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Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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47 Beiträge • Seite 3 von 4 • 1, 2, 3, 4
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon kaltblutreiter » So Sep 08, 2013 8:01

tyr hat geschrieben:Och, es gibt dort in Rumänien Ecken, zumindest gab es die vor der EU, da leben die Bauern zwar wie im Mittelalter, aber das heißt nicht, das sie schlecht lebten. Im Gegenteil.... im prinzip hatten die alles, was man so zum leben braucht, inclusive ZEIT. Von dem alles reichlich.


Ob der mittelalterliche Lebensstandard heutzutage wünschenswert ist, wage ich doch zu bezweifeln. Sicher lebt man (wenn man der Typ dazu ist - so wie ich) zufriedener, wenn man seine eigene Sache machen kann, ohne daß einen jemand laufend antreibt - auch wenn man dann meistens weniger Geld und Komfort zur Verfügung hat. Aber ich denke, die heutigen verstädterten und oft in der virtuellen Welt lebenden (gell, marius? :wink: ) "Umwelt- und Tierschützer", die das Landleben meist nur vom Urlaub oder aus Bilderbüchern kennen, die würden sich da ganz schön umgucken, wenn sie so leben sollten wie damals. Plumpsklo? Tiere in niedrigen, dunklen Verschlägen? Keine gepflasterten Straßen? Pferdefuhrwerke (ja, ich weiß, die sind dort auf den Nationalstraßen verboten, aber dennoch oft die einzigen Fortbewegungsmöglichkeit außer den eigenen Füßen)?

Ich will hier nicht alles über einen Kamm scheren, das kann ich nicht leiden. Es gibt natürlich auch in Rumänien Leute, die es drauf haben und dementsprechend besser leben, als diejenigen, welche den ganzen Tag hinterm Ofen sitzen. Aber generell ist doch der Lebensstandard dort mit dem in D nicht zu vergleichen.

Was die Handelskonzerne angeht, da stimme ich Dir zu.
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon 4 zu 4 » So Sep 08, 2013 9:27

marius hat geschrieben:Der klassische Familienbetrieb ist nicht mehr gefragt, ein Auslaufmodell. Mit ihm hochwertige Nahrungsmittel.
Gefördert wird mit Steuergeldern genau das, was der Finanzierer ( Steuerzahler ) nicht will. Nämlich Agrarfabriken, zulasten des Tier.- und Umweltschutzes.

Jo marius, der klassische Familienbetrieb ist heute nicht mehr gefragt. Heute ist nur noch der finanzstarke Familienbetrieb gefragt, ohne Moos nix los :mrgreen:

Und marius, glaube mir, es interresiert sich nur eine Minderheit für die Landwirtschaft. Die Wahlen werden mit anderen Themen gewonnen oder auch nicht gewonnen. Heute lese ich in der Sonnatgszeitung, Umfragetief für die Grünen, was nun mein grün angehauchter marius????
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon forenkobold » Mo Sep 09, 2013 9:49

Harald hat geschrieben:Zu der von Frau Kremer angesprochenen Rolle der Medien bei der Verbraucheraufklärung:

Die LWK Niedersachsen hat vor anderthalb Wochen eine Pressefahrt veranstaltet:
Über 20 Pressevertreter aus zwölf Presseteams, davon vier Fernsehteams, folgten der Einladung der Landwirtschaftskammer


Ich finde darüber gerade mal EINEN (!) Bericht im Internet: http://www.nwzonline.de/videos/das-lebe ... 86012.html
Und dieses Video ist im Grundtenor eher skeptisch gehalten. Alleine die Bezeichnung "Säue" statt "Sauen" zeigt schon, wie groß das Interesse an einer fachlich stimmigen Berichterstattung ist :?

Wie soll die Landwirtschaft den Verbraucher über ihre Sicht der Dinge informieren, wenn die Medien derartige Themen mangels Skandal boykottieren?


Das erinnert an den immer wieder gemachten Vorwurf: "WIESO MACHT DER BAUERNVERBAND NICHTS????"
Da werden auch laufend Presseerklärungen rausgegeben und in schöner Regelmäßigkeit werden sie ignoriert oder nur aus dem Zusammenhang gerissen teilzitiert und verhöhnt.
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon forenkobold » Mo Sep 09, 2013 9:51

marius hat geschrieben:Sicher, mann kann alles beschönigen, ist nur die Frage ob das noch jemand glaubt. Wohl kaum.
Jeder weiss wie es in den Massentierhaltungen auf und zugeht. Wer es nicht weiss kann sich im Internet informieren.


