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generelles schußwaffenverbot

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57 Beiträge • Seite 4 von 4 • 1, 2, 3, 4
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Beitragvon 8.8 » Do Apr 02, 2009 21:49

Hallo,

Wenn mir jmd sagt ich soll meine Jagdwaffen abgeben weil davon eine in Relation zum Nutzen unverhältnismäßig hohe Gefahr ausgehe (jährlich werden 100 ? Menschen mit Legalwaffen getötet) DANN ist das OK für mich.
Doch DANN fordere ich auch das Rauchen komplett überall und jederzeit zu verbieten, denn das Rauchen hat außer etwas Spaß GAR KEINEN Nutzen und fordert hundertausende Tote jedes Jahr. Auch Alkohol muss dann ebenso verboten werden, noch mehr Tote. Oder will jmd behaupten es mache einen Unterschied ob man durch eine Kugel drauf geht oder an Lungenkrebs verreckt ?
Aber weiter;
Autofahren dürfte nur noch mit vorheriger Bedürfnisprüfung erlaubt sein. Mag sein manche Menschen brauchen ein Auto, freiwillige Feuerwehr, Fahrt zur Arbeit usw. also hoher Nutzen, soll mir recht sein. Aber Auto fahren just for fun ? Mal zum Picknick am Wochenende oder in den Urlaub, zum Kino in die Stadt ? Ja seid ihr des Wahnsinns ? Völlig indiskutable Risiko – Nutzen Relation, die Verkehrstotenstatistik kennt jeder. ….wird alles verboten.
Was verbieten wir als nächstes. Vielleicht das Wasser ? Kann man leicht drin ertrinken. Also hochgefährliche Angelegenheit ! Da wäre es eine gute Idee Wasser nur noch in Flaschen zu erlauben und alle gefährlichen Wasseransammlungen (Flüsse, Seen…) zu VERBIETEN….
Kein Problem die Liste beliebig fort zusetzen…
Letztlich ist es immer einfach Dinge zu verbieten die einen selbst nicht betreffen (und von denen man zudem keine Ahnung hat)

Oliver
8.8
 
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Beitragvon Morpheus » Fr Apr 03, 2009 5:49

Ich finde unser Waffengesetz bisher eigentlich gut so, legal an eine Waffe zu kommen ist nicht gerade einfach.

Vielleicht sollte man die Kontrollen verstärken ob die Waffen auch immer Brav im WS stehen Art und Anzahl. Seit mal ehrlich, eigentlich hat ein durschnittlicher Waffenbesitzer wie der Jäger von nebenan nix zu verbergen und wen die netten Läute von der Kreispolizei kommen bekommen sie sicher noch einen Kaffee :wink:

So geht es uns zu mindestens
Morpheus
 
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Beitragvon meyer wie mueller » So Apr 05, 2009 14:09

Hallo

natürlich werden nach einem Amoklauf wieder die Forderungen nach einem allgemeinen Schusswaffenverbot für Bürger erhoben. Ein Verbot ist natürlich die einfachste Art auf so ein Vorkommnis zu reagieren.

Wir haben eines der schärfsten Waffengesetze der Welt hier in Deutschland, aber duch Verbote kommt man nicht an die Wurzel des Problems ran.

Trotzdem ist es legitim zu diskutieren, ob bestimmte Arten von Waffen in Privathand gehören. Und dazu gehören nach meiner Meinung mehrschüssige, teilautomatische Waffen, die man VERBORGEN tragen kann, explizit jene Kurzwaffen, die man primär für den MILITÄRISCHEN Einsatz oder für den Einsatz durch die Polizei konstuiert hat.

Ein Jäger braucht manchmal eine Kurzwaffe, um einen Fangschuß abgeben zu können, aber braucht er wirklich eine 8- oder 12-schüssige Selbstladepistole? Könnte es nicht aureichend sein, wenn er dafür eine 1-schüssige Kipplaufpistole zur Verfügung hat?

Und auch mit einer 1-schüssigen Waffe kann man auf dem Schießstand mit Großkaliber üben. Dazu ist nun wirklich keine Selbstladepistole nötig.

