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Weniger Gifte in der Landwirtschaft!

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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47 Beiträge • Seite 2 von 4 • 1, 2, 3, 4
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Beitragvon Bananajoe » Sa Mai 17, 2008 10:23

Man muss aber auch zugeben dass hier vor einiger Zeit die Leute die Beize als Ursache für Bienensterben gesehen hatten ausgelacht wurden. Denn beize sei ja in der Erde und Bienen leben in der Luft - so oder so ähnlich.

In unserer Zeitung wird geschreiben dass die Beize durch "Druckluftsähmaschinen" (sie meinten wohl pneumatische) in die Luft gelangte, sich auf Rapsfelder und Obstwiesen legte und durch die Bienen aufgenommen wurde.

Lösung : Leute, drillt mehr mit mechanischen Sähmaschinen und das problem ist gelöst

Und für die ganz schlauen : Wird Mais flächendeckend mit pneumatischen Einzelkornsähmaschinen unter die Erde gebracht ?
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Beitragvon hans g » Sa Mai 17, 2008 10:24

Hoschscheck hat geschrieben:
Das Gleiche kann ich auch behaupten wenn die Kinder mit Läusen aus dem Kindergarten wiederkommen würden.



ich verstehe zwar deine antwort im ganzen nicht,aber weiss,was gesagt wird,wenn die kindergartenkinder läuse mitbringen----sind die assis dran schuld :!:
hilft aber nix--allen muss dann der kopf gewaschen werden :!:

wundere mich nur,dass den beamten vorher nicht auffiel,dass bei einsatz gewisser mittelchen,die bienen probleme kriegen können:!:
also,ich bekräftige hiermit meine forderung--alle beamten abschaffen,insbesondere beamtete lehrer :!:
friederich der grosse brauchte die,aber wir heute nicht mehr :!:
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Beitragvon SHierling » Sa Mai 17, 2008 10:38

Bananajoe: lies doch den link von Hoschschek erstmal, dann redest Du nicht so ein Blech. Es geht weder um die Art der Aussaat noch um die Beize an sich, sondern darum, daß die diesmal ausnahmsweise und eben gerade nicht flächendeckend hochdosiert worden ist.
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Beitragvon Bananajoe » Sa Mai 17, 2008 11:02

Nana ... solche Töne aus dem Mund eines Moderators Cawaezle aka SHierling ?

- Asbest hat man auch nicht deswegen verboten weil es einmal zu hoch konzentriert aufgefunden wurde sondern weil es bei Anwendung schädlich ist.
Und inwieweit man dem Schädling Einhalt gebieten will ist mir ehrlich gesagt schnuppe bzw liegt nicht in meinem Ermessen. Ich maße mir an zu behaupten dass an dem Problem der Landwirt sicherlich nicht unbeteiligt ist ...

Weiter stehen bestimmte pneumatisch arbeitende Sämaschinen in Verdacht, die in Verbindung mit Wind dazu geführt haben können, dass weitaus stärker als bekannt benachbarte blühende Pflanzen wie Löwenzahn, Raps oder Obst mit Clothianidin belastet worden sind.
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Beitragvon SHierling » Sa Mai 17, 2008 11:21

Wenn Dein Fachwissen so aktuell ist wie Dein Wissen über die Moderatoren hier, kein Wunder .... btw. eben wegen solcher Situationen mach ich den Job nicht mehr: weil es mich ANÖDET, zu sowas "neutral" sein zu müssen ;)
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Beitragvon Bananajoe » Sa Mai 17, 2008 11:26

Wieso, du hattest doch dein gedecktes Doppelleben ? :wink:

Auf was ist denn das Bienensterben in Frankreich zurückzuführen ? Sind die etwa auch unfähig zu beizen ... oder bläst bei denen ein stärkeres Lüftchen ?
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Beitragvon forenkobold » Sa Mai 17, 2008 11:36