:lol: :lol: :lol: :lol:
Der war gut
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon forenkobold » Mo Sep 09, 2013 10:03

Edith51 hat geschrieben:Die deutschen Bauern haben sich aber auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert in punkto Haltung :) Die Kühe teilweise so eng gestapelt mit der Anbindehaltung, das ohne Blessuren fast keine mehr liegen konnte. Total verdreckte Tiere und Ställe. DAS ist die hochgejubelte traditionelle kleinbäuerliche Rindviehhaltung

In den letzten 10 Jahren ist es für die Tiere da schon etwas besser geworden. Gut finde ich das die Tiere jetzt sich bewegen können und nicht nur auf diesem engen Platz stehen müssen. 10 Jahre? Seit Anfang der 70er (das sind 40 Jahre) ist beim Neubau der Laufstall Standard. Mit Ausnahme einiger AbL- und Bioklitschen.

Die Bullen tun mir noch sehr leid, abartig in meinen Augen diese Haltung.was daran abartig? Kannst sie gerne auf die Weide tun. Versicherung wirst keine finden, welche die Risiken für Mensch und Umwelt zu einem tragbaren Satz absichert. Was denkst Du, wieso den politicall correcten männlichen Weiderindern allen die Eier abgeschnitten werden. Vorgeblich wegen besserem Fleisch... in Wirklichkeit um sie ruhig zu stellen.

Wenn sich irgendwann noch etwas für die Sauen tut :lol: Oder verdient man dann zu wenig. :roll: da hat sich aktuell was mit der "Gruppenhaltung" für Leersauen getan. Folge: über 50% der Sauenhalter (meist "kleinbäuerliche" haben aufgegeben wegen Unfinanzierbarkeit
habe gerade erst gesehen, das Hans Söllner schon geantwortet hatte und 20% genannt. Ich weiß es von 2 Landkreisen, dass es dort definitiv über 50% sind. In Hochburgen wie Hohenlohe und Vechta liegt der Anteil mit Sicherheit wesentlich niedriger, weil da schon ordentliche Bestandsgrößen vorherrschten. Also können auch die 20% stimmen
Und falls jetzt jemand sagen möchte, nein der Verbraucher will diese Art der Haltung nicht. Stolz wäre ich als Bauer eigentlich auch nicht.JEDER Bauer, der nach modernsten Erkenntnissen (sauberer Spaltenboden, gut klimatisierte Ställe) Tiere hält, hat einen Grund, stolz zu sein
Zuletzt geändert von forenkobold am Mo Sep 09, 2013 10:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon marius » Mo Sep 09, 2013 10:07

tyr hat geschrieben:
Frau Emmy Müller hat geschrieben:Der Erzeuger macht nur das was der Verbraucher verlangt...billig,billig.
Und wo Kaufst Du Dein Fleisch, Dein Brot, Deine Milch, Dein Käse? Bestimmt immer in der Biobude,
sagen sie alle und nachher sieht man sie bei Lidl oder Aldi.


Wir hatten das Thema ja schon paar mal.... und auch wenn es immer wieder wiederholt wird, es stimmt nicht, das die Misere nur an dem billiggeilen "Verbraucher" liegt.


Richtig. Am Verbraucher liegt es sicher nicht. Er bezahlt nur voviel wie er bezahlen muß. Er verhält sich also völlig korrekt. An der Tanklstelle bezahlt auch kein Verbraucher freiwillig 1,5 Euro für den Liter, aber er bezahlt es trotzdem weil er es bezahlen muß.
Er bezahlt also das was er bezahlen muß, nicht mehr und nicht weniger.
Und wenn nunmal Dumpingware zu Dumpinpreisen vom Erzeuger vorgelegt werden braucht er sich nicht wundern, wenn es zu diesem Preis gekauft wird.
Es liegt also nicht am bösen Verbaucher, sondern einzig und allein am Hersteller. Aber Schuld sind ja immer die anderen.
Darüber sollten einige mal nachdenken.
Zuletzt geändert von marius am Mo Sep 09, 2013 10:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon forenkobold » Mo Sep 09, 2013 10:07

Edith51 hat geschrieben: Fleisch nur wenn beim Dorfmetzger ein bestimmter Bauer auf der Tafel steht, der das Tier geliefert hat :) den kenne ich und kenne seine Tierhaltung, nicht bio, aber so gut wie möglich.


