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Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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39 Beiträge • Seite 3 von 3 • 1, 2, 3
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon Cairon » Sa Jul 17, 2010 8:24

j.leupold hat geschrieben:Servus in die Runde,

ich les und höre immer nur Chemi. Wie war es denn vor hundert Jahren, man arbeitete mit einer Dreifelderwirtschaft und Chemi gabs keine. Wenn ich heute Spritzmittel einsetze, zu denen ich ebenfalls Kupfer zähle, dann nur deswegen weil ich mir Arbeit sparen möchte. Es geht doch auch 100% biologisch und billiger als Mitiram & Co.

Gruß Jens


Wenn Du meinst das es komplett ohne Pflanzenschutzeinsatz geht, dann schreibe doch bitte mal wie. Hier geht es um Kartoffeln, die was Pflanzenschutz angeht sehr hohe Ansprüche stellen. Wie willst Du denn Krautfäule in warmen, nassen Jahren kontrollieren? Die Strategie würde mich jetzt mal interessieren. Und wenn Du meinst früher wäre es ja auch ohne gegangen, dann möchte die ich auf die Hungersnot in Irland von 1846/47 verweisen. Hast Du schon mal ein galoppierende Phytophthora infestans gesehen und was sie aus den Kartoffeln macht? Auch wenn Du weniger Kosten für PSM und Düngemittel bei einer ökologischen Produktion hast, so hast Du doch einen wesentlich höheren Arbeitsaufwand und deutlich weniger Ertrag.
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon j.leupold » Sa Jul 17, 2010 12:34

""Hast Du schon mal ein galoppierende Phytophthora infestans gesehen und was sie aus den Kartoffeln macht? Auch wenn Du weniger Kosten für PSM und Düngemittel bei einer ökologischen Produktion hast, so hast Du doch einen wesentlich höheren Arbeitsaufwand und deutlich weniger Ertrag.""



Pflanzenabstand erhöhen z.B 40cm, Gassenbildung spätestens alle 4 Reihen, Kartoffeln gut Vorkeimen, nur auf nematodenfreien Boden dann auch 2 Fruchtfolgen, Resistente Kartoffelsorten, Spritzung mit Rapsöl und Milch (Die Wirkung ist ähnlich wie bei Metiram, nur gesünder für die Leber des Kunden), Bei Kartoffelkäfer Diapaz streuen, Einsatz von Ölrettich, Senf, Lupinen und Beinwelljauche. Eine vollständige Verhinderung bei extremen Befallsdruck wird es nie geben, auch Ridomil usw. kann nur ca. 60% der Erkrankungen vorbeugen. Nach Studien ist der Ertragsverlust mit rund 10-30% zu beziffern.

Das mit der Arbeit streit ich nicht ab und mach es gern..

Mal zwei Bilder meiner Versuchsfläche.
IMG_4431-400.jpg
AFRA mk bio, im Juni 2010,
IMG_4431-400.jpg (22.69 KiB) 1035-mal betrachtet
IMG_4430-400.jpg
bio Unbehandelt
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon voro » So Jul 18, 2010 18:17

"Chemi" gabs schon immer, Jens,

und wenn ich wöchentlich mit der Spritze übers Feld fahre, dann ganz sicher nicht, um mir Arbeit zu sparen.

"Früher" gabs übrigens auch Hungersnöte, wenn die Pflanzenkrankheiten nicht wirksam bekämpft werden konnten.
Ich erinnere in diesem Zusammenhang mal daran, dass zwischen 1845 und 1849 etwa 500.000 bis 1.000.000 Iren verhungert sind, weil deren Kartoffeln von Krautfäule vernichtet wurden.
Der Hauptunterschied zw. etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, daß sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann herausstellt, daß es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann.
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon voro » So Jul 18, 2010 18:24

Sorry, Jens, aber das ist Spielerei.