Da werden mal wieder ohen jegliches Hintergrundwissen Parolen in den Raum geworfen.
Beim "alten" Fall in Frankreich handelte es sich um das Beizmittel Gaucho (Imidachlorid), das systemisch in der ganzen Pflanze wirkt.
Beim aktuellen Fall handelt es sich um Kontamination durch die Luft bei pneumatischen Sämaschinen.
Deshalb auf mechanische Geräte umzustellen, wäre ein Blödsinn.
Das Problem ist durch technische Maßnahmen und bessere Haftung des Beizmittels sicherlich in den Griff zu bekommen.
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Beitragvon Franz Henneken » Mi Mai 21, 2008 8:59

SHierling hat geschrieben:Hoschschek: das war nicht die Frage
das "nach Meinung" ... immer die Bauern Schuld sind, ist uns schon klar.
Es ging hier um ALTERNATIVEN

Du kannst Dich aber gern an KONKRETEN Lösungsvorschlägen beteiligen.


Die Frage ist nur, ist es erwünscht, an konkreten Lösungsvorschlägen und Alternativen zu arbeiten. Und da liegt der Hase im Pfeffer!

Wie ich von einigen Bauern erfahren habe, ist die einzige Alternative zur jetzigen Wirtschaftsform das Wachstum angesagt, alles andere ist nicht erwünscht. Soll heißen: Weiter so wie bisher, bloß nicht den Weg verlassen! Und wenn ich sage, dass das eine oder andere Mittelchen wegen konkreter Vergiftungsgefahr verboten ist, hagelt es hammerhart Kritik, nicht nur von Euch. Auch die hohe Wissenschaft hat sich so auf den Mais eingeschossen, dass es angeblich kein Zurück mehr gibt.

Aber es sollte mal echt überlegt werden, wie man auf Mais mehr verzichten könnte, auch wenn einige absolut keine Alternative sehen WOLLEN. Es stimmt schon, keine andere Pfllanze bringt so viel Ertrag wie der Mais, alles andere liegt weit drunter. So sehe ich eine gute Bekämpfung einiger Schädlinge nur durch Fruchtfolge gewährleistet. Wo die Schädlinge kein Futter finden, können sie sich nicht halten.

Bei uns zuhause gibt es übrigens keinen Mais, nur übliche Getreide zur Schweinemast - fertig.

Es grüßt - 8) Franz
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Beitragvon Panic » Mi Mai 21, 2008 9:23

Tja, dummerweise wird aber der Mais aufgrund der Biogasanlagen immer beliebter, da Bärbel Höhn ja den Landwirt zum Ölscheich des 21. Jahrhunderts machen wollte. Ich denke, den Spruch hab ich schon lange nicht mehr aus ihrem Mund gehört.Warum wohl.
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Beitragvon forenkobold » Mi Mai 21, 2008 10:42

Es ist so einfach....
alles auf die "Monokulturen" und hier vor Allem auf den Mais schieben.

Heuschreckenplagen in südlichen Ländern?
Durch Mutterkorn dahingeraffte Teile der Bevölkerung im Mittelalter bei uns...
Steinbrand, Zwergbrand..stinkendes Getreide...
alles wegen Monokultur..?
bloß keine Chemie!!!!

Besser beizen, Abluft der Sägeräte in den Boden leiten und das Problem ist behoben.
Aber diese einfache Lösung wäre ja völlig gegen die Meinungsmacher, die sich derzeit über die Gunst der Stunde freuen...
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Beitragvon Franz Henneken » Mi Mai 21, 2008 17:06

forenkobold hat geschrieben:Es ist so einfach....
alles auf die "Monokulturen" und hier vor Allem auf den Mais schieben.

Heuschreckenplagen in südlichen Ländern?
Durch Mutterkorn dahingeraffte Teile der Bevölkerung im Mittelalter bei uns...
Steinbrand, Zwergbrand..stinkendes Getreide...
alles wegen Monokultur..?
bloß keine Chemie!!!!

