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Neues Meinungsbild zur Klärschlammverwertung

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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36 Beiträge • Seite 2 von 3 • 1, 2, 3
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Beitragvon SHierling » Do Sep 04, 2008 8:45

Böden und Gewässer sind ja keine toten Lebensräume und die bauen so einige Wirkstoffe wieder ab,
Das siehst Du richtig.
Völlig falsch dagegen ist es, anzunehmen, daß die entstehenden Abbauprodukte auch unschädlich wären - GERADE in der organischen CHemie ist da nicht mal alles BEKANNT, geschweige denn in seiner Wirkung auf das Bodenleben getestet - genau das ist ja das Problem! Bei den Fischen ist man ja immerhin schon so weit, daß man weiß, von welchen Hormonen im Abwasser sie unfruchtbar werden, dagegen weiß man über den Boden noch so gut wie gar nix - das heißt aber nicht, daß da nichts PASSIERT, sondern nur, das man nichts WEISS. Die Wahrscheinlichkeit, daß Bodenlebewesen erheblich empfindlicher reagieren als Fische, ist allerdings so groß wie die Organismen klein sind....

Sowas ist doch billigste Verarsche, überall. Da wird ein EINZELNER STOFF betrachtet, der wird im Klärschlamm gesehen, dann im Boden gesucht, und dann heißt es "Oh, klasse, nach 4 Wochen ist DIESER STOFF nicht mehr zu finden". Ja toll, und wo sind die Reste geblieben??? Frag das mal Leute, die so argumentieren, die haben davon KEINERLEI Ahnung.

Deine Schwermetalle sind bloße "Reinstoffe", DIE sind das kleinste Problem. Dafür kann man heute schon Pflanzen und Mikroben als Filter herstellen.
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Beitragvon forenkobold » Do Sep 04, 2008 10:33

Ich teile die Meinung von Shirling. "Ländlichen Klärschlamm" gibt es nicht. Und was bei manchen Leuten im Sch***haus landet will ich auch nicht auf den Äckern. Auf der anderen Seite ist es natürlich bei heutigen Düngermittelpreisen sehr verlockend.
Und die Klärschlammverordnung hat auch ihre Fehler.
Bei uns ist ein großer Obst- und gemüseverarbeitender Betrieb. Das Abwasser (ausschließlich aus der Lebensmittelproduktion) fällt auch unter die Klärschlammverordnung. Für sowas sollte es Ausnahmen geben.
Dies hier könnte der zukünftige Weg sein:

http://www.dbu.de/projekt_21042/_db_1036.html
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Beitragvon Ernstfried » Do Sep 04, 2008 12:24

Ich bleibe bei meiner Meinung, die ich hier im Forum in anderen threads zum Thema "Klärschlamm" schon mehrfach artikuliert habe:

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis in dem Klärschlamm, der heute legal auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht wird, irgendeine chemische Verbindung gefunden wird, die "wahnsinning schädlich und giftig" ist... mit der Folge, dass auf diesen Flächen keine Nahrungsmittel (oder Futter für Tiere, deren Produke für den menschlichen Verzehr verwendet werden) mehr angebaut werden dürfen...
Übrigens: Wieso fragt keiner danach, ob auf den Flächen an der Ems, die jetzt wundersam mit Dioxinen verseucht sein sollen, nicht Klärschlamm ursächlich sein könnte...Vielleicht fürchtet da jemand gewaltige Schadensersatzforderungen...
Mir sind Leute lieber, die "mir" und "mich" verwechseln, als "mein" und "dein"
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Beitragvon Cairon » Do Sep 04, 2008 19:23

Ich denke auch das Klärschlamm nicht auf den Acker gehört. Ich dürfte ihn auch gar nicht ausbringen, da wir nach EurepGAP zertifiziert sind. Außerdem könnte ich mir meine Direktvermarktung abschminken, wenn ich so etwas ausbringen würde. Natürlich ist eine verlockende Alternative günstig an Nährstoffe zu kommen in den Zeiten teurer Düngemittel, aber das Risiko ist doch nicht unerheblich. Sollten irgendwann irgendwelche chemischen oder organischen Verbindungen gefunden werden, die gegen eine Bewirtschaftung von mit Klärschlamm behandelten Flächen sprechen dann reicht der Risikofond auch nicht ganz weit. Alle staatlichen Verpächter (Bundesvermögensstelle, Kirche usw.) schließen den Einsatz von Klärschlamm aus. Und wie ist die hormonelle Seite zu bewerten, bei den Mengen die an Hormonen (Antibabypille, Medikamente gegen Wechselbeschwerden usw.) in den Schlämmen laden bin ich doch skeptisch ob das wirklich alles so harmlos ist wie es der Staat darstellt. Wenn es harmlos ist, warum darf es dann nicht aus bundeseigenen Flächen aufgebracht werden?
Es muss ja jeder selber wissen, was er mit seinem Land tut ich werde niemals Klärschlamm einsetzen.
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Beitragvon hans g » Do Sep 04, 2008 20:06