Ich selbst bin der Meinung, dass der Waffenbesitz durchaus ein Bürgerrecht ist, ein Recht das dem Adel über Jahrhunderte abgetrotzt wurde, jedoch könnte man im Interesse der Gefahrenreduzierung den Privatbesitz von teilautomatischen Kurzwaffen (Selbstladepistolen oder Revolver) nur in begründeten Ausnahmefällen zulassen.
Gleichzeitig könnte aber der Erwerb von bestimmten einschüssigen Kurzwaffen (Positivliste) erleichtert werden (oder kann sich jemand einen Amokläufer sich mit einer einschüssigen Pistole vorstellen). Zur Aggression werden mehrschüssige Waffen oder automatische Waffen verwendet, auch bei kriminellen Handlungen.

Schrotflinten (ev. Beschränkung auf einschüssige Flinten) stellen nach meiner Meinung eine relativ geringe bis vernachlässigenswerte Gefährdung für die Allgemeinheit dar. Im sportlichen Bereich wäre das Taubenschießen mit einer einschüssigen Flinte doch wirklich eine Herausforderung! Auch hier könnte man darüber nachdenken, ob die Regeln beim Erwerb gelockert werden könnten.

Allerdings könnte man bei den Anforderungen an die Zuverlässigkeit des Waffenerwerbers recht strenge Maßstäbe anlegen; z.B. psychologisches Gutachten, großes Führungszeugnis (wer schon mal eine Straftat begangen hat, die mit mehr als 80 Tagen Strafandrohung versehen ist, ist per se nicht zuverlässig) Oder chronischer Alkoholabusus und ein damit verbundenes Vergehen könnte ein guter Grund sein, um keine Waffe besitzen zu dürfen.
Auch könnte es etwas bringen, das man wie in manchen Staaten der USA erst mal 90 Tage warten muß, bis man nach dem Kauf die Waffe ausgehändigt bekommt. So hätte die Aufsichtsbehörde die Möglichkeit zur Prüfung.

Weiterhin könnte es was bringen, wenn man bei der Umsetzung des Waffenrechts konsequent wäre. Ein Waffenerwerber müsste nachweisen, dass er einen Waffenschrank hat und wenn jemand seine Waffe nicht zugriffsicher verwahrt, dann ist die WBK weg!

Zusammengefasst:
- Zuverlässigkeitsprüfung ersetzt die Bedürfnisprüfung für definierte Waffen (einschüssige Kurzwaffen, einschüssige Flinten etc.)
- Kleinkaliberrepetiergewehre maximal 3-schüssig
- Konsequente Anwendung des Waffenrechts
- Großkalibrige Langwaffen nur an Jäger (da ist das Bedürfnis durch den Jagdschein nachgewiesen)
- Entzug der WBK nach Straftaten und nicht nur nach Gewalttaten
- Entzug der WBK , wenn Zuverlässigkeit in Zweifel gezogen wird z.B. bei nicht ausreichender Verwahrung/Sicherung der Waffen
- Munitionerwerb für Sportschützen beschränkt auf bestimmte Munitionstypen


Nicht zur Diskussion stelle ich hier die "Killerspiele", Gewaltvideos etc, die dem Unterbewustsein Gewalt als eine Form der Problemlösung vermitteln, mit ging es in meinem Beitrag nur um die technisch-organisatorischen Aspekte des privaten Waffenbesitzes.

Gruß
meyer wie mueller
 
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Beitragvon Königstiger EM 300 » So Apr 05, 2009 18:48

meyer wie mueller hat geschrieben: Ein Jäger braucht manchmal eine Kurzwaffe, um einen Fangschuß abgeben zu können, aber braucht er wirklich eine 8- oder 12-schüssige Selbstladepistole? Könnte es nicht aureichend sein, wenn er dafür eine 1-schüssige Kipplaufpistole zur Verfügung hat?

Und auch mit einer 1-schüssigen Waffe kann man auf dem Schießstand mit Großkaliber üben. Dazu ist nun wirklich keine Selbstladepistole nötig.


Und was machst du, wenn dich ein Keiler annimmt und du den einen Schuss in den Sand setzt? Also gerade wer Nachsuchen macht, für den ist die Kurzwaffe die Lebensversicherung. Auch ist ein Tier oft nicht sofort durch einen KW-Schuss tot, auch wenn er mitten im Leben sitzt.
Mit sowas würden nur manche Jäger gefährdet und es wäre nur vermeidbares Leid für unser Wild (kleines Beispiel, mir wirklich passiert: Ich fahr mit Schlepper zum Füttern, also kein Platz für Langwaffe, und komme zu einem Unfall, Rehbock liegt im Straßengraben, wo Langwaffe sowieso nicht einsatzfähig. Also Pistole und Schuss auf Blatt, auch getroffen, doch Bock springt auf. Nur weil ich sofort einen zweiten Schuss hatte, konnte ich eine längere, stundenlange Nachsuche verhindern)
Auch erübrigt sich die einschüssige Pistole zum Üben, man muss dazu auch die KW nehmen, die auf der Jagd dabei ist.
Ob man jetzt wirklich 15-20 Schüsse braucht bezweifle ich auch, aber 6-8 (mehr lade ich eigentlich nie, weiß ehrlich gesagt nicht mal, wie viel in mein Magazin passen) sollten schon sofort verfügbar sein, sonst ist eine KW nicht zu gebrauchen.


meyer wie mueller hat geschrieben:Schrotflinten (ev. Beschränkung auf einschüssige Flinten) stellen nach meiner Meinung eine relativ geringe bis vernachlässigenswerte Gefährdung für die Allgemeinheit dar. Im sportlichen Bereich wäre das Taubenschießen mit einer einschüssigen Flinte doch wirklich eine Herausforderung! Auch hier könnte man darüber nachdenken, ob die Regeln beim Erwerb gelockert werden könnten.


Als Jäger habe ich eine Bockdoppelflinte, also zwei Läufe. Eine Halbautomatische dürfte ich auch haben, jadoch dürfen da dann nicht mehr als 2 Schuss ins Magazin passen, macht also nicht viel Unterschied. Und gerade Sportschützen verwenden eher keine Selbstladeflinten, da der Standnachbar dann die leeren Hülsen abbekommt. Haben in der Regel auch alle Bockdoppelflinten (also 2 Läufe übereinander)


meyer wie mueller hat geschrieben:Allerdings könnte man bei den Anforderungen an die Zuverlässigkeit des Waffenerwerbers recht strenge Maßstäbe anlegen; z.B. psychologisches Gutachten, großes Führungszeugnis (wer schon mal eine Straftat begangen hat, die mit mehr als 80 Tagen Strafandrohung versehen ist, ist per se nicht zuverlässig) Oder chronischer Alkoholabusus und ein damit verbundenes Vergehen könnte ein guter Grund sein, um keine Waffe besitzen zu dürfen.


Nach den aktuellen Waffengesetz wird das bereits so gehandhabt: Wenn ich mit Alkohol am Steuer erwischt werde, ist mein Jagdschein fort, ebenso wenn ich zu mehr wie 60 Tagessätze verurteilt werde. Bevor ich irgendwelche Dokumente bekomme, wird grundsätzlich ein Führungszeugnis angefordert. So ergibt sich dann die Frist. (Weißt ja wie Behörden arbeiten)


meyer wie mueller hat geschrieben:Weiterhin könnte es was bringen, wenn man bei der Umsetzung des Waffenrechts konsequent wäre. Ein Waffenerwerber müsste nachweisen, dass er einen Waffenschrank hat und wenn jemand seine Waffe nicht zugriffsicher verwahrt, dann ist die WBK weg!


Auch das haben wir schon! Wer eine WBK beantragt, muss zum Antrag Rechnung o.ä. von einem entsprechenden Waffenschrank vorlegen. Und glaub mir: Wenn sich da einer was zu Schulden kommen lässt, dann hat er große Schwierigkeiten.


meyer wie mueller hat geschrieben:Zusammengefasst:
- Zuverlässigkeitsprüfung ersetzt die Bedürfnisprüfung für definierte Waffen (einschüssige Kurzwaffen, einschüssige Flinten etc.)

