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Bio-vegane Landwirtschaft

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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55 Beiträge • Seite 3 von 4 • 1, 2, 3, 4
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon LUV » Mo Aug 17, 2015 9:23

obbens hat geschrieben:
Ferengi hat geschrieben:Weil die Medien von pädofaschistischen Hasspredigern regiert werden!

Ja, drastisch formuliert, aber dem kann ich größtenteils zustimmen. :)

Ferengi hat geschrieben:Biolandbau ohne Nutztierhaltung ist Umweltzerstörung!
Und zwar leider eine sehr nachhaltige.

Ich frage mal ganz naiv: warum ist das eigentlich so? Ich habe schon oft von Veganern gehört, man könne ja das Grünzeug (und damit Nährstoffe und Mineralstoffe, welche darin gebunden sind) auch einfach unterpflügen, anstatt es über den Umweg Tier=>Gülle=>Feld dem Acker wieder zuzuführen. Mal abgesehen davon, dass einem auf diese Weise leckere Steaks, Hühnchen, Koteletts, usw. entgehen, klingt das ja sogar einleuchtend. Oder passiert in den Tiermägen etwas mit dem Futter, so dass die Gülle im Endeffekt "besser" für eine Humusbildung, Düngung, usw. ist?
Ich habe da wirklich keine Ahnung und ich finde im Netz zu diesem Thema keine befriedigenden Antworten.


Biologieunterricht geschwänzt wetten? n8 :prost: :klug:
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon obbens » Mo Aug 17, 2015 9:46

LUV hat geschrieben:Biologieunterricht geschwänzt wetten? n8 :prost: :klug:

Das Thema wurde im Unterricht nicht mal ansatzweise behandelt. Höchstens in Geschichte wurde mal das Thema Dreifelderwirtschaft angekratzt.
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon Hans Söllner » Mo Aug 17, 2015 10:32

Ich will dir mal antworten damit das auch der Laie versteht.
Unsere Nutztiere bekommen heute allesamt energiereiches Futter um eine gewisse Leistung zu erreichen. Der Kot einer Kuh hätte deutlich weniger Nährstoffe, hätte das Tier nur Stroh gefressen anstatt einer für 25kg Milch und mehr ausgelegten Futterration. Das gleiche gilt beim Schwein- es frisst heute nurnoch Getreide und macht nebenbei im Schnitt aus 2,7kg Getreide ein Kilo Fleisch. Entsprechend hat man eine hohe Nährstoffdichte.

Stroh das auf dem Feld verbleibt, enthält selbst sogut wie kein N. Zwischenfrüchte binden N (also Stickstoff) der noch im Boden ist. Wenn noch welcher im Boden ist...
Und Legominosen binden zwar N, aber nur einen kleinen Teil dessen was das Getreide benötigt. Wenn dann noch ein Teil der Fläche überhaupt dazu genutzt werden muss, etwas Dünger zu erzeugen, dann verknappt das die Getreideernte zusätzlich. Und nebenbei gibt es noch andere Sachen die eine Pflanze benötigt um zu wachsen. Unter anderem Phosphor und Kali.... Und es ist egal ob man nun genug N zusammenkratzt, wenn der Phosphor fehlt!
Eine Landwirtschaft funktioniert immer nur im Kreislauf mit der Rückführung mit den vorher entzogenen Nährstoffen. Sonst ist es eine Sackgasse n8
Adressen Gebrauchtteile: http://www.landtreff.de/post1288536.html#p1288536
Weil wir uns von technischen Spielereien blenden lassen, vergessen wir die Augen aufzumachen um zu erkennen dass sich Technik rechnen muss!

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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon obbens » Mo Aug 17, 2015 11:32

Hans Söllner hat geschrieben:Unsere Nutztiere bekommen heute allesamt energiereiches Futter um eine gewisse Leistung zu erreichen. Der Kot einer Kuh hätte deutlich weniger Nährstoffe, hätte das Tier nur Stroh gefressen anstatt einer für 25kg Milch und mehr ausgelegten Futterration. Das gleiche gilt beim Schwein- es frisst heute nurnoch Getreide und macht nebenbei im Schnitt aus 2,7kg Getreide ein Kilo Fleisch. Entsprechend hat man eine hohe Nährstoffdichte.

