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Ochsen mästen

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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18 Beiträge • Seite 1 von 2 • 1, 2
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Ochsen mästen

Beitragvon LB2016 » Mi Jan 04, 2017 22:53

Hallo alle zusammen,
es geht um folgendes wir mästen Bullen. Allerdings haben wir eine Fläche Restgrünland die wir nicht mähen können(Hang). Bisher hatten wir hier immer ein paar Färsen laufen. War allerdings im Winter immer so ein Theater mit der Aufstallung... Jetzt war meine Überlegung ob man nicht ein paar Ochsen laufen lassen kann und die dann im Herbst zusammen mit kleineren Fressern aufstallen kann. Wer hat Erfahrung mit so etwas? Wie läuft das mit der Kastration (Zeitpunkt) usw. bin für jede Antwort Dankbar.
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon kaltblutreiter » Do Jan 05, 2017 18:26

Warum erwartest Du Dir von Ochsen weniger "Theater"?
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon LB2016 » Do Jan 05, 2017 19:21

Die müsste ich doch nicht in einen extra Stall sperren deswegen frage ich ob das händelbar ist. Sind ja wenn eh nur drei -vier Stück. War mal so ein Gedanke. Eventuell hat einer hier Erfahrung mit sowas. Kenne Ochsen bei uns in der Gegend nur noch aus Kindertagen.
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon Lüpi » Do Jan 05, 2017 19:55

Hast du denn einen Abnehmer für deine Ochsen ? Kastrieren würde ich mit 3 Monaten, und beim füttern musst halt aufpassen, Ochsen sind sowieso schon fetter als Bullen und "verfetten" auch schon mal.


Gruß Lüpi
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon LB2016 » Do Jan 05, 2017 20:23

Wegen nem Abnehmer haben zwei Rinder immer im Viertel verkauft so würde ich das mit den Ochsen auch machen einer hat mich schon mal nach Ochse gefragt soll wohl bei Feinschmeckern begehrt sein. Wie gesagt wäre ja hauptsächlich wegen der Weide. Ist mir schon klar dass ich die Ochsen nicht so scharf füttern darf wie die Bullen. Sollte doch sicher ähnlich wie bei den Rindern sein die Fütterung oder?
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon LUV » Fr Jan 06, 2017 10:29

http://www.proregion.info/ochsenweidehaltung.html

Ochsenmast hat im Norden Tradition.....musst mal die Profis fragen. :wink:
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon DWEWT » Sa Jan 07, 2017 19:54

Ich habe eine Öko-Mutterkuhhaltung und erzeuge jährlich 60 bis 80 Schlachtochsen. Kastriert werden die Bullenkälber im Alter von 4 bis 10 Wochen. Das ist für alle Beteiligten eine bequeme Angelegenheit. Die Kälber saugen ca. 10 Monate und werden kann mit weiblichen Jungrindern gemeinsam auf der Weide oder im Stall gehalten. Mit ca. 13 Monaten kommen die Ochsen in die Vormast und mit 16 Monaten in die Endmast. Das Mastfutter setzt sich zusammen aus Wickroggen- und Kleegrassilage und einem geringen Anteil Triticale-GPS und Heu. Alle Komponenten werden aus dem FUMI-Wagen direkt vorgelegt. Geschlachtet werden die Tiere im Alter von 19 bis 23 Monaten. Die Schlachtgewichte liegen zwischen 350 und 400kg. Angestrebte Klassifizierung ist R 2-3. Vermarktet wird an spezielle Abnehmer. Genetik ist Lim x FVF als Mutterkühe x Lim für die Mast. Die Endmast ist bei Ochsen und Färsen identisch. Das Schlachtalter der Färsen beträgt 21 bis 24 Monate.
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon LB2016 » Sa Jan 07, 2017 21:52

Danke erst mal für die Antworten. Läuft die Vermarktung über den Öko Lebensmitteleinzelhandel? Wachsen die Kälber nach der Kastration so weiter oder gibt es da nen Knick? Wird das blutig gemacht oder mit der Zange?
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon DWEWT » Mi Jan 11, 2017 16:37

