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Die Akademikerklasse wird zu groß

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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77 Beiträge • Seite 3 von 6 • 1, 2, 3, 4, 5, 6
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon T5060 » So Dez 05, 2021 16:22

tyr hat geschrieben:
T5060 hat geschrieben:Auch im Büro gibt es eine Produktionsplanung nachdem Vorgänge zu standardisieren und zu automatisieren sind. Wenigstens eine/r sollte VBA und SQL oder Excel-Programmierung beherrschen.
Am Ende alles eine Frage, wie die Organisation im "Betrieb" in der Lage ist Personal - und Abläufe zu entwickeln.


Standartisierung udn Automatisierung sind Grundlage industrieller Fertigung.
Das hat nichts mit Handwerk zu tun. Handwerk ist die induviduelle Lösung individueller Probleme. Einzelanfertigung sozusagen.
das schließt den Einsatz industriell vorgefertigter Systeme nicht aus, bedingt sie aber auch nicht.
der sogenannte Industriemeister, sit eigendlich kein meister, sondern Techniker oder einfacher Ingeneur


Vergiss ohne Module, Standardisierung und Automatisierung kommst gar nicht mehr vorwärts,
mit dem Ziel das System zu skalieren. Das ist gerade ein Problem des Handwerks.
Das Handwerk wird dann so vom Fertiger zum Monteur/Mischer/Vertrieb von Industrieprodukten.
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Re: Die Akademikerklasse wird zu gross

Beitragvon Doppelgrau » So Dez 05, 2021 16:42

langer711 hat geschrieben:Ich kann nur jedem Jugendlichen raten, zuerst ein Handwerk zu lernen, was ihm/ihr am besten liegt.
Danach gern die Weiterbildung zum Meister oder auch Studium.


Auch wenn ich das so rein aus der "Persönlichkeitsentwicklung" nicht schlecht finde, wenn das Ziel Studium ist, ist es am Ende für den Einzelnen eine eher doofe Idee. Die 3 bis 3,5 Jahre "verliert" man ja, und sind später schwer finanziell wieder rein zu holen. (Und wer keine zwei linke Daumen hat, kann auch mit Studium selber was machen.)

Was leider gesellschaftlich zu wenig wertgeschätzt wird (und in der Folge ungern gewählt) ist halt die Duale-Ausbildung mit allen Weiterqualifikationen (Techniker, Meister, Fachplaner). Ich glaube einige die sich heute auf der Uni quälen könnten da langfristig glücklicher wären als mit dem Studium und dann einen so halb passenden Job.
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon tyr » So Dez 05, 2021 16:50

T5060 hat geschrieben:
tyr hat geschrieben:
T5060 hat geschrieben:Auch im Büro gibt es eine Produktionsplanung nachdem Vorgänge zu standardisieren und zu automatisieren sind. Wenigstens eine/r sollte VBA und SQL oder Excel-Programmierung beherrschen.
Am Ende alles eine Frage, wie die Organisation im "Betrieb" in der Lage ist Personal - und Abläufe zu entwickeln.


Standartisierung udn Automatisierung sind Grundlage industrieller Fertigung.
Das hat nichts mit Handwerk zu tun. Handwerk ist die induviduelle Lösung individueller Probleme. Einzelanfertigung sozusagen.
das schließt den Einsatz industriell vorgefertigter Systeme nicht aus, bedingt sie aber auch nicht.
der sogenannte Industriemeister, sit eigendlich kein meister, sondern Techniker oder einfacher Ingeneur


Vergiss ohne Module, Standardisierung und Automatisierung kommst gar nicht mehr vorwärts,
mit dem Ziel das System zu skalieren. Das ist gerade ein Problem des Handwerks.
Das Handwerk wird dann so vom Fertiger zum Monteur/Mischer/Vertrieb von Industrieprodukten.


Das ist schlicht quatsch.
jede Heizungsanlage, jeder gesetzter Ofen, nur las beispiel, sind individuell geplante und angefertigte Einzelstücke. Es gibt keinen Zweiten davon der gleich ist, höchstens ähnlich.
das schließt, wie oben beschrieben, nicht aus, das industriell gefertigte Komponenten eingesetzt werden, ABER ein Handwerksmeister ist in der Lage das Teil auch ohne vorgefertigte Elemente zu bauen.
Die Individualität udn Unabhängigkeit von Standartisierungen ist der Unterscheid zwischen Industrieller Fertigung udn handwerklicher Fertigung.
Das es, z.B. gerade im heizungsbau vermehrt nur noch Zusammenschnicker industrieller Systeme gibt, ist ein Ausdruck des Niedergangs des Handwerks, hat mit Handwerk als solches, auch wenn sich solche betriebe noch Handwerksbetriebe nennen, nichts zu tun.
Nimm das Recht weg, was ist der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. (Augustino von Hippo, 354 bis 430)
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis voraus.
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon Südheidjer » So Dez 05, 2021 18:20