OK, soweit verständlich. Das heißt, das Nutztier reichert sozusagen die Gülle mit Nähstoffen aus den Ackerfrüchten von Fläche x an. Diese Gülle wird dann auf Fläche y verteilt, welche immer kleiner ist als Fläche x.
Phosphor - so habe ich das verstanden - muss ja in jedem Fall zugedüngt werden, weil der Boden ansonsten auslaugen würde. Der Phosphor-Kreislauf ist ja auch noch mal etwas ganz besonderes, weil Phosphor stetig abhanden kommt (dadurch, dass wir unsere Sch... im Klo runterspülen und durch natürliche Auswaschungen).

Hans Söllner hat geschrieben:Stroh das auf dem Feld verbleibt, enthält selbst sogut wie kein N. Zwischenfrüchte binden N (also Stickstoff) der noch im Boden ist. Wenn noch welcher im Boden ist...
Und Legominosen binden zwar N, aber nur einen kleinen Teil dessen was das Getreide benötigt. Wenn dann noch ein Teil der Fläche überhaupt dazu genutzt werden muss, etwas Dünger zu erzeugen, dann verknappt das die Getreideernte zusätzlich.

Das heißt, bio-veganer Landbau kann nicht dauerhaft funktionieren (oder nur auf ganz niedrigem Niveau), weil stetig Nährstoffe dem Boden entnommen werden und wegen Kunstdünger/Gülle/Mist-Verbot nicht ausreichend nachgeliefert werden. Oder es wird eine sehr große Fläche (also größer als sie z.B. für Schweine nötig wäre) nur für Gründünger benötigt (was ja das Phosphor-Problem immer noch nicht löst).

Hans Söllner hat geschrieben:Und nebenbei gibt es noch andere Sachen die eine Pflanze benötigt um zu wachsen. Unter anderem Phosphor und Kali.... Und es ist egal ob man nun genug N zusammenkratzt, wenn der Phosphor fehlt! Eine Landwirtschaft funktioniert immer nur im Kreislauf mit der Rückführung mit den vorher entzogenen Nährstoffen. Sonst ist es eine Sackgasse n8

Auch das Thema Phosphor wurde in dem Veganer-Forum heiß diskutiert. Da war man sich sogar einig, dass Phosphor so oder so zu einem Problem werden wird (Phosphor-Peak in einigen Jahrzehnten). Teilst du diese Ansicht oder wird da Panik betrieben?
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon Harald » Mo Aug 17, 2015 12:05

Die Aussage "Biolandbau ohne Nutztierhaltung ist Umweltzerstörung" mag ich so nicht unterschreiben. "Umweltzerstörung" kann man letztendlich bei jeder Bewirtschaftungsform betreiben, falls unter dem Strich Nährstoffe entzogen werden, egal ob Bio oder Konv, egal ob mit oder ohne Tieren.

Es ist in erster Linie eine Frage der Flächeneffizienz, ob z.B. der Kleegras-Aufwuchs als Gründünger/Kompost Verwendung findet, oder als Mist/Gülle, nachdem er verfüttert wird. Bei einer exemplarischen 6jährigen Fruchtfolge mit zweijährigem Kleegras werden im ersten Fall eben nur in vier von sechs Jahren irgendwelche marktfähigen Produkte erzeugt; im zweiten Fall kommen eben noch Milch und Fleisch oben drauf.

Hier hatte ich mal ein Video kommentiert, in dem genau diese Szenarien gegenübergestellt werden:
Harald hat geschrieben:Hier ab Minute 32: http://youtu.be/QP9N6hTm1qo?t=32m

Ab Minute 50 werden exemplarische Bio-Fruchtfolgen mit bzw. ohne Viehhaltung verglichen. Inwieweit die auch in der Praxis so funktionieren, mit den angegebenen Erträgen und passablen Qualitäten (Alternativvermarktung als Futtermittel fällt ja flach), und auch noch über längere Zeiträume, sei mal dahingestellt.



Hans Söllner hat geschrieben:Unsere Nutztiere bekommen heute allesamt energiereiches Futter um eine gewisse Leistung zu erreichen. Der Kot einer Kuh hätte deutlich weniger Nährstoffe, hätte das Tier nur Stroh gefressen anstatt einer für 25kg Milch und mehr ausgelegten Futterration.

Das energiereiche Futter ist aber auch wieder auf N angewiesen, der letztendlich irgendwoher kommen muss. Also Leguminosen oder Zukaufdünger. Merkste selber, oder? :roll:
Ich fordere den sofortigen Rücktritt der Bauernverbandspräsidenten Joachim Ruckwied (DBV) und Walter Heidl (BBV).
Beide sind unfähig, die Bauern ihres Verbandes in der Öffentlichkeit zu vertreten.
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon Hans Söllner » Mo Aug 17, 2015 12:20

Harald hat geschrieben:Das energiereiche Futter ist aber auch wieder auf N angewiesen, der letztendlich irgendwoher kommen muss. Also Leguminosen oder Zukaufdünger. Merkste selber, oder? :roll:


Ja, hab auch nichts anderes behauptet. Von nichts kommt nichts!

@obbens
Im normalen Biolandbau ist der Betrieb rein abhängig von der Nährstoffmenge die durch Gründünger und Gülle erzeugt wird. Durch die geringeren Erträge kannst du mit der gleichen Fläche weniger Tiere ernähren. Hast also weniger Gülle- weniger Gülle heißt wiederum begrenzter Ertrag. Ein Kreislauf der in der Konventionellen Landwirtschaft durch Mineraldünger (der sich ja viel gezielter einsetzen lässt) durchbrechen lässt.

Und wenn nun sowohl der Mineraldünger als auch das Tier wegfällt wie im ,,veganen Landbau´´, ist es garnicht möglich Getreide mit anständiger Qualität zu erzeugen. Das Getreide verhungert einfach. Fusarien befallen und zerstören den Blattapperat der Pflanzen. Unkraut steht in Konkurrenz mit den Nährstoffen. Was übrig bleibt sind verkümmerte Pflanzen mit kleinen Ähren, wenig angesetzten Körnern die wiederum kümmerlich ausfallen. Man könnte es auch Ausputz nennen :mrgreen: Auch sind die Inhaltsstoffe andere, als welche die die Industrie so fordert. Biertrinken fällt dann auch weg....
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon Ferengi » Mo Aug 17, 2015 12:54

obbens hat geschrieben: Der Phosphor-Kreislauf ist ja auch noch mal etwas ganz besonderes, weil Phosphor stetig abhanden kommt (dadurch, dass wir unsere Sch... im Klo runterspülen und durch natürliche Auswaschungen).




Und genau deswegen ist es sehr wichtig, endlich Methoden zu entwickeln,
mit denen wir Klärschlamm so aufbereiten können, das er bedenkenlos in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann.

Dafür müssen die Leute aber auch aufhören ihr Klo als flüssigen Abfalleimer zu betrachten!
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon Hans Söllner » Mo Aug 17, 2015 13:02

Den Phosphor hatte ich noch vergessen...
Ferengi hat da vollkommen Recht mit dem Klärschlamm.

Auch das Thema Phosphor wurde in dem Veganer-Forum heiß diskutiert. Da war man sich sogar einig, dass Phosphor so oder so zu einem Problem werden wird (Phosphor-Peak in einigen Jahrzehnten). Teilst du diese Ansicht oder wird da Panik betrieben?


Panik wird immer betrieben, egal ob mit Erdöl oder Phosphor. Im Gegensatz zum Öl ist Phosphor aber alternativlos so scheint es heute. Wie es da mal weitergeht weis keiner. Jedenfalls geht die deutsche Landwirtschaft heute verantwortungsvoll damit um und die Düngeverordnung ist auch entsprechend gestaltet.
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon obbens » Mo Aug 17, 2015 14:31

Harald hat geschrieben:Das energiereiche Futter ist aber auch wieder auf N angewiesen, der letztendlich irgendwoher kommen muss. Also Leguminosen oder Zukaufdünger.