Wird aber immer beides geprüft


- Kleinkaliberrepetiergewehre maximal 3-schüssig

Was soll das bringen?, Sportschützen brauchen erst extra Prüfung, bevor sie mehr wie einschüssige Repetierer bekommen

- Konsequente Anwendung des Waffenrechts

Haben wir doch schon

- Großkalibrige Langwaffen nur an Jäger (da ist das Bedürfnis durch den Jagdschein nachgewiesen)

Will jetzt nicht sagen, dass Sportschützen kein Großkaliber brauchen, aber sogar die .22lfB ist gefährlich (in den USA die Patrone, mit der am meisten Morde passieren)

- Entzug der WBK nach Straftaten und nicht nur nach Gewalttaten
- Entzug der WBK , wenn Zuverlässigkeit in Zweifel gezogen wird z.B. bei nicht ausreichender Verwahrung/Sicherung der Waffen

Haben wir bereits, es muss aber irgendein Beweis für nicht zureichende Aufbewarung vorliegen.

- Munitionerwerb für Sportschützen beschränkt auf bestimmte Munitionstypen

Wie meinst du dass???



Also, was würde eine Verschärfung bringen? Das meiste was du forderst, haben wir ja bereits schon. Und eine 1-schüssige Pistole macht wirklich keinen Sinn! Dass ein Jäger seine Waffen braucht, haben wir ja geklärt, und zu dem, was ein Sportschütze braucht und nicht, will ich mich nicht äußern, da ich hiervon zu wenig Ahnung habe
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Beitragvon Morpheus » So Apr 05, 2009 20:37

Also man kann alles übertreiben.....

Ich bin kein Freund von Kurzwaffen aber eher aus dem Grund weil sie für den schützen selber ein Risiko darstellen. Sie hat keinen langen Lauf der sich so schnell drehen lässt.

Apropo Fangschuss

Wen ich sehe das so der ein oder andere Junge Jäger sich so ein riesen ballermann ans Bein bindet, einen auf dicke Hose macht finde ich es unpassend.

Ich kenne einige Jäger die eine Kurzwaffe besitzen weil es mal Mode war aber die liegt seit Jahren nur im Waffenschrank unbenutzt. !
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Beitragvon Justice » So Apr 05, 2009 21:19

Als ich den Beitrag von meyer wie müller zum ersten mal gelesen habe, war ich drum und dran, ihn als Vollpfosten zu beschimpfen, und sein Post als den größten Scheiß ab zu tun, den ich je gelesen habe. Nach mehrmaligem durchlesen kam ich jedoch zu zwei Erkenntnissen. Hier schreibt jemand, der sich gar nicht oder sehr wenig mit dem Sportlichen Schießen beschäftigt, und sich somit nicht auskennt, und zu einer wesentlich erschreckenderen Erkenntnis. Doch dazu später mehr.

90 Tage auf eine Waffe warten: Hier musste ich Lachen.

Wer über Schützenvereine an eine Waffe gelangen will, muss erst über einen Zeitraum von einem Jahr (!) nachweisen, das er zweimal pro Monat mit einer Erwerbsscheinpflichtigem Waffe geschossen hat, bevor er den Antrag auf eine WBK stellen kann. Hinzu kommt der Nachweis einer Waffensachkunde und der Erwerb eines Waffenschrankes. Der Antrag selber dauert dann nochmal mehrere Monate. Bevor man jedoch überhaupt auf den Großkaliberstand kommt, muss man im Verein erst mal auf dem Luftgewehrstand sein können und das Verständnis für das Sportliche Schießen unter Beweis stellen. Wer hier fragt, „Wan darf ich den endlich mit was richtigem Ballern?“ Disqualifiziert sich hier selber, und wird aus dem Verein verwiesen. So werden bei uns Möchtegern sehr schnell aussortiert. Während dieser Zeit kann man sehr gut erkennen, ob jemand Interesse am Spürt hat, oder einfach nur eine Waffe haben will. Nicht jeder bekommt den Nachweis über das Bedürfnis!!!

Warum Großkaliber?

Schlicht und Ergreifend wegen der Disziplinen, die in den Schützenverbänden geschossen werden. Diese richten sich nach den Internationalen Meisterschaften, und unter anderem auch nach Olympia. Und dort werden unter anderem eben mehrschüssige Pistolendisziplinen geschossen.

