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Neues Meinungsbild zur Klärschlammverwertung

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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36 Beiträge • Seite 1 von 3 • 1, 2, 3
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Neues Meinungsbild zur Klärschlammverwertung

Beitragvon Kaninchen » Mi Sep 03, 2008 21:33

Noch immer steht die Novellierung der Klärschlammverordnung aus.

Kürzlich als ich mit unserem Bauern hier über den Acker gegrubbert bin, sagte er: "Schade, hier wäre mal eine ordentliche Portion Klärschlamm hilfreich."

Seine Verpächterin und meine Vermieterin hat diese Option leider im Pachtvertrag ausgeschlossen.

Wie ist heute die Meinung zur Klärschlammverwertung auf landwirtschaftlichen Flächen unter den Landwirten?
Grüßle,
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Beitragvon voro » Mi Sep 03, 2008 21:38

Klärschlamm auf'n Acker?

Warum soll ich mir das antun?

Viel zu riskant, bringt nur Probleme bei der Zertifizierung - wir produzieren Nahrungsmittel und sollten uns möglichst keine weiteren Pannen / Skandale leisten.

Ausserdem fahren die mit dem ausbringen Beauftragten einem ständig alles kaputt :) Wie schon mal geschrieben :)

Also, behaltet den Mist - es gibt auch richtige organische Dünger -
Der Hauptunterschied zw. etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, daß sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann herausstellt, daß es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann.
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Beitragvon Komatsu » Mi Sep 03, 2008 21:39

Der Klärschlamm wird von Bayern nur schlecht geredet, weil E.ON viel Geld bei der Verbrennung verdienen will. Der Freistaat Bayern ist mit ca. 20 % an E.ON beteiligt.
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Beitragvon SHierling » Mi Sep 03, 2008 21:42

Ich wußte gar nicht, daß Bayern jetzt bis an die Nordsee reicht....
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Beitragvon voro » Mi Sep 03, 2008 21:43

Ist doch ganz egal - Klärschlamm hat nun mal n beschissenes Image, und das ist'n Grund, den vom Acker zu lassen.

Wir lassen auch andere Dinge, die an sich OK wären, um keine Skeptiker auf den Plan zu rufen. Siehe Fütterung, was da so alles verboten ist ...
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Beitragvon Kaninchen » Mi Sep 03, 2008 22:02

SHierling hat geschrieben:Ich wußte gar nicht, daß Bayern jetzt bis an die Nordsee reicht....

Der Freistaat Bayern zwar nicht, aber eon :roll:

Ich steh nach wie vor auf der Position, daß gute ländliche Schlämme landwirtschaftlich verwertet werden sollten!
Ich bin immer noch der Meinung alles andere wäre Verschwendung von Ressourcen.

Oder aber - wenn man tatsächlich gegen Klärschlammdüngung ist, dann müßte man konsequenterweise auch die Wirtschaftsdünger genau anschauen.

Sagen wir es doch mal deutlich: Es ist Scheiße, so wie so! Mit allem was dazu gehört. :roll:
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Beitragvon Komatsu » Mi Sep 03, 2008 23:39

Vorsicht, vorsicht .... schaut grad mal in die Diskussion über ein Umweltgesetzbuch ... da denken die Herrschaften über Schwermetallgehalte in Gülle und deren Pasteurisierung nach. Die KlärschlammVO hat eine hinreichende Vorsorge für nachhaltigen Bodenschutz. Als Gemüse - bzw. Kartoffelbauer ist die Sicht aus Imagegründen eine andere.
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Beitragvon hans g » Do Sep 04, 2008 6:49

klärschlamm hat eigentlich nur ein bewusst lanciertes´´schlechtes image´´d.h.alle haben angst,keiner will ihn haben,ABER ALLE PRODUZIEREN IHN :!:
liegt aber daran,dass sich mit der entsorgung ein haufen geld verdienen lässt.
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Beitragvon Komatsu » Do Sep 04, 2008 6:57

Bei der Stadt Fulda haben wir das gut geregelt. Keiner der was dabei verdient und die Nachfrage ist 3x höher wie das Angebot.

Dies führt im Moment dazu daß einige sehr große ( und hier für so toll befundene ) Lohnunternehmer sich sehr viel Geld ( nämlich das was die Bauern kriegen sollen ) in die eigene Tasche wirtschaften.
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Beitragvon 2810 » Do Sep 04, 2008 7:51

hans g hat geschrieben:,ABER ALLE PRODUZIEREN IHN :!:


Richtig hans, selbst der Oberbürgermeister muß mal auf´s Wc .

Im Prinzip muß ich kaninchen Recht geben :es ist Ressourcenverschwendung , unsere Nachkommen werden werden uns nicht verstehen und fragen :warum habt ihr das gemacht :?:

Gleichzeitig , gibt es noch "länliche Schlämme" ?
Von manchen Zeitgenossen landet alles in dunklen Kanälen , leider :roll:
Habe mal einen Beschäftigten des Wasser-und Schiffahrtsamtes beim Ölwechsel seines Privatautos beobachtet . kippte das Altöl an die Uferböschung eines Baches . Auf meine Frage , ob er das im Amt auch so praktiziere , antwortete er, dass es völlig unschädlich sei .