Besser beizen, Abluft der Sägeräte in den Boden leiten und das Problem ist behoben.
Aber diese einfache Lösung wäre ja völlig gegen die Meinungsmacher, die sich derzeit über die Gunst der Stunde freuen...


Mal langsam, ich habe ja nicht von "ohne Chemie" gesprochen, sondern von "weniger Chemie". Und dann kommt die Definition: Denn auch der Bio-Landbau kommt nicht ohne diverse flüssige Helfer aus, auch da wird gespritzt.

Was Mutterkorn etc. angeht, kann man das bestimmt auch so in den Griff bekommen. Wenn anders konstruierte Geräte auch dadurch helfen können, dass sie die Abluft in den Boden leiten, dann her damit.

Aber Monokulturen, Stücke von 50 ha aufwärts, halte ich mit als Ursache allen Übels. Eine kleiner strukturierte Landwirtschaft, es braucht noch nicht einmal radikal bio zu sein, würde auch schon helfen.

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Beitragvon Franz Henneken » Mi Mai 21, 2008 17:08

Panic hat geschrieben:Tja, dummerweise wird aber der Mais aufgrund der Biogasanlagen immer beliebter, da Bärbel Höhn ja den Landwirt zum Ölscheich des 21. Jahrhunderts machen wollte. Ich denke, den Spruch hab ich schon lange nicht mehr aus ihrem Mund gehört.Warum wohl.


"Bauer als Ölscheich des kommenden Jahrhunderts", selten habe ich so gelacht wie damals :lol: :roll: . Denn manchmal kommt es anders, und manchmal als man denkt.

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Beitragvon Franz Henneken » Fr Mai 23, 2008 12:39

Hallo Leute :D !

Auch wenn einigen von Euch seit einiger Zeit nichts zu Meckern eingefallen ist, so möchte ich mich trotzdem zu Wort melden.

So kam ja in einigen Postings die Frage nach den Alternativen auf. Jetzt kann ich in Sachen Biogasanlagen welche zum Mais vermelden. Das Landwirtschaftliche Wochenblatt Westfalen-Lippe stellt sich der Frage und bringt einen größeren Beitrag zu Grünroggen und Sonnenblumen. Es sollen beides gute Alternativen zum Mais sein. So ist auch das besondere Beizen erledigt, und Gifte spart man sich und seiner Umwelt obendrein auch ein.

Ich muss mir das Blatt gleich mal genauer durchlesen. Ich denke, das Wochenblatt in meiner Region kann die Frage halbwegs beantworten.

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Beitragvon Keschicher » Fr Mai 23, 2008 15:36

holla ... leute ... über Berti Vogts kann man ja streiten, aber ein Satz wird immer haften bleiben...:

Lebt eure Aggressionen nicht auf dem Platz (oder im Forum anm. von Keschicher) sondern zu Hause bei eurer Frau aus.
:shock:
Und noch was:
Wer ein Brett vor dem Kopf hat, nimmt leider selten ein Blatt vor den Mund ... in diesem Sinne.
Schönes WE zum 2. Schnitt, Maisnachlegen, Ährenbehandlung durchführen, oder Rasen mähen :lol:
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Beitragvon gerd gerdsen » Fr Mai 23, 2008 15:50

es wird sich hier scheinbar nur noch über dinge unterhalten die einem kranken gehirn aus warburg entsprungen sind und keinerlei wahrheit und kompetenz beinhalten !?

hier mal wieder etwas fachliches :

Schädlinge beim Mais
Maiswurzelbohrer
Maiswurzelbohrer
Drahtwurm

Symptome: Pflanzen bleiben im Wachstum stehen, Wurzeln junger Pflanzen ganz oder teilweise abgefressen, später welken und sterben ganze Pflanzen ab.

