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Melkergehilfe , angehender Rentner

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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30 Beiträge • Seite 2 von 2 • 1, 2
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon Lüpi » Di Dez 27, 2016 21:12

Habe ich fast genau so miterleben dürfen (müssen)...Geschwister sind alle früh weg gegangen, der Jüngste steigt mit in den Hof ein. Irgendwann wird dann geheiratet und die Holde geht ihrer ursprünglichen Arbeit nach. Irgendwann holt die Zeit den Senior ein und er verlässt den Hof für immer, eine AK weniger, mit Muddi ist es aber auch nicht mehr so wahnsinnig gut bestellt und der Junge steht alleine mit 150 Stück Milchvieh da...die Holde ist voller Euphorie und steigt natürlich Zuhause mit in den Betrieb ein......bis sie merkt was es heißt einen Milchviehbetrieb zu besitzen und zu bewirtschaften....der arme Kerl tut mir leid, ist ein wirklich guter aber wird das alles auf Dauer wohl nicht alleine stemmen können..



Gruß Lüpi
Lüpi
 
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon Südheidjer » Mi Dez 28, 2016 2:17

Lüpi hat geschrieben:...die Holde ist voller Euphorie und steigt natürlich Zuhause mit in den Betrieb ein......bis sie merkt was es heißt einen Milchviehbetrieb zu besitzen und zu bewirtschaften....der arme Kerl tut mir leid, ist ein wirklich guter aber wird das alles auf Dauer wohl nicht alleine stemmen können..


Die passende Frau für einen Milchviehbetrieb zu finden geht heutzutage gegen Null. Ich befürchte, daß der Anblick "meiner" Kühe (die nicht meine sind) in den nächsten Jahren Geschichte sein wird, weil der Jungbauer keine passende Frau finden wird. Und der Betrieb ist meines Wissens nach der letzte von den fünf Milchviehbetrieben in der Gemeinde, der noch Weidetierhaltung mit seinem Miclhvieh praktiziert. Und im Schnack mit dein Leuten im Dorf höre ich immer wieder, daß die Leute es geniessen, im Sommer mit dem Fahrrad an den Höfen vorbei zu fahren, die alten schattenspendenden Eichen zu bewundern und eben die Schwarzbunten auf den Weiden stehen zu sehen (jetzt wegen Wolf nur noch direkt am Hof). Das Volk weiß nicht wieviel Arbeit dahinter steckt und welche Wertschätzung sie haben müßten, wenn sie sich einen Joghurt "reinziehen".
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon T5060 » Mi Dez 28, 2016 3:46

Deshalb zeigt sich die Offizialberatung ja so sehr bemüht 300 + X Kuhbetriebe ins Leben zu rufen, nicht weil das besonders lukrativ ist,
sondern damit der Becher Joghurt auch für den Ärmsten noch billiger ist wie ein "MonCheri" oder ein "FerreroKüsschen" und verfügbar ist.

Im ländlichen Raum wird zunehmend alles sehr "spitz-auf-Knopf-genäht" sein.
Wer glaubt dass eine Gemeinde noch Geld für Feldwege in die Hand nimmt um für den letzten Bauern, die Wege in Stand zu halten träumt.
Da entsteht eine neue Welt. Du bist nicht mehr der Größte, sondern der Einzigste. Je nachdem vielleicht der "Gutsherr", vielleicht aber auch nur der "Depp vom Dienst".
Du gehst zur Jagdgenossenschaft und bist dann nur noch der einzige der einen Wildschaden hat.
Das Dorf als Schlafstatt und Zeitvertreib, aber nicht mehr als "Soziale Gemeinschaft". Entweder überaltert oder entfremdet.

In Gegenden wo heute der Pachtpreis, sich in Höhe des Reinertrags bewegt, wird es zu den größten Einschnitten kommen.
Das dreht sich noch 10 - 20 Jahre und so um das Jahr 30 fängt massiv der Ausstieg an
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon bauer hans » Mi Dez 28, 2016 9:17

ich traf eine ca.50jährige ehefrau eines milchbauern,die wehklagte,dass sie ihren beruf aufgeben müsse,weil oma nicht mehr melken könne: "aber nach 10 jahren ist schluss,länger mach ich das nicht!!"
weiter berichtete sie mir,dass der arbeitstag um 5 beginnt und nach der tagesschau würden sie regelmässig im sessel einschlafen.
auf nachfrage meinerseits,ob sich das denn rechnen würde,entgegenete die frau:"das wäre so beschlossen.punkt!"
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon LUV » Mi Dez 28, 2016 9:49

.....von einer einfachen Anfrage zur Mithilfe zum allgemeinen Wehklagen ....ist wohl auch normal inzwischen.
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon Estomil » Mi Dez 28, 2016 9:52

Nicht wenige Frauen machen das aber nicht mehr mit. Meiner Frau habe ich es explizit freigestellt weiter arbeiten zu gehen oder auf dem Hof einzusteigen. Da sie recht gut verdient ist das eh ne nullsumme ob sie mitarbeitet oder ich jemanden einstelle wenn der Tag kommt an dem die alten nicht mehr können.