Interessanter Punkt, mit dem man oft konfrontiert wird. Nach dem Motto "Die Fleischproduktion sorgt dafür, dass in Südamerika die Wälder für den Anbau von Soja gerodet werden".
Jetzt habe ich mal gelesen, dass Soja immer teurer wird und sowieso nicht in den riesigen Mengen von Europa importiert wird, wie es einem von Veganern gerne erzählt wird.
Kann mir hier noch jemand sagen, wie viel % Soja(extraktionsschrot) durchschnittlich an Rinder, Schweine, Hühner, usw. verfüttert wird?
Hans Söllner schrieb außerdem, dass Schweine "nur noch Getreide" fressen. Was ist das für ein Getreide? Futtergerste? Oder in irgendeiner Form minderwertiges Getreide, welches für Menschen nicht (mehr) genießbar ist und ansonsten verbrannt oder anderweitig verwendet werden würde?
Ich finde es immer noch schwierig, einem Veganer die passende Antwort zu liefern, wenn er mir vorwirft, dass für den Fleischkonsum wertvolles Getreide "verschwendet" wird. Das mit den 16kg Getreide für ein kg Fleisch ist zwar Quatsch, aber das Verhältnis wäre ja selbst bei 2 oder 3kg Getreide für ein kg Fleisch noch ungünstig. Ich habe aber den Verdacht, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden und man nicht 1kg (hochwertigen für den Menschen genießbaren) Weizen mit 1kg Futtergetreide vergleichen kann. Liege ich da richtig?
Und in die gleiche Kerbe schlage ich auch mit der letzten Frage: Rinder, welche sich wie in der argentinischen Pampa ausschließlich von Gras ernähren, stehen ja nicht in direkter Nahrungskonkurrenz zum Menschen, sondern liefern im Gegenteil wertwolles Fleisch. Warum wird in Deutschland eigentlich nicht auf die gleiche Weise verfahren? Würde das Gras ganz einfach nicht reichen bei der Menge von Rindern? Wäre der Ertrag so viel geringer, dass es sich wirtschaftlich nicht mehr lohnen würde?
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon LUV » Mo Aug 17, 2015 14:52

obbens hat geschrieben:
Harald hat geschrieben:Das energiereiche Futter ist aber auch wieder auf N angewiesen, der letztendlich irgendwoher kommen muss. Also Leguminosen oder Zukaufdünger.

Interessanter Punkt, mit dem man oft konfrontiert wird. Nach dem Motto "Die Fleischproduktion sorgt dafür, dass in Südamerika die Wälder für den Anbau von Soja gerodet werden".
Jetzt habe ich mal gelesen, dass Soja immer teurer wird und sowieso nicht in den riesigen Mengen von Europa importiert wird, wie es einem von Veganern gerne erzählt wird.
Kann mir hier noch jemand sagen, wie viel % Soja(extraktionsschrot) durchschnittlich an Rinder, Schweine, Hühner, usw. verfüttert wird?
Hans Söllner schrieb außerdem, dass Schweine "nur noch Getreide" fressen. Was ist das für ein Getreide? Futtergerste? Oder in irgendeiner Form minderwertiges Getreide, welches für Menschen nicht (mehr) genießbar ist und ansonsten verbrannt oder anderweitig verwendet werden würde?
Ich finde es immer noch schwierig, einem Veganer die passende Antwort zu liefern, wenn er mir vorwirft, dass für den Fleischkonsum wertvolles Getreide "verschwendet" wird. Das mit den 16kg Getreide für ein kg Fleisch ist zwar Quatsch, aber das Verhältnis wäre ja selbst bei 2 oder 3kg Getreide für ein kg Fleisch noch ungünstig. Ich habe aber den Verdacht, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden und man nicht 1kg (hochwertigen für den Menschen genießbaren) Weizen mit 1kg Futtergetreide vergleichen kann. Liege ich da richtig?
Und in die gleiche Kerbe schlage ich auch mit der letzten Frage: Rinder, welche sich wie in der argentinischen Pampa ausschließlich von Gras ernähren, stehen ja nicht in direkter Nahrungskonkurrenz zum Menschen, sondern liefern im Gegenteil wertwolles Fleisch. Warum wird in Deutschland eigentlich nicht auf die gleiche Weise verfahren? Würde das Gras ganz einfach nicht reichen bei der Menge von Rindern? Wäre der Ertrag so viel geringer, dass es sich wirtschaftlich nicht mehr lohnen würde?



