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Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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39 Beiträge • Seite 1 von 3 • 1, 2, 3
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Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon S0001520376 » Fr Jul 02, 2010 12:20

Hallo an alle,

aus verschiedensten Gründen bin ich ggfs. an der "Anmeldung" eines landwirtschaftlichen Betriebes interessiert. In Frage kommt aber nur als "Nebenerwerb". Nun hatte ich (vielleicht zu naiv - dazu hätte ich halt gerne Eure Meinung) die Idee, Kartoffeln anzupflanzen. Das macht (meiner Meinung nach) nicht "so viel Arbeit" (zumindest, wenns so ähnlich funktioniert wie im heimischen Garten) und die kann man auch auf jeden Fall verkaufen.

Nun bitte ich Euch um folgendes (aber bitte nur konstruktive Beiträge und nicht so was wie "hast keine Ahnung, hau ab" oder sowas! ;-):

- was denkt Ihr, wäre so die "Mindestfläche", die ich da anbauen müsste (damit das auch als landwirtschaftlicher Betrieb gilt)?
- welche Maschinen brauche ich zwingend?
- muss man doch ggfs. "spezielle Kenntnisse" haben?
- muss man unbedingt düngen / spritzen und braucht man dazu nen "Genehmigungsschein"?
- was kostet so die Anpflanzung (ungefähr) pro m² ?
- ist das vielleicht doch alles zu blauäugig von mir? (wenn ja, dann aber bitte detailierte Kritik! ;-))

Danke !!

viele Grüße
Stefan
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon voro » Fr Jul 02, 2010 16:42

Bescheidene Frage: wie kommst du darauf, dass man Kartoffeln "auf jeden Fall verkaufen" kann?
Wenn deine Kartoffeln schorfig, glasig, Drahtwurmbefallen oder faul werden, kannst du zusehen, wo du sie möglichst billig entsorgen kannst.

Über welche Vermarktungsschiene würdest du verkaufen wollen?

Was für Kartoffeln willst du überhaupt anbauen (das entscheidet über die Antwort auf alle deine Fragen -- du kannst Pflanzgut für 18,- /dt kaufen oder auch für 55,-).

Und wie kommst du auf den Klopper, dass du ganz ohne Düngung + PS auskommst?

Kartoffeln sind eine Intensivkultur - im konventionellen Ackerbau wird kaum irgendwo so viel Aufwand getrieben wie bei der Kartoffel. ("Kartoffel" ist weiblich, die erwartet, dass du dich intensiv um sie kümmerst...)

Aufwendungen & Erträge werden i.d.R. nicht auf den m² sondern auf den ha bezogen.
Der Hauptunterschied zw. etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, daß sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann herausstellt, daß es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann.
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon hans g » Fr Jul 02, 2010 16:57

S0001520376 hat geschrieben:- ist das vielleicht doch alles zu blauäugig von mir?

JA---SEHR
liest sich wie die geschichte von den 1000€,aus denen ne MILLION werden soll....
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon voro » Fr Jul 02, 2010 18:39

Was dabei auch nicht bedacht ist: Kartoffeln auf der gleichen Fläche bitte nur jedes 4. Jahr anbauen!
Der Hauptunterschied zw. etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, daß sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann herausstellt, daß es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann.
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon S0001520376 » Sa Jul 03, 2010 22:03

Bei allem Respekt ... das waren genau die Antworten, die ich nicht "gesucht" habe; Trotzdem Danke fürs posten, Thema hat sich erledigt!

Gruß
Stefan
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon Uwe » So Jul 04, 2010 7:44

Hallo Stefan,

also vor 2.5 Jahren stand ich vor der gleichen Frage.
Ich hab mich dann ziemlich verschuldet und 20ha Land in Polen gekauft.
Dazu kam ein 95PS-Schlepper, Pflug, Packer, Anhänger, Drillmaschine und Scheibenegge.
Düngerstreuer und Pflanzenschutzspritze werden geborgt.

Im Moment sieht es so aus, alswenn das alles läuft.
Da aber da selbst diese 20ha viel zu klein sind, versuche ich mich durch Pacht noch zu vergrößern.

