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Ökonomisch sinnvoller Ausstieg aus der Rinderhaltung

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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34 Beiträge • Seite 1 von 3 • 1, 2, 3
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Ökonomisch sinnvoller Ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon jo2008 » Mo Mär 16, 2026 10:28

Hallo,

Ich wollte fragen, wer schon mit dem Gedanken gespielt hat oder in der Situation war aus der Rinderhaltung auszusteigen.

Hintergrund ist in meinen Fall ein Gemischtbetrieb im Nebenerwerb mit 25Milchkühen+Nachzucht weiblich und männlich sowie 35Ha Fläche.
Die Rinderhaltung wird soweit recht intensiv geführt (Fleckies mit 9K+ Milchleistung und Mastleistung im oberen Viertel der Betriebe)

Problem, die Rinder sind in Anbindehaltung und die Boxen im Jungviehbereich müssen weitgehend unpraktisch/ händisch gearbeitet werden.

Vater ist in Rente und soweit ganz fit, aber auch bereits 67. Die Mutter ist 10 Jahre Jünger aber Körperlich nicht mehr ganz so gut bei Fuß.
Beide Melken beide Mahlzeiten, das Füttern übernehme ich weitgehend.

Zum Vollerwerb müsste gebaut/ gepachtet werden (Neuverpachtungen 500-800€) und ich habe einen Recht ruhigen und guten Job in der Industrie, im Bereich Instandhaltung.

Jetzt ist die Frage, wie man es händelt ohne unnötig Kapital zu verbrennen?

Einfach das Besamen aufzuhören scheint mir keine optimale Lösung zu sein.


MfG
jo2008
 
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Re: Ökonomisch sinnvoller ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon T5060 » Mo Mär 16, 2026 10:48

Was soll die Alternative sein ?
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
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Re: Ökonomisch sinnvoller ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon allgaier81 » Mo Mär 16, 2026 11:06

Moin, möchtest du aus der Tierhaltung aussteigen oder aus der Milchproduktion?

Ich vermute mal, das durch die jahrelange Anbindehaltung kein Weidegang stattgefunden hat und auch keine eingezäunten Weideflächen zur Verfügung stehen?
Also ist Mutterkuhhaltung keine Alternative.
Wenn du arrondierte Weideflächen hast und gerne Tiere halten möchtest ist es aber ja vielleicht eine Alternative.
Gruß, allgaier
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Re: Ökonomisch sinnvoller ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon Optimist1985 » Mo Mär 16, 2026 11:39

Schwierig, du hast einen guten Job, Eltern auch nicht mehr die jüngsten.

Stallneubau ist halt extrem teuer geworden, zudem wenn man baut, wird vermutlich auch deutlich mehr als für 25 Kühe, dann die Pachtpreise von 500-800€ bei dir.


Was sagt deine Ehefrau, wäre für sie die Landwirtschaft denkbar und du im Industriejob?


Wenn du erweiterst und Neubau, 60 Kühe , Robbi wirst du wo bei 1,2- 1,5 Mio rechnen. Dann noch mehr (teure) Pachtfläche.
Optimist1985
 
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Re: Ökonomisch sinnvoller ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon 210ponys » Mo Mär 16, 2026 12:11

naja ohne Investitionen in eine andere Haltungsstufe, wird deine Milcherzeugung sowieso über kurz oder Lang aufhören. Und bei einem Job wo dein Einkommen gesichert ist und die Arbeit überschaubar.
Würde ich den neuen Stall da lassen wo er ist.
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Re: Ökonomisch sinnvoller ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon langholzbauer » Mo Mär 16, 2026 12:19

Hallo,
Wichtige Fragen:
Wem gehört der Betrieb jetzt?
Wie soll die jetzt 57 jährige Mutter zukünftig versichert werden?
Gibt es alternative Nutzungen für die frei werdende Futterfläche und Gebäude?

Mit den Antworten sollte dann der geplante Ausstieg mit einem Steuerberater durchgerechnet werden.

Einfach nicht mehr besamen und auslaufen lassen ist zwar einfach aber schade.
Bei Fleckis mit 9K Milchleistung kann man m.M.n. sicher auch noch Kühe und Nachzucht verkaufen, statt nur auszumästen.
Darüber darf man zu gegebenem Zeitpunkt auch mit dem Viehhändler des Vertrauens reden. :wink:
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Re: Ökonomisch sinnvoller ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon RABE-Profi » Mo Mär 16, 2026 12:53

Meine langjährige Erfahrung ist die, daß wenn die Alten nicht mehr melken und der Junge in die Arbeit geht, die Kühe auf kurz oder lang sowieso rausfliegen.
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Re: Ökonomisch sinnvoller ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon langholzbauer » Mo Mär 16, 2026 13:14

So wird es wohl ausgehen...
Aber wie das dann abläuft, kann man selbst gestalten oder erst dann reagieren, wenn es nicht mehr anders geht.
Da wird auch Viehvermögen freigesetzt, welches zu Steuerbelastung führen wird.
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Re: Ökonomisch sinnvoller ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon RABE-Profi » Mo Mär 16, 2026 14:02

langholzbauer hat geschrieben:Da wird auch Viehvermögen freigesetzt, welches zu Steuerbelastung führen wird.



Die Belastung ist auf jeden Fall leichter zu ertragen, als sich körperlich und evtl. auch familiär kaputtzumachen.

Und: Milchkühe in dem Fall weggeben, hat nichts mit Faulheit zu tun.
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Re: Ökonomisch sinnvoller ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon T5060 » Mo Mär 16, 2026 14:11

Was ist die Alternative oder soll die Alternative sein?