Munition:

Hier werden Sportschützen fälschlicher weise immer mit Jägern verglichen! Sportschützen trainieren wesentlich mehr, und haben im Schnitt alle zwei bis drei Wochen einen Wettkampf. Das summiert sich. Hier werden auch immer wieder die Wiederlader ignoriert! Das Wiederladen ist unter Sportschützen sehr weit Verbreitet.

Noch viel erschrekender:

Scheinbar ist in der Gesellschaft ein Amoklauf mit einer Einschüssigen Waffe, von jemanden, der nur zwei Waffen und nur 50 Schuß Munition besitzt akzeptiert!!!!! Den darauf hin zielen die Forderungen zu Änderung des Waffengesetzes doch ab! Verhindern kann man mit den Forderungen der Waffengegnern und Hinterbänklerpolitiker nämlich nichts!
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Beitragvon meyer wie mueller » Mo Apr 06, 2009 7:46

Hallo Justice,

anscheinend hast Du meinen Beitrag mit Absicht falsch verstanden. Es geht mir nicht um eine Verschärfung des Waffenrechts, sondern um eine Beschränkung des Privatbesitzes auf Waffen mit einem geringeren Gefährdungspotential.
Unbestritten ist, dass man auch mit 22lfb jemanden umbringen kann, (die meisten Morde in den USA werden, wie wir gehört haben mit Kleinkaliberwaffen begangen), aber dieses Kaliber ist z.B. nicht auf Rehwild zugelassen und schon gar nicht auf Sauen. Warum wohl?
Oder warum hat man im militärischen Einsatz kein Kleinkaliber, sondern Geschoß/Munitionstypen mit einer möglichst hohen Energieabgabe auf den getroffenen Körper? Genau: Weil das Ziel ist, einen Gegner (Menschen) möglichst dauerhaft kampfunfähig zu machen (der Tod des Gegners ist eine eher unwillkommene Begleiterscheinung, da ein Verwundeter die gegnerische Truppe viel mehr belastet als ein Toter; das nur nebenbei)

Zum sportlichen Schießen: Wenn die einzige Begründung für das Großkaliberschießen die ist, dass das eine olympische Disziplin ist, finde ich das schwach. Die Sinnhaftigkeit mancher olympischer Disziplinen kann man durchaus in Zweifel ziehen. (manche sportliche Schießdisziplin hat bekanntermaßen einen militärischen Ursprung)

Beschränkung auf Einzellader im Privatbesitz (Jagd nun mal ausgenommen): Mit einem Einzellader hat man nicht die Möglichkeit einer schnellen Schußfolge (das Nachladen dauert länger). Deswegen ist ja auch der Besitz von Vorderladerwaffen mit sehr wenigen Auflagen versehen (schießen kann man damit ja nur, wenn man vorher den Sachkundenachweis für Schwarzpulver erbracht hat und ein Bedürfnis für Sprengstoffbesitz nachgewiesen hat). Das Nachladen dauert eben so zwischen 10 und 30 Sekunden (je nach persönlicher Fertigkeit) Und eine Vorderladerlangwaffe mit gezogenem Lauf ist durchaus für die Jagd geeignet (in den USA gibt es dafür eigene vorgezogene Jagdzeiten).

Es ist wohl eine böswillige Unterstellung, dass ich einen Amoklauf mit einer einschüssigen Waffe und 50 Schuss Munition akzeptiere, oder für gesellschaftlich akzeptabel halte. Ich bitte jedoch darum, mal über die technischen Aspekte eines Amoklaufs mit einer einschüssigen Kleinkaliberwaffe nachzudenken. A) eine schnelle Schussfolge ist nicht möglich; B) der Amokläufer hat nicht die Gewissheit, dass er sich mit dieser Waffe auch sicher töten kann.
Die Auswirkungen des Waffenmißbrauchs mit einer einschüssigen Kleinkaliberwaffe sind doch unbestitten viel geringer als z.B. mit einem Sturmgewehr G3 oder einer großkalibrigen Selbstladepistole.

