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Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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38 Beiträge • Seite 2 von 3 • 1, 2, 3
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon Fossi » Di Jan 02, 2018 10:14

nichts für ungut, aber ich würde da an deiner stelle überlegen, ob das management noch stimmt wenn die pachten ohne die Betriebsprämie nicht bezahlt werden können


:-) und aber auch :( traurig das es so ist!

Stimmt - aber was meinst Du denn, bei wievielen das so der Fall ist...
Und bei den Getreidepreisen sind die Reserven auch langsam aufgebraucht - wenn überhaupt welche da waren.
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon Bauerntrampel » Di Jan 02, 2018 11:17

"schwabe" hat geschrieben:Hallo Marion99
Hallo, darf ich mal fragen wie hch das Almosen ist und was mann dafür alles machen muß?


Wenn ich dran denke das das meiste Geld an die Verpächter weitergereicht wird und an was für Auflagen die Prämie geknüpft ist -- zu wenig !

Ich kenne mittlerweile viele Landwirte, die sagen: "Ich würde auch auf die Prämie verzichten, wenn ich dann diese ganzen Auflagen nicht mehr Einhalten müsste" .... (Dokumentationen,Nährstoffbilanz,Stoffstrombilanz,Fruchtfolge,CrossCompliance etc...)


Wenn ich mir jetzt den Stundenlohn ausrechne, den es mir bringt, diese Vorschriften einzuhalten, dann habe ich dabei mehr verdient als mit jeder anderen landwirtschaftlichen Tätigkeit. Ganz davon abgesehen, dass viele Regelungen zu Pflanzenschutz und neuederings Düngung ja vor allem fachrechtliche Vorschriften sind wo die EU Regelungen gar nicht greifen bzw. sich das ganze dann wiederholt. Beispiel Nährstoffvergleich. Den muss ich aus fachrechtlichen Gründen anfertigen. Zudem wird er halt im Rahmen einer CC Prüfung auch abgesegnet.
Also solche Aussagen sind in meinen Augen das übliche großkotzige Stammtischgeschwätz. Dass es ohne Regelungen und auch vernünftige Kontrollen mit Sanktionen nicht geht, sieht man glaube ich immer mehr.
voro hat geschrieben:Die Ochsen solltet ihr nicht melken!
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon "schwabe" » Di Jan 02, 2018 13:49

Na dann warte doch einfach nochmal ein paar jahre ab, bis du keine prämienzahlungen mehr bekommst und die ganzen "Achso wichtigen Vorschriften weil fachrechtlich" aber trotzdem einhalten musst.

Dann bin ich mal gespannt auf deinen Stundenlohn.
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon Freakshow » Di Jan 02, 2018 16:48

Bauerntrampel hat geschrieben:Wenn ich mir jetzt den Stundenlohn ausrechne, den es mir bringt, diese Vorschriften einzuhalten, dann habe ich dabei mehr verdient als mit jeder anderen landwirtschaftlichen Tätigkeit.


Ja kann man so sehen. Man kann aber auch ehrlich zu sich sein und einsehen, dass das Geld sowieso schlussendlich beim Verpächter landet, zumindest bei so einer Gießkannenprämie. "Ach was solls, immerhin bleibt mir das Geld für meine eigene Fläche" sagst du dir jetzt? Ich sage verpachte, dann bekommst du das Geld genauso.

Obrigkeitsbuckelei eines ordentlichen und -zumindest dem Sinn nach- freien Landwirtes ekelt mich an. Keiner von uns ist der Gesellschaft irgendwas schuldig, im Gegenteil: Generationen vor uns haben sich, und oftmals große Teile ihres Besitzes, aufgeopfert damit der Rest vom Fest billige Nahrungsmittel bekommt und zum Dank dafür wird man jetzt von allen Seiten zum allgemeingültigen Sündenbock degradiert.

Klar sind viele neuerliche Vorschriften mehr oder weniger sinnvoll, aber wir sind mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem der ganze Karren deutlich übers Ziel hinausschießt und vor allem viel zu viel Vorschriften nicht mehr fachlich sinnvoll sondern nur politisch motiviert sind.