Eine handwerkliche und technische Ausbildung sollte schon in der Schule beginnen. Inwiefern wird heute an Schulen "Werken" unterrichtet? Ich habe eben mal nachgesehen und festgestellt, daß sowas jetzt "Arbeitslehre" genannt wird oder "Arbeit/Wirtschaft/Technik". Und so wie ich das sehe, wird das längst nicht an allen Schulen/Schulformen angeboten.

Mein Eindruck ist auch, daß "Technik" nur an denjenigen Schulen eine gewissen Stellenwert hat, an denen es mindestens einen engagierten Lehrer gibt, der oftmals dafür auch seine Freizeit opfert.
Diese Woche hatte ich in einem Programmierforum mitbekommen, was ein dortiger User mit seinen Schülern aktuell "gebastelt" hat. Das ist ein richtig tolles Projekt (Microcontroller progammieren und irgendwas war auch selbst mit 'ner Drehbank oder Fräse selbstgebaut), was mir auch Spaß machen würde.
Ich hab aber den Eindruck, daß insgesamt der Technik-Sektor an Schulen stiefmütterlich behandelt wird.
Mir fällt gerade so ein, daß so einen Technikunterricht sicher auch Meister als Lehrer hinkriegen sollten, wenigstens diejenigen, die Bock drauf haben. Ausbildung zur Ausbildung haben sie ja eh gemacht.
Wir hatten im Betrieb mal einen sehr jungen Meister aus dem E-Technik-Bereich. Der hat mit den Auszubildenen einen richtig guten Unterricht gemacht (was aber der Firmenleitung leider nicht passte).
Der hätte locker an jeder Schule Technik-Unterricht geben können, so wie der drauf war.

Ich vermute, daß vielen Eltern und Schülern die verschiedenen Wege zu einem qualifizierten Beruf gar nicht bekannt sind. Da fehlt es an Aufklärungsarbeit und die Durchlässigkeit der Bildungswege muß verbessert werden. Ich kann mir auch vorstellen, daß man das Abitur als Voraussetzung zum Studium streichen könnte. Eine ordentliche Lehre, ein paar Zusatz-Module Theorie und schon sollte es möglich sein, ein Studium "seiner" Fachrichtung zu beginnen. Gab es früher nicht die graduierten Ingenieure, die über Lehre und zusätzlicher Ausbildung dem studierten Ingenieur (fast) gleichgestellt wurden?

Online-Unterricht über das Internet sollte es heutzutage problemlos möglich machen, daß Leute sich weiterqualifizieren können. Noch nie war es so einfach bzw könnte es so einfach sein. Einzig und alleine die Prüfung läuft dann in Präsenz ab. In der Richtung schläft der Staat und die Politik.
Man hat ja jetzt bei Corona gesehen, wo es überall beim Online-Unterricht der Schüler hakte. Angefangen bei der katastrophalen Internetanbindung, der fehlenden Software und den Online-Lehrmaterialen und ich mußte mich echt wundern, wieviele Lehrer sich beklagten, daß sie keinen Computer hätten. Wir haben diese Lehrer eigentlich vorher ihren Unterricht vorbereitet? Immer noch mit Matrizen und dann die Abzüge vom Schulassistenten durchnudeln lassen?

Hier in meinem Bundesland scheint es nur noch Gymnasien und Oberschulen zu geben. Die Realschulen wurden oder werden aufgelöst. Die Oberschule hat oftmals das Ansehen einer "Restschule". Will man seinem Kind was bieten, dann muß es das Gymnasium sein. Ein paar Orte weiter bemühte sich ein Schulleiter einer dortigen Oberschule einen gymnasialen Zweig anbieten zu dürfen. Da liefen die Gymnasien aber Sturm gegen. Ist doch irre, oder? Futterneid unter Pädagogen?