Schädling: Hellgelbe bis bräunliche, harte, 2-4 cm lange Drahtwurmlarven der Schnellkäfer (Agriotes spp.). Die Eiablage erfolgt im Sommer flach in den Boden, die Larven benötigen bis zur Käferentwicklung 3-5 Jahre, wobei sie sich anfangs noch von Pflanzenresten ernähren. Häufig kommt es daher erst im zweiten Jahr nach Grünlandumbruch zu Pflanzenschäden.

Bekämpfung: Folgende Vorgehensweise zur Ermittlung der kritischen Befallszahl bietet sich an: An 4 Kontrollstellen mit jeweils 0,25 m² werden 4 Kartoffelhälften in 5-10 cm Tiefe als Köder ausgelegt. Finden sich 1 bis max. 2 Drahtwürmer/m² sind chemische Maßnahmen notwendig. Problematisch ist allerdings das unregelmäßige Auftreten der Drahtwürmer auf der Fläche. Bei Befall ist die Verwendung von gebeiztem Saatgut mit Carbosulfan (Combicoat CBS), Imidacloprid (Gaucho 600 FS) oder Thiamethoxam (Cruiser FS 350). Alle genannten Beizen werden aber nur bei einigen Sorten angeboten (rechtzeitig beim Handel nachfragen).
Fritfliege

Symptome: Vor allem bei ungünstiger Witterung finden sich bei leichten Befall quer zu den Blattadern verlaufende Lochreihen und parallel zu den Balttadern verlaufende Fraßrinnen. Dort reißen die Blätter später auf und knicken an der Lochreihe ab. Stärkerer Befall zeigt sich an verkrüppelten, korkenzieherartig verdrehten Blättern, durch steckengebliebene Blattspitzen schlingenartig, Blattränder und -spreiten z.T. gewellt, verstärkte Seitentriebbildung, zwiebelartiger Wurzelhals. An den Schadstellen finden sich Fliegenlarven.

Schädling: Die Fritfliege (Oscinella frit) bildet drei Generationen pro Jahr, schädigend sind aber nur die Larven der ersten Generation. Sie entwickeln sich aus den im Mai auf den ersten drei Blättern abgelegten Eiern. Wenige Tage später schlüpfen die Larven und bohren sich in die Blattscheide. Fraßschäden der Larven werden ab 3-Blattstadium sichtbar. Ab dem 4-Blattstadium wird der Mais gemieden.

Bekämpfung: Der Anbau schnellwüchsiger Sorten wirkt risikomindernd. Als vorbeugende chemische Maßnahmen sind Saatgutbehandlungen mit Gaucho 600 FS, Carbosulfan und Cruiser FS 350. Es sind jeweils nur begrenzt Sorten verfügbar, daher rechtzeitig bei Landhandel/Genossenschaft nachfragen. Weiterhin kann mit dem Wirkstoff Methiocarb (Mesurol Fl., Wiederzulassung beantragt) gebeizt werden. Die Saatreihenbehandlung mit Carbufuran-Granulaten (Carbosip blau) ist nur noch mit Restmengen möglich (Zulassungende 12.2005, keine Wiederzulassung) und soweit entsprechende Geräte vorhanden sind. Eine gezielte Spritzung bei Befall kann im 1- bis 2-Blattstadium, eventuell noch im 3-Blattstadium durchgeführt werden. Hinweise zu den Präparaten finden sich in der Tabelle.
Maiszünsler

Symptome: Erste Befallszeichen sind quer zur Blattachse verlaufende Reihen von Fraßlöchern in mittleren und oberen Blattetagen und runde Bohrlöcher im Stängel, aus denen Bohrmehl und Kot austritt. Oberstes Stängelglied mit Fahne knickt ab, später können ganze Pflanzen auch unterhalb des Kolbens abbrechen. Fraßgänge im Stängel, Kolben und Körnern. Stärkere Verpilzung (Fusarien, Beulenbrand) als Folge.

