Raider hat geschrieben:
Zu Deinem Einwand bezüglich PSM-Einsatz: Du magst Recht haben, dass der PSM-Aufwand in pfluglosen Systemen höher ist. Es ist aber auch so, dass dies v.a. dann der Fall ist, wenn ein Landwirt das System nicht im Griff hat. Ich wage die These aufzustellen, dass eine pfluglose Bewirtschaftung höhere Ansprüche an den Landwirt stellt als das System mit Pflug. Was aber natürlich nicht im Umkehrschluss heißen soll: "Wer pflügt ist dumm".
Der PSM-Aufwand ist bei mir sicher etwas höher, weil ich in einem feuchten Jahr das Ausfallgetreide bzw. den Ausfallraps lieber mit dem Pflegeschlepper abspritze als mehrmals mit schwerem Gerät im Acker rumzuwühlen, was ja alles mit Zeit und Kosten verbunden ist (Treibstoff, Materialverschleiß). Es gibt mittlerweile auch sehr viele gute Weizensorten, die man bedenkenlos nach Getreidevorfrucht im Mulchsaatverfahren anbauen kann. Die einzige Getreideart, die etwas empfindlicher auf Bodenverdichtungen, Herbizidstress, unverrottetes Stroh und Virenvektoren reagiert, ist die Wintergerste, und die kann man getrost nach einer Blattfrucht wie Raps anbauen, und alles ist wieder im grünen Bereich.
Wintergerste kann man ohnehin nur nach einer Blattfrucht so wirklich kostengünstig produzieren. Dann stehen auch Ertrag und Aufwand in einem guten Verhältnis.
Dass eine pfluglose Bewirtschaftung höhere Ansprüche an den Landwirt stellt, sehe ich nicht. Man muss zwar etwas umdenken und die Fruchtfolge etwas dem "System" anpassen, braucht sich aber weniger Sorgen um die Bodenstruktur und die Befahrbarkeit der Böden zu machen (bessere Krümelstruktur, weniger Bodenverdichtungen, bessere Infiltration der Niederschläge). Wenn man frohwüchsige, gesunde Sorten anbaut, deren es mittlerweile reichlich gibt, ist Mulchsaat mit keinem großen Risiko verbunden. Bei der Düngung kann man eventuell sogar das eine oder andere Kilo Stickstoff einsparen.

