Bauernverband Schleswig-Holstein
Gar nicht grossarthig
Jan Grossarth hat einen bemerkenswerten Artikel in der FAZ geschrieben: „In Zeiten der salonfähigen Wut“. Er beginnt mit der Radikalisierung religiöser Extremisten und endet - bei Werner Schwarz.
Öffentlich und frontal attackiere Schwarz nicht nur die Medien sondern auch die politische Klasse, schreibt der Redaktuer. Schwarz stelle gar die Frage, welche Qualifikation die Meinungsmacher hätten. "Ohne fachliche Basis" kehrten Politik und Nichtregierungsorganisationen "scheinbar demokratisch" das "System der Landwirtschaft um", wird Schwarz zitiert.
Die Frage und Schlussfolgerung von Werner Schwarz sind nach Meinung des FAZ-Redakteurs offenbar nicht nur grenzwertig, sondern erlauben einen Vergleich mit radikalreligiösen Extremisten.
Dabei gibt selbst Grossarth zu: „Tatsächlich gibt es zwar nicht wenige Texte, die Zweifel wecken, wie gut manche Journalisten über die Sache informiert sind, und das Wissen der Bürger ist auch noch nicht erforscht.“
Hier darf der Journalist, was der Bauernverbandspräsident aus Schleswig-Holstein nicht darf: Kritik üben. Schlimmer noch: Schwarz übt Kritik an den Kritikern. Hier hat er wohl eine Grenze überschritten, an der zurückgeschlagen werden muss. Denn das ist es, was Grossarth macht.
Grossarth zitiert Schwarz weiter: „Jeder in der Landwirtschaft Tätige ist aufgefordert, für die ,neue Lizenz zur Landwirtschaft' in unserem Land zu argumentieren, zu überzeugen, zu kämpfen.“ Auch das ist für den Journalisten Beweis eines extremen Gedankengutes, er spricht von Metahphern von Kampf und Krieg. Dabei gibt er zu: „Es gibt sie, diese Kampagnen einzelner Organisationen und Parteien, die angstschürend und polemisch sind.“
Werner Schwarz steht für den Gleichklang von Erklären und Wehren. Aber erlaubt ist nur das eine, das faktenorientierte Erklären, während die von Grossarth beschriebene Kampagnen der „Anderen“ auf das Gegenteil setzen. Das ist dann wohl keine salonfähige Wut. Die haben nur die Bauern. Seltsame Sichtweise.
Etwas Witziges zum Schluss: „Wenn in der Presse ein fehlerhafter oder im Ton aggressiver Artikel erscheint - einer unter Hunderten -, machen die Verbände daraus zunehmend eine öffentliche Sache.“ Wie? Seit wann verstecken Journalisten ihre Artikel? Darf jetzt nicht einmal mehr diskutiert werden, was geschrieben wird. Sprechen Grossarth und Co jetzt ex Kathedra? Ihre Grossarthigkeit hat gesprochen...
Quelle:
https://www.facebook.com/BauernverbandS ... 3780520239

Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet