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Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Alles was nicht zu anderen Themen passt, hat hier seinen Platz.
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55 Beiträge • Seite 1 von 4 • 1, 2, 3, 4

Präimplantationsdiagnostik, was haltet ihr davon?

Ich bin dafür die Präimplantationsdiagnostik uneingeschränkt frei zu geben.
4
14%
Ich bin generell dagegen, dass Menschen über das Leben von Menschen entscheiden.
5
18%
Präimplantationsdiagnostik hat Vor- und Nachteile, sie sollte unter strengen Auflagen zugelassen sein.
15
54%
Dazu habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet.
2
7%
Ist mir vollkommen egal.
2
7%
 
Abstimmungen insgesamt : 28

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Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon Cairon » So Nov 20, 2011 20:43

Ich habe vorhin einen Bericht über NDR4 Info über Präimplantationsdiagnostik gehört.

http://media.ndr.de/download/podcasts/p ... 9-4901.mp3

Ist schon verdammt schwer sich dazu ein abschließendes Urteil zu bilden. Wenn man ein Elternpaar hat, dass schon ein behindertes Kind hat, dessen Lebenserwartung eher gering ist, kann man es dem Paar verdenken wenn sie sich ein gesundes Kind wünschen. Auf der anderen Seite ist es natürlich fraglich wonach selektiert wird. Wenn meine Eltern die Wahl gehabt hätten wäre meine Schwester und ich möglicherweise nicht geboren worden, weil wir beide Typ 1 Diabetiker sind.
Besonders hat mir zu denken gegeben hat mir, dass Menschen mit Trisomie 21 heute durch moderne Medizin eine Lebenserwartung die nahe der von nicht behinderten Menschen liegt haben. Durch PID und PND werden aber 95% der betroffenen Embryos aber aussortiert oder abgetrieben. Also im Vergleich zu früher werden 95% der betroffenen Menschen gar nicht geboren. Und wenn man der Selektion die Türen öffnet, wird es dann nicht weiter gehen und irgendwann doch zum Designerbaby führen?
Mich hat der Bericht doch ziemlich aufgewühlt, aber eine abschließende Meinung dazu habe ich mir noch nicht bilden können. Ist nicht ganz einfach, was meint ihr zu dem Thema?
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon amwald 51 » So Nov 20, 2011 21:10

servus mitanand
... man öffnet damit schlichtweg die büchse der pandorra. leider wirds irgendwo auf jeden fall bedingungslos gemacht werden. zwar nicht PID, aber die einkindpolitik in china führte z.b. zu einem sich nunmehr als problem latent herausstellenden überschuss eines geschlechts >> zur auswahl stehen XX oder XY. :idea: :idea: :idea:
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon SHierling » So Nov 20, 2011 21:39

Also ich seh das völlig nüchtern: es kann nun mal nicht jeder ein gesundes Kind haben, so ist die Natur nicht eingerichtet (und das aus gutem Grund!!). Wer schon vorher weiß, daß er möglicherweise ein krankes Kind in die Welt setzt, und dann immer noch darauf besteht, unbedingt und mit Gewalt seine eigenen Gene weitergeben zu müssen, der sollte IMHO lieber zu einem guten Psychologen gehen und anschließend in ein Waisenhaus, als zu einem dieser "FürGeldKannJederKinderHaben-Zaubermännchen". Es verhungern jeden Tag 20.000 Kinder auf der Welt, und in Deutschland gibts schon über 6000 Straßenkinder. Und NOCH schlimmer gehts denen, die Jahr für Jahr in den Heimen sitzen müssen, weil man sie nicht zu seinem Eigentum machen kann (adoptieren), sondern nur als Pflegestelle aufnehmen. Und mit 5 Jahren ist man hierzulande "zu alt, um noch eine Familie verdient zu haben", nur weil jeder HeiTeiTei und Atata mit Babys machen will? Alles nicht mein Fall.

Bei der PID ohne vorher bekanntes Risiko sieht es meiner Ansicht nach anders, aber auch nicht viel besser aus: ob man die Kinder nun vor oder nach der Geburt "aussortiert", macht für mich keinen großen Unterschied. Und nach welchem Kriterium soll man das tun? Wