Mal bitter nötig, dass dieses Thema offen angesprochen wird.
Für viele Betriebsleiter/Familien trifft eines oder mehreres der von tiger angesprochenen Probleme zu, so ist meine Beobachtung. Zumindest in meiner Gegend zahlen 95% der Betriebsleiterfamilien im Vergleich zum "Durchschnittsbürger" drauf und zwar nicht nur in finanzieller Hinsicht: Mehr Arbeit, mehr Risiko, weniger vom Leben, und am Ende ihrer Kariere sind die Meisten auch ärmer wie am Anfang.
Wenn allenthalben vom tollen und glücklichem Leben auf dem Lande gesprochen wird liegt das nur daran, dass die Meisten die das sagen, die Alternativen nicht kennen.
Und das größte Problem ist, dass die allerwenigsten Menschen von Ihren Voraussetzungen her in der Lage sind heutzutage auf allen Ebenen erfolgreich Landwirt zu sein, ähnlich wie es auch Nordhesse beschrieben hat. Und das ist nicht wertend gemeint.
Haupterwerbsbetriebe die sowohl betriebliche-, als auch die personellen Voraussetzungen erfüllen ein wirtschaftlich und privat erfolgreiches Leben zu führen kann man an einer Hand abzählen. Nach meiner Einschätzung höchstens 10, eher 5%.
Es ist so, dass für den Großteil der Hof kein Segen sondern ein Fluch war oder ist.
Im Zweifelsfall ist es besser den ganzen Krempel hinzuschmeißen.

