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Hofübergabe - oder nicht?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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24 Beiträge • Seite 1 von 2 • 1, 2
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Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon Hofübernahme » Mi Jan 21, 2026 15:46

Hallo zusammen,

ich (Anfang 30) stehe aktuell vor einer für mich ziemlich verzwickten Situation und würde gerne eure Erfahrungen und Meinungen hören.

Zu den Eckdaten:
Meine Eltern sind beide Mitte/Ende 50, noch nicht in Rente und haben neben dem Betrieb noch etwas außerlandwirtschaftliches Einkommen. Ich habe Landwirtschaft gelernt, arbeite jedoch ebenfalls außerlandwirtschaftlich. Am elterlichen Betrieb arbeite ich regelmäßig mit und lebe aktuell am Hof. Am Betrieb fällt viel Arbeit an, erledigt wird aber "nur" das nötigste da aufgrund der außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten einfach die Zeit fehlt.

Grundsätzlich hätte ich Interesse, den Betrieb weiterzuführen und auch weiterzuentwickeln. Genau hier liegt aber das Problem:

Seit längerer Zeit wird immer wieder über Investitionen, Anpassungen, Gesellschaftsgründung und über eine mögliche Übergabe gesprochen, konkret passiert ist bisher wenig. Es steht immer wieder ein mittel-großes Bau-/Investitionsthema im Raum, während alles andere („Hofübergabe, Verantwortung, Eigentum, Geschwisterregelung“) offen bleibt - teilw. Begründung: Übergeber noch zu jung für eine Übergabe usw.

Für mich ist das schwierig:
– Ohne klare Perspektive und Absicherung möchte ich keine größeren Investitionen oder privaten Lebensentscheidungen (Job, Wohnen, Familie) treffen.
– Eine reine Mitarbeit oder Gesellschaftsform ohne klare Übergaberegelung gibt mir zu wenig Sicherheit.
– Gleichzeitig stehe ich privat an einem Punkt, an dem Entscheidungen anstehen (Wohnen mit Partnerin, eigener Lebensmittelpunkt, usw.).

Option A wäre: jetzt eine klare Regelung (Übergabe oder zumindest ein verbindlicher Übergabeplan) und dann den Betrieb konsequent weiterentwickeln.
Option B: keine Regelung → ich ziehe mich zurück, arbeite normal weiter und gestalte mein Leben unabhängig vom Betrieb.

Der Betrieb steht grundsätzlich solide da (gute Flächenausstattung, moderne Gebäude, überschaubares Fremdkapital), jedoch „Nebenbei mitarbeiten und hoffen, dass sich alles irgendwann ergibt“ möchte ich nicht mehr, auch weil die doppelte Arbeitsbelastung sehr hoch ist.

Meine Fragen an euch:
– Wart ihr in einer ähnlichen Situation?
– Hat jemand bewusst nicht übernommen oder erst deutlich später – und wie ist es ausgegangen?
– Ist es realistisch, erst in 10 Jahren zu übernehmen, wenn der Betrieb in der Zeit kaum entwickelt wurde?
– Wie seid ihr mit den Eltern bzw. ungeklärter Verantwortung/Eigentum umgegangen?

Mir geht es um ehrliche Einschätzungen aus der Praxis.

Vielen Dank
Hofübernahme
 
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon Höffti » Mi Jan 21, 2026 16:18

Hofübernahme hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich (Anfang 30) stehe aktuell vor einer für mich ziemlich verzwickten Situation und würde gerne eure Erfahrungen und Meinungen hören.

Zu den Eckdaten:
Meine Eltern sind beide Mitte/Ende 50, noch nicht in Rente und haben neben dem Betrieb noch etwas außerlandwirtschaftliches Einkommen. Ich habe Landwirtschaft gelernt, arbeite jedoch ebenfalls außerlandwirtschaftlich. Am elterlichen Betrieb arbeite ich regelmäßig mit und lebe aktuell am Hof. Am Betrieb fällt viel Arbeit an, erledigt wird aber "nur" das nötigste da aufgrund der außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten einfach die Zeit fehlt.