Ich bin allerdings durchaus dessen bewusst, dass es eine harte Zeit für mich wird wenn die Senioren nicht mehr können. Wenn ich die passende Frau gefunden hätte hätte ich mir somit auch durchaus eher schon vorstellen können Kinder zu bekommen.
Im Idealfall weiss ma dann schon ob ein Kind den hof weitermachen will wenn der alte nicht mehr kann. Das gibt zumindest Perspektive und bietet Möglichkeiten für zwischenlösungen.
Wenn natürlich jede Generation erst mit 40 anfängt Kinder zu bekommen wird's schwierig.
Ich bin aktuell 33, der alte ist 59 und meine Mutter ist 53.
Ich bin also in der glücklichen Lage noch leistungsfähige Eltern zu haben und eventuell einen nahtlosen Übergang zu schaffen. Aktuell sind quasi die besten Jahre um den Betrieb auf Vordermann zu bringen. In 10 Jahren werden Grosse Schritte deutlich schwieriger. Nicht nur weil der Senior an Leistung verliert, sondern auch weil die eigenen Kinder mehr Zeit wollen.

In Summe muss die Arbeit erledigt werden. Und wenn unser hof in 20 Jahren nicht mehr zu leben reicht wird er halt nicht weitergeführt.
Permanente 14h tage wird es bei mir nicht geben. Wenn ich nach 10h nicht Feierabend machen kann läuft so einiges schief und man sollte besser gleich den Laden dicht machen.
Im übrigen rechnen sich Angestellte fast immer.
Jeder betriebsleiter sollte mal deine Buchführung nach den üblichen handwerksfechnungen durchforsten. Wenn dann für den schloss er in der landmaschienenwerkstatt bei uns gb 73€ brutto die Stunde ausgerufen werden fällt es leicht die Batterie selbst zu wechseln und im zweiten jemanden für 12€ einzustellen....
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon bauer hans » Mi Dez 28, 2016 10:35

https://www.zdf.de/dokumentation/dokume ... d-100.html

lebenserfüllung oder arbeit ohne ende.
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon Hessen-Sibirier » Mi Dez 28, 2016 10:53

Momentan häufige Varianten des Wehklagens:
-Der Junge aus dem Dorf, der sonst immer geholfen hat, hat jetzt eine Freundin.
-Der Mindestlohnsklave aus Rumänien ist seit Anfang DEZ unerreichar in den Hochkarpaten untergetaucht, obwohl er versprochen hat gleich nach Weihnachten wieder zu kommen.
-Der Senior hat Rücken/Hüfte/Knie/Herz.
-Dem Rentner aus dem Dorf wird das zu viel, er will büschen kürzer treten.
-Der Schwiegersohn in spe will seine Werksferien nicht ausschließlich im Stall verbringen.
-Sohn im vierten Semester Agrar fragt sich ernsthaft, ob er sich das antun soll.
usw, usw. etc.p.p. :mrgreen:
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon meyenburg1975 » Mi Dez 28, 2016 11:15

bauer hans hat geschrieben:https://www.zdf.de/dokumentation/dokumentation/ausgerechnet-neuseeland-100.html

lebenserfüllung oder arbeit ohne ende.


Indem Fall wohl eindeutig ersteres. Ohne dem braucht man speziell mit Milchkühen auch gar nicht erst anfangen. Egal wo auf der Welt.
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon meyenburg1975 » Mi Dez 28, 2016 11:19

Südheidjer hat geschrieben:Die passende Frau für einen Milchviehbetrieb zu finden geht heutzutage gegen Null.

Warum mit Betonung auf Frau? Partner wäre passender, schließlich gibt es zumindest hier einige Mädels, die die Hofübernahme anstreben. Und das mit steigender Tendenz.

Und hübsche fleißige Mädels findet man reichlich in den ganzen Jungzüchtervereinen, für jedwede bekannte Milchkuhrasse. Wenn Sohnemann nur Trekker fährt und von Kühen eigtl. kaum Ahnung hat, wird er da natürlich nicht ankommen :mrgreen:
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon T5060 » Mi Dez 28, 2016 12:44

Guckt mal bei Facebook bei Selina Claus ........ die postet ein altes mähwerk und bekommt 2.000 likes.
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon LUV » Mi Dez 28, 2016 12:52

meyenburg1975 hat geschrieben:
Südheidjer hat geschrieben:Die passende Frau für einen Milchviehbetrieb zu finden geht heutzutage gegen Null.

Warum mit Betonung auf Frau? Partner wäre passender, schließlich gibt es zumindest hier einige Mädels, die die Hofübernahme anstreben. Und das mit steigender Tendenz.

Und hübsche fleißige Mädels findet man reichlich in den ganzen Jungzüchtervereinen, für jedwede bekannte Milchkuhrasse. Wenn Sohnemann nur Trekker fährt und von Kühen eigtl. kaum Ahnung hat, wird er da natürlich nicht ankommen :mrgreen:


Was machen eigentlich die schwulen Kollegen? die haben es ja noch schwerer....oder sind etwa alle ohne weibl. Partner...neee, ne. :shock:
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon Lonar » Mi Dez 28, 2016 13:18

Oh Meyenburg gute Idee! Ich muss dringend wieder zur Auktion und Färsen verkaufen

Das auf Lohn bei den Pferdetanten Heuwenden schockt nur bis die Rechnung kommt, dannach rufen die mich nicht so recht wieder an :mrgreen:
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon Südheidjer » Mi Dez 28, 2016 16:45

@meyenburg1975

Hast recht, ich kenne auch Betriebe, die jeweils von Töchtern weitergeführt werden. Der allgemeine Begriff "Partner" trifft es daher besser.
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Re: Melkergehilfe , angehender Rentner

Beitragvon Lüpi » Mi Dez 28, 2016 17:36

Wenn den zukünftigen Partner nicht die Arbeit abschreckt, dann spätestens der Vergleich: Arbeit und Einnahmen..vorhin erst wieder mit einem Milchbauern gesprochen was es denn zur Zeit für den Liter gibt... :roll:. Bei dem verdienen die Melker (ungelernt) übrigens 11.50 Euro, bleibt halt offen wie lange das noch tragbar ist.


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