Die Vermarktung läuft dreigleisig. Spezielle Gastronomie, Direktvermarkter und Öko-Erzeugergemeinschaft. Je früher die Kälber kastriert werden, umso leichter verkraften sie die Kastration. Mindestalter ist allerdings ca. 4 Wochen. Verwendet wird eine Burdizzo-Zange (unblutig). Vollnarkose plus Schmerzbehandlung ist Standard.
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon Tom_vom_Berg » Mo Jan 22, 2018 23:46

DWEWT hat geschrieben:Die Vermarktung läuft dreigleisig. Spezielle Gastronomie, Direktvermarkter und Öko-Erzeugergemeinschaft. Je früher die Kälber kastriert werden, umso leichter verkraften sie die Kastration. Mindestalter ist allerdings ca. 4 Wochen. Verwendet wird eine Burdizzo-Zange (unblutig). Vollnarkose plus Schmerzbehandlung ist Standard.



Hallo.
Möchte das Thema nochmal aufwärmen.
Ich möchte auch aus betrieblichen Gründen ein Ochsen „Experiment „ starten bzw habe schon welche im Bestand und auch geschlachtet.
Waren aber etwas leicht (+/- 300kgSG) und wollte nun einige zum Test etwas bzw eine Weideperiode älter werden lassen,dann in die Endmast.
Wie sind da die Erfahrungen im Bezug auf die Qualität,gute Endmast/Fettabdeckung vorausgesetzt.

Jetzt schrieb DWEWT das die Kastration am besten im jungen Alter verkraftet wird,wie ist das zu verstehen?
Verschenkt man nicht das Wachstumspotenzial des Bullen?

Grüße
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon rentner » Di Jan 23, 2018 7:23

Hallo,

warum willst Du keine Färsen mästen?
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon Tom_vom_Berg » Di Jan 23, 2018 8:13

Guten Morgen.

Färsen werden schon gemästet und sowohl über eigene Direktvermakrtung als auch regionale Qualitätsprogramme vermarktet.
Das klappt wunderbar und wird immer besser,soweit so gut.
Nun werden ja aber auch ab und an Bullen geboren ;) und je nach Anzahl des Jahrgangs ist es für mich schwierig eine eigene Bullenherde auf der Sommerweide zu realisieren.
Erschwerend kommt dann die geringe Distanz zur Mutterkuhherde und zum Nachbarn hinzu.
Daher ist von meiner Betriebsstruktur die Überlegung das mit Ochsen zu lösen,die kann ich auch auf der Herbstweide wie auch im Stall besser unterbringen.

Ausserdem sehe ich nicht ein diese Tiere als Absetzer (bisher erst dann kastriert) zu „verschenken „ ,weil Absetzerpreise bei uns finde ich nicht besonders wirtschaftlich.
Ok,müsste schauen ob sich das jetzt mit drm erreichen des Bio-Status ändert,wobei ich fast nicht glaube dass das so große Auswirkungen hat.
Die allerstärksten werden wohl nach wie vor so vermarkten werden da wenn da der Preis stimmt es sich nicht so viel nehmen wird, die bekomme ich ja im Grünland nicht so ausgefüttert.

Grüße
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon Frankenbauer » Di Jan 23, 2018 21:52

Versteh ich jetzt gar nicht mehr, ein Bullenkalb mit fünf Wochen geht bei uns mit Minimum 550€ durch den Versteigerungsring, das gleich alte weibliche kostet allerhöchstens 400€ und hat dann schon eine Bombenabstammung, realistischer sind zur Mast eher 300€, da nehm ich doch den ersten Batzen gleich mit. Kuh und Wechselkalb brauchen eine Woche in Einzelhaft, dann gehts auf der Koppel weiter.

Gruß

Werner
frech, frecher, FRÄNKISCH!
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon Tom_vom_Berg » Di Jan 23, 2018 23:10

Hallo.