da fällt mir ein,dass unser ober bio bauer früher auch klärschlamm eingesetzt hatte--resultat:unten hafer und oben tomaten.
war schwierig zu dreschen---den hafer vorsichtig unter den tomaten wegdreschen :lol:
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Beitragvon H.B. » Do Sep 04, 2008 20:42

Bei unserem Biobauer war die Oberfrucht von Gerste eine Mischung aus Sonnenblumen, Raps, Melde und Ampfer. Die verschiedenen Obergräser waren glaub nicht gewollt.

Beim Dreschen bildete sich im Korntank eine Spinatähnliche Masse, die von Hand rausgeschaufelt werdsen musste, da das Ganze nicht fließfähig war.

Vor dem Dreschen hatte er eine Kornfeuchte von 12,9%. Ein Messen nach dem Dreschen machte keinen Sinn.

Die Trocknung läuft anscheinend noch auf Hochtouren, obwohl ein Großteil schon zu Biolandnudeln verarbeitet worden sein soll. Ich denke, der nichtverarbeitete Rest müsste mittlerweile ein weißer Klumpen von höchster Bioqualität geworden sein.
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Beitragvon Komatsu » Do Sep 04, 2008 20:52

@ H.B. : Dein Biobauer sollte mit dem Schwadleger mähen und dann erst dreschen

@ all : Ihr könnt euch drehen und wenden wie ihr wollt, der Rohstoff Phosphor ist verdammt knapp und erstrecht der schwermetallarme Phosphor. Russland hat seid 3 Jahren einen Exportstopp für Phosphor. In der EU darf nur schwermetallarmer Phosphor eingesetzt werden, was uns von 75 % des ohnehin knappen Weltmarkts ausschliesst. Die Phosphateliminerung aus dem Klärschlamm, ist entgegen anderer toller Behauptungen, verfahrenstechnisch und vom Ergebnis her auch nicht ganz ohne, da noch andere Stoffe in dem Schritt mit dem Phosphor abgeschieden werden.

Nur auf den Klärschlamm-Phosphor können wir schon heute nimmer verzichten.

Alle Phsophorlagerstätten sind oberflächennah oder gekoppelt mit Erzlagerstätten und somit weitestgehend bekannt. Da tauchen so viele auch nicht mehr auf.

Der Mensch und das Tier scheiden hormonelle und pharmazeutische Abbauprodukte über die Niere in den Urin ab, also wasserlöslich. Somit landet das Gros derer, im geklärten Wasser und weniger im Klärschlamm.
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Beitragvon euro » Do Sep 04, 2008 21:12

Denk mal dass Klärschlamm mit Tomatensamen auf alte, schlecht funktionierende Anlagen zurückzuführen ist.Psychrophile Vergärung ist nun mal nicht das "Gelbe vom Ei".Wir hatten bisher in noch keiner Gärrestanalyse überlebende Samen.
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Beitragvon Bananajoe » Sa Sep 27, 2008 15:22

Bei nicht wenigen Anlagen muss der Klärschlamm nicht durch den Faulbehälter weil keiner da ist, bzw. wird mangels Entwässerer flüssig ausgebracht.

Gegenfrage : Was gibts flüssig/fest für den m³/to Klärschlamm ?
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Beitragvon Bananajoe » Sa Sep 27, 2008 15:37

Bei nicht wenigen Anlagen muss der Klärschlamm nicht durch den Faulbehälter weil keiner da ist, bzw. wird mangels Entwässerer flüssig ausgebracht.

Gegenfrage : Was gibts flüssig/fest für den m³/to Klärschlamm ?
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Beitragvon ohmeyer » So Sep 28, 2008 21:05

Ha, Klärschlamm welch schönes Thema! Als Einstieg ein bischen Polemik!
als erstes mal zu den sogennaten ländlichen ach so sauberen Klärschlämmen, Märchen auch wenns keiner wissen will. Ein Kusenklempner hat nicht aufgepasst und schon ist das Amalgan in Klärschlamm.

Oder Variante 2, auch sehr beliebt, ist der Tischler der Kunststofffenster (PVC) herstellt einmal beim Werkstatt ordentlich fegen, nicht aufgepasst und schon zittert der AOX -Wert.