Klärschlamm kann evtl erst wieder landw. genutzt werden , wenn google oder der CIA an jedem Hauseinlauf in den Kanal bestimmte Sensoren angebracht hat , zur Überwachung des Einlaufs :lol: :roll:

Spätestens dann braucht man den Sachkundenachweis für Reinigungsmittel und bei Antibiotikaeinnahme kommt der Hemmstofftest.
Bis zur Freigabe muß der Patient ins "Dixi" :roll: :roll:
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Beitragvon SHierling » Do Sep 04, 2008 8:01

Ich schließe mich voro an - heutiger Klärschlamm hat nichts mit Gülle oder anderen Wirtschaftsdüngern zu tun, bei denen man inzwischen selbst die Unschädlichkeit der verdauten und reingepinkelten eventuellen Medikamente noch schriftlich nachweisen kann.

Da landet alles Mögliche drin (eben Medikamente zum Beispiel, Paradebeispiel sind ja immer die Reste der "Pille", Hormone vom Feinsten also, die in der Landwirtschaft lange verboten sind - aber das meiste sind wohl Schmerzmittelreste, und zunehmend auch Beta-Blocker und Lipid-Senker (der Cholesterinspiegel!), und die lassen sich eben nicht so einfach rausreinigen, weil sie auch untereinander reagieren und Verbindungen eingehen, nach denen kein Mensch sucht, weil sie keiner kennt (gar nicht kennen KANN!) - das selbe Prinzip, nachdem es unverantwortlich ist, GVO freizusetzen.

Wenn also Klärschlamm, dann bitte auch MINDESTENS die selben Dokumentationspflichten für die Bürger, nettes Bestandsbuch bitte, Nährstoffbilanzen, Abgabebelege sammeln, und regelmässige Kontrolle.
Und dann ist der Dreck auch erst dokumentiert, dann kann er mal vernünftig ausgewertet werden und DANN wäre ich vielleicht bereit, mir das Zeug auf den Acker fahren zu lassen.

Wo ich Kaninchen beipflichte: Lagerung bzw Verbrennung ist Verschwendung von Ressourcen - aber da seh ich zur Zeit keine Alternative. Vielleicht könnte man eine Art "Dreck-Kreislauf" einrichten, und alte Industrieflächen mit Klärschlamm beschicken und da dann Biomasse anbauen (wobei auch da die Reste der Biogasanlagen wieder auf en Dreckflächen landen müssen!) - aber für Lebensmittel ist das Zeug einfach untauglich, das Risiko wäre mir nach allem, was ich über Chemie gelernt habe, einfach zu groß.


PS: 2810: es reicht ja eben nicht, einfach eine Sonde in jeden Abwasserkanal zu halten, weil diese Sonde auch immer nur das messen kann, was sie kennt! Wenn schon Analyse, dann brauchte man die Ausgangsstoffe, um Kreuzreaktionen überhaupt kennen zu können, und die bekommst Du imho nur über die Kenntnis der Grundsubstanzen. Ich denk da so an Leutte wie meinen Vater zum Beispiel - kaputtes Knie>Schmerzmittel, Cholesterin/Blutdruck > Lipidsenker, Betablocker und daraufhin natürlich auch kaputter Magen, dagegen gibts auch noch was - der Mann ist nach dem Frühstück schon eine halbe Chemiefabrik, und meine Mutter (neue Hüfte, Übergewicht, Arthritis), nicht gerechnet den Alkohol - hat immerhin ein eigenes Bad, aber eben kein eigenes Abwasser. Allein das ist ja schon eine UNÜBERSCHAUBAR verdaute Mischung, bevor es im Abwasser landet. BEVOR dann irgendeine Tante/Nichte oder ähnliches noch zu Besucht kommt, die die Pille nimmt, schwanger ist, oder was auch immer.
Zuletzt geändert von SHierling am Do Sep 04, 2008 8:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon 2810 » Do Sep 04, 2008 8:16

Hallo Brigitta , mit den Sensoren/Überwachung , das war ironisch gemeint.
Aber der Weg führt zum überwachten /gläsernen Bürger , auf diesem Sektor bis jetzt noch nicht .
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Beitragvon SHierling » Do Sep 04, 2008 8:19

Naja, Ironie hin oder her, wir haben gar keine andere Chance, als das irgendwannn entweder zu reglementieren, oder eben die Preise ins unermeßliche steigenn zu lassen. Und da letzteres für die EL gar nicht möglich ist, die Verteilung von Medikamenten aber nötig, werden wir über kurz oder lang solchen Dreck überall im Grundwasser haben.
Da wäre ich jedenfalls froh, in einer noch halbwegs sauberen Gegend zu sterben ;-)
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Beitragvon Komatsu » Do Sep 04, 2008 8:30

Böden und Gewässer sind ja keine toten Lebensräume und die bauen so einige Wirkstoffe wieder ab, da Boden im Gegensatz zu Wasser ( Fische ) von Tieren aufgenommen wird, verbleiben alleine die Schwermetalle. Die sind jedoch auch in viehintensiven Betrieben ein Problem bzw. in einigen Böden von Natur aus ohne stark angereichert. Da Pharma ohnehin zum überwiegenden Teil wasserlöslich ist, reichert sich diese ohnehin im Boden nicht an. Öle im Klärschlamm überleben die Fermentation im Faulturm schonmal gar nicht, die werden dort schon von den Archea Bakterien geknackt. Nur mal brav von dem reden, von dem man Ahnung hat. Als Problem hat sich einzig in der letzten Zeit Teflon ( PFT ), als Abrieb beim Spülen oder aus beschichteten Textilien gezeigt.
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Beitragvon hans g » Do Sep 04, 2008 8:36

der öffentliche dienst und die entsorgungsmafia MÜSSTEN dringend durchleuchted werden---aber was sag ich,die regieren uns ja :cry: :cry:
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