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Neue Baumarten - Erfahrungen

Hier ist nun auch ein Platz für Diskussionen rund ums Holz.

Moderator: Falke

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56 Beiträge • Seite 3 von 4 • 1, 2, 3, 4
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon barneyvienna » Sa Mai 30, 2026 7:52

@langholzbauer: ich zieh mir den Schuh deshalb an, weil deine unnötige, beleidigende Formulierung (jeder dumme Städter..) - ein Bild der Städter darstellt, als seinen Städter dumm. Also baust auch Du an der Trennungsfront weiter, wie es die rechte Ecke hier im Forum gerne tut: Ihr (Blöden) und Wir (Schlauen, die alles durchblicken). Schade für dich dass Du es nötig hast, dein ehrenwertes, bäuerliches Selbstverständnis über die Erniedrigung Anderer (in dem Fall der Städter) zu erhöhen.
Mit wieviel Neubürgern hattest du bisher zu tun, dass du statistische Auskunft über deren Vegetationswissen geben kannst ?
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon langholzbauer » Sa Mai 30, 2026 8:04

Der Beitrag sagt mehr über Dich aus, als du mir vorwerfen willst!
Dummheit ist durch Bildung heilbar und deshalb keine Schande!

Blödheit, die ich hier niemandem vorwerfe, scheinbar nicht? :roll:


@all
Entschuldigung für das OT!
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon DMS » Sa Mai 30, 2026 8:16

In meiner Gegend sieht die Lage hins. neuer Baumarten wie folgt aus:

A: Gruppe größere Waldbesitzer - lassen pflanzen und greifen sämtliche Förderungen ab. Im Wald sieht man die nie. Es wird ein richtiger Mischmasch gepflanzt, also Eiche/Wildkirsche/Tanne und und und.... Die Pflanzung geht ruck-zuck, also ich brauch da die x-fache-Zeit (aus guten Gründen).

B: Kleinwaldbesitzer, sieht man ebenso nie, und machen gar nix. Ergebnis: Flächen vergrasen, w e n n was aufkommt, dann nur das, was vorher da war. Also wieder Fichte. Von neuen Baumarten "Waldumbau" keine Spur.

Ich mach aber wieder mal? mein Ding, also keine Förderung und pflanz selber - wenn von selbst nix kommt. Auch von "Empfehlungen" von oben halt ich nix. Ich will keinen Laubwald oder bunten Mischmasch. Mit Laub kann ich nix anfangen und der Mischmasch ist m.A. nach nur ein gegenseitiges bekämpfen der Bäume von der Ernte und Sortierung ganz zu schweigen. Und sämtliche -vereinzelte- "Laubmischparzellen" sehen aus wie Kraut und Rüben, alles krumm und schief und keiner geht dann zum ausforsten mehr rein. Nein, ich bleib bei Nadelwald mit 10-15% Anreicherung von Eiche zur Stabilisierung. Also ich seh auch nicht alles rein wirtschaftlich, zu ungewiß die künftige Entwicklung. Also so gar nix mehr machen ist eben nicht mein Ding. Und wenn mans nicht genau weis, ist eine leichte Mischung vss. nicht das Schlechteste.
Die Großen werden aufhören zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen. Ich bin kein Untertan.
Es braucht weder Herrn noch Knecht, dann ist die Welt gerecht.
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon AEgro » Sa Mai 30, 2026 10:17

DMS, ich glaube, dass ein wirtschaftlich sinnvoll nutzbarer Mischwald eben was anderes ist, als der von dir Beschriebene.
Laubholz und Nadelholz, standortangepasst, müssen in ausgewogenem Verhältniss stehen und vor Allem gruppen oder pulkweise.
Nicht jeder 2. oder 3. Baum gemischt Laub oder Nadelholz a´la Urwald.
Sonst ist eine wirtschaftliche Ernte in Zukunft nicht möglich oder nur mit erheblichem Aufwand und auch nicht restbestandsschonend.
Für Kleinwaldbesitzer kommt aber beim Mischwald negativ die Auswirkung auf die Vermarktung dazu.
Wenn kein Sortiment mehr eine abholwürdige Menge brint.
Da wirds dann um so wichtiger dass Zusammenschlüsse wie WBV oder Organisatoren wie Forstamt die Erntezeitpunkte und Vermarktung bündeln.
Das muss der Waldbesitzer aber auch wollen und können.
Da hörts dann mit der Individualität auf.
Gruß AEgro
Es gibt Tage, da komm ich einfach mit dem Kopfschütteln nicht hinterher !
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon DST » Sa Mai 30, 2026 13:07

Von dem was wir anpflanzen werden wie alle nichts mehr ernten.

Was werden unsere Erben dann noch ernten können bzw dürfen?

Welche Baumarten sind in 100 Jahren überhaupt noch gefragt?

Welche Schädlinge oder Krankheiten tauchen zukünftig auf?

Sind Holzheizungen noch erlaubt?

Was macht die EU mit ihrer Wiederbewaldungsverordnung?

Welche Rechte hat der Waldbesitzer überhaupt noch?

Die Fördersätze wurden in Bayern 2025 nochmal deutlich erhöht.
Das ist schon lukrativ.

2024 waren min 60% Laub vorgeschrieben.

In 100 Jahren gibt es ein riesiges Überangebot beim Laubholz, da werden vermutlich nur noch die Filetstücke vermarktbar sein.
Holzheizungen gibt's nicht mehr und das Restholz vermodert im Wald und man zahlt darauf CO² Strafe?

Vielleicht liegt zukünftig der Wert des Waldes nicht mehr im Holzbestand sondern im CO² Handelsgedöns?

Dann wäre es egal welche Baumarten draufstehen, oder gar heimische Laubbäume wertvoller?

Nadelholz wird knapper werden, und dadurch teurer.
Je mehr der Preis steigt umso schneller werden andere Baustoffe oder Bauweisen ohne Holz, zb. Flachdächer, im Preis attraktiver und die Nachfrage sinkt.

Es gibt kaum eine Nutzungsart wo man Holz nicht durch andere Werkstoffe ersetzen kann.

Also auf welches Nadelholz soll man jetzt setzen?

Nichtheimisches Nadelholz, ohne Förderung aus der eigenen Tasche aufforsten, kann in 100 Jahren genauso in die Hose gehen wie Laub.

Heimisches Nadelholz, wie unsere Vorfahren?

Rein aus wirtschaftlicher Sicht ist alles Risikoreich.

Am besten bleibt wohl - mehrere Richtungen zu gehen, und von allem etwas zu machen.

Unsere Erben haben dann zwar nicht den ultimativen Gewinn, aber auch nicht den ultimativen Verlust.

Kann uns auch wurscht sein, weil wir sind dann längst unter der Erde.


Selbst hab ich zwei geförderte Anpflanzungen, mit viel Laubanteil, das reicht.
Auch auf den Bestandsflächen ist genug Laub dabei.

Die nächsten Jahre muss ich Fichten und Kiefern ausdünnen, und dann unterpflanzen.
Da werd ich vermutlich Nadelholz ohne Förderung pflanzen.

Hab bis jetzt Weißtanne, da werden nach 10 Jahren die Nadeln braun, Küstentanne, die nicht so recht vom Fleck kommt, und Douglasie ohne Langzeiterfahrung.

Bergmammut, Rotzeder, haut mich auch nicht vom Hocker.

Beim Laub,
Ahorn, Buche, Kirsche, Eiche, genügend.

Edelkastanie, normale Kastanie, amerikanische Eiche, türkische Hasel, das Zeug wächst, ist aber nix dabei wo ich hurra schreien kann.

Ich hab die letzten Jahre angefangen Kastanien, Stieleichen und amerikanische Eichen im Hausgarten vorzuziehen, und auszupflanzen, mit gutem Erfolg.

Die nächsten Jahre will ich dann
mehrheitlich Nadelholz Pflanzen und den Laubanteil mit selbstgezogenen auffüllen oder direkt sähen.

Die direkt gesähten bzw Nvj haben keinen Pflanzschock, das merkt man die ersten Jahre deutlich am Wuchsverhalten.

Also auf welche Baumarten werde ich die nächsten Jahre setzen?

Ich weiß es noch nicht.

Das wird ne spontane Entscheidung.