Ich bezweifel auch immer mehr, ob sich ein Studium noch finanziell lohnt. Schmalspurstudium ala Bachelor vielleicht am ehesten, aber wenn man seinen Master noch macht, dann hat man meistens 6 Jahre oder mehr kein Geld verdient sondern auch oftmals noch Geld gekostet. Rentenansprüche fehlen einem auch, die man anschließend über ein höheres Gehalt wieder reinwirtschaften muß. Vor 60 Jahren war ein erfolgreiches Studium noch die Lizenz um richtig Geld verdienen zum können. Heute ist das nicht mehr flächendeckend der Fall.
Ich hab letztens einen jungen Meister im Elektrohandwerk kennengelernt. Der ist geschätzt um die 30, hat schon ein Haus und macht sich jetzt selbstständig und ich glaube, daß er Erfolg haben wird.
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon DWEWT » So Dez 05, 2021 18:32

Südheidjer hat geschrieben:
Ich bezweifel auch immer mehr, ob sich ein Studium noch finanziell lohnt. Schmalspurstudium ala Bachelor vielleicht am ehesten, aber wenn man seinen Master noch macht, dann hat man meistens 6 Jahre oder mehr kein Geld verdient sondern auch oftmals noch Geld gekostet. Rentenansprüche fehlen einem auch, die man anschließend über ein höheres Gehalt wieder reinwirtschaften muß.


Dazu kommt noch, dass im Schnitt 75% des gewährten BaFöG zurückgezahlt werden muss, da es nur als Kredit gewährt wurde. Bildungsnation Deutschland! :lol:
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon Fassi » So Dez 05, 2021 18:55

Naja, der deutsche unflexibele Beton Kopf spielt da, auch noch rein.

Stimmt schon, dass die Zeiten vorbei sind, in denen ein Studium die Lizenz zum Gelddrucken war. Das trifft heute nur noch auf ganz wenige Studiengänge zu. Und spätestens am Arbeitsmarkt merkt man dann den Fehler hinter dem Studium. Zumindest wenn man nicht Willens ist, sich in regelmäßigen Abständen beruflich und örtlich zu verändern. Bloß ist der Weg zurück auch nicht so einfach in Deutschland. Hast du nämlich studiert und suchst nun nach etwas anderem evtl sogar ner Ausbildung, dann gute Nacht. Für die meisten Arbeitgeber bist dann nämlich entweder überqualifiziert, zu risikobehaftet (könnte ja doch abbrechen und wieder in den studierten Bereich wechseln) oder halt unbrauchbar (wenn der nicht im studierten Bereich arbeiten will, dann auch nicht bei mir oder er sogar komplett arbeitsuntauglich).

Ich hab das Spiel ja gespielt und es hat mich zusammen gerechnet fünf Jahre gekostet. Ich hab nen Master, hatte aber keine Lust mehr auf ständig befristete Arbeitsverträge (tw in der ganzen Republik). Also hab ich nach Alternativen gesucht, inkl. einer Lehre. Die meisten Absagen kamen schon nach zwei Tagen. Nach einem (erfolgreichen) Ausflug ins deutsche Bildungssystem, seit dem ich verstehen kann, warum man so wenig fähige Lehrer findet. Da ging das Spiel nämlich genauso weiter, bloßdasxman nach dem Referat gleich in Hartz IV fällt, die Befristung nur ein paar Monate beträgt und man als Quereinsteiger kaum Chancen bekommt. Denn ja, Futterneid unter Pädagogen gibt es und der ist nicht sehr gering. Mittlerweile hat es ja in ner Branche mit absoluten Fachkräftemangel geklappt. Ist zwar nicht mein Traumjob, ich hätte auch nie daran gedacht, jemals in dem Job zu arbeiten und die Arbeitszeiten sind teilweise sehr gewöhnungsbedürftig. Dafür stehe ich mich finanziell nicht schlechter als als angestellter Lehrer und auch im Agrarsektor als M.Sc. hab ich nicht mehr verdient.

Lange Rede, kurzer Sinn. Das mit dem Studium will heute wohl überlegt sein. Der Weg zurück ist steiniger als in die andere Richtung. Wer es schafft, sollte schon Abitur machen. Aber dann lieber mal ein zwei Jahre in diverse Berufe rein schnuppern, vor allem, wenn man unsicher ist. Es gibt keine verlorenen Jahre, das ist typisch deutscher Blödsinn. Wenn man in die falsche Richtung startet, dann verliert man die Jahre mit Ende zwanzig Anfang dreißig steht mit Anfang zwanzig. Plus die dann meist verschwendeten Jahre mit der falschen Ausbildung.

Und das unser Schulsystem krankt ist mehr als verständlich. Es werden im Lehrer Beruf ja nicht die engagiertesten und leidenschaftlichen gefördert, sondern in erster Linie diejenigen, die nach Sicherheit streben.