Grundsätzlich hätte ich Interesse, den Betrieb weiterzuführen und auch weiterzuentwickeln. Genau hier liegt aber das Problem:

Seit längerer Zeit wird immer wieder über Investitionen, Anpassungen, Gesellschaftsgründung und über eine mögliche Übergabe gesprochen, konkret passiert ist bisher wenig. Es steht immer wieder ein mittel-großes Bau-/Investitionsthema im Raum, während alles andere („Hofübergabe, Verantwortung, Eigentum, Geschwisterregelung“) offen bleibt - teilw. Begründung: Übergeber noch zu jung für eine Übergabe usw.

Für mich ist das schwierig:
– Ohne klare Perspektive und Absicherung möchte ich keine größeren Investitionen oder privaten Lebensentscheidungen (Job, Wohnen, Familie) treffen.
– Eine reine Mitarbeit oder Gesellschaftsform ohne klare Übergaberegelung gibt mir zu wenig Sicherheit.
– Gleichzeitig stehe ich privat an einem Punkt, an dem Entscheidungen anstehen (Wohnen mit Partnerin, eigener Lebensmittelpunkt, usw.).

Option A wäre: jetzt eine klare Regelung (Übergabe oder zumindest ein verbindlicher Übergabeplan) und dann den Betrieb konsequent weiterentwickeln.
Option B: keine Regelung → ich ziehe mich zurück, arbeite normal weiter und gestalte mein Leben unabhängig vom Betrieb.

Der Betrieb steht grundsätzlich solide da (gute Flächenausstattung, moderne Gebäude, überschaubares Fremdkapital), jedoch „Nebenbei mitarbeiten und hoffen, dass sich alles irgendwann ergibt“ möchte ich nicht mehr, auch weil die doppelte Arbeitsbelastung sehr hoch ist.

Meine Fragen an euch:
– Wart ihr in einer ähnlichen Situation?
– Hat jemand bewusst nicht übernommen oder erst deutlich später – und wie ist es ausgegangen?
– Ist es realistisch, erst in 10 Jahren zu übernehmen, wenn der Betrieb in der Zeit kaum entwickelt wurde?
– Wie seid ihr mit den Eltern bzw. ungeklärter Verantwortung/Eigentum umgegangen?

Mir geht es um ehrliche Einschätzungen aus der Praxis.

Vielen Dank



Ich empfehle, genau die zwei von Dir hier genannten Optionen den Eltern mitzuteilen.
Dann kommt schon Bewegung in die Sache.
Höffti
 
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon Otto Mohl » Mi Jan 21, 2026 16:23

Mit ging es damals ähnlich, allerdings nur Nebenerwerb (ich Pächter).

Meine Partnerin hat damals schon bei uns auf dem Hof gewohnt.

Als das erste Kind unterwegs war, habe ich das Thema angesprochen:

Ich plane eine Renovierung im Wohnteil, die Umnutzung der Scheune und den Neubau eines Schuppens. Dafür müssten aber sehr wahrscheinlich alle Schwarzbauten abgerissen werden und auch sonst alles umgekrempelt werden. So und nicht anders. Und das ganze geht nur, wenn übertragen wird. Wenn das nicht geht, kaufe ich woanders was eigenes.

Meine Eltern hatten für die Pläne nie Verständnis. Sie haben abgelehnt. Ich habe gesagt, dass ich das schade finde, aber dass das für mich auch ok ist. Dann habe ich gefragt, ob ich die Flächen langfristig pachten könnte, weil ich dann evtl. In der Nähe einen Resthof nehmen würde. Das wollten sie machen.

Meine Frau war mit der Situation sehr zufrieden.
Allerdings kam meine Mutter nach wenigen Tagen an und sagte, dass ich bloß noch nichts unterschreiben solle, sie denken noch darüber nach.

Dann knickten sie doch ein und alles kam wie ich wollte. Meine Partnerin war damit anfangs gar nicht so glücklich, jetzt ist aber alles schön geworden.