Edit: Stimmt nicht ganz; eines schönen Tages bekommst du noch 400€ Bauernrente 8) . Das ist doch mal ein Grund zur Dankbarkeit... *****
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon Bauerntrampel » Di Jan 02, 2018 17:19

"schwabe" hat geschrieben:Na dann warte doch einfach nochmal ein paar jahre ab, bis du keine prämienzahlungen mehr bekommst und die ganzen "Achso wichtigen Vorschriften weil fachrechtlich" aber trotzdem einhalten musst.

Dann bin ich mal gespannt auf deinen Stundenlohn.


Ich habe nirgends geschrieben, dass ich auf die Vorschriften stehe. Ich habe lediglich zu deiner Aussage Stellung genommen, dass viele auf die Prämie verzichten würden, wenn sie dafür einige Vorschriften weniger hätten. Und das ist eben Blödsinn, weil GAP Prämie an CC Einhaltung gekoppelt ist aber das nationale Fachrecht eben noch etwas anderes. Keine Prämie zu bekomen würde also nicht von Vorschriften entbinden. Das war mein Punkt.
Ich weiß, dass ich mit der Meinung keine neuen Freunde gewinne, aber es gibt nun einmal definitiv einige schwarze Schafe da draußen, die es nötig machen, dass es Vorschriften und Kontrollen gibt (hier im Forum laufen auch so einige Experten von der Gattung rum).
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon marius » Di Jan 02, 2018 17:35

Freakshow hat geschrieben:Man kann aber auch ehrlich zu sich sein und einsehen, dass das Geld sowieso schlussendlich beim Verpächter landet,


Und landet somit auch beim aktiven Landwirt selber, da jeder Landwirt selber Grundstücke besitzt.

Ich hab das schonmal geschrieben.
Die nächste Lohnerhöhung beim Arbeiter landet beim Reisebüro oder beim Autohändler. Ist also sinnlos.
Deshalb käme tzrotzdem keiner auf die Idee die nächste Lohnerhöhung zu streichen.

Wobei die Flächenprämie noch die kleinste Subvention ist.
Deutlich mehr Subventionen ( Geldgeschenke vom Staat ) erhalten die Landwirte bei Biogasanlagen oder bei PV.
Da bekommt ihr richtig Geld vom Steuerzahler geschenkt. Das müßte man ja dann zuerst abschaffen.
Ebenso wie die Ökoprämie oder Bioprämie /ha, was wieder Geldgeschenke vom Steurzahler an den Landwirt sind.
Oder der Erschwernis, Höhenzulage /ha. Alles Steuergelder die man streichen könnte.

Aber nicht falsch verstehen. Der Otto Normallandwirt ist deutlich unterbezahlt.
Somit kann jeder Landwirt diese Steuergeschenke auch weiterhin erhalten. Wobei in wengien Jahren Schluss sein wird, was dann den Strukutrwandel richtig einheitzt. Denn die Pachtpreise sinken deswegen sicher nicht, aber die Flächen wandern noch schneller ab zum Großbetrieb der normale Pachtpreise mit sagen wir mal 800 Euro/ha Acker problemlos auch ohne Flächenprämie bezahlen kann. Der Familienbetrieb kann das ohne Prämie nicht und wird die Pachtflächen reihenweise verlieren.

Apropo Geld verdienen : Ihr müßt euch schon am heutigen Markt orientieren.
Im Metallbetrieb wo mein Junior arbeitet, verdient ein Industriemechaniker nach 25 Berufsjahren ca. 30 Euro brutto bei normaler Ausbildung mit 3,5 Jahren Lehrzeit. Macht er noch Schulungen Kurse oder Meister sinds schell auch bis 40 Euro brutto nach 25 Jahren im Betrieb + 6 Wochen bezahlter Urlaub + bezahlte Feiertage. Rechnet das mal hoch auf die effektive Arbeitsleistung.
Pro Überstunde gibt es dann nochmal 30 % Zuschlag + weitere Nacht und Samstagszuschläge. Und die reissen sich bei der Arbeit kein Bein aus. Die fahren mit dem Fahhrad zur Arbeit oder joggen nachmittags um 16 Uhr nach der Arbeit weil sie nicht ausgelastet sind.