Gruß
PS: Bei mir damals waren drei oder vier Meister im Semester, die eine entsprechende Abschlussnote brauchten und im Grundstudium mindestens einen bestimmten Durchschnitt brauchten. Wobei es heute ja einfacher ist. Mit FOS kann man den Bachelor in einem Studiengang des FOS- Bereich an jeder Uni beginnen. Und einem Durchschnitt von 2 wird man dann ja auch zum Master zugelassen.
http://www.youtube.com/watch?v=AMpZ0TGjbWE

https://youtu.be/Tmq8KHPxdrE
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon Barbicane » So Dez 05, 2021 19:02

DWEWT hat geschrieben:
Südheidjer hat geschrieben:
Ich bezweifel auch immer mehr, ob sich ein Studium noch finanziell lohnt. Schmalspurstudium ala Bachelor vielleicht am ehesten, aber wenn man seinen Master noch macht, dann hat man meistens 6 Jahre oder mehr kein Geld verdient sondern auch oftmals noch Geld gekostet. Rentenansprüche fehlen einem auch, die man anschließend über ein höheres Gehalt wieder reinwirtschaften muß.


Dazu kommt noch, dass im Schnitt 75% des gewährten BaFöG zurückgezahlt werden muss, da es nur als Kredit gewährt wurde. Bildungsnation Deutschland! :lol:


Kommt drauf an was man aus dem Studium macht und wo man arbeitet.
Wenn man Sachbearbeiter bleibt und nicht aufsteigt, dann kann es schon sein dass sich das Studium nicht lohnt.
Für mich hat sich's in jedem Fall rentiert, die bisherigen Tarifgruppen hätt ich als Meister nicht erreichen können und danach kam eh ein AT Vertrag.

Bafög musste ich damals auch nicht zurückzahlen.
So ein Förderprogramm für Bayerischen Absolventen gibt's sicher heute noch.
Man muss halt bestimmte Auflagen erfüllen.

Rentenpunkte gibt's auch für's Studium, da verliert man nicht viel.
Zuletzt geändert von Barbicane am So Dez 05, 2021 19:07, insgesamt 1-mal geändert.
Erfahrung ist das, was man bekommt, kurz nachdem man es gebraucht hätte.
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon Florian1980 » So Dez 05, 2021 19:06

Nicht zu vergessen: Wenn über allen Facharbeitern, Meistern, Technikern und Ingenieuren ein BWLer sitzt, ist alles fürn Arsch.

Nicht ganz ernst zu nehmen, aber momentan bei mir in der Firma das Problem. Wenn ich die Abnahme für ne Anlage nicht bekomme, liegt das an meiner Arbeitskleidung, an krummen Absperrbändern zur Nachbaranlage, am fehlenden Stehtisch für den Kaffee...

Aber NIEMALS an technischen Problemen (heißen jetzt Ereignisse) welche seit Jahren angesprochen werden.
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon Südheidjer » So Dez 05, 2021 19:46

Barbicane hat geschrieben:Rentenpunkte gibt's auch für's Studium, da verliert man nicht viel.

Das war einmal. Rentenpunkte gibt's nicht mehr für Schul- und Studienzeiten. Da wurde meiner Generation quasi in die Rentenkasse gegriffen, ohne daß es großartig einer gemerkt hätte.
Als ich studierte, bin ich davon ausgegangen, dafür auch Rentenpunkte zu kriegen. Später im Arbeitsleben hat man das dann rückwirkend geändert: "Och nö, Rentenpunkte gibt's für Schul- und Studienjahre nicht."

Haufe.de hat geschrieben:Bei Rentenbeginn ab dem 1.1.2009 führen diese Zeiten nicht mehr zu einer Rentensteigerung. Sie werden nur noch als Anrechnungszeit zur Erfüllung der Wartezeit für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen und für die Altersrente langjährig Versicherter berücksichtigt.


Quelle: https://www.haufe.de/recht/arbeits-sozialrecht/schul-und-studienzeiten-zu-recht-nicht-mehr-rentensteigernd_218_430490.html

oder auch

sozialversicherung-kompetent.de hat geschrieben:Zeiten einer allgemeinbildenden Schulausbildung werden ab Vollendung des 17. Lebensjahres als Anrechnungszeiten berücksichtigt. Bei diesen Zeiten handelt es sich um sogenannte unbewertete Anrechnungszeiten, da diesen Zeiten bei der Rentenberechnung keine Entgeltpunkte gutgeschrieben werden.