Ohne das Kind im Bauch, wäre der Hof aber damals zerbrochen.
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon Forstjunior » Mi Jan 21, 2026 16:25

Übernehmen sobald kein Fremdkapital mehr im Betrieb ist kann man nur raten.
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon langholzbauer » Mi Jan 21, 2026 17:25

Auf was wollt Ihr denn noch warten?
Wenn Investiert werden soll, dann so schnell wie möglich sauber übergeben.
Dann kannst Du als ausgebildeter Landwirt noch die Junglandwirt - Förderung nutzen.

Wer seine Jugend liebt, überträgt ihr rechtzeitig Verantwortung! :wink:
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon wastl90 » Mi Jan 21, 2026 17:45

Die Optionen deinen Eltern klipp und klar auf den Tisch legen. Ich habe auch nicht selbst in den Betrieb investiert, bevor wir beim Notar waren. Wenn auch das Verhältnis bisher gut ist, irgendwann kann das kippen und du rennst deinem Geld nach und stehst am Ende vor dem Nichts!
Entweder deine Eltern tätigen die Investition und ihr lässt das weiterlaufen wie bisher, du zahlst eine angemessene Miete und trägst kein Risiko oder eben es wird übergeben. Alles andere hat keinen Sinn.
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon langer711 » Mi Jan 21, 2026 17:59

Die Alten Mitte 50, Junior um die 30
Die alten finden den Jungen zu jung.

In 20 Jahren sind sie 70, der Junior 50
und immernoch zu jung aus Sicht der Greise.

Worauf wollen die denn warten?

Sie müssen was eintragen, das sie dort wohnen dürfen bis zum Tode, vorzugsweise nicht direkt beim Hoferben daneben.
Und dann ist das auch schon erledigt
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon Hofübernahme » Mi Jan 21, 2026 18:21

langer711 hat geschrieben:Die Alten Mitte 50, Junior um die 30
Die alten finden den Jungen zu jung.

In 20 Jahren sind sie 70, der Junior 50
und immernoch zu jung aus Sicht der Greise.

Worauf wollen die denn warten?

Sie müssen was eintragen, das sie dort wohnen dürfen bis zum Tode, vorzugsweise nicht direkt beim Hoferben daneben.
Und dann ist das auch schon erledigt


Vielen Dank für die vielen schnellen Einschätzungen. Denke es muss auf jeden Fall eine klare Regelung gefunden werden. Achtung das war ein Missverständnis: Das mit der Alter und „noch zu jung“ bezieht sich nicht auf mich, sondern auf die beiden selbst.
Es ist natürlich so, dass auch deren Lebensunterhalt weiterhin gesichert sein sollte, das wird aber für zwei Generationen am Betrieb nur schwierig darstellbar sein.
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon Fendt 308 ci » Mi Jan 21, 2026 18:30

Ein paar Eckdaten zum Betrieb wären sinnvoll um die Lage besser einschätzen zu können.
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon langholzbauer » Mi Jan 21, 2026 18:31

Dass die Eltern weiter auf und auch von den Produkten des Hofes leben dürfen , setze ich mal voraus.
Sie haben ja auch noch außerlandw. Einkommen.
Probleme kann es mit den weichenden Geschwistern geben.
Aber die werden erfahrungsgemäß bei späterer Übergabe ehr zunehmen...
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon langer711 » Mi Jan 21, 2026 18:34

Genau darum geht’s.
Das Vermögen soll nicht „verschenkt“ werden.
Die „Alten“ müssen natürlich GUT abgesichert sein.

Die Junge Generation muss aber frei entscheiden können über die Zukunft des Betriebes.

Sagen wir es mal anders:
Ist er mit 30 nicht vernünftig, wird er mit 50 auch nicht reifer sein.
Der Zug ist also schon abgefahren.
Jetzt soll er zeigen, was er kann.
Macht er es gut, ist alles top.

Geht’s in die Hose, hat er noch was davon und muss in die Zwei-Zimmer Wohnung zur Miete.

