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Viele Fragen zur Mutterkuhhaltung

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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4 Beiträge • Seite 1 von 1
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Viele Fragen zur Mutterkuhhaltung

Beitragvon Moorhuhn » Di Jun 07, 2005 11:41

Hallo an alle,

wie der Titel ja schon verrät bin ich ganz wissensdurstig. Ich hab so viele Fragen rund um die Haltung, Versorgung und alles andere auch. Nagut fang da direkt mal an!

1. Welche Rassen sind für die Mutterkuhhaltung geeigenet (Mein Stand: Hinterwälder)
2. Kann man verschiedene Rinderrassen auf einer Weide mischen (z.B. Charolais und Hinterwälder)?
3. Wie groß sollte die Weidefläche für zwei - drei Tiere sein (meine Gesamt bestand, also Mutterkuh + 1-2 Kälbchen)
4. Was braucht eine Kuh so an Tag alles zufressen / zutrinken?
5. Was will der Staat alles von einem haben bzw. was brauche ich?
6. Ist die Aufzucht von Kälbchen in Mutterkuhhaltung schwer?
7. Was kostet ein Mutterkuh / trächtige Mutterkuh / Kälbchen?
8. Welche Ansprüche für die Unterbringung (Stall etc.)?

So, ich denke dass sollte für den Anfang reichen. Hintergrund meiner ganzen Fragerei ist zum einen meine Neugier wenns uns Thema Tiere geht und zum anderen wohnen wir auf dem Land, haben um unser Häuschen viel Wiese!!!
Hoffe mal dass ich euch nicht mit den ganzen Fragen überfahre (...brummm...).
Tschaui und schon mal danke, das Moorhuhn
Moorhuhn
 
Beiträge: 3
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Beitragvon Gast » Mi Jun 08, 2005 9:45

Hallo Moorhuhn :lol:

Ich kann Dir wahrscheinlich nicht alle Fragen schlüssig beantworten, jedenfalls da, wo's deutschland-spezifisch wird, aber ich werde mal einen Versuch wagen:

1. Die Wahl der Rasse richtet sich nach Deinem Produktionsziel (schlachtreife Absetzer? Mastremonten? Zuchttiere? Labelproduktion ja oder nein?), den betrieblichen Gegebenheiten (Futtergrundlage, Topographie, Klima, Ökonomiegebäude, Arbeitswirtschaft etc. etc.) und sicher auch nach Deinen Vorlieben. Es gibt eine ganze Menge Fleischrinderrassen, die alle ihre Vorzüge haben (schau einmal auf unserer Homepage www.svamh.ch vorbei und guck Dir unter "Herdebuch" die Rassenportraits an - bei uns sind momentan 17 Rassen im Herdebuch). Hinterwälder eigenen sich bestens zur Mutterkuhhaltung, sofern die vorhandenen Tiere nicht zu sehr im Milchtyp stehen / nicht zu leerfleischig sind. Das ist sicher keine Rasse für eine intensive Produktion, aber durch Kleinrahmigkeit und Robustheit bestens zur Nutzung schwieriger Standorte, da holen sie noch einiges heraus.

2. Ja, kann man, aber es gibt schon einiges zu beachten. So unterschiedliche Rassen wie Hinterwälder und Charolais würde ich jetzt nicht zusammen halten, da kannst Du ziemlich sicher sein, dass eine der beiden Rassen nicht zum Standort passt. Ausserdem würde ich auf eine ausgeglichene Milchleistung der beiden Rassen achten; die Charolais haben eine eher knappe Milchleistung aber extrem "wüchsige" Kälber, die würden Dir wahrscheinlich die "milchigen" Hinterwälderkühe völlig abmelken - ungesund und schlecht fürs Image der Mutterkuhhaltung.

3. Kommt auch wieder auf die Futterqualität und -quantität auf Deinem Standort an, und auf die gesetzlichen Bestimmungen (die ich in Deutschland nicht kenne). Lieber zuviel als zu wenig (auch wenn Du dann v.a. im Frühjahr einen Teil des Futters konservieren musst), damit ein gutes Weidemanagement möglich ist und Dir die Futterqualität auf der Weide erhalten bleibt.

4. Sauberes Wasser ad libitum, also auch Weidetränke notwendig. Gutes Rauhfutter, Gras von der Weide, beim Trockenstehen Stroh, Menge und Qualität hängt von der Rasse/Milchleistung ab. Eine extensivere Rasse wie die Hinterwälder sollte bei gutem Grundfutter möglichst ohne Kraftfutter auskommen. Viehsalz, Mineralstoffmischung -> dem Laktationsstadium und der Jahreszeit angepasst.