Bis zum Jahr 2004 wurden die Zeiten der Schulausbildung noch mit 75 Prozent des berechneten Wertes der Gesamtleistungsbewertung bewertet, wobei sich pro Jahr ein Wert von höchstens 0,75 Entgeltpunkten ergeben konnte. Die Bewertung erfolgte für bis zu drei Jahre. Im Zuge der Neuregelungen im Rahmen des „Gesetzes zur Sicherung der nachhaltigen Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung“ (kurz: RV-Nachhaltigkeitsgesetz) wurde die Bewertung in den Jahren 2005 bis 2008 schrittweise abgeschmolzen, sodass ab Januar 2009 die Zeiten der Schulausbildung nicht mehr bewertet werden. Der Abbau erfolgte deshalb schrittweise, damit für die damals rentennahen Jahrgänge eine Vertrauensschutzregelung geschaffen wurde.


Quelle: https://sozialversicherung-kompetent.de/rentenversicherung/leistungsrecht/1005-rentenberechnung-entgeltpunkte-schul-ausbildungszeiten.html
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon Westi » Mo Dez 06, 2021 0:54

Südheidjer hat geschrieben:
Online-Unterricht über das Internet sollte es heutzutage problemlos möglich machen, daß Leute sich weiterqualifizieren können. Noch nie war es so einfach bzw könnte es so einfach sein. Einzig und alleine die Prüfung läuft dann in Präsenz ab. In der Richtung schläft der Staat und die Politik.


Na ganz so einfach ist das nicht. Ich habe seinerzeit meine erste Fortbildungsmaßnahme (staatl. gepr. E-Techniker) im Fernunterricht parallel zur Arbeit (Schichtarbeit) gemacht - ohne Internet und nur Bücher mit je einem 14-tägigen „Praxisblock“ pro Jahr vor Ort.
Nach den dreieinhalb Jahren ging ich ganz schön auf dem Zahnfleisch…
Und nicht jeder hat es bis zum Abschluss durchgehalten.
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon Südheidjer » Mo Dez 06, 2021 1:11

Ich weiß, ich kenne auch Leute, die das neben ihrem Vollzeitjob nicht gepackt haben. Ich hatte mir nach dem Studium auch noch vorgestellt, ggf nebenbei meinen Doktor zu machen. Aber wenn man die 50-55 Stunden pro Woche für den Job hinter sich hat, dann ist man platt, ich wenigstens.

Teilzeitarbeit sollte zukünftig mehr ermöglicht werden. Aber die Arbeitgeber hätten es ja lieber, daß man statt 40 Stunden lieber 45 Stunden arbeiten würde.
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon Maaze » Mo Dez 06, 2021 8:03

Toller Wertegang, Spänemacher58!

Was du erreicht hast TROTZ Hauptschulabschluss, ist sensationell!
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon 240236 » Mo Dez 06, 2021 8:55

neben mir wurde eine Brücke komplett neu gebaut (Fertigstellung Okt. 2021). Da hatte der Mauererpolier zum Statiker gemeint, daß das mit der Bewehrung im Bürgersteig so nicht funktioniert. Dieser meinte: Ich habe das gerechnet und du sollst deine arbeit machen und nicht an meinen Fähigkeiten zweifeln. Jetzt: Bürgersteig hat durchgehende Risse (Bürgersteigauskragung ist 42cm dick). Unten sieht man schon an den Rissen Wassertropfen hängen. Im Frühjahr werden sie den Bürgersteig wieder runterklopfen. Wer war jetzt der klügere?
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon Neuland79 » Mo Dez 06, 2021 11:12

240236 hat geschrieben:Wer war jetzt der klügere?

Derjenige, der den Schaden nicht bezahlen muss. :(
Ordnung ist das halbe Leben - der Rest Streben.
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Re: Die Akademikerklasse wird zu groß

Beitragvon Südheidjer » Mo Dez 06, 2021 13:05

240236 hat geschrieben:neben mir wurde eine Brücke komplett neu gebaut (Fertigstellung Okt. 2021). Da hatte der Mauererpolier zum Statiker gemeint, daß das mit der Bewehrung im Bürgersteig so nicht funktioniert. Dieser meinte: Ich habe das gerechnet und du sollst deine arbeit machen und nicht an meinen Fähigkeiten zweifeln. Jetzt: Bürgersteig hat durchgehende Risse (Bürgersteigauskragung ist 42cm dick). Unten sieht man schon an den Rissen Wassertropfen hängen. Im Frühjahr werden sie den Bürgersteig wieder runterklopfen. Wer war jetzt der klügere?

Die Arroganz und Überheblichkeit eines Ingenieurs gegenüber einem Techniker mit 40 Jahren Berufserfahrung und täglicher Praxis im Drehen und Fräsen habe ich auch schon erlebt. Der Techniker konnte nur mit den Schultern zucken, nachdem das Teil bei der Bearbeitung in die Grütze ging. Das hatte er vorhergesehen.
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