So, jetzt zu meinen Erfahrungen:

1. Du brauchst schon ein wenig praktische Erfahrung (Ich war z.B. 15 Jahre Aushilfe aufm Bauernhof). Ganz ohne geht es nicht.
2. Mangelnde Erfahrung kannst Du im Zweifelsfall nur durch fundiertes theoretisches Wissen ausgleichen. (Bücher wälzen, Diplomarbeiten über die neuste Forschung herunterladen, mit Beratern unterhalten...)
3. Ein gute Bestandesführung mit passender Düngung, cleverem Pflanzenschutz und ne passende Fruchtfolge sind das Wichtigste!!!

Fazit:

Man kann das versuchen, aber

nicht auf 2ha
nicht ohne passenden Maschinenpark
nicht ohne Startkapital
nicht ohne jede Erfahrung
nicht ohne Pflanzenschutz und Düngung
nicht mit Kartoffeln in Monokultur

Ich denke da wird mir hier jeder zustimmen.


Uwe
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon hans g » So Jul 04, 2010 9:12

Uwe hat geschrieben:Ich hab mich dann ziemlich verschuldet und 20ha Land in Polen gekauft.
Im Moment sieht es so aus, alswenn das alles läuft.
Da aber da selbst diese 20ha viel zu klein sind, versuche ich mich durch Pacht noch zu vergrößern.

ich stelle mir vor,dass du min.200ha in PL bewirtschaftest---sonst lohnt sich der aufwand doch gar nicht---erzähl mal.
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon S0001520376 » So Jul 04, 2010 11:44

Hallo Uwe!

Danke für Deine ausführliche Antwort auf meine Frage ... so macht ein Forum Spaß !! :D

Aber "leider" hast Du mir nun erstmal den Wind aus den Segeln genommen ... war aber auch zu erwarten und nicht so tragisch. Um große Gewinnerzielung würde es mir noch nicht mal gehen, kostendeckendes Arbeiten würde schon ausreichen.

Trotzdem Danke für Deine Antworten und Dir weiterhin viel Erfolg!

viele Grüße
Stefan
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon Uwe » So Jul 04, 2010 11:48

Naja, dass stelle ich mir auch vor.
Leider bin ich noch nicht soweit.
Aber jedes Jahr mind. 10ha mehr, dann wird das schon.

Also zur Zeit sieht das dann so aus:

Anfang September : 1 Woche Herbstaussaat
Anfang Oktober : 1 verlängertes Wochenende Unkrautbekämpfung
Vegetationsbeginn : 1 verlängertes Wochenende Düngung
Ende April : 1 verlängertes Wochenende Düngung + Pflanzenschutz
Anfang Mai : 1 verlängertes Wochenende Düngung + Pflanzenschutz
Ende Mai : 1 verlängertes Wochende Düngung + Pflanzenschutz
Mitte Juni : 1 verlängertes Wochende Düngung + Pflanzenschutz
Anfang August : 3 Wochen Ernte und Rapsbestellung

Solange meine Frau das mitmacht (nur zu gerne, weil sie da "zu Hause" ist), läuft das ganz gut.
Dieses Jahr ist meine dritte Ernte.
Wer weiß, vielleicht bin ich irgendwann so groß, dass ich davon leben kann...
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon voro » So Jul 04, 2010 13:13

S0001520376 hat geschrieben:Bei allem Respekt ... das waren genau die Antworten, die ich nicht "gesucht" habe; Trotzdem Danke fürs posten, Thema hat sich erledigt!


??? Bei allem Respekt - aber ich hab mir schon Mühe gegeben mit meiner Antwort.
Tut mir leid, wenn ich dir nicht die richtigen Antworten geben konnte - aber Kartoffeln anbauen ist nun mal nicht "mal so eben".

Du kannsts dir ja aber auch einfach mal ausprobieren. Und wenns nur 1000m² sind - dann kannst nicht so viel "kaputt machen" :)
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon FARMER 309 » So Jul 04, 2010 13:40

....und wenn es nur wenig Regen gibt hast Du auch noch obendrein Bewässerungskosten...ich muß meine toffeln auch zur Zeit täglich wässern...aber bei einen halben ha geht es noch..verbrauch aber auch täglich an die 4000-5000ltr...sind so in etwa umgerechnet an die 7 Euro Wassergeld täglich...ich hab den Vorteil das ich direct vom Hydranten entnehmen kann... mfg :(
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon voro » So Jul 04, 2010 13:46

... hab keinerlei Chance meine 80ha Kartoffeln zu beregnen ... Tauschflächen, vieles weit weg, keine Technik dafür vorhanden.