Ich hatte auch schon so eine "Bio"-Fläche angrenzend an meinen eigenen Kartoffelbestand.
Der Bio-Bestand ist elend vor die Hunde gegangen, und hat meinen Bestand gleich weitestgehend mit kaputt gemacht - so eine Fläche hat irgendwann ein so gewaltiges Infektionspotential, das infiziert alles im Umkreis gleich mit.

OK, ihr Bios wartet lang' genug mit dem Roden, dann sind alle befallenen Knollen weitgehend vergammelt und ihr erntet die 30%, die übrig geblieben sind. Krigt schliesslich den 5-fachen Preis dafür und dann passt die Rechnung. Aber das ist ein Nieschenmarkt - so kannst du nicht die Bevölkerung ernähren!

Wir können es uns nicht leisten, einen Großteil der Ernte sehenden Auges zu verlieren.
In Extremjahren (wie ja schon gehabt) gibt es so gut wie keine Biokartoffeln - wenn der Verbraucher dann nicht die Möglichkeit hat, auf konventionelle Ware (die ja nachweislich nicht schlechter ist, im Gegenteil) umzusteigen, was dann?
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon Holgi1982 » So Jul 18, 2010 22:07

Dann wird an Konventionell, Bio rangeschrieben :twisted: aufm Wochenmarkt schon gesehen :gewitter:
Vegetarisch ist Indianisch
und bedeutet "zu faul zum Jagen"
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon Cairon » So Jul 18, 2010 23:31

Wie hoch ist denn der Wirkungsgrad einer Spritzung mit Rapsöl und Milch? In diesem Jahr könnte man sicher auch fast ohne Bekämpfung auskommen, auf Grund der Witterung. Und wenn der Wirkungsgrad von PSM wirklich nur bei 60% liegt, dann frag eich mich doch warum ich in den letzten 11 Jahren keinen Einbruch hatte? Hätte ich dann nicht in 4 von 10 Jahren Krautfäule haben müssen?
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon j.leupold » Mi Jul 21, 2010 22:19

Dann muss ich mal so ehrlich sein und sagen wir müssen erst warten was die Folgejahre so bringen. Mein oberstes Ziel ist es ohne syntetischen PS auszukommen. Auch auf Kupfer wird verzichtet. Ich hab nun erst ein paar Jahre Erfahrung. Mein Onkel hatte sich auch schon mal versucht was nicht schlecht lief, bis auf das Käfer sammeln per Hand :mrgreen:

Es muss doch auf dieser Welt irgend ein Mittelchen aus der Natur geben gegen diesen Phytophthora-Rotz.

Das gespritzte Kartoffeln besser sind wage ich zu bezweifeln, Studien zu Folge sammelt sich Metiram und Co. in der Knolle und anschliesend in der Leber an. Gibt halt keine Höchstwerte. Ich verweise auch auf Uran im Trinkwasser/Mineralwasser interessiert auch keinen.



Kurz und bündig wer hat was gegen Phytophthora versucht, warum gehts nicht Bio? (Hatte dann wohl Glück bis jetzt)
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon euro » Mi Jul 21, 2010 23:44

Es gab in Kanada Versuche mit Tee-Kompost und ner Art Algen, die aber im Vergleich zu Manzate® 75 DF regelrecht abgekackt haben.
Alternativ bleibt natürlich die Gentechik, aber das wäre ja für jeden Grünling "den Teufel mit dem Belzebub austreiben" :mrgreen:


http://agbio.ca/ResearchDatabase/res_so ... ight_f.asp
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon voro » Do Jul 22, 2010 6:48

j.leupold hat geschrieben:Es muss doch auf dieser Welt irgend ein Mittelchen aus der Natur geben gegen diesen Phytophthora-Rotz.


Wenn du es ohne PS machen willst, dann absolut am wichtigsten: suche dir eine _sehr_ unempfindliche Sorte heraus!

Für mich kämen da Sorten wie z.B. Delikat, Exquisa oder auch Roxy in Frage, sind in der beschreibenden Sortenliste als "gering" (3) anfällig eingestuft.
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