Den Kupferwert kriege wir auch gut hoch, billiges Trinkwassser gemäss TrinwasserVO liefern. Das hat die Eigenschaft die Patinierung der Trinkwasserleitung zu verhindern und munter die Kupferionen auf Reisen schickt, Dabei ist Kupfer sogar ein Spurenelement, für die Pflanzenernährung nicht ganz unwichtig.

Nur mal so als Einstieg. Als ich vor 17 Jahren als in der ldw. Klärschlammverwertung anfing sagte einer von den alten Hasen zu mir, der größte Feind ist die ordentliche Hausfrau sprich Klementine "nicht sauber sonder rein" und ab in den Kanal

Genug gezetert, ich sehe das so das die meisten Stoffe dahin wieder zurückkehren wo sie hergekommen sind, nämlich auf den Acker. Das wir den einen oder anderen Stoff vielleicht nicht lieben ist einzusehen. Die Natur kennt kiene Unterscheidung in Gut oder Böse. unser Wissen ist an dieser Stelle sehr lückenhaft.

Ich bin für Pro ldw. Kllärschlammverwertung, meine Kinder oder Enkel sollen nicht vor einem klinisch sauberen Acker verhungern müssen, dem die wichtigsten Nährstoffe fehlen!! Ich finde über diesen Aspekt wird viel zuwenig Nachgedacht!.

Wo wollen wir denn sonst die Nährstoffe herbekommen? Im Augenblick ist die Situation ja noch sehr komfortabel, Opa uind Uropa haben ja beim Phosphor ein entsprechendes Polsterchen aufgebaut. Justus von Liebieg und das Gesetz vom Minimum läst sich mit Idiologie wegdiskutieren, Die Pflanze kümmerts nicht, die arbeite mit dem was da ist und in aller Konsequenz.
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Beitragvon Komatsu » So Sep 28, 2008 21:12

Bananajoe hat geschrieben:Bei nicht wenigen Anlagen muss der Klärschlamm nicht durch den Faulbehälter weil keiner da ist, bzw. wird mangels Entwässerer flüssig ausgebracht.

Gegenfrage : Was gibts flüssig/fest für den m³/to Klärschlamm ?


Die Nachfrage nach Klärschlamm ist aktuell so hoch, daß es sich Lohnunternehmer erdreisten die Einarbeitungsprämie für sich einzusacken. Mir ist das bei 2 Kläranlagenbetreibern aufgefallen. Wir haben das dann den LU´s von der Rechnung abgezogen und dann doch den Landwirten ausbezahlt. Die LU´s wurden dann auch gleich gekickt.
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Beitragvon Kaninchen » So Sep 28, 2008 21:25

Es gibt nun eine Anweisung in Schleswig-Holstein, daß alle Kläranlagenbetreiber per Einzelverfügung zur vorsorglichen PFT-Beprobung zu verpflichten sind, wenn denn die Schlämme zur landbaulichen Verwertung abgeben werden sollen.
Aber auch importierte Schlämme sollen auf PFT überwacht werden.

Allerdings soll es noch kein genormtes Analyseverfahren geben. :roll:
Grüßle,
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Beitragvon Meini » Mo Sep 29, 2008 18:29

Frag mich wenn das Zeug so harmlos ist warum die Abgeber nicht dafür die Verantwortung übernehmen? Meine Verpächter haben es sich schriftlich geben lassen,das ich das Zeug nicht auffahre. Der war bei der Stadt im bereich Kanalbau, Kleinkläralagen usw. tätig wei? der mehr?Keine Ahnung.

Ich bin da doch recht skeptisch und nur weil die Düngerpreise z.Z. aus dem Ruder laufen? Nee, denke das normaliesiert sich wieder auch die Chienesen und Osteuropäer können rechnen. Wenn sich das nicht mehr lohnt kaufen sie Nahrungsmittel und nicht mehr Dünger.
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Beitragvon gerd gerdsen » Mo Sep 29, 2008 19:02

habe vor jahren auch gerne mit klärschlamm gearbeitet, bodenuntersuchung vorher, bodenuntersuchung nachher, untersuchung des klärschlammes, wir wären nicht in deutschland wenn das alles so einfach wäre .

die bodenlebewesen jedenfalls jubilieren nach meiner erfahrung wenn sie klärschlamm bekommen, erstaunlich eigentlich wenn es so giftig wäre .

im zeitalter von cc lasse ich lieber die finger davon, die werden nämlich mit vorliebe als erstes "vorort" kontrolliert .
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