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Doku Bauernsterben im BR

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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53 Beiträge • Seite 4 von 4 • 1, 2, 3, 4
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Re: Doku Bauernsterben im BR

Beitragvon Nordhesse » Mo Jun 04, 2012 19:53

Manchmal schaltet die Gier auch das Hirn ab. Wir haben hier Leute im Kreis, die haben vor 5 jahren ne PV Anlage nach folgendem Modell gekauft: Kauf bei Firma A zum überhöhten Preis. Dafür Stromabgabe an Firma B zu einem höheren Preis als das EEG vorsieht.
Das Problem war nur, dass Firma B eine britische Ltd. war. 1/2 Jahr, nach Anschluss der letzten Anlage hier im Gebiet, war Firma B insolvent. Ein neutraler Berater hätte das vorhergesagt. Die Leute sind aber nicht zu einem Berater gegangen, da sie die Geschichte so lukrativ fanden, dass sie keine "Mitwisser " haben wollten.
Entscheiden tun wir immer selber- wir sind ja Unternehmer. Aber bei größeren Sachen frag ich vorher schon 2-3 Leute, die von der Materie Ahnung haben. Steuerberater, Bank, Produktionsberater. Und was ich gar nicht leiden kann ist der Ausdruck: Ich bin über den Tisch gezogen worden.
Anders sieht das bei privaten Schicksalsschlägen aus. Da können Leute auch mal Pech haben.
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Re: Doku Bauernsterben im BR

Beitragvon Weinbauer » Mo Jun 04, 2012 20:19

schimmel hat geschrieben:
tyr hat geschrieben:
In der Landwirtschft ist das allerdings ein Sonderfall, da das Scheitern meist mit dem Verlust des Bodens einhergeht, und ein Neuanfang damit faktisch unmöglich ist.
.



....DAS gilt wohl nur für Deutsche Landwirte.... :wink: ...der Däne und der Holländer finden überall auf der Welt eine Möglichkeit zur Existenzgründung.....das machen die schon seit Jahrhunderten so... :klug:


ja, niederländer (nicht jeder niederländer ist holländer) gehen gerne mal nach D land oder ganze betriebe kaufen/pachten. z.b. in der eifel.

und auch deutsche landwirte können in der fremde fuss fassen. letzte woche war darüber im BR (der sender hat wohl was für bauern übrig, BR=bauernrundfunk :) ) eine reportage. glaube in der abendschau. da hat ein bayer den alten betrieb behalten und sich in der ukraine 3000ha land gekauft/pachtet. den betrieb in D, immerhin mit ca. 100ha, für bayern auch viel, bewirtschaften seine söhne.

also: es hängt nicht so sehr an der nationalität, eher auch am willen, freunde, gewohntes umfeldt etc. aufzugeben. und dann natürlich auch am geld und dem willen der nächsten angehörigen (frau, kinder).
Was dem Menschen dient zum Seichen, damit schafft er seinesgleichen. (Heinrich Heine)
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Re: Doku Bauernsterben im BR

Beitragvon Frankenbauer » Mo Jun 04, 2012 21:56

@tyr

das kommt nur darauf an, ob Du jemanden kennst, der jemanden kennt, usw. Unter bestimmten Bedingungen sind sogar Banken vergesslich.

Es gibt hier mehrere Betriebe, denen die Offizialberatung von weiteren Wachstumsschritten abgeraten und das auch dokumentiert hat, da lauern Bank und LaMa Händler gemeinsam auf die Flächen und finanzieren über den verträglichen Rahmen hinaus.
Beim Landhändler reichts nicht für den Sojaschrot, aber der Schlepper ist nagelneu und stufenlos.
Ich mache z.B. mit einer regionalen Bank keine Geschäfte mehr, da die sich weigert in Beratungsgesprächen gemachte Aussagen zu dokumentieren, das wäre unter Geschäftsleuten nicht üblich, was mir aber egal ist, nur was ich schwarz auf weiß habe kann ich auch beweisen.