Die Anzahl der selbigen Dorfmetzger ist aufgrund der nicht zuletzt von den Grünen forcierten Vorschriften auf eine vermutlich 3-stellige Zahl in Deutschland geschrumpft. Und wie man beispielsweise 3 Millionen Berliner oder 10 Millionen Ruhrpöttler auf die von DIR bevorzugten Art und Weise versorgen soll, erschließt sich mir nicht. Nur weil DU in der selten "glücklichen" Lage befindest, ist dein Denken soooo elitär, um den anderen kein Fleisch zu gönnen?
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon Edith51 » Mo Sep 09, 2013 10:13

Getroffene Hunde bellen :P

Mein handeln ist nicht elitär, sondern dem Umstand geschuldet, das ich gerne, aber mit einem halbwegs guten Gewissen Fleisch essen möchte. Wenn es bei uns in der Kleinstadt möglich ist, das es noch mindestens 4 Metzger gibt, wo der Weg vom Stall bis in die Metzgerei angeschrieben ist, sollte das selbst in Berlin möglich sein.
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon forenkobold » Mo Sep 09, 2013 10:40

ich fühl mich weder als Hund noch als getroffen...
da reiner Marktfruchtbetrieb ohne Viehhaltung...
aber mit viel Solidarität und Verständnis für die viehhaltenden Kollegen.
Deine Kleinstadt scheint einzigartig in Deutschland und das zuständige Veterinäramt scheint sehr sehr großzügig mit den Vorschriften umzugehen. Lebendbeschau plus ne halbe Stunde später Totbeschau an zig verschiedenen Orten zur gleichen Zeit (sie werden ja nicht nur für DEINE Kleinstadt zuständig sein) sowie die Kontrolle aller Betriebe (das geht bis zum Verbot von Holzregalen für die Gewürze und der Einhaltung der Gummistiefelfarbe über Kopfschutz bis hin zu räumlicher Trennung von Schlacht- Zerlege- und Wurstraum und den sanitären Einrichtungen für die Belegschaft) erfordern eine Logistik, wie sie HIER im Landkreis nicht realisierbar war. Wenn EIN Metzger 5000 Leute versorgt (dann ist er im klassischen Sinn schon RICHTIG groß) bräuchten wir in Berlin 600 dieser Sorte und jede Woche würden tausende von Schweinen durch die Stadt gekarrt und morgends um 5 irgendwo zwischen dem C&A und dem Peek und Cloppenburg abgeladen.
Nichts für ungut.. aber Du scheinst mir reichlich naiv.
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon Ferengi » Mo Sep 09, 2013 10:51

marius hat geschrieben:
tyr hat geschrieben:
Frau Emmy Müller hat geschrieben:Der Erzeuger macht nur das was der Verbraucher verlangt...billig,billig.
Und wo Kaufst Du Dein Fleisch, Dein Brot, Deine Milch, Dein Käse? Bestimmt immer in der Biobude,
sagen sie alle und nachher sieht man sie bei Lidl oder Aldi.


Wir hatten das Thema ja schon paar mal.... und auch wenn es immer wieder wiederholt wird, es stimmt nicht, das die Misere nur an dem billiggeilen "Verbraucher" liegt.


Richtig. Am Verbraucher liegt es sicher nicht. Er bezahlt nur voviel wie er bezahlen muß. Er verhält sich also völlig korrekt. An der Tanklstelle bezahlt auch kein Verbraucher freiwillig 1,5 Euro für den Liter, aber er bezahlt es trotzdem weil er es bezahlen muß.
Er bezahlt also das was er bezahlen muß, nicht mehr und nicht weniger.
Und wenn nunmal Dumpingware zu Dumpinpreisen vom Erzeuger vorgelegt werden braucht er sich nicht wundern, wenn es zu diesem Preis gekauft wird.
Es liegt also nicht am bösen Verbaucher, sondern einzig und allein am Hersteller. Aber Schuld sind ja immer die anderen.
Darüber sollten einige mal nachdenken.



Ach, jetzt ist also der deutsche Bauer schuld daran, daß ihr lieber billige Bio-Ware aus China, Ägypten und Co. kauft? :roll: :roll:

Ihr seid echt genau so strunzen doof wie das braune Pack von der NPD!
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon Qtreiber » Mo Sep 09, 2013 10:58

Lieber Forenkobold,

nicht ALLE deiner Vorschriften, die du aufführst, gelten für ALLE Ladenmetzger. Es gibt Ausnahmen, die von der Betriebsgröße abhängig sind. Dass natürlich Betriebe, die mit einer "kleinen" Größe nicht zufrieden sind, sich den strengeren Vorschriften unterwerfen müssen, darin hast du recht.