Jäger und mehrschüssige Kurzwaffen: Ich kenne eine Reihe von Jägern, die sich einen großkalibrigen Ballermann zugelegt haben, mit der Begründung, damit besser einen Fangschuß abgeben zu können, die Pistole oder den Revolver aber noch nie für diesen Zweck eingesetzt haben. Nimmt einen eine angeschossene Sau an, so wette ich, dass die meisten Jäger mit einer Pistole nur einen Glückstreffer landen werden. Warum gibt es kurzläufige Nachsuchenflinten? Weil man sich damit nicht so leicht ins Bein schießen kann und ein Flintenlaufgeschoß auf kurze Entfernung eine optimale Stoppwirkung hat. Da kommt kein Gschoß aus einer Pistole mit.


Leider ist das Thema emotional so aufgeheizt, dass Vorschläge zu einem vernünfigen Verfahren zum Waffenerwerb bzw. Besitz gleich als Beitrag eines Volltrottels gewertet werden (da haben wir doch schon schärfere Gesetze!!!!!) bzw. auf der anderen Seite der private Waffenbesitz gleich verteufelt wird.

Über einige Aspekte meines Beitrags kann man sehr wohl streiten, aber dazu ist ja auch ein Diskussionsforum da (weder ich noch andere haben die Weisheit mit Löffeln gefressen).

Gruß
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Beitragvon Königstiger EM 300 » Mo Apr 06, 2009 9:45

meyer wie mueller hat geschrieben:Oder warum hat man im militärischen Einsatz kein Kleinkaliber, sondern Geschoß/Munitionstypen mit einer möglichst hohen Energieabgabe auf den getroffenen Körper?


Genau das ist aber nicht der Fall! Im Militär wird Vollmantel benutzt - das schlägt einfach durch. Und gerade das Militär rüstet immer mehr auf kleinere Kaliber um. .223Rem (nur Rehwildtauglich) ist weit verbreitet, ebenso 9x19. Das wäre mit um die 500J nicht mal rehwildtauglich.

Und kennst du schon die neueste MP: http://www.heckler-koch.de/HKWebText/de ... 26/92/4/20

4,6x30 hat ein kleineres Kaliber wie eine .22lfB (eigentlich 5,6x15R, Energie bis 300J), ist aber schneller und bringt es so auf ca. 400J

Du siehst: So viel Unterschied ist da nicht mehr zu einer .22lfB!

Eine .308 im Militär ist gerade bei tragbaren Waffen selten geworden, da sie einfach mit Vollmantel keine Vorteile hat (außer vllt für Scharfschützen)

Noch was zur Kurzwaffe: Es mag zwar sein, dass die bei vielen Jägern nur im Schrank liegt, aber nicht bei allen. Wenn ich zur Jagd gehe, habe ich normalerweise meinen Repetierer dabei. Pistole ist aber grundsätzlich bei Nachsuchen dabei und wenn es zu einen Verkehrsunfall geht. Der Grund: Es gibt oft Situationen, wo ein Langwaffenschuss einfach nicht vertretbar ist. Auch habe ich meine Pistole dann dabei, wenn ich aus irgendwelchen Gründen keine Langwaffe mitnehmen kann (Traktor, Motorrad).
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Beitragvon Justice » Mo Apr 06, 2009 11:13

Hallo meyer wie müller

Ich habe deinen Post nicht mit Absicht missverstanden! Scheinbar merkst du es nicht, das du dich anhörst wie viele Hinterbänkler und sonstige Waffenhasser, die sich aktuell um jede noch so billige Presse raufen. Man merkt sehr schnell, das bei deren Argumentationen nur polemisiert wird. „Ich habe kein Interesse und Verständnis für den Schießsport, somit brauchen dies andere auch nicht!“ „Keine Waffen = Keine Gewalt“

Ich bin nicht näher auf das Thema Großkaliberschiesen eingegangen, da es keinen Sinn ergibt jemanden der von vorne herein kein Verständnis dafür hat hier vom Gegenteil zu überzeugen.

