Da wir viel PV-Strom haben wollen wir an unsere Zement-Hochilo-Anlage eine Hammermühle installieren. Erster Gedanke war ein Komplettsystem neu vom Hersteller (Buschhoff war da der Favorit), Angebot von über 20k liegt hier. Da jetzt etliche Investitionen anstehen wird jetzt auf eine einfachere günstige Eigenbau-Lösung umgeschwenkt.
Den Thread hier mache ich um Infos zu bekommen und Fragen stellen zu können weil ich vieles selbst machen möchte, also auch die Steuerung mit Mikroelektronik und Schaltschrank-Bau (Bin ja kein Bauer sondern Industriemechaniker
-Erste Frage: ursprünglicher Gedanke war eine Durchlauf-Mühle hinzustellen die mit Frequenzumrichter-gesteuerter Schnecke beschickt wird. Jetzt wollte der Bauer aber doch ne Saugmühle wegen einfacherem Aufbau. Allerdings ist bei der selbstsaugenden Mühle die Tonnenleistung/Stunde laut technischer Angaben nur 1/2 bis 1/3 der Fremdbeschickten Mühle - wie sind da die Erfahrungen? Auch die Lärm-und Staubentwicklung spricht gegen die saugende Mühle.
-Gibt es Hersteller von denen man abrät? Neuero und Konkskilde wird eher bei uns nicht in Betracht gezogen weil die Zukunft dieser Marken sehr ungewiss zu sein scheint.
-Buschhoff hat uns eine Technik empfohlen die ohne Mischer auskommt. Da nur Gerste und Mais in die Ration kommen installieren die zwei Schnecken/Spiralen mit Frequenzumrichter für je eine Komponente, diese werden in der Menge kalibriert und führen dann gleichzeitig die Komponenten in die Schrotmühle. Eine gewisse Ungenauigkeit der Mischung ist so gegeben, dürfte aber verkraftbar sein. Hat mit dem System jemand Erfahrung?
Bei diesem System müsste dann auch von jedem Hochsilo (5 an der Zahl) jeweils eine Schnecke bzw Spirale zur Mühle geführt werden, kostet dann am Ende nicht weniger oder mehr als wenn man eine einzelne Trogschnecke installiert und die Komponenten einzeln schrotet und im Mischer abwiegt und mischt.
Was mir grad etwas Kopfzerbrechen macht: Die Trogschnecke unten an den Silos soll in Zukunft auch zum Befüllen der Silos bei der Ernte vom Kipper mit einem zusätzlichen Elevator dienen, da ist ja aber das Problem dass für die Schrotmühle die Schnecke mit einem Getriebemotor sehr langsam laufen muss - beim Silo füllen aber normal mit schnellem Motor. Meine Idee wäre den Motor abzuflanschen und mit einer Steckbaren Gelenkwelle wie bei der Zapfwelle zwischen Motor und Getriebemotor umstecken zu können.
Für die Elektroniker hier falls es welche gibt: Die automatische Steuerung werde ich mit nem ESP32 und nem Atmega aufbauen - so die grobe Idee erstmal. Der ESP bekommt ein Display und Tastenfeld damit man die Rationen einspeichern kann, dann soll per Stromsensor überprüft werden ob die PV-Anlage ins Netz einspeist weil nur dann der Eigenstrom verwendet werden kann. Ist der Füllstand im Schrotsilo nicht voll soll die Anlage automatisch starten.
Da ohne Mischer gearbeitet werden wird werde ich wohl die beiden Komponenten immer abwechseln in kleineren Portionen schroten lassen so dass sie sich dann ungefähr im Silo mischen.
Der zusätzliche Mikrocontroller übernimmt dann die automatische Lastregelung der Schrotmühle, also ansteuern des Frequenzumrichters der die Zuführschnecke steuert.
Außerdem hab ich mit dem ESP ne einfach Möglichkeit über das LAN-Netzwerk zu arbeiten und so eine Überwachung per Handy zu realisieren.
Wenn das mit meiner Eigenbau-Steuerung nicht klappt oder zu lange Dauert wird erstmal manuell gearbeitet wobei evtl die Komponenten vorher per Gebläse in ein Silo gefüllt und gemischt werden und von da die Schrotmühle dann die Mischung entnimmt. Ne komplette Steuerung vom Hersteller kostet halt auch wieder Vierstellig und haut ganz schön rein, was gebrauchtes ist immer ne unsichere Sache.
Für elektrisch betätigte Schieber habe ich 24Volt Getriebemotoren vorgesehen, die gibt es für wenig Geld. Vom Hersteller fertige Schieber kosten ja ein Vermögen...