Gruß

Werner
frech, frecher, FRÄNKISCH!
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Re: Doku Bauernsterben im BR

Beitragvon Forstjunior » Mo Jun 04, 2012 22:01

Sehr gute Einstellung Werner. Wenn viele so denken bzw. clever wären hätten sie nicht so leicht die Misere. Die in dem Beitrag jammerten auch rum, dass se angeblich falsch Beraten wurden. Aber unterschreiben tut jeder halt nur was gedruckt ist und nicht mehr...
Forstjunior
 
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Re: Doku Bauernsterben im BR

Beitragvon schweinefreund » Di Jun 05, 2012 6:53

schimmel hat geschrieben:
tyr hat geschrieben:Sowas machst Du aber nicht, wenn Du einmal Pleite warst, Du kriegst dann nirgends mehr den Kredit, einen anderen Hof zu kaufen.


..... :D nach der Wende haben das im Osten doch viele so vorgemacht........da sind hier etliche ohne einen Penny bei euch neu durchgestartet inkl. Fördermittel selbstredend. :klug:

DIE MEISTEN SIND ABER BARFUSS WIEDERGEKOMMEN!
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Re: Doku Bauernsterben im BR

Beitragvon meyer wie mueller » Di Jun 05, 2012 8:01

Hallo

das kenn ich auch, dass die Bank die Bauern zu ihrem eigenen Nutzen falsch berät.

Solange noch Kapital in Form von Grundstücken und Immobilien da ist, bekommen die Bauern immer wieder einen Kredit. Und da spielt es auch keine Rolle, wenn kein Geschäftsplan vorliegt. Bis 80% des Grundstückswerts wird beliehen. Und da schon einige Leute auf der Matte stehen, die ganz scharf auf die Grundstücke sind (meist Verwandtschaft oder Spezels) und auch entsprechend solvent (die haben schon feste Kaufzusagen abgegeben) geht die Bank kein Risiko ein.

Sobald aber dann eine Zinszahlung ausbleibt, wird dem Kreditnehmer sofort mit der Kündigung aller Kredite gedroht und so muss er zwangsweise immer wieder ein weiteres Grundstück verkaufen. Sehr beliebt ist da das Modell mit der Rückpacht. Der Investor verpachtet dem Bauern sein ehemaliges Grundstück. Das geht so lange, bis das letzte Grundstück weg ist und dann wird entgültig der Hahn zugedreht.

Beliebt ist auch die "Beratung" durch die Bank, wie man an Fördermittel rankommt. Dadurch wurden schon einige zu überdinensionierten Investitionen verführt, "denn die Subventionen will man nicht schlupfen lassen".

Auch in der eigenen Verwandschaft kenne ich so ein "Bankenberatungsopfer". Neue Wohnhaus geplant und eine Hypothek bei der R...-Bank aufgenommen. Der gut bekannte Filialleiter hat sich der Sache angenommen. Die Beratung lief darauf hinaus, dass statt einem Betriebsleiterhaus dann ein Mehrfamilienhaus gebaut wurde. Die Mieteinnahmen würden die zusätzlichen Wohnungen leicht finanzieren. Alles wurde wunderbar berechnet und zudem ein super Steuersparmodell entwickelt. Auf dem Papier ganz wunderbar. Natürlich haben die Leute dem persönlich bekannten Bankmenschen vertraut (warum sollte der uns schaden wollen?). Das Ende vom Lied: Die Mieteinnahmen waren nicht ganz so wie berechnet, bei Mieterwechsel standen die Wohnungen zeitweise leer und so fehlten einige monatliche Mieteinnahmen für die Kreditraten, die Zahlungseingänge vom Verkauf der Ernte verschoben sich um ein paar Monate und sofort war die Bank da, und wollte den Kredit kündigen. Nur durch Überbrückungsdarlehen durch die Verwandten konnte die Pleite vermieden werden. (Nachträglich stellte sich heraus, dass da Jemand auf die Felder spekuliert hatte; der Landverkauf und die damit verbundene Betriebsaufgabe hätte übrigens den Kreditrahmen auf ein erträgliches Maß gesenkt))

Gruß
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