'nen halben ha kannst ja noch mit'nem Güllefass beregnen - hab ich mit ca. 3 ha so gemacht.
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon mike1959 » So Jul 04, 2010 13:58

voro hat geschrieben:Was dabei auch nicht bedacht ist: Kartoffeln auf der gleichen Fläche bitte nur jedes 4. Jahr anbauen!


Hallo,

was Du da so als selbstverständlich schreibst, ist zumindest umstritten. Eigentlich gelten Kartoffeln als selbstverträglich, und bis 50% Anteil in der Fruchtfolge wird in der Literatur oft als annehmbar bezeichnet, gibt auch andere Meinungen.

http://www.bmlfuw.gv.at/article/article ... 251/1/4996

Ganz so schlimm wie Du es darstellst, ist es jedenfalls nicht, früher haben die Leute für den Eigenbedarf kartoffeln sehr häufig angebaut. Unser Nachbar in meiner Kindheit baute in seinem grossen Garten jedes Jahr ca 90% Kartoffeln an.

Ich bestreite aber auch nicht, dass ein hoher Kartoffelanteil zu mehr Problemen mit Krankheiten führen wird. Schlimmer als eine Fruchtfolge mit nur Weizen und Gerste ist es aber auch nicht.

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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon voro » So Jul 04, 2010 14:28

mike1959 hat geschrieben:Ganz so schlimm wie Du es darstellst, ist es jedenfalls nicht, früher haben die Leute für den Eigenbedarf kartoffeln sehr häufig angebaut. Unser Nachbar in meiner Kindheit baute in seinem grossen Garten jedes Jahr ca 90% Kartoffeln an.


Ja - ich kenne solche Flächen. Hier gibt es Flächen, auf denen waren direkt nach dem 2. Weltkrieg Gärten angelegt, von Flüchtlichtlingsfamilien, um eigene Nahrungsmittel zu haben. Dort wurden dann auch einige Jahre nacheinander immer wieder Kartoffeln angebaut.

Folge: Diese Stellen auf denen die Gärten waren, finde ich selbst HEUTE nocht bei Nematodenbeprobungen wieder. Nematoden sind SEHR ausdauernd.


Ich bestreite aber auch nicht, dass ein hoher Kartoffelanteil zu mehr Problemen mit Krankheiten führen wird. Schlimmer als eine Fruchtfolge mit nur Weizen und Gerste ist es aber auch nicht.


Doch, Kartoffelmonokultur geht überhaupt nicht.
Siehst du in Gegenden mit sehr intensivem Kartoffelanbau wie in Holland oder Teilen des Emslandes.
Die Holländer haben daraufhin teilweise ihre Böden chemisch "entseucht" -> de facto alles Leben was darin war erst mal abgetötet, nur um der Nematoden wieder Herr zu werden.
Nematoden sind für Kartoffelvermehrer fast so "schön" wie Schweinepest für Scheinehalter --> Flächen werden von den Behörden für Vermehrung gesperrt, falls Nematoden gefunden werden, darfst du als Anbauer extrem teure "Biotests" aus eigener Tasche bezahlen, auch wenn du die nicht willst und du garnix davon hast.
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Re: Kartoffelanbau als Nebenerwerb?

Beitragvon mike1959 » So Jul 04, 2010 17:27

voro hat geschrieben:Doch, Kartoffelmonokultur geht überhaupt nicht.


Hallo,

ich habe auch von einem hohen Kartoffelanteil und nicht von Monokultur gesprochen.

Und jetzt hab ich mal in Bücher geguckt und was im web gelesen, das Thema ist offensichtlich umstritten. In vielen Darstellungen werden Kartoffeln als selbstverträglich beschrieben, ich hab jetzt aber auch einzelne Beiträge im web gesehen, wo ein Anbau von Kartoffeln nur jedes 4. Jahr empfohlen wird. Da kann man jetzt glauben, was man will.

Historisch gesehen war in Deutschland in weiten Teilen lange die Dreifelderwirtschaft üblich, und auf leichten Böden ist da mit Sicherheit die Kartoffel jedes 3. Jahr angebaut worden.

Nach diesem Literaturstudium hab ich auch sowieso das Gefühl, dass Angaben zur Selbstverträglichkeit von Nutzpflanzen oft einer seriösen Grundlage entbehren. So war zB zu Sonnenblumen irgendwo zu lesen, dass diese selbstverträglich sind; an anderer Stelle wurde eine 4-8 jährige Anbaupause zwischen Sonnenblumen empfohlen..... :roll:

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