Wenn man dem Volk mehr Getreide als Nahrungsgrundlage verordnen möchte, dann muss man zu den ca. 60kg für Brot und Gebäck, die Glutenunverträglichen schon viel zu viel sind, zusätzlich noch Getreide in anderer Form aufzwingen....kann man ja machen. Dann viel Spaß bei der Umerziehung der Menschheit.
In Deutschland gibt es auch 30% Grünlandanteil an der landw. Fläche. Meinst du da wachsen Bananen und Apfelsinen, Kaffee oder Tee drauf?
Es gab mal super Weideochsenmast mit hochwertigem Fleisch in Deutschland, da hat eine ganze Region davon gelebt....will heute keiner mehr haben. Die Gourmetköche beziehen es nun aus Frankreich und der Toitsche isst lieber Kurzgebratenes und weißes Fleisch. Warum ist wohl die Geflügelbranche in den letzten 30 Jahren so gewachsen? Weil der deutsche Bauer den Verbraucher dazu gezwungen hat, so wie er ihn heute zum Veganismus zwingt?
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon Harald » Mo Aug 17, 2015 15:05

obbens hat geschrieben:Ich finde es immer noch schwierig, einem Veganer die passende Antwort zu liefern, wenn er mir vorwirft, dass für den Fleischkonsum wertvolles Getreide "verschwendet" wird.

Frag ihn einfach mal, warum der Marktpreis von Futterweizen niedriger ist als der von Brotweizen, und warum unter diesen Bedingungen auch nur ein Bauer so doof sein sollte, seinen Weizen als Futterware zu verkaufen.

Frag ihn, ob er um die Bedeutung der Gerste in der Fruchtfolge weiß, und wieviel Gerste er denn so konsumiert. Wenn er noch ein klein wenig Resthirn hat, mag er irgendwas von "Bier" faseln. Dann frag ihn, warum der Marktpreis von Futterweizen niedriger ist als der von Brauweizen. Und ob er Treber lecker findet.


Zum den anderen Fragen empfehle ich einfach mal ein Studium der Abhandlungen von Georg Keckl:
http://www.keckl.de
Zuletzt geändert von Harald am Mo Aug 17, 2015 15:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon Hans Söllner » Mo Aug 17, 2015 15:06

Jetzt habe ich mal gelesen, dass Soja immer teurer wird und sowieso nicht in den riesigen Mengen von Europa importiert wird, wie es einem von Veganern gerne erzählt wird.

Ist immer Angebot und Nachfrage. Richtig billig wars schon lange nichtmehr. Habe erst gelesen, dass 2013 ca. 6% der in Brasilien geernteten Sojamenge nach Deutschland ging. Der Sojaverbrauch ist rückläufig, da teuer...und weil es eben auch Alternativen gibt. Dass heute noch wegen uns Regenwälder gerodet werden, ist die übliche verlogene Hetze. China und Co. wachsen und verbrauchen zunehmend Mengen, da sind wir ein Tropfen auf den heißen Stein dagegen.

Kann mir hier noch jemand sagen, wie viel % Soja(extraktionsschrot) durchschnittlich an Rinder, Schweine, Hühner, usw. verfüttert wird?

Also mit Geflügel und Schweinen kenne ich mich nicht wirklich aus. Bei Schweinen habe ich aber mal in Rationsberechnungen was von ca. 200g gelesen- also nur geringe Mengen an der Gesamtration. Die Leute tun ja so als ob Schweine nurnoch Soja fressen...
Und bei Rindern: viele (so auch wir) verzichten ganz auf Soja, da es z.B. Rapsextraktionsschrot gibt. Wieviel Soja bzw. Eiweißfutter man braucht, kommt ganz darauf an was man den Tieren amsonsten überhaupt füttert. Viel Mais und wenig eiweißhaltiges Gras/Silage. Oder doch eher viel Gras bzw. Kleegrassilage usw... Tja und in Getreide ist ja auch Eiweiß drin.