5. Da kenne ich nur die Schweizer Verhältnisse; bei uns z.B. Tierschutzgesetz, ökologische Standards usw. usf. bis zum Abwinken. Falls Du für ein Label Fleisch produzierst, kommen weitere Anforderungen hinzu. Bei uns zustäzliche Bestimmungen (z.B. Minimal-Standardarbeitskraft), falls Direktzahlungen ausgerichtet werden sollen - aber geh ich richtig in der Annahme, dass Du an eine Hobby-Haltung denkst, mit so wenig Tieren?

6. Grundsätzlich nicht, eigentlich zieht ja die Kuh das Kalb selbst auf. Dass man aber deshalb weniger Zeit braucht für die Beobachtung und Kontrolle der Tiere als im Milchbetrieb ist ein Trugschluss. Z.B. musst Du genauso regelmässig den Nabel des jungen Kalbes kontrollieren, Durchfallkontrolle usw., auch das Euter der Kuh muss kontrolliert werden. Sicher sind Mutterkuhkälber weniger anfällig für Durchfall, Lungenentzündung und dergleichen, aber immer im Auge haben muss man sie dennoch. Besonders wenn zugekaufte Kälber hinzukommen, z.B. wenn eine Kuh ihr Kalb verloren hat oder wenn Du einer Amme ein zweites Kalb anhängst. Je nach Ort ist evtl. auch Parasitenprophylaxe nötig (Entwurmen). Insgesamt ist es also nicht weniger anspruchsvoll als in der Milchviehhaltung.

7. Wieder keine Ahnung für Deutschland... Bei uns sind zur Zeit Rassetiere oder auch gezielt produzierte F1-Rinder für die Mutterkuhhaltung horrend teuer, da sie sehr gesucht sind. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, einiges in die richtige Genetik zu investieren und dafür beim Bauen, Mechanisierung etc. möglichst zu sparen.

8. Ein Stall - meinetwegen ein Minimalstall - ist in unseren Breitengraden schon notwendig, selbst für die ganz wetterfesten Rassen wie Highland Cattle. Es geht auch darum, dass Du die Weiden schonen kannst bei Hundewetter. Ein Unterstand und Windschutz, besonders für die Kälber, ist immer nötig (also auch z.B. auf einer entfernten Weide). Freilaufstall, eine Kranken-/Abkalbeboxe (vielleicht nicht bei 1-2 Tieren), und irgendwo musst Du die Tiere fixieren können für Tierarzt/Besamung/Klauenpflege... also zumindest ein Fressgitter, lieber einen Klauenstand, aber den kann man ja auch mieten. Danach kommt alles auf Deine Ziele und Ansprüche draufan - am besten besuchst Du Betriebe in Deiner Region, schaust Dir verschiedene Konzepte und Umsetzungen direkt an, sprichst mit den Betriebsleitern über Vor- und Nachteile. Lass Dich auf jeden Fall gut beraten, bevor Du irgendwas baust oder umbaust, Du musst nachher lange glücklich sein mit dem Resultat.

So, vielleicht gibt ja noch sonst jemand seinen Senf dazu, vor allem was die deutschen Verhältnisse anbelangt, und ich hoffe, Dir fürs erste weitergeholfen zu haben.

Schönen Tag und beste Grüsse, die Feder
Gast
 
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Beitragvon Moorhuhn » Mi Jun 08, 2005 17:17

Hallo

und schon mal ganz sehr danke, denn deine Antworten helfen mir schon mal weiter. Hoffentlich schreibt noch jemand, der sich im Deutschenraum auskennt. Aber meinst du wirklich das es zwischen den beiden Ländern so schrecklich große Unterschiede gibt? Sind ja beides EU-Staaten!
Ja, es soll eine reine Hobbyhaltung werden, maximal wenn ich ein sehr gutes Tier bekomme, vielleicht eine kleine Zucht aber solch eine Entscheidung hat noch sehr viel Zeit.
Denn jetzt möchte ich erstmal soweit sein, dass ich für mich entscheiden kann ob eine Haltung Sinn macht und das /die Tiere sich auch wirklich wohl fühlen würden. Denn wenn das nicht gewährleistet ist, bring es sowie so nichts!
So werde mich mal weiter schlau machen und euch dann mal wieder mit meinen Fragen nerven :D !

Tschaui, das Moorhuhn
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Beitragvon Gast » Mi Jun 08, 2005 17:44

Eben nicht EU, heheheee... Das wird noch ein paar Jährchen dauern, wenn überhaupt! :roll: :wink:
Aber eigentlich ist schon vieles ähnlich, nur bei uns immer noch einen Zacken strenger und schizophrener, v.a. in Sachen Ökologie und Tierschutz.
Den Konsumenten geht's eben immer noch viel zu gut... allerdings schreien sie nach Bio, könnens aber kaum erwarten, bis Aldi und Lidl bei uns sind...
Ich hör besser auf, sonst rege ich mich nur auf... :evil:
Liebe Grüsse, die Feder
Gast
 
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