Leider gibt es bei uns solche Strukturen mit Versteigerungsringen nicht.
Ausserdem bekomme ich dann neben dem Risiko mir was in den Bestand zu schleppen in der Hauptabkalungszeit, wenn dann nur entweder die schwächeren Kuhkälber oder eben halt welche aus Milchviehbetrieben (leider aber auch so gut wie keine FV bei uns) die dann später bei weitem nicht das Potential haben :/

Oder überseh ich da was?
Grüße
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Re: Ochsen mästen

Beitragvon DWEWT » Do Jan 25, 2018 21:22

Tom_vom_Berg hat geschrieben:
Jetzt schrieb DWEWT das die Kastration am besten im jungen Alter verkraftet wird,wie ist das zu verstehen?
Verschenkt man nicht das Wachstumspotenzial des Bullen?

Grüße


Moin,

die Kastration ist ein erheblicher Eingriff. Sie zieht immer eine Entwicklungsdepression bzw. evtl. sogar eine Gewichtsabnahme nach sich. Am leichtesten verkraften diesen Eingriff junge männliche Kälber, die noch intensiven Kontakt zur Mutter haben. Ich rede hier nur von meinen Erfahrungen aus dem System Fleischrinder-Mutterkuhhaltung! Leider kastrieren viele Kollegen die Jungbullen im zeitlichen Zusammenhang mit dem Absetzen. Das ist fatal! Gewichtsverluste von bis zu 30kg und eine erst nach Wochen wieder einsetzende Zunahme, sind fast die Regel. Außerdem erreicht man mit einer solchen Spätkastration keine umgänglichen, nicht aufreitenden Ochsen. Die Folge sind ständige Unruhe im Stall und noch ansatzweise bulliges Verhalten. Außerdem ist die Rate der nicht wirklich kastrierten Ochsen, mit zunehmendem Alter, größer. Dazu kommt noch, dass das eigentliche Ziel, nämlich das hochwertige Fleisch, nur eingeschränkt erreicht wird. Bei Jungbullen beginnt, in Abhängigkeit von vielen Faktoren, etwa ab dem 16. Lebensmonat die Vernetzung der Kollagenfasern. Diese Kollagenfasern bewirken eine Stützfunktion im Muskel und sie sind auch gleichzeitig der Ort, an dem das intramuskuläre Fett eingelagert wird. Durch die Vernetzung entsteht eine bindegewebsähnliche Substanz, die das Fleisch zäh werden lässt. Bei den Ochsen setzt diese Vernetzung erst mit ca. 27 Monaten und bei der Färse erst mit ca. 32 Monaten ein. Daraus resultieren die entsprechenden Vermarktungszeitpunkte. Jungbullen werden i.d.R. mit 18 Monaten vermarktet, um diesen Effekt nicht akzeptieren zu müssen. Ein heftiges Muskelwachstum, fördert die einsetzende Kollagenfasernvernetzung. D.h., ein Jungbulle, der beim Absetzen ca. 400kg LG auf die Waage bringt, ist in der Entwicklung der Vorstufen zur Kollagenfaservernetzung schon weiter, als ein frühzeitig kastrierter Ochse. Aus diesen Faktoren, sollte man auf die Sinnhaftigkeit einer frühen Kastration schließen können. Dazu kommt natürlich noch, dass sich einige Wochen alte männliche Kälber bei der Kastration wesentlich leichter händeln lassen. Wir arbeiten zu dritt, 1 TA und 2 Mitarbeiter des Betriebes, mit 4 Burdizzozangen und "schaffen" so locker 10 Jungbullen in der Stunde. Wenn der TA in der Gewichtseinschätzung des Kalbes versiert ist und das Narkosemittel (Hellabrunner Mischung) entsprechend dosiert, liegen die Kälber sofort und knapp 25 Minuten lang. Das ist besonders wichtig, da unter Narkose die Temperaturregelung des Rindes nur eingeschränkt funktioniert. Die Rate der Kastrationen die nicht komplett gegriffen hat, liegt bei ca. 2 bis 3%. Diese Ochsen werden dann blutig nachkastriert.
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