Selbst mein Junior hat wenige Jahre nach seiner Ausbildung an einem Samstag satte 35 Euro Stundelohn. Kein Wunder das er Samstags freiwillig arbeitet. Und er hat dadurch später eine angemessen Rente was man nicht vergessen darf.

Und es wird jedes Jahr mehr. Bei nur 4-5 % Lohnerhöhung der IG Metall haben die jedes Jahr 1,5 Euro mehr pro Stunde. Zurzeit fordert die IG Metall 6 % mehr Lohn.
Und das kontinuirlich.

Von daher soll jeder Landwirt die Prämien auch weiterhin erhalten. Was er letztlich damit macht ist ihm selber überlassen.
Das bremst zumindest den Strukturwandel etwas ab. Sonst gibt es einen Strukturbruch bei Familienbetriebe.
Den die Flächen gibt es nicht geschenkt. In jedem Bundesland werden es mehr Vigelbrüter oder andere Umweltprogramme zum Nitrat/Trinkwasserschutz usw. Da gibt es teilweise schon incl Flächenprämie 800 - 900 Euro /ha was man heute allein für minderes Grünland erzielen kann. Somit wird euch ohne EU Prämie keiner für 500 Euro/ha verpachten. Die sind ja nicht blöd. Die Flächen müßt ihr abgeben.
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon T5060 » Di Jan 02, 2018 17:47

marius hat geschrieben:Deutlich mehr Subventionen ( Geldgeschenke vom Staat ) erhalten die Landwirte bei Biogasanlagen oder bei PV.
Da bekommt ihr richtig Geld vom Steuerzahler geschenkt. Das müßte man ja dann zuerst abschaffen.

Apropo Geld verdienen : Ihr müßt euch schon am heutigen Markt orientieren.
Im Metallbetrieb wo mein Junior arbeitet, verdient ein Industriemechaniker nach 25 Berufsjahren ca. 30 Euro brutto bei normaler Ausbildung mit 3,5 Jahren Lehrzeit. .


PVA, Biogas und Wind werden über die EEG Umlage vom Stromverbraucher, nicht vom Steuerzahler finanziert.

Im Gegensatz zu den Schlitzaugen haben wir mehr Boden und Wasser als fressendes Volk,
dafür haben die Schlitzaugen viele viele Facharbeiter, die in dem Tempo aufholen, wie in Zukunft bei den deutschen Metallern gespart wird.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon Einstein88 » Di Jan 02, 2018 17:49

@marius; Kurze Frage nur: Was hat die AFD damit zu tun?
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon langer711 » Di Jan 02, 2018 18:16

Hier wird drüber gefachsimpelt, das ein Betrieb auch ohne die Zahlung der Prämie klar kommen muss.
Es wird gar das Management des Betriebes angezweifelt.

Kann man sehen, wie man will...

Aber diese Zahlung ist nunmal kein Kleinbetrag.
Folglich rechnet jeder mit dieser Zahlung und wohl kaum jemand nimmt die Zahlung als "Sahnehäubchen on Top" zur Kenntnis.
Dieses Geld ist in irgendeiner Form in der Bilanz eingeplant.
Man hat seinen Betrieb darauf eingestellt, vielleicht eine Maschine gekauft oder sonst eine nicht alltägliche Zahlung in diese Zeit gelegt.