Schädling: Schaden verursacht die bis zu 3 cm lange, braungelbliche Raupe, mit schwarzer Kopfkapsel, dunklen Rücken- und hellen Seitenlinien, des Maiszünslers Ostrinia nubilalis . Bei den Zünslern selbst (zimtfarben mit gelbbraunen Querstreifen auf den Flügeln, Flügelspannweite von ca. 3 cm) unterscheidet man die Z-Rasse (Wirtspflanze Mais) und die deutlich polyphagere E-Rasse, die auch Beifuß, Kartoffeln, Sonnenblumen und Hopfen befällt, allerdings keinen Massenbefall am Mais auslöst. Die Zünsler fliegen die Maisfelder je nach Temperatur Ende Juni bis Ende Juli an, setzen weiße Eigelege (dachziegelartig angeordnet, ca. 40 Stück/Gelege, insgesamt 300-1200) ab, aus denen nach 10-14 Tagen die Larven schlüpfen. Nach anfänglichem Blattfraß bohren diese sich dann in die Stängel ein. Mit zunehmendem Alter orientieren sich die Larven immer mehr nach unten, bis im Herbst fast alle im untersten Stängelglied, dicht über dem Wurzelkopf zu finden sind, wo sie auch überwintern. Im Mai des Folgejahres verpuppen sich die Larven, nach weiteren 3 Wochen ist Flugbeginn der geschlüpften Zünsler.

Bekämpfung: Der vor allem in Süddeutschland stark schädigende Maiszünsler hat sich bis ins südliche Rheinland verbreitet, Westfalen-Lippe ist bislang noch nicht Befallsgebiet. Ansatzpunkt für die mechanische Bekämpfung ist die Konzentration der Raupen im Herbst im untersten Stängelabschnitt. Frühe Silomaisernte (Silierung der Raupen) bzw. tiefes Abschlegeln bei später CCM- oder Körnermaisernte sind möglich, auf jeden Fall sollten die Stoppelreste gut zerkleinert und untergepflügt werden. Chemisch kann zum optimalen Termin beim Flughöhepunkt der Falter (Terminierung nach Empfehlung Pflanzenschutzdienst NRW) mit Insektiziden bekämpft werden. Probleme bereitet die technische Durchführung, da der Mais dann häufig 100-120 cm Wuchshöhe erreicht hat. Bei Steward (Wirkstoff 300 g/kg Indoxacarb, 125 g/ha, 1 Anwendung, B4) kann man von einer Indikation gegen Maiszünsler nun auch in Mais ausgehen. Bei Baythroid 50 (Zulassungsende 31.12.2005) endet die 2-jährige Aufbrauchfrist. Die Zulassung des Bakterienpräparates Dipel ES lag bis zum 31.08.05 vor, eine Wiederzulassung wird angestrebt. Weiterhin können noch biologische Maßnahmen wie der Einsatz von Schlupfwespen (Trichogramma sp.) zur Bekämpfung genutzt werden. Grundsätzlich möglich ist nach Zulassung von 3 gentechnisch veränderten Maissorten mit Bt-Resistenz (eine Sorte von Dekalb, zwei von Pioneer) auch diese Form der Bekämpfung. Allerdings sollte man sich vor Anbau dieser Sorten aufgrund der zu beachtenden Begleitmaßnahmen unbedingt mit der zuständigen Pflanzenschutzdienststelle in Verbindung setzen.
Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera)

Symptome: Durch Wurzelfraß der Larven kommt es zur verminderten Wasser- und Nährstoffaufnahme und zu nesterweisem Lager. Bei ausreichendem Wasserangebot können die Pflanzen sich regenerieren und durch Sekundärwurzelbildung wieder aufrichten (Gänsehalssymptom). Die Käfer verursachen durch Fraß v.a. an den Narbenfäden Befruchtungsstörungen mit schlechter Kornausbildung. Je nach Befall können Ertragsausfälle von 20-30 %, im Extrem auch von 80 % entstehen, wobei die Larven den Hauptschaden verursachen.