Hans Söllner schrieb außerdem, dass Schweine "nur noch Getreide" fressen. Was ist das für ein Getreide? Futtergerste? Oder in irgendeiner Form minderwertiges Getreide, welches für Menschen nicht (mehr) genießbar ist und ansonsten verbrannt oder anderweitig verwendet werden würde?


Im Grunde alle Arten: Hafer, Gerste, Weizen, Roggen, Triticale, Körnermais...bzw. Körnerleguminosen sprich Lupinen, Erbsen...Soja :wink:
Das Getreide ist meist für den Menschen geeignet, aber eben auch ein Teil nur zum verfüttern geeignet. Je nachdem wie das Wetter die Ernte beeinflusst hat. Richtig schlechte Qualität würde die Biogasanlage verwerten da man seinen Tieren nichts gutes tut.

Weist du, die Getreidepreise sind nicht gerade auf einem hohen Niveau. Das liegt daran, dass es eben genug davon gibt in Europa und Co. (auch wenn das is Afrika anders sein mag). Wäre Getreide dauerhaft wesentlich teurer, wäre Schweinemast unwirtschaftlich. Aber Getreide ist eben billig in Hülle und Fülle vorhanden. Es ist soviel, dass man Millionen Tiere damit füttern kann und Abends in der Bäckerei noch eine Kiste Brot weggeworfen wird....
Es muss niemand in Europa hungern, ob da nun von einem Jahr aufs andere 1 Million Schweine mehr oder weniger gehalten wird. Würde der Mensch dieses Getreide verbrauchen wollen, gäbs ja nurnoch Nudeln :mrgreen:

Und in die gleiche Kerbe schlage ich auch mit der letzten Frage: Rinder, welche sich wie in der argentinischen Pampa ausschließlich von Gras ernähren, stehen ja nicht in direkter Nahrungskonkurrenz zum Menschen, sondern liefern im Gegenteil wertwolles Fleisch. Warum wird in Deutschland eigentlich nicht auf die gleiche Weise verfahren? Würde das Gras ganz einfach nicht reichen bei der Menge von Rindern? Wäre der Ertrag so viel geringer, dass es sich wirtschaftlich nicht mehr lohnen würde?

1: es ist eine Mythe, dass in Argentinien alle Rinder auf einer saftigen Weide grasen.
2: die haben wesentlich weniger Kosten und sonstige Auflagen, mal vom Tierschutz abgesehen...sowas läuft bei uns als Tierquälerei
3: wir haben keine hunderte Hektar zusammenhängende Weiden und eine völlig andere Struktur
4: Weidehaltung hat wenig mit Umweltschutz zutun..auch nicht mit Tierschutz, auch wenn der Deutsche meint ER wäre wohl glücklich WENN ER ein Tier wäre
5: vom Gras alleine gibts keine bedeutende Tageszunahme. Verbunden mit den Kosten hierzulande, kann man das Fleisch nur teuer an Biofetischisten vermarkten, die meinen die haben jetzt zur Weltrettung beigetragen :wink:
6: eine Weide erscheint immer als Idyll. Dabei gibts kräftig zusätzliche Arbeit. Und nicht jede Wiese ist 10m vom Hof entfernt. Die Tiere brauchen zudem ja noch Wasser auf der Weide, es muss kontrolliert werden sind noch alle da? Ist der Elektrozaun noch ok? ....usw.
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon obbens » Mo Aug 17, 2015 15:18

LUV hat geschrieben:Wenn man dem Volk mehr Getreide als Nahrungsgrundlage verordnen möchte, dann muss man zu den ca. 60kg für Brot und Gebäck, die Glutenunverträglichen schon viel zu viel sind, zusätzlich noch Getreide in anderer Form aufzwingen....kann man ja machen. Dann viel Spaß bei der Umerziehung der Menschheit.

Ich weiß, worauf du hinauswillst und sehe das ganz genau so. Menschen essen eben nicht 100%ig effektiv (das wäre wohl eine nicht definierbare Nährpampe), sondern wollen auch Abwechslung und sich einen gewissen "Luxus" beim Essen gönnen. Würde man den Fleischessern vorwerfen, dass sie verschwenderisch mit den Nahrungsmitteln umgehen, könnte man das gleiche auch bei Produkten wie Spargel, Erdbeeren, Salat, usw. sagen.