Und dann muss man mit der "Lineare Programmplanung" mal IST, Plan A und Plan B durchspielen/durchrechnen um eine Diskussionsgrundlage zu haben,
statt sich gleich in Einzeldetails zu verlieren und die zum alles entscheidenden Merkmal hoch zu jubeln
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Re: Ökonomisch sinnvoller ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon langholzbauer » Mo Mär 16, 2026 15:05

RABE-Profi hat geschrieben:Die Belastung ist auf jeden Fall leichter zu ertragen, als sich körperlich und evtl. auch familiär kaputtzumachen.

Und: Milchkühe in dem Fall weggeben, hat nichts mit Faulheit zu tun.


Da hast du völlig Recht.
Ich hätte sogar den letzten Satz mit einem ! beendet. :wink:

Aber warum sollte man das nicht geplant mit Steueroptimierung machen?

Es kann auch ganz schnell nach hinten los gehen, wenn der rüstige Papa plötzlich ohne 2mal täglich Stalldienst in ein tiefes Loch fällt und mit der Welt und sich unzufrieden wird.
Z.B. kann sich ev. auch ein sparsamer Umbau auf Mast mit geringer Handarbeit sozial lohnen, obwohl es wirtschaftlich grenzwertig scheint.

Wir wissen zu wenig vom Ausgangsbetrieb, für konkrete Vorschläge.
Bei 500+x€ Pachtansatz könnte man von rund 20T € Prachteinnahmen bei kompletter Stillegung zum ruhenden Betrieb ausgehen.
Das würde wirtschaftlich für die Altenteiler reichen, wenn, man aus dem aufgelösten Umlaufvermögen alle Altlasten beseitigt.
Auch da braucht es ein strategisches Vorgehen!
Wir wissen nicht , ob oder wie viel Pachtland da bei den 35 ha dabei sind.
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Re: Ökonomisch sinnvoller Ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon T5060 » Mo Mär 16, 2026 16:09

Also: Geht bitte mit diesen "Ausstiegen" vorsichtig um, weil z.ZT. der ausserlandw. Bereich auch mit Fragezeichen zu sehen ist und es im landw. Bereich zur Milchviehhaltung nur noch wenige rentable Alternativen gibt.
Das muss man schon sehr sorgsam betrachten. Ich merke bei Berufskollegen um die 55, die vor 2/3 Jahren aus der Milchviehhaltung ausgestiegen sind, dass das Geld dann doch knapp wird und die sogenannten Prämien samt Heuverkauf bei weitem nicht reicht die cashwirksamen Festkosten zu decken, deshalb muss man das Thema überlegt und mit Vorsicht angehen. Im vorliegenden Betrieb reden wir auch über einen FreeCashFlow von 80 - 120.000 € jährlich, was in etwa der Entlohnung eines Muldenfahrers in drei Jahren entspricht.
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Re: Ökonomisch sinnvoller Ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon Manfred » Mo Mär 16, 2026 18:45

Falls die Beibehaltung der Viehhaltung eine Option ist und die Lage des Betriebs es hergibt, könnte man schon (Teil-)Neubauten verschiedener Größenordnung durchspielen.
35 Kühe mit Robi z.B. und dafür Aufgabe der Mast.
Dann würden die vorhandenen Silo- und Güllekapazitäten evtl. ausreichen. Ein Altgebäude könnte man als Melkhaus umfunktionieren und nebendran relativ günstig Liegehalle + Futtertisch bauen, mit Option auf spätere Erweiterung, wenn die Pachtsituation es hergibt.

Falls das Ende der Tierhaltung besiegelt ist, bleibt die Frage, ob und wie der Betrieb weiter genutzt werden soll. Der Rest ist dann ein Rechenspiel für den Steuerberater.
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Re: Ökonomisch sinnvoller Ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon meyenburg1975 » Mo Mär 16, 2026 19:22

Wenn man Lust auf Kühe hat, 55 Kühe und die nötigste Nachzucht kann man von 35 ha mit bisschen Zukauf wohl satt bekommen.
Neubau ginge aber sicher nur, wenn das am Hof geht. Aussiedlung eher unmöglich.
Habe einen Bekannten, der bewirtschaftet nur noch die Flächen direkt am Hof mit ner Handvoll Mutterkühen, damit der Betrieb aktiviert bleibt, Rest verpachtet.
Wenn die Melkmaschine erstmal steht, wird sie zu 99,x% niemand wieder anmachen. Das hängt dann auch wieder von der Familie und der persönlichen Einstellung ab.
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Re: Ökonomisch sinnvoller Ausstieg aus der Rinderhaltung

Beitragvon Marian » Mo Mär 16, 2026 19:25

Nun, wer geduldig den Eröffnungspost liest, anstelle wegen tausend geiler Ideen im Kopf sofort los zu tippen bekommt die wichtigste Frage ja mitgeteilt.
Der Ausstieg aus der Tierhaltung ist beschlossen weil guter Job und ewig könnens die alten nicht mehr.
Da fragt sich nichts nach neuen Konzepten oder Investitionen.
Wie aufhören, ist die Frage.
Ganz klarer Rat wie so oft und nahezu immer: Steuerberater konsultieren.
So ein Umlaufvermögen aus Tierhaltung in einem Wirtschaftsjahr auflösen braucht reinvest.
Am besten ist ein langsames dahin scheiden. Sagt sich aber leichter als es ist. Gute Kühe sollten auf jeden Fall in Milch vermarktet werden. Leider wären sie letztes Jahr noch deutlich mehr wert gewesen.
Aber wer will schon bei 60 Cent Milchgeld aufhören...
Also, her mit Tipps aus der Praxis.
Es gibt ja genug abgewickelte Milchvieh Betriebe.
Seit 20 Jahren Moderator beim Landtreff :prost:
Marian
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