Glücksspiel bleibts sowieso.
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon Grimli » Sa Mai 30, 2026 14:03

hab meine Borki Flächen dieses Jahr mal nachgepflanzt mit
Lärche, Fichte und korsicher Kiefer.
Mindestbepflanzung alle 8 Meter eine Reihe damit dem Gesetz genüge getan ist.
Laubwald zur Stabilisierung haben wir hier im Münsterland auf sandigen 20 Bodenpunkten zum Glück noch etwas stehen und die vereinzelten Eichen zwischen den ehemaligen Fichtenbestand sind natürlich noch gute Schätze für den Neuaufbau. Ökopunkte für Waldumbau sind zig mal mehr Wert als Laubwald Förderung deswegen bleib ich auch bei 0 Förderung beantragen auch wenn unser Kreis keinen Waldumbau für Ökopunkte genehmigen will irgendwann kommt das schon und dann ist der Gewinner wer Nadelwald hat... Solange sich da die Politik nicht ändert minimal Strategie fahren, geringe Stammzahlen pro Hektar direkt auf Z Bäume gehen und extra Erlöse für Paletten Industrie und Brennholz meiden wo es geht. Unter normalen wirtschaftlichen Verhältnissen wäre natürlich eine höhere Stammzahl und mehr Masse vorteilhaft auch später bessere Erziehung der Z Bäume möglich aber aktuell Arbeit zu teuer, Erlös zu gering, Zukunft nicht planbar, Wasserneubildung wird weiter reichlich abgepumpt .
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon langholzbauer » Sa Mai 30, 2026 14:23

Ach DST,
Sieh das doch bitte nicht so pessimistisch!

Hier sind mehr " Brennholzer" mit wenig Waldbesitz unterwegs, als Erwebsforstwirte.

Natürlich kann man auch schon das anfallende Pflegeholz ab ca. 10 cm nutzen.

Und wenn wir bei den einheimischen Laubhölzern bleiben, bringt Espe nach 20 Jahren automatenfähiges Brennholz bzw. Industrieholz.
Weiter geht es mit Eberesche, Birke, Kirsche, Kiefer ...die ab 20 Jahren Wuchszeit erste wirtschaftlich entewürdige Sortimente hervor bringen können.
Ahorn und gem. Esche, wenn sie denn nicht vom ETS hingerafft werden, schließen Lücken, wie es unter den einheimischen NadelBA nur die ELa ( europäische Lärche) vermag.

All den genannten zuzüglich jeder anderen erfolgreich etablierten BA ist gemein, dass man davon schon lange vor der Endnutzung Erträge erzielen kann.

Mit richtiger Kombination beginnt ab ca. 15-25 Jahren die Phase, dass aus planmäßigen Pflegeengriffen ein positiver Deckungsbeitrag, im Sinne von wirtschaftlichem Brennholz oder eben schon erstem Industrieholz/Hackschnitzel-Rohmaterial, entstehen kann.

Persönlich an Dich:
Ich war vorhin auf der damals gezeigten gefräßten Fläche gegenüber vom Zaun.
Die ist ohne Pflanzung nächstes Jahr schon mannhoch ausreichend bestock.
Jetzt beginnen die Probleme, dass Rehbock die Dgl und manche Ki verfegt und Muffel alles Laubholz dazwischen nieder machen.
Da die Fläche an der Jagdgrenze liegt, beginnen die Probleme jetzt erst richtig. :evil:
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon DST » Sa Mai 30, 2026 15:40

Pessimistisch oder realistisch? ;-)

Ich denke fur eine Verwertung von Stangenholz braucht man gewisse und regelmäßige Mengen.

Wenn du 0,5Ha mit drei Baumarten aufforstest sind die Mengen halt klein und einmalig.

Hab die letzten zwei Jahre meine '18 zugekaufte, damals völlig ungepflegte Pflanzung (Mitte 80er) zum 2. Mal fertig durchforstet.

Da sind auf 0,76Ha fünf Baumarten im Schachbrettmuster gepflanzt.

Ich hätte da max bei Fi/Ki zusammen 10Fm abholwürdige Menge rausbekommen, dabei aber den ungepflegten Bestand extremst aufgelichtet.
Die Entscheidung hat mir aber der Borki abgenommen.
Beim Laub kommt da aktuell nur buckliges Brennholz raus, und evtl in 20Jahren der erste Motorwagen voll verkaufsfähiges von einer Laubbaumart.

Bei eurer Waldgemeinschaft hast du eine ordentliche Fläche, und kannst auf mehreren beieinanderliegenden Flächen einen Zug oder wenigstens Motorwagen voll von einem Sortiment stellen.

Ich hab eine 1-stellige Ha-Zahl auf 9 Flurnummern verteilt auf 15 Km Strecke.
Ohne Käferproblem wäre es schon machbar gewesen Kleinmengen aus verschiedenen Flurstücken zusammenzuführen.

Mit Käfer war keine Wahl, zu wenig Freizeit und schlechte Preise.