LUV hat geschrieben:In Deutschland gibt es auch 30% Grünlandanteil an der landw. Fläche. Meinst du da wachsen Bananen und Apfelsinen, Kaffee oder Tee drauf?
Es gab mal super Weideochsenmast mit hochwertigem Fleisch in Deutschland, da hat eine ganze Region davon gelebt....will heute keiner mehr haben.

Wirklich zu schade! In unserer Region gibt es zum Glück viele Galloway-Herden und das Fleisch finde ich hervorragend.

LUV hat geschrieben:Die Gourmetköche beziehen es nun aus Frankreich und der Toitsche isst lieber Kurzgebratenes und weißes Fleisch. Warum ist wohl die Geflügelbranche in den letzten 30 Jahren so gewachsen? Weil der deutsche Bauer den Verbraucher dazu gezwungen hat, so wie er ihn heute zum Veganismus zwingt?

Mir ist klar, dass der Bauer im Endeffekt immer die (von mir aus manchmal auch zweifelhafte) Nachfrage bedient. Und anders kann es ja auch nicht funktionieren. Aber ich sehe auch eine gewisse Verarmung der Ess-Kultur in Deutschland. Nicht in allen Teilen der Bevölkerung, aber ein großer Teil scheint weder kochen zu können, noch ein Interesse an Gerichten jenseits von Currywurst Pommes und Spaghetti Bolognese zu haben.
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon LUV » Mo Aug 17, 2015 15:25

Hans Söllner hat geschrieben: Es muss niemand in Europa hungern, ob da nun von einem Jahr aufs andere 1 Million Schweine mehr oder weniger gehalten wird. Würde der Mensch dieses Getreide verbrauchen wollen, gäbs ja nurnoch Nudeln :mrgreen:



DAS wäre ja noch ganz richtig, wenn es nur genug Hartweizen in old Germany gäbe.....leider wächst das hier nur sehr bedingt. Wenn der Durchschnitts - Wunsch - Deutsche wüsste, dass Reis und Nudeln in der Mehrzahl importiert werden müssen....dann würde der Regionalvertreter sicher sofort auf die Knolle umsteigen! :prost:
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Re: Bio-vegane Landwirtschaft

Beitragvon LUV » Mo Aug 17, 2015 15:33

obbens hat geschrieben:
Mir ist klar, dass der Bauer im Endeffekt immer die (von mir aus manchmal auch zweifelhafte) Nachfrage bedient. Und anders kann es ja auch nicht funktionieren. Aber ich sehe auch eine gewisse Verarmung der Ess-Kultur in Deutschland. Nicht in allen Teilen der Bevölkerung, aber ein großer Teil scheint weder kochen zu können, noch ein Interesse an Gerichten jenseits von Currywurst Pommes und Spaghetti Bolognese zu haben.


Und dass, obwohl es Kochshows rauf und runter gibt, Obwohl es Essensratgeber all über all gibt, obwohl es alles, was das Herz begehrt und zur Gesunderhaltung gibt, vorhanden ist. Obwohl seit Jahren gegen die deutsche Landwirtschaft und seine Tierhaltung gewettert wird.....erkennst du nun, dass die Menschen sind, wie sie sind. Und dass sie sich niemals umerziehen lassen, schon gar nicht von den Dümmsten der Dummen? Es gibt unhaltbare soziale Fehlentwicklungen, u.a. die der Fehl- und Überernährung. Das ist aber eben nicht mit der Schuldfrage bei der Produktion zu lösen, sondern liegt am Wohlstand. Die Nahrung ist im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen zu billig. Das wird sich nicht ändern, es sei denn, die Gesellschaft ist nicht mehr in der Lage, die Sozialsysteme mit dem gleichen Volumen zu füllen wie derzeit. Allerdings gibt es dann auch keine höheren Preise, aber Unruhen, und genau davor hat jede Staatslenkung Angst. Hungerrevolten sind die Ausgangspunkte für Bürgerkrieg.....lange dauert es nicht mehr, prophezeie ich mal...die Neiddiskussion bei den Flüchtlingen stellt den Anfang dar.
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