Des Weiteren bist du dir wohl nicht über die tragweite deiner „Forderungen“ nur noch Kleinkalibrige und Einschüßige Waffen zuzulassen nicht im Klaren. Das würde eine Zwangsenteignung der bisherigen Besitzer von diesen Waffen zur Folge haben. Diese dürften dann ja wohl ihre Waffen auch nicht mehr legal besitzen. Und mit welcher Begründung enteignet man jemanden der Jahrzehnte schon im Besitz ist, und sich nie etwas zu Schulden hat kommen lassen? Willkommen in der Demokratischen Steinzeit! Schließlich gibt es ein Grundgesetz, das den Besitzstand regelt!

Übrigens: Beim Columbine Massaker wurden die meisten Tödlichen Schüsse aus einem 22er Revolver abgefeuert und bei einem Früheren Amoklauf Schoss ein 14 Jähriger mit einem Einzellader Gewehr vom Dach einer Schule. 7 Tote.

Der Mensch ist schlicht und ergreifend das Gefahrenpotential!!!! Nicht die Art der Waffe! Dies beweisen Hunderttausende von Sportschützen, die seit über vierzig Jahren legal im Besitz von Grokaliberwaffen sind, und die nicht Amok laufen.
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Hochrasanzgeschosse

Beitragvon meyer wie mueller » Mo Apr 06, 2009 16:31

Hallo

es ist wohl so, dass viele Armeen auf "Kleinkaliber" umgerüstet werden, jedoch sind das Hochrasanzgeschosse mit einer viel höheren kinetischen Energie als eine 22lfb. Das Vertrackte an diesen Geschossen ist, dass sie nicht wie früher eine 8x57IS Vollmantel glatt durch einen Körper durchgehen, sondern auch als Vollmantelgeschosse beim Auftreffen auf einen Körper ins "Taumeln" geraten und ziemlich gräßliche Wunden reißen. (wie man es schon vor 150 Jahren mit einigen Typen von "Kleinkaliber"-Minié-Geschossen (oft nur Kal. .45) gesehen hat; http://de.wikipedia.org/wiki/Mini%C3%A9-Geschoss; die htten z.T. eine Wirkung wie ein Dum-Dum-Geschoß)

Ich sehe sehr wohl ein, dass beim Altbestand von Waffen es einen gewaltigen Konflikt mit dem Recht auf Eigentum geben würde, würde man den Privatbesitz von großkalibrigen Waffen verbieten. Deshalb meine Idee den ERWERB auf Kleinkaliber zu begrenzen und zwar mit vereinfachter Bedürfnisprüfung, aber mit verschärfter Eignungs- bzw. Zuverlässigkeitsprüfung.

Darüber hinaus könnte man über die Definition von "antiken Waffen" diskutieren. (der 60 Jahre alte Hahndrilling, für den es kaum noch Munition gibt?) Und was ist mit einer Flobert, die man früher auf jedem Hof zur Rattenbekämpfung hatte?

Gerade durch das strikte Schusswaffenverbot bzw. die überzogene Einschränkung werden Waffen für eine bestimmte Gruppe noch attraktiver. Besser wäre es doch, wenn ein gesunder Respekt vor einer Waffe durch die Erziehung geschaffen würde.

Wir haben als 10 - 12-jährige Buben ganze verregnete Sommerwochen damit verbracht, mit dem Luftgewehr in der Scheune zu schießen (unter Aufsicht und nur auf Scheiben) und damit hatten wir ein ungezwungenes Verhältnis dazu, aber auch den gehörigen Respekt vor einer Waffe. In Folge war es für unsere Ausbilder beim Bund gar nicht so einfach, die Hemmung vor dem Schießen auf die Mannscheibe abzubauen. Wer ganz legal und ungezwungen in der Jugend schießen durfte, für den ist die gefährliche Fazination einer tödlichen Waffe stark reduziert). Laut Herrn Konzelmann setzt die US-Army Killerspiele ein um die natürliche Tötungshemmung bei ihren Soldaten abzubauen (80% der Soldaten hatten vor den "Training" große Hemmungen im Nahkampf auf Menschen zu schießen, nach dem "Training" nur 20"%)