Übrigens nochmal: Es liegt AUSSCHLIESSLICH am Verbraucher, was in den Geschäften angeboten wird und welche Handelsstrukturen vorherrschen.
Eine Tante von mir hatte eine "Tante-Emma-Laden". Direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein zweites Lebensmittelgeschäft in ähnlicher Größe (und natürlich wietere in fast jeder zweiten Straße). Als dann in meinem Heimatort (damals etwa 4500 Einwohner)der erste Supermarkt eröffnete, liefen die Einwohner natürlich mehr oder weniger mit fliegenden Fahnen über. Nach und nach verschwanden die kleinen Läden (unter dem Schimpfen der Betreiber auf den Supermarkt). Als dann auch meine Tante ihren Laden schloss, was geschah ? Statt in dem immer noch existierenden Laden auf der anderen Straßenseite einzukaufen, wechselte auch sie zügig ihre Ansichten und lief zum Supermarkt.
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon Harald » Mo Sep 09, 2013 13:34

marius hat geschrieben:Richtig. Am Verbraucher liegt es sicher nicht. Er bezahlt nur voviel wie er bezahlen muß. Er verhält sich also völlig korrekt. An der Tanklstelle bezahlt auch kein Verbraucher freiwillig 1,5 Euro für den Liter, aber er bezahlt es trotzdem weil er es bezahlen muß.
Er bezahlt also das was er bezahlen muß, nicht mehr und nicht weniger.
Und wenn nunmal Dumpingware zu Dumpinpreisen vom Erzeuger vorgelegt werden braucht er sich nicht wundern, wenn es zu diesem Preis gekauft wird.
Es liegt also nicht am bösen Verbaucher, sondern einzig und allein am Hersteller. Aber Schuld sind ja immer die anderen.
Darüber sollten einige mal nachdenken.


Die "Tanklstelle" :wink: ist ein schöner Vergleich. Bei des Deutschen liebsten Kind sind viele Verbraucher schon seit zehn Jahren bereit, mehr als nötig zu zahlen: Edelsprit lockt Raser an die Zapfsäule (05.06.2003). Und das ohne nennenswerten Mehrwert.
Es wäre schön, wenn die Wertschätzung für Lebensmittel auf einem ähnlichen Niveau läge wie die für das Auto.

Btw. von den ehemals drei Tegut-Märkten in unserer Gegend hat einer schon vor Jahren dicht gemacht; der Zweite hat vor kurzem die Schließung angekündigt. Scheinbar kaufen die Verbraucher trotz aller Lippenbekenntnisse doch lieber die "Dumpingware" der Konkurrenz...
Ich fordere den sofortigen Rücktritt der Bauernverbandspräsidenten Joachim Ruckwied (DBV) und Walter Heidl (BBV).
Beide sind unfähig, die Bauern ihres Verbandes in der Öffentlichkeit zu vertreten.
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon Hans Söllner » Mo Sep 09, 2013 16:30

Nochmal zurück zu den aufgegebenen Sauenhaltern. Die Unterschiede sind regional sehr verschieden. Von 2003 zu 2012 gingen die Sauenhalter um 20% zurück. Die Spanne reicht von -49% bis +36% in Sachsen Anhalt. Die drei Bundesländer die zulegen konnten (und das waren drei Ostdeutsche) konnten den Bedarf aber bei weitem nicht kompensieren. Deshalb mussten 2012 3 Millionen Ferken importiert werden aus Holland und Dänemark.
Die Bundesländer mit den kleineren Betrieben (Rheinland Pfalz, Baden Würtemberg, Hessen, Bayern) haben zwischen 49 und 29% ihrer Ferkelerzeuger verloren.
Die Zahl dürfet sich gerade 2013 als die neuen Regelungen nun in Kraft getreten sind nochmal deutlich erhöht haben.
Adressen Gebrauchtteile: http://www.landtreff.de/post1288536.html#p1288536
Weil wir uns von technischen Spielereien blenden lassen, vergessen wir die Augen aufzumachen um zu erkennen dass sich Technik rechnen muss!

https://www.youtube.com/@KanalPaterPio
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon forenkobold » Di Sep 10, 2013 9:04

Qtreiber hat geschrieben:Lieber Forenkobold,

nicht ALLE deiner Vorschriften, die du aufführst, gelten für ALLE Ladenmetzger. Es gibt Ausnahmen, die von der Betriebsgröße abhängig sind. Dass natürlich Betriebe, die mit einer "kleinen" Größe nicht zufrieden sind, sich den strengeren Vorschriften unterwerfen müssen, darin hast du recht.


.


Also den von mir damals belieferten Dorfmetzger würde ich jetzt schon als "klein" einordnen.. und all die von mir genannten Vorschriften wurden aufgelegt.
Er schlachtete 7 Schweine/Woche. Edelstücke/Grillfleisch wurden bei Bedarf zugekauft. Da kommen wir gleich mal zu einer Crux im "Kleinsystem". Wenn ein örtlicher Verein ein Fest abhält und paarhundert Hals udn Rote Würste braucht, kommt der Metzger mit den 7 Schweinen nicht weit.
Die Crux beim Kleinsystem für MICH war: Durch den kontinuierlichen Bedarf war mein Stall NIE leer. Putzen und desinfizieren war eigentlich überflüssig, da nutzlos. Durch Ferkelzukauf auschließlich aus EINEM Betrieb konnte man den Krankheitsdruck in Grenzen halten.
Angeliefert wurde um 5 Uhr Montag Morgen. Da sein Laden Montags offen war, brauchte er gewisse Vorlaufzeit. Dann wurde daneben ein neuer Wohnblock gebaut und kurz nach Einzug der ersten Mieter gabs ne Anzeige wegen "frühmorgends in Todesangst schreienden Schweinen". Der WKD, Das Ordnungsamt und das Landratsamt rückten mit einer Armada an. Paar kleine bauliche Änderungen und die Auflage, erst um 6 Uhr die Schweine anzuliefern. Fazit: Er mußte eine Hilfskraft einstellen, um die Arbeit zu bewältigen.
Und mußte deshalb auch entsprechende sanitäre Anlagen vorweisen. Dann kam die nächste Geschichte mit der Lebendbeschau. Diese wurde vom Stadttierarzt durchgeführt. Er hat selber seine Route bestimmt und das bedeutete: Ich hatte um 5:45 beim Metzger zu sein, damit er einen Blick in den Anhänger werfen konnte. Da ich aber aufgrund der Vorschriften der anderen Behörde erst um 6 Uhr abladen durfte, war eine Viertelstunde Däumchendrehen angesagt. Ok.. ich ging dann in Schlachtraum und hab mit dem Metzger getratscht.. aber wenn ich dabei erwischt worden wäre mit falscher Gummistiefelfarbe wär der Laden womöglich zugemacht worden und die Zeitung hätte eine Skandal wegen Mißachtung der Hygienevorschriften draus gestrickt.
Nächster Punkt war das Zeichnen mit Tätowierstempel. Der Tierarzt hatte einen schlechten Tag und hat bei der Totbeschau den fehlenden Stempel bemängelt. Er würde JEDE ungestempelte Sau in Zukunft "das Loch runtergehen lassen". Er könne die Schweine nicht zuordnen. Ich hab gesagt, er könne ALLE MIR zuordnen, weil sonst niemand liefert und außerdem hatten sie ja auch Ohrmarken (mit der Nummer vom Ferkelerzeuger). Nichts.. no chance!. Also die Woche drauf gestempelt. Eigentlich ging die Verladerei bei mir immer völlig unhektisch und die heutigen Schweine sind ja auch sehr stresstolerant. Aber beim Stempelschlag haben sie angefangen zu spinnen und durch den kurzen Transportweg hatten sie keine Zeit, sich wieder zu beruhigen. Fazit: Klage vom Metzger wegen "nassem Fleisch". Wir haben und ann so beholfen, dass ich die Schweine beim Metzger gestempelt habe, wenn sie in der Betäubungszange hingen. Wenn der Tierarzt auf Zack gewesen wäre, hätte er das bei der Lebendbeschau bemängeln können.. weil da hätten sie schon gestempelt sein müssen.
Dann kam die Anordnung wegen räumlicher Trennung von Zerlege- und Wurstraum und die Dachschienen waren nicht aus Edelstahl und und und ...
Fazit: Er kauft jetzt die Schweinehälften beim Großhandel und ich habe noch 3 Jahre an einen Händler geliefert. Dann passte bei mir die Spaltenweite nimmer und andere Renovierungen wären angestanden. Unfinanzierbar bei 144 Mastplätzen. Stall steht leer.
SOOO ist die Realität, Edith!
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Re: Fairness, "Massentierhaltung" und Verbraucher

Beitragvon Nordhesse » Di Sep 10, 2013 9:11

Genau- Regional und Saisonal- der "Megatrend" :D
Selbstversorgungsgrad Schweinefleisch Schwalm- Eder- Kreis : 500 %
RP Darmstadt: 15 %
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