Natürlich kann man eine gewisse Zeit diese Zahlung zwischenfinanzieren/überbrücken.
Das Problem aber ist doch, das man bis Ende Dezember mit dem Zahlungseingang rechnet.
Bei mir kam die Knatter auch einige Tage später als im letzten Jahr.
Das liegt bestimmt an diesen neuen SEPA Zahlungen... 8)

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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon "schwabe" » Di Jan 02, 2018 19:56

Ja ich arbeite selbst als maschinenbautechniker und weiß das die Stundenlöhne in der Industrie im Vergleich zur lw doch sehr attraktiv sind.
Wahrscheinlich schätze ich es gerade deshalb so nur Nebenerwerbslandwirt zu sein und nicht haupterwerbslandwirt.
Auch wenn ich die Ausbildung zum Landwirt gemacht habe, ich werde den Teufel tun und selbst noch groß in die lw investieren. Ich warte bis ich von den haupterwerbsbetrieben 1000 Euro/ha Pacht bekomme und dann wird verpachtet. Das reicht zum leben und es gibt noch genügend dumme volerwerbsbetriebe die sich bis zur Halskrause verschulden und auch noch für 8€ pachten - das muss man ausnutzen solange es geht ...
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon Bison » Di Jan 02, 2018 20:14

Eigentlich hast du recht :roll:
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon Fendt 308ci » Di Jan 02, 2018 20:37

"schwabe" hat geschrieben:Ja ich arbeite selbst als maschinenbautechniker und weiß das die Stundenlöhne in der Industrie im Vergleich zur lw doch sehr attraktiv sind.
Wahrscheinlich schätze ich es gerade deshalb so nur Nebenerwerbslandwirt zu sein und nicht haupterwerbslandwirt.
Auch wenn ich die Ausbildung zum Landwirt gemacht habe, ich werde den Teufel tun und selbst noch groß in die lw investieren. Ich warte bis ich von den haupterwerbsbetrieben 1000 Euro/ha Pacht bekomme und dann wird verpachtet. Das reicht zum leben und es gibt noch genügend dumme volerwerbsbetriebe die sich bis zur Halskrause verschulden und auch noch für 8€ pachten - das muss man ausnutzen solange es geht ...

Jemandem, der sich so blöd über Vollerwerbsbetriebe auslässt, würde ich wünschen, dass er bei seinen 1000 Euro Pacht in die Röhre schaut.
Hoffentlich unterlässt der Pächter jegliche Grunddüngung und Humusaufbau, dann nutzen sie nämlich dich aus.

Es gibt genügend, die vom Vollerwerb in den Nebenerwerb gegangen sind, aber nicht weil es so schön war, sondern weil sie es nicht auf die Reihe brachten, einen Vollerwerbsbetrieb zu führen, der ausreichend Einkommen abwirft, trotz landw. Ausbildung.

Noch ein Wort zum eigentl. Thema: Wenn ein Betrieb ohne die Almosenzahlungen nicht mehr wirtschaftlich ist, dann wird es Zeit aufzuhören. Ich bin jedenfalls in meinem Vollerwerbsbetrieb nicht darauf angewiesen, ich sehe es als zusätzlichen Obulus.
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon "schwabe" » Di Jan 02, 2018 21:01

Wieso habe ich mich blöd über Vollerwerbsbetriebe ausgelassen ? :roll:

Wenn ich jemanden finde der mir meine 1000€/ha bezahlt, dann gehe ich stark davon aus das der junge vollerwerbler der gerade frisch den Meister gemacht hat, das auch ordentlich durchkalkuliert hat bzw. sich hat durchkalkulieren lassen vom Berater :lol:

Ist doch jedem selbst überlassen, es wird doch keiner gezwungen auf Teufel komm raus zu pachten. Also so whatt :?:

Selbstverständlich wird nur an jemanden verpachtet der ordentlich wirtschaftet und wenn nicht wird´s halt in den Pachtvertrag mit aufgenommen welche Fruchtfolge einzuhalten ist. Erzähl mir dooch nichts ich hab selbst genügend Verpächter die das so machen obwohl sie selbst von Landwirtschaft keine Ahnung haben, sich aber von den Medien und anderen anstecken lassen.