Schädling: Der ursprünglich in Nordamerika beheimateter Diabrotica gehört zur der Familie der Blattkäfer, der Käfer ist 4-7 mm groß, hat eine grünlich-gelbliche Grundfarbe mit einem schwarzem Kopf. Die charakteristisch Deckflügelzeichnungen variieren von 3 dunklen Längsstreifen bis hin zu nahezu verschmolzenen Streifen, aber immer mit hellgelbem Flügelrand. Die meist flach in den Boden abgelegten Eier (80 % der Eier in 10 cm Tiefe) sind nur 0,3-0,5 mm groß und gelblich-weiß. Nach der Winterruhe entwickelt sich das erste Larvenstadium, je nach Temperatur ab Anfang bis Mitte Juni. Sie sind ebenfalls weißlich, Kopf und Hinterleibende sind bräunlich. Der Körper ist langgestreckt (3 Larvenstadien von nur 3 mm bis hin zu 18 mm) und trägt 3 Brustbeinpaare. Diese und die L2- Larve verursachen Wurzelfraß, wobei zunächst kleine Wurzelhaare, dann größere Wurzel befressen werden. Das 3. Larvenstadium frisst sich dann in die Hauptwurzel (Name) ein und miniert dort. Nach der kurzen Verpuppungsphase im Boden erscheinen ab Mitte Juli die ersten Käfer, im August sind die meisten Käfer vorhanden. Diese ernähren sich vor allem von Pollen, von den Narbenfäden des Maises (Folge ist eine geringere Befruchtung und Kornausbildung) und führen auch Blattfraß durch.

Die Weibchen legen nach Reifungsfaß und Begattung etwa 500 bis 1000 Eier/Käfer von Juli bis September in den Boden ab. Grundsätzlich kommt nur eine Generation im Jahr vor. Fraß und Entwicklung der Larven ist grundsätzlich auch an Getreidearten und Gräsern möglich, zunächst geht man aber davon aus, dass diese Wirte eine rasche Vermehrung nicht ermöglichen. In den USA beobachtet man aber auch einen sogenannten Soja-Biotyp, der seine Eier unter Soja ablegt und die Larven dann im nächsten Jahr wieder Mais vorfinden. Den Käfern können auch andere Pflanzen zur Ernährung dienen (v.a. Kürbis, Luzerne, Gurken, Zucchini, Sonnenblumen, Unkräuter).

Bekämpfung: In Nordamerika verursacht der Maiswurzelbohrer auf einer Befallsfläche von über 13 Mio. Hektar Mais Schäden und Pflanzenschutzaufwendungen in einer von etwa 1 Mrd. US $. Weltweit ist er damit der kostenintensivste Einzelschädling. In Europa gilt er als Quarantäneschädling, daher sind seitens der EU zum Monitoring (Überwachung) und zur Bekämpfung (Ausrottungsmaßnahmen) gesetzliche Vorgehensweisen vorgeschrieben, um einer Ausbreitung und Etablierung in Europa entgegen zu wirken.

1. Obwohl die Käfer gute Flieger sind (Distanzflüge von 20-40 km möglich, ganze Populationen können sich bis zu 60 km und noch weiter fortbewegen) war das Erstauftreten 1992 in Belgrad wohl nur durch die Nutzung von Flugzeugen möglich. Die weitere Verbreitung in den Folgejahren in die Staaten Südosteuropas (Balkanländer, Ungarn, Slowakei, Tschechien) und nach Österreich erledigten die Käfer selbst und machten diese Staaten zu Befallsgebieten. Wieder mit modernen Verkehrsmittel (neben Flugzeugen wohl auch Bahn und LKW) wurden ab 1998 einige große Sprünge nach Italien (dort Etablierung in der Po-Ebene), in die Schweiz, Frankreich, Belgien, der Niederlanden, Polen und Großbritannien möglich. Daher führt der Pflanzenschutzdienst auch in NRW ein Monitoring durch. Pheromonfallen (enthalten weibleichen Sexuallockstoff) werden dort aufgestellt, wo man am ehesten mit Erstbefall rechnen kann. Dies sind vor allem Flughäfen und Umschlagsplätze (z.B. Güterbahnhöfe, Autobahnrastplätze, Großmärkte), weiterhin werden sie in Maisrisikogebieten (mehr mehr als 50 % Mais in der Fruchtfolge) aufgestellt und dort wöchentlich kontrolliert.