Natürlich waren die letzten Jahre Extremjahre, und ich hoffe das die folgenden Jahre etwas ausgeglichener werden.
Aber ich mache mir keine Hoffnungen mit Laubholzstangen Geld zu generieren ausser Brennholz.

Und wenn ich da den Aufwand sehe bis ich eine Ladung max. Beindickes Laubholz bestandschonend auf dem Wagen hab... da müsste der Ster eigentlich über 100€ bringen.

Einfach liegen lassen wäre wirtschaftlich gesehen das Beste.

Leider sind die jetzigen Probleme auch noch in 20/50/100 Jahren gleich oder in veränderter Form vorhanden, und es werden neue, noch unbekannte Probleme hinzukommen, - vom Menschen gemacht und auch von der Natur gemacht.

Ja, mag sein, ich bin pessimistisch.
Ich pflanze aber weiterhin an.
Also ein bisschen optimistisch bleibe ich dann doch noch ;-)
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon 240236 » Sa Mai 30, 2026 16:07

Ach langjolzbauer: Dieses ganze Brennholz bringt ja nur die Selbstkosten ein, aber keinen wirtschaftlichen Gewinn.
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon langholzbauer » Sa Mai 30, 2026 16:11

Wir Waldbesitzer müssen gut aufpassen, dass uns die thermische Nutzung nicht aus den Händen genommen wird, wie es der Entwurf von Habecks GEG schon vorsah. :klug:

Aber neben der Pflanzenauswahl sollte auch jeder immer wieder neu einen Schulterschluss in FBG und WBV suchen.
Lange vor der guten Vermarktung von Kleinmengen steht da der Vorteil von gemeinsamer Weiterbildung, rabattiertem Einkauf von Betriebsmitteln , Pflanzgut und vielleicht Dienstleistungen bis zum Erfahrungsaustausch.

Meine , hier sicher manchmal überheblich angesehenen , Beiträge basieren eben auf gemeinsamer Bewirtschaftung seit 35 Jahren + den Erfahrungen und realen Ergebnissen einer altrechlichen Genossenschaft aus 1865 .
.
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon langholzbauer » Sa Mai 30, 2026 16:22

240236 hat geschrieben:Ach langjolzbauer: Dieses ganze Brennholz bringt ja nur die Selbstkosten ein, aber keinen wirtschaftlichen Gewinn.

Aber macht das nicht am Ende schon einen guten Vorrat, der unabhängig von fossilen Energieträgern umweltneutral über mehrere Jahre lagerfähig ist?

Mit jeder pünktlichen qualifzierten Pflege steigt der Wert des Bestandes deutlich gegenüber einem Wildwuchs.
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon 240236 » Sa Mai 30, 2026 16:48

langholzbauer hat geschrieben:
240236 hat geschrieben:Ach langjolzbauer: Dieses ganze Brennholz bringt ja nur die Selbstkosten ein, aber keinen wirtschaftlichen Gewinn.

Aber macht das nicht am Ende schon einen guten Vorrat, der unabhängig von fossilen Energieträgern umweltneutral über mehrere Jahre lagerfähig ist?

Mit jeder pünktlichen qualifzierten Pflege steigt der Wert des Bestandes deutlich gegenüber einem Wildwuchs.
Das schon, aber ich bin möchte kein Brennholzwaldbesitzer sein, sondern ein Nutzwaldbesitzer. Wenn ich mir diese ganzen Laubholzbestände anschaue, dann sind 80-85% alles Brennholz. Laubholz ist brutal der Mode unterworfen, das ist das nächste Problem. Wenn man super schöne Eschen hat, egal, die nimmt zur Zeit keine alte Sau :cry:
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon Südheidjer » Sa Mai 30, 2026 18:32

240236 hat geschrieben:Ach langjolzbauer: Dieses ganze Brennholz bringt ja nur die Selbstkosten ein, aber keinen wirtschaftlichen Gewinn.

Wenn die Brennholzer ihr Brennholz selbst machen, dann ist was über.
Ich hatte es in der Vergangenheit, daß Brennholzer entweder nach dem Harvestereinsatz noch nachgeputzt haben oder Sturmschäden in Wegnähe sich kleingeschnippelt haben. Das geht dann auf Vertrauen. Die machen sich ihr Holz und kommen dann zur Abrechnung, sagen wieviel RM sie gemacht haben und kriegen entsprechend die Rechnung.
Eventuell wird vorm Holzmachen noch gemeinsam kurz vor Ort geguckt, um Missverständnisse zu vermeiden. Da erfolgt dann auch immer mein obligatorischer Hinweis/Ermahnung bzgl. PSA und so.
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon FeFa2s » Sa Mai 30, 2026 19:55

Interessante Diskussion, auch wenn das am eigentlich Threat Thema etwas vorbei geht.

Ich war heute gießen, hier in Franken war sowohl der April als auch der Mai wieder gar nix, was Niederschlag betrifft. Mein Standort ist sehr sonnig, Sandboden.

Ich habe die vergangenen 3 Jahre viel gepflanzt, mit und ohne Förderung, das meiste wurzelnackt, aber auch ein paar Wildlinge.

In meinem Bestand gibt's nur Kiefern und Eichen.
Kiefer kommt von selber gar nicht, wenn von selber was anfliegt, dann Eiche.
Die Kiefer schaut grundsätzlich sehr schlecht aus. Kaum gesunde und "satte" Kronen, überall Misteln.

Hier konnte ich nicht einfach so weitermachen.
Wirtschaftliche Gründe gab's bei meiner Baumartenwahl keine. Ich will einfach schauen, was kommt, und habe Freude an einem hoffentlich mal gesunden Mischwald.

Bisher gepflanzt habe ich:
Esskastanie, Buche, Weißtanne, Türkische Tanne, Spitzahorn, Schwarz Kiefer, Vogelkirsche, Roteiche, Douglasie, Hybrid Lärche, Baumhasel und Atlaszeder.
Dazu NVJ Eiche gefördert.

Grundsätzlich ist die Ausfallquote schon nicht ohne, Die "Exoten" halten sich wacker, ganz schlimm sieht es bei der Buche aus.

Den besten Schub von Anfang an hat die Ahorn gemacht, und auch die Roteiche. Da ist ausmähen schon jetzt im dritten Jahr nach der Pflanzung hinfällig.
Die Esskastanie zieht sich leider noch, ich hoffe, die machen dieses Jahr einen Schub.
Atlaszeder und Baumhasel stehen erst seit einem Jahr, direkt nach Pflanzung sind gleich mal 10-15% ausgefallen, jetzt umschauen sie aber trotz der Trockenheit dieses Frühjahr ganz vital aus.

Douglasie und Lärche sehr unterschiedlich. Stellenweise jeder zweite braun, an andere Stelle aber schon ganz schön gewachsen.

Von dem 100 gepflanzten Schwarzkiefern sind auch Recht schnell ca. 10 kaputt gegangen, ein paar brauchen noch, aber ca. die Hälfte hat auch schon ordentlich zugelegt.

Vogelkirsche kommt am ganz okey. Ich habe keinen Einzelschutz, ein Waldnachbar hat ebenfalls Vogelkirsche gepflanzt aber mit Wuchshülle. Die haben meine vogelkirschen schon deutlich überholt, obwohl der Nachbar sie ein Jahr später gepflanzt hat.

Ich bin gespannt wie es weitergeht... Leider kann ich erst mit 2-3 Jahren Erfahrung dienen.
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Re: Neue Baumarten - Erfahrungen

Beitragvon Hickory » Sa Mai 30, 2026 22:30

Interessante Auswahl, die sich zum Teil mit meiner deckt.
Bei den "Exoten" ist mir wichtig, dass diese ein gutes Wertholz abgeben, möglichst geradschaftig sind und sich gut in die Waldgesellschaft integrieren, ideal ist dann noch eine gute Eignung als Brennholz. In mehreren Parzellen hab ich verschiedene Kombinationen ausprobiert.
- Schuppenrindenhickory, Elsbeere, Traubeneiche, Butternuss
- Baumhasel, Elsbeere, Traubeneiche
- Flatterulme, Ahorn, Tulpenbaum
- Esskastanie, Douglasie
- Hybridnuss

In den nächsten Jahren sollen folgen:
Bornmüllertanne, Atlaszeder, Bronzebirke (werden mit 200J älter als unsere heimischen)

Hickory würde ich nicht mehr auf freie Flächen einbringen, die starten extrem langsam. Sie sind zwar robust, aber ein extremer Kampf gegen Brombeeren.
Flatterulme hat mich sehr positiv überrascht, ich Bachnähe sind diese nach 2 Jahren bis ca. 2,5 m hoch, m.M.n. eine gute Baumart für Auenstandorte.
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