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Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

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68 Beiträge • Seite 1 von 5 • 1, 2, 3, 4, 5
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Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon Berti Bauer » Mi Jun 24, 2026 11:59

Hofübergabe, Hofaufgabe – und was danach kommt

In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit meiner eigenen Hofgeschichte beschäftigt. Dabei ging es nicht nur um Zahlen, Gebäude oder Maschinen, sondern vor allem um Menschen.

Hofübergaben und Hofaufgaben sind oft viel mehr als betriebliche Entscheidungen. Dahinter stehen Familiengeschichten, Erwartungen, Konflikte, Enttäuschungen, Hoffnungen und manchmal auch Dinge, über die jahrzehntelang nicht gesprochen wurde.

Erst durch die Aufarbeitung vieler alter Unterlagen, Gespräche mit Beteiligten und den Blick auf die Geschichte meines Vaters habe ich manche Entscheidungen besser verstanden – auch wenn ich sie nicht immer gutheißen muss.

Mich würde interessieren:

- Welche Erfahrungen habt ihr mit Hofübergaben oder Hofaufgaben gemacht?
- Was hat euch geholfen?
- Was hätte euch damals geholfen?
- Welche Fehler würdet ihr heute vermeiden?

Vielleicht hilft der Austausch dem einen oder anderen weiter.
Berti Bauer
 
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon bauer hans » Do Jun 25, 2026 8:23

Mir wurde der Hof beim BGH zugesprochen.
Von 100ha waren noch 38ha übrig geblieben.
Im Moment haben wir wieder eine Erbgeschichte in der Familie,wo der Erblasser ohne Testament verstorben war und wir vier Erben streiten.
Wahrscheinlich liegt das an unseren GENEN :D
wir schaffen uns :mrgreen:
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon Falke » Do Jun 25, 2026 8:48

Hmm, mein Hof (mit etwa 6 ha Acker und damals 10 ha Wald durchschnittlich gut ausgestattet für hiesige und/oder damalige Verhältnisse) wurde meinem Urgroßvater von seinem Unternehmer-Vater um 1900 so "hingestellt".
Der Urgroßvater war das Arbeiten nicht gewöhnt und hat schon abgewirtschaftet. Mein Großvater war dann Invalide aus dem I. Weltkrieg und Opfer der Weltwirtschaftskrise.
Mein Vater hat dann schon als Junge die Wirtschaft alleine geführt und mit 18 formal übernommen. Er hielt sich wacker und fleißig als Vollerwerbler bis in die 1990er.
1997 hab' ich dann übernommen als einziger Sohn - die 3 Schwestern waren da jeweils im Gegenwert von zwei Kühen schon ausbezahlt. Als Techniker in der Fremde war mir das
Erbe anfangs eher eine Belastung. Ich hab' dann aber die 'Liebe' zum Wald gefunden, mit 50 die Arbeit gekündigt, und bin mit Frau nach hause (zurück-)gezogen. Waldbauer bis zur Rente(und auch jetzt noch).

Die Hofweitergabe steht mangels eigener Kinder in den Sternen - eventuell ergeben sich in der weiteren Verwandschaft noch Möglichkeiten. Mal sehen ...

A. aus Ö.
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon langholzbauer » Do Jun 25, 2026 11:24

Gerade da heißt es aufgepasst und gut vorbereitet, damit nicht der Staat an Aufgabesteuern und niedrigen Freibeträgen der entfernt verwandten Erben zuviel abbeißen kann. :wink:
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon T5060 » Do Jun 25, 2026 12:50

Immer brav drandenken in welcher Tradition und Verantwortung das Höflein in der Geschichte stand und in der Zukunft zu stehen hat.
Da wird dem Übergeber, den anderen Erben und dem Übernehmer dabei ganz warm ums Herz. Das ist kein Vermögen, sondern ein Aufgabe mit mehr oder weniger Reiz.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon Oberpfälzer » Fr Jun 26, 2026 7:49

langholzbauer hat geschrieben:Gerade da heißt es aufgepasst und gut vorbereitet, damit nicht der Staat an Aufgabesteuern und niedrigen Freibeträgen der entfernt verwandten Erben zuviel abbeißen kann. :wink:


Puh... Sowas kann auch ganz schnell gewaltig in die Hose gehen.
Unsere Nachbarin wurde jetzt von der Verwandtschaft ins 50 Kilometer entfernte Altersheim gesteckt. Kinderlos hat sie nach dem Ableben des Mannes vor 15 Jahren einige Zeit später ihrem Neffen fast den kompletten Hof gegeben. "Weil der ist ja auch Bauer und kann den Grund brauchen" (2 Jahre später hat er dann mit 50 Jahren aufgegeben und alles verpachtet...)
Der zeigt sich jetzt richtig "dankbar"...
Ihre Schwägerin (Mutter des Erben) hat noch versucht ihr die Schuhe aus dem Haus zu klauen...
Wenn die hier rumwurschteln, werden die von mir keines Blickes gewürdigt. Die kennen sich aus!
Nachbarschaftshilfe gibt es von meiner Seite nullkommanull.
Die Nichten des vestorbenen Altbauers sind sauer, weil sie zu wenig bekommen haben und scheren sich auch nicht groß um sie.


In so nem Fall ohne Kinder meiner Meinung nach alles behalten bis zum bitteren Ende. Klar bekommt dann wahrscheinlich das Pflegeheim bzw. die Pflegekasse viel, vielleicht auch alles, aber besser als sich von der Verwandtschaft vera..chen zu lassen, ist das allemal. Zumal sie in dem Fall schleimen müssen, weil sie sich noch was erhoffen. Wenn sie schon alles haben, schert sich keiner mehr was.
Oberpfalz - Gott erhalt`s!
Kein Bayernland ohne Bauernstand!
"Nur einer ist ewig, der Bauer", O. Spengler
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon 210ponys » Fr Jun 26, 2026 8:57

Oberpfälzer hat geschrieben:

In so nem Fall ohne Kinder meiner Meinung nach alles behalten bis zum bitteren Ende. Klar bekommt dann wahrscheinlich das Pflegeheim bzw. die Pflegekasse viel, vielleicht auch alles, aber besser als sich von der Verwandtschaft vera..chen zu lassen, ist das allemal. Zumal sie in dem Fall schleimen müssen, weil sie sich noch was erhoffen. Wenn sie schon alles haben, schert sich keiner mehr was.

das ist fast richtig so, bis auf das es nur den Kinderlosen so geht.
fast Nachbarin ist die Kellertreppe runtergefallen, im alten Bauernhaus. Ob Sie Erfroren ist oder an den folgen ihres Stürz gestorben ist weis niemand so genau, nach dem man Sie 2-3 Tage später gefunden hat!
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon Südheidjer » Fr Jun 26, 2026 9:53

Oberpfälzer, undankbare eigene Brut gibt es übrigens auch. Traurig, aber immer wieder Realität. Ich könnte dir zig Fälle nennen. Faules, undankbares Pack, was nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.
Von der Leitlinie, das Leben ist ein Geben und Nehmen, kennt so ein Pack nur das Nehmen. Widerliches Gesindel!
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon langholzbauer » Fr Jun 26, 2026 10:31

Deshalb schrieb ich " ...gut vorbereitet...".

Wie eben andere erwähnten, kann das auch mit eigenen Kindern geschehen.
Ein geschickt aufgesetztes Testament ist auch schon besser, als hinterher alle Erben um den Nachlass streiten zu lassen.
Wer das hin bekommt, bleibt wenigstens bei den bedachten Erben noch etwas länger in Erinnerung und kann darauf hoffen, dass sein Lebenswerk nicht sofort versilbert und verlebt wird. :wink:
Dazu gehört aber auch die richtige Auswahl und Vorbereitung der bedachten Erben.
Besonders wenn sie keine aktive LW betreiben wollen.

Mal eine Frage an die Experten hier:
Muss eigentlich die Pflegeversicherung die Betriebsaufgabe versteuern, wenn sie auf das Vermögen des letzten Betriebsinhabers zur Deckung der Pflegekosten zugreift?

Erben können die Erbschaft ausschlagen, wenn sie verschuldet ist. :wink:

Sowas meine ich u.A. mit der richtigen Vorbereitung.

Und wenn der Hof einer kinderlosen Familie in der Alterspflege verbrannt wird, erfüllt er den gleichen Zweck, wie an Kinder mit Pflegeverpflichtung übergeben.
So ehrlich sollten wir dabei auch bleiben!
Zumindest hat der letzte Besitzer noch etwas Vermögen , welches ihm vielleicht die Auswahl einer besseren Pflegeeinrichtung ermöglichen kann.
Mann darf auch um diese Ecke herum denken!
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon Franzl70 » Fr Jun 26, 2026 12:25

- Welche Erfahrungen habt ihr mit Hofübergaben oder Hofaufgaben gemacht?

Tja, nachdem ich unseren Hof knapp 18 Jahre lang nur pachten "durfte" -
war es gerade noch Glück,daß ich den Hof bekommen habe :(
Dabei mußte ich schon als 15 jähriger den Hof managen,da mein Vater chronisch krank war, von meiner Mutter außer rumnörgeln
keinerlei Hilfe kam und meine Schwestern auch immer was besseres zu tun hatten als am Hof zu helfen.

- Was hat euch geholfen?
Geholfen hat mir bei der Hofübergabe niemand - im Gegenteil bestand eine meiner Schwestern darauf den Übergabevertrag auszuarbeiten (war damals beim bbv beschäftig) und hat viele nette Klauseln eingebaut um mir und meiner Familie das leben möglichst schwer zu machen .

- Was hätte euch damals geholfen?

Mein Vater hätte mir helfen können, indem er auf die Abmachungen die er mit mir getroffen hatte bei der Übergabe bestanden hätte :-/
Aber gegen meine Mutter konnte er sich leider noch nie durchsetzen.

- Welche Fehler würdet ihr heute vermeiden?

Ich hätte früher auf eine Hofübergabe bestehen müssen - nicht so vertrauensseelig gegenüber den Geschwistern sein sollen.
Den Übergabevertrag vor Unterzeichnung erst vom eigenen Anwalt prüfen lassen hätte mir auch sehr viel Ärger und Kosten erspart !
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon Südheidjer » Fr Jun 26, 2026 13:25

Franzl70 hat geschrieben:... nicht so vertrauensseelig gegenüber den Geschwistern sein sollen.
Den Übergabevertrag vor Unterzeichnung erst vom eigenen Anwalt prüfen lassen hätte mir auch sehr viel Ärger und Kosten erspart !

Das sind zwei ganz wichtige Punkte!
...und der eigene Anwalt sollte Ahnung von der Materie haben, also was rechtliche Dinge im Bereich Landwirtschaft anbelangt.
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon T5060 » Fr Jun 26, 2026 14:36

Ich sehe hier nur noch 4 oder 5 entfernte Verwandte, auch die protestantische Narzi-Verwandtschaft aus SH lässt sich zum Glück nicht mehr sehen.
Wenn die Verwandtschaft mal weg ist, bleibt wenigstens alles andere auch da
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon Kraxer » Fr Jun 26, 2026 21:30

langholzbauer hat geschrieben:(...)
Muss eigentlich die Pflegeversicherung die Betriebsaufgabe versteuern, wenn sie auf das Vermögen des letzten Betriebsinhabers zur Deckung der Pflegekosten zugreift?
(...)

Die Pflegeversicherung zahlt ihren Anteil, der Gepflegte zahlt seinen Anteil an Pflegekosten.
Wenn der Gepflegte keine Geldwerte mehr hat, dann werden Sach- zu Geldwerten gemacht. Bei Betrieben durch Privatentnahme und irgendwann Betriebsaufgabe oder eben direkt Betriebsaufgabe. Das wird ordnungsgemäß versteuert.
Ob der Gepflegte, dies selbst tut oder ein bestellter Betreuer, ist egal.
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon T5060 » Fr Jun 26, 2026 22:10

Nach Sozialgesetzbuch SGB kann max. 10 Jahre rückwirkend auf Schenkungen (also Haus - oder Hofübergabe) zugegriffen werden.
Dadran wird sich auch nichts ändern, weil die 10 Jahre schon das maximale sind, was der Art. 14 GG hergibt.
Ebenso kann das Sozialamt den geldwerten Vorteil des nicht genutzten Wohnrechts einfordern.
An den Pflegekosten müssen sich die Kinder nur dann beteiligen, wenn diese "leistungsfähig" sind, also über 100.000 € Jahreseinkommen in etwa.
Vereinbarte Altenteilszahlungen werden auch abgegriffen.

Wenn die alte Socke meint, er oder sie müssen ihren Scheiss noch behalten, nachdem die ihren 70. Geburtstag vollendet haben,
dann sind halt selbst schuld, wenn der Scheiss hops geht. Das Problem sehe ich nur bei hofübernehmenden Betriebsleiterfamilie,
deren Zukunft dann mehr oder weniger immer hinüber ist.

Es ist halt bei vielen Bauersfamilien, der generationsübergreifende respekt - und verständnisvolle Umgang der Generationen nur selten gelebte Praxis.
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Re: Hofübergabe,,Hofaufgabe ... Und was danach kommt

Beitragvon T5060 » Sa Jun 27, 2026 0:12

Im aktuellen/neuen Focus wird das Thema gut besprochen.
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