Nicht unbedingt. Da gibt es einige, die den Großteil ihres Käses per Paketdienst an Restaurants europaweit versenden. Aber natürlich ist es in Großstadtnähe leichter, vor allem, wenn man mit Verkaufswagen oder Hofladen arbeiten will. Wobei sich da 1 x die Woche Berlin/Leipzig/Rügen/irgendwelche Messen etc. durchaus lohnen könnte.

Natürlich kann man die Großbetriebe verstehen, dass die ihr Land halten wollen.
Aber die andere Seite kann man halt genau so gut verstehen.
Und volkswirtschaftlich muss man sagen: Die kleinen Betriebe im Westen erzeugen im Schnitt pro ha deutlich mehr Umsatz, schaffen mehr Arbeitsplätze, schaffen die abwechslungsreichere Landschaft, etc.
Ich bin der Überzeugung, dass sich die neuen Bundesländer mit ihrer sehr einseitigen Politik pro Großbetrieb volkswirtschaftlich ein faules Ei legen... Großbetriebe und Entvölkerung gehen Hand in Hand.
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Re: Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon kaltblutreiter » Sa Okt 05, 2013 17:09

Manfred hat geschrieben:Wenn er gut ist, schafft er als Bio mit 5 Kühen 50.000 Liter Milch


Unter den gegebenen Umständen wohl eher nicht. (Ich spreche aus Erfahrung, bei uns sind die Voraussetzungen ähnlich, nur daß wir das Ganze im NE betreiben und unsere Milch an Sachsenmilch abliefern.)
Und zwar aus folgendem Grund: Bei 5 Kühen lohnt sich kein Maissilo. Um 10.000 l ermelken zu können, mußt Du die Kühe wirklich gut ausfüttern. Ohne Grundfutter mit entsprechendem Energiegehalt ist das nicht gegeben. Mit guter Grassilage kommst Du zwar auch so ziemlich an Mais heran, allerdings mußt Du da bei 5 ha ein ordentliches Management und entsprechende Böden haben, sonst wird das nix bzw. zahlst Du Dich dann am Dünger wieder dusselig.
Alternative wäre, daß er sich was zukauft (beim Kraftfutter wird er das eh machen müssen), dann sollte er aber einen Lieferbetrieb, von dem er maximal jeden 3. Tag was holt, in der Nähe haben, denn Silage kann man nicht über Tage oder sogar Wochen offen liegen lassen ohne immensen Qualitätsverlust.

Die Milchmenge über das Kraft- und nicht über das Grundfutter ermelken zu wollen, führt zu kurzer Lebensdauer der Kühe, was auch wieder wirtschaftlich nicht soooo sinnvoll ist.

Als jemand, der sowas ähnliches macht - nur ohne Direktvermarktung und in benachteiligtem Gebiet - würde ich sagen, das ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, was der da vorhat. Wenn natürlich seine Frau entsprechend auswärts verdient und die Familie über sich versichern kann, dann mag er bei hohem Arbeitseinsatz und Köpfchen mit seinem Betrieb schwarze Zahlen schreiben. Aber eine Familie kann man davon nicht ernähren.

Ich lasse mich allerdings gern eines besseren belehren, bin auch immer auf der Suche nach Verbesserungen :wink:
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Re: Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon Qtreiber » Sa Okt 05, 2013 17:18

Wenn man mit 5 Kühen und 5 ha Landwirtschaft betreiben will, muss man eben auch ein wenig flexibel sein, was den Betriebsstandort betrifft.
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Re: Gimme five - Existenzgründung mit 5 Kühen und 5 ha

Beitragvon SHierling » Sa Okt 05, 2013 17:34

Qtreiber hat geschrieben:Wenn man mit 5 Kühen und 5 ha Landwirtschaft betreiben will, muss man eben auch ein wenig flexibel sein, was den Betriebsstandort betrifft.

Ja. Burundi zB wäre eine gute Idee. Da ist man dann Großbauer.
http://www.erbacher-stiftung.de/unterst ... milie.html

+Manfred: es geht doch gar nicht unbedingt darum, ob das "geht oder nicht". Es geht darum, daß das ZDF so tut, als seien mit solchen Betrieben Großbetriebe zu ersetzen.
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