Die Alten haben sich Wohnrecht eingetragen.
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon 210ponys » Mi Jan 21, 2026 20:20

hier hat ein Junger Bursche dem Vater den Hof abgepachtet. Einen Stall und einen Schuppen gebaut, und den ganzen Betrieb hoch gebracht. Dann ging es ein paar Jahre und der Hof wurde einem Bruder eingeschrieben. Was gemunkelt wird, das der wo den Stall und den Schuppen gebaut hat, nie wieder was von seinem Investierten gesehen hat.
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon DST » Mi Jan 21, 2026 21:59

Meine Erzeuger waren Ende 50, ich Mitte 30.
Der Alte hat nur auf dem Papier übergeben aber nicht im Kopf, und meinte er könne weiterhin den Patriarchen durchsetzen.

Ging fürchterlich in die Hose, inklusive ausgeuferten Rosenkrieg und Gerichtsverhandlung.

Ich hab alles über den Haufen geworfen und den Betrieb verkauft. Der Alte hockt seitdem in seinem Austragshäuschen am Rande des ehemaligen Betriebes und macht auf 500€ Basis den Hausmeister für den neuen Eigentümer.

Ich hab mir paar Ortschaften weiter was neues aufgebaut.

Wenn man auf die Arbeitskraft des Alten angewiesen ist dann zeigt sich der wahre Charakter.....

Wenn alles läuft, und du den Betrieb allein am Laufen halten kannst, dann ist das gut.
Wenn nicht - mach dein eigenes Ding.

Lass dich nicht Jahre hinhalten.

Kläre alles, absolut alles, mit den Erblassern und den weichenden Erben, und nimm alles, absolut alles schriftlich in den Notarvertrag.

Und trotzdem wird Jahre später jemand daherkommen und meinen das er/sie zu kurz gekommen wäre...

Rechne vorher mit dem Worst Case, und plane danach, dann fällst du hinterher nicht so tief.

Im allerbesten Fall musst du den Notarvertrag nie mehr rauskramen und musst diesen auch nie mit einem Fachanwalt für Vertragsrecht "zwischen den Zeilen" lesen....

Zum Thema Hofübergabe gibt's hier im LT schon einige empfehlenswerte Threads.

Über extrem negative Fälle, wie meinen, wird häufig geschrieben, es gibt aber auch viele vorbildliche Hofübergaben, wo Alt und Jung Hand in Hand zusammenarbeiten, darüber wird tendenziell wenig geschrieben.

Ich wünsche Dir alles Gute!
Erfahrungen macht man erst dann wenn man Sie bereits gebraucht hätte.......
DST
 
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon Ackerblitz » Do Jan 22, 2026 11:07

Wir sind nach langem hin und her den Weg einer GbR gegangen.

Eine Übergabe war meinen Eltern doch zu endgültig und so können die sich Schritt für Schritt trennen, der Schnitt ist einfach weniger hart.
Auch lässt sich vieles deutlich einfacher regeln, eine ganze Übergabe ist da schon erheblich aufwand.

Meine Eltern wollten erst lange gar nicht übergeben. Also keine Übergabe, keine GbR, nichts.
Wirklich gefallen ist der Groschen erst als die beim BV in der Beratung saßen und die Rentenanträge besprochen haben, ab da ging es doch relativ schnell.

Der Elefant "Betriebsübergabe" steht hier zwar schon länger im Raum, mal mehr mal weniger, nur so wirklich konkret wurde es nie.
Irgendwann hab ich aber auch gesagt, dass jetzt endlich etwas passieren muss und meine Vorstellungen für die nächsten 20 Jahre geäußert, wie alles zukünftig ablaufen soll und wie man eine Entwicklung sieht.
Also nichts anderes wie denen ein fertiges Konzept präsentiert, wie es zukünftig laufen könnte.