Gerade vor dem Hintergrund, dass ich selbst ganz gerne auf Scheiben geschossen habe, sehe ich die sportliche Herausforderung darin, nicht möglichst hochtechnisierte Waffen zu verwenden, sondern z.B. das Taubenschießen mit einer Einlaufflinte zu betreiben oder mit einem Luntenschloßgewehr und einer "ungefuderten" Kugel und einer primitiven Zieleinrichtung zu versuchen eine Scheibe zu treffen. Das ist für mich Sport und nicht eine high-tech-Anwendung. Aber das ist vielleicht eine zu altertümliche Einstellung.
Für mich ist es eigentlich nur ein marginaler Unterschied, ob ich mit Großkaliber auf eine Scheibe schieße (es knallt ein bisschen mehr, der Rückstoß ist auch nicht zu unterschätzen und man braucht vielleicht eine andere Physis) oder mit Kleinkaliber. Aber diese Einstellung ist sehr subjektiv und ich bin kein sogenannter Weltverbesserer oder Gutmensch, und will niemanden zu seinem Heil zwingen.

Ich will es mal provokativ sagen: Durch das Quasi-Erwerbsverbot von Flobert-Stutzen wurde die Welt nicht sicherer und eine einläufige Flinte wird wohl kaum die richtige Waffe für einen Amoklauf sein. Da ist ein großes Schlachtermesser fast genau so gefährlich (deshalb hat man wohl das Führen von Messern mit über 12 cm Klingenlänge verboten und ich kann Probleme bekommen, wenn ich mein Haumesser im Auto lasse). Man sollte die Kirche im Dorf lassen.

Trotzdem bin ich für eine absolute Erwerbs-Beschränkung für Privatmenschen von großkalibrigen Waffen, die man VERDECKT tragen kann. Beim Bund wissen sie schon, warum jeder dumme Rekrut sein G3 im Spind haben durfte, aber die Walther P38 in der Waffenkammer eingeschlossen waren. Jeder!!!! hatte beim Übungsschießen ein paar Patronen für sein G3 abgezweigt oder hätte es ohne Weiteres tun können. (Das Schußbuch war halt fürs Papier)

Gruß
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Beitragvon sägnix » So Apr 19, 2009 10:40

Servus,

hans g schreibt:

schaffen wir alle autos ab und keiner wird mehr überfahren


Das ist doch alles nur eine Frage der Lobby.
Gäbe es genau so viele Waffenbesitzer wie Autofahrer dann wäre der Jagdschein, die WBK und der Sprengstofferlaubnisschein erheblich billiger,
und die Hürden Waffen zu erlangen wären erheblich niedriger.
Wenn man bedenkt, wie gefährlich und umweltschädlich Kraftfahrzeuge sind, dann müsste man doch für den Erwerb eines Kfz ein Bedürfniss vorlegen müssen, denn nicht Jedermann braucht ein Auto.
Schließlich können ( vor allem in der Stadt) viele mit den öffentlichen Verkehsmitteln zur Arbeit und zum Einkaufen Fahren.
Zur Frage der unangekündigten Kontrollen durch die Behörden:
Wenn ich nicht selber anwesend binn, kann sowiso nicht kontrolliert werden,
und wenn ich anwesend binn, kann ich meine Waffen laut Gesetz in der Wohnung jederzeit Führen, Reinigen, was auch immer.
Was ich aber nicht verstehe, ist warum es gerade in der heutigen Zeit soviele Amokläufe gibt.
Vielleicht ist das hier die Antwort:

www.bibelkreis.ch/themen/Ernte%201.pps

Servus
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Beitragvon Fokko » So Apr 19, 2009 14:30

DARC hat geschrieben:..ist eigentlich recht einfach...oder...je weniger Waffen in privatem Bestz sind...je weniger Menschen haben die Moeglichkeit damit Unsinn anzurichten..

Oder..ist das zu einfach?
DARC


Das ist nicht nur zu einfach, dass ist schlicht Dummlall.

Und es zeigt, dass Du nicht komptent bist, über dieses Thema zu reden, weil Du Dich nicht im Mindesten darüber informiert hast.

Aber immerhin befindest Du Dich damit in guter Gesellschaft der breiten Masse im Tal der Ahnungslosen...

Sorry, aber das musste ich Dir sagen.
Fokko

Ein gesparter Pfennig ist ein verdienter Pfennig - und zwar ein steuerfrei verdienter!

http://selbstversorger-blog.over-blog.de/
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