Ich könnte heute auch von meiner Nebenerwerbslandwirtschaft alleine leben wenns sein müsste.
Dennoch ich weiß es zu schätzen wenn ich nicht davon abhänig bin, den die Landwirtschaft wird in DE in die Schuldenfalle getrieben und das ist den meisten noch nicht klar. Aber jedem das seine ....
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon marius » Di Jan 02, 2018 21:08

"schwabe" hat geschrieben:. Ich warte bis ich von den haupterwerbsbetrieben 1000 Euro/ha Pacht bekomme und dann wird verpachtet.


Naja, dass ist immer so ein Problem, was in vielen Familien zum Streit auf Lebenszeit führt.
Ich kenn solche Fälle.

Übernehmen und kurze Zeit später zum Höchstpreis verpachten. Dann fragen sich die Geschwister die leer ausgingen, warum man den Betrieb überhaupt an den Hofnachfolger übergeben hat ?
Denn verpachten hätten die auch gekonnt oder auch die Altenteiler. Da ist keine Hofübergabe nötig sondern man kann den Betrieb irgendwann auf alle Erben aufteilen die dann ihre geerbten Flächen anteilig verpachten.

Wenn jemand 30 Jahre lang den Betrieb im Vollerwerb führt und dann verpachtet ist das wieder was anderes.
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Re: Wo ist die Betriebsprämie 2017 geblieben

Beitragvon marius » Di Jan 02, 2018 21:29

Fendt 308ci hat geschrieben:Es gibt genügend, die vom Vollerwerb in den Nebenerwerb gegangen sind, aber nicht weil es so schön war, sondern weil sie es nicht auf die Reihe brachten, einen Vollerwerbsbetrieb zu führen, der ausreichend Einkommen abwirft, trotz landw. Ausbildung.


Da muss man schon differenzieren. Das trifft sicher nicht auf jeden zu.
Ich hab als Vollerwerbslandwirt wirklich gut verdient und führe den Betrieb trotz interessiertem Hofnachfolger heute nur noch im Nebenwerb bevor er irgendwann geschlossn wird.
Ein Spitzensteuersatz beim Grenzsteuersatz ( 48 % incl Soli, Kirche ) war bei mir schon immer Standart und ich hatte auch noch andere Standbeine.

Es können vorläufig nur maximal 20 % der heutigen Vollererbsbetriebe übrig bleiben in den nächsten 2-3 Jahrzehnten. Und das bedeudet das über 80 % aufhören müssen.
Das sind dann die 20 % Betriebe mit Hofnachfolger und die wirklich gut verdienen. Also Betriebe mit hohem Eigenflächenanteil. Wobei dieser Anteil aus dem Gewinn herausgerechnet werden müßte - Pachtansatz.
Machen aber viele nicht und freuen sich über die angeblich hohen Gewinne, die es bereinigt überhaupt nicht gibt.
Nichts desto trotz können diese Betriebe höhere Pachtpreise bezahlen was sie auch tun werden.
Und mein gut bekannter Pächter ( 500 Stück Bullenmast + 1000 KW Biogas + Abwärmeverkauf ) bezahlt mir 800 Euro Pacht / ha und hat erst neulich wieder gejammert das er wieder einen hohen 5 stelligen Betrag an Steuern pro WJ bezahlen musste trotz 3 Angestellten.
Klar das solche Zukunftsbetriebe auch ohne EU Flächenprämie locker 800 Euro /ha bezahlen. Er hat diese hohen Gewinne auch immer wieder in Flächenzukauf angelegt. Also eine Anlage in die Zukunft, was ihm zukünftige Einnahmen sichert.

Aber das sind halt nur maximal der derzeit 20 % an Betriebe welche wirklich zukunftsfähig sind und auch bereit sind ihr Leben und Freizeit bis zum Sarg dem Beruf zu opfern. Aber auch bei denen ist weiteres Wachstum ohne Pause nötig.
So hat mein Pächter vor in Kürze von 500 auf 1000 Bullen zu erweitern.
Für mich wäre das nicht vorstellbar
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