2. Bei einem Käferfund sieht die EU die Ausweisung einer im Radius 1 km großen Befallszone und einer 5 km großen Sicherheitszone vor. Ziel ist die Verhinderung der weiteren Ausbreitung und die Ausrottung des Befallsherdes. In der Befallszone sind folgende Maßnahmen zu erwarten:

* Kein Transport von frischen Maispflanzen aus Befallszone vor dem 01. Oktober
* Maisernte erst ab 01. Oktober
* Verbringungsverbot für Erde
* In der gesamten Befallszone kein Anbau von Mais für zwei Jahre
* Bis zu zwei Insektizidbehandlungen gegen die Käfer in Maisschlägen im Befallsjahr
* Reinigung der Maiserntemaschinen vor dem Verlassen der Zone

In der Sicherheitszone wäre als Auflage möglich, entweder eine Käferbehandlung im Befallsjahr und eine Maßnahme gegen die Larven im Folgejahr durchführen zu müssen bzw. alternativ eine Fruchtfolgenauflage zu erfüllen (nur einmal Mais in zwei Jahren). Diese Einteilung der Zonen gilt zunächst für 3 Jahre.

Die wirkungsvollste Bekämpfungsmaßnahmen stellt, wie auch aus den Quarantänemaßnahmen sichtbar, die Fruchtfolgegestaltung dar. Folgt dem befallenen Mais im nächsten Jahr nicht wieder ein erneuter Maisanbau, hat der Schädling keine optimalen Entwicklungsmöglichkeiten. Weiterhin können die Larven mit insektiziden Beizen oder Bodengranulaten bekämpft werden, die Käfer mit gezielten Insektizidspritzungen. § 11 Genehmigungen lagen schon für 2005 vor und werden auch für 2006 zur Verfügung stehen. In den USA ist darüber hinaus gentechnisch veränderter Bt-Mais im Anbau.
Als weitere Schädlinge sind zu nennen:

Vögel, vor allem Fasanen, graben reihenweise Körner aus oder beißen die Keimlinge ab. Selbst größere Pflanzen können noch geschädigt werden, durch das Freischarren leidet auch die Standfestigkeit (v.a. in Wald- und Gebüschrandlagen). Die Saatgutbehandlung mit Mesurol flüssig schützt lediglich das Korn, eine Ablenkfütterung mit unbehandelten Körnern an den Ackerrändern kann auch späteren Schaden begrenzen.

Blattläuse schädigen nur bei sehr jungem Mais, sehr starkem Befall und kühler Witterung. Sonst ist von einer Maßnahme abzusehen, da sie entweder nicht wirtschaftlich oder im hohen Maisbestand technisch nur schwer durchführbar ist. Wandernde Wurzelnematoden verursachen nesterweises Kümmern, vermehrte Wurzelbildung und später ein Absterben der Wurzeln. Stockälchen verursachen ein Anschwellen der unteren Stängelabschnitte, eine vermehrte Bestockung, gekräuselte Blätter und ein nesterweises Umfallen der Pflanzen. Beide sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer, eine Untersuchung der Böden/Wurzeln ist bei Befallsverdacht beim Referat Pflanzenschutzdienst möglich. Als Bekämpfungsmaßnahmen sind in erster Linie Fruchtfolgemaßnahmen möglich. Konkrete Hinweise sind bei Bedarf bei den Pflanzenschutzdienststellen zu erhalten.

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