Ab da ging es erstmal so wirklich los, keine zwei Wochen später bin ich nichtsahnend zum BV geschleppt worden um eine vollständige Betriebsübergabe zu besprechen. Ich wollte von Anfang an die GbR Lösung, die Eltern eine endgültige Übergabe (weil ist ja sicherer), der Berater hat nicht schlecht gestaunt da wohl sowas doch seltener vorkommt. Er war auch klar im Team-GbR, einfach weil alles einfacher und schneller zu regeln ist, bei ähnlicher Sicherheit wie bei einer Übergabe. Da dann auch alle möglichen Szenarien durchgesprochen was so geht oder möglich ist, wie man was wo regeln könnte. So wirklich überzeugt waren die Eltern da von der GbR noch nicht. Es war noch nichts endültig klar aber wir waren schonmal einen Schritt weiter.

Gemeinsam mit dem Steuerberater haben wir dann alle möglichen Szenarien durchgerechnet. Von Verpachtung bis Verkauf oder Übergabe. Letztendlich war die GbR einfach die Lösung, welche für beide Seiten genug Spielraum gelassen hat und keinen all zu harten Schnitt darstellte.

Tatsächlich waren da aber von Anfang an alle mit im Boot. Amt, Steuerberater und Bauernverband, jeder hatte da eine Idee und Ratschläge, auch Erfahrungen von ähnlichen Betrieben im Umfeld wurden berücksichtigt.

So bleibt mir Spielraum für die betriebliche Entwicklung während die Eltern zwar noch gewissen Einfluss nehmen aber auch anteilig nichts größeres blockieren können, also kein generelles Veto-Recht haben.
Auch können die sich so Stück für Stück rausziehen. Es ist zwar ein Schnitt aber kein harter.

Das größere Problem ist da allerdings die eigene Partnerin. Ohne die geht nichts, es bringt auch nichts wenn die Partnerin da nicht mitgehen möchte. Nicht jede sieht sich dann in der Rolle als Landwirtsgattin, was schon ein völlig anders Leben ist als wie wenn man einfach nur irgendwo Angestellt ist. Da steht auch ganz schnell die Versorgung der älteren Generation im Raum, kleiner Pflegeaufgaben, der Haushalt, der Hof, die Tiere etc.
Da muss schon mit etwas Gefühl dran gegangen werden.

Was ist dann mit euren Arbeitsplätzen, von Null auf Vollerwerb wirft gefühlt alles über den Haufen was bisher war.
Nebenerwerb und gleichzeitig noch irgendwo Angestellt macht auch nicht jeder Arbeitgeber mit, geht ab einer gewissen Größe auch nicht lange gut (schon gar nicht wenn Tiere im Spiel sind).

Ich persönlich fand den eigenen Spagat zwischen Betrieb, der Arbeit als Angestellter und Familie unglaublich schwierig und stressiger als nur die Betriebsführung mit den alltäglichen Dingen. Irgendeiner war da immer am meckern. Entweder lief irgendwas im Betrieb auf, wenn der Arbeitgeber und die Familie zufrieden war oder die Familie meckerte wenn Betrieb und Arbeitgeber happy waren. War mal Betrieb und Familie happy, hat der Arbeitgeber gemeckert.
So einfach war das gar nicht, da irgend ein tragfähiges konzept zu finden.
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Re: Hofübergabe - oder nicht?

Beitragvon ChrisB » Do Jan 22, 2026 12:46

Hallo Ackerblitz,
bei Vollerwerbsbetrieben, ist eine GBR,bis zur Rente, der Eltern, schon seit Jahren, Standard

aber bei dem TE, schon bei den Eltern, ist es ein Nebenerwerb!!!!!!!!!!!
Du hattest vermutlich keine Geschwister??

Hallo TE,
wenn es Geschwister gibt, helfen die auch in der Ldw. ??
Zuerst auch mit denen Reden, es hilft deinen Eltern, wenn Du mit den Geschwistern "Klar" kommst!
Bei uns im Dorf, der Milchbauer,
da bekamen alle 3 weichende Erben, ein Haus von den Eltern!
Bei sehr vielen Betrieben, hier im Landkreis, wurde das noch von den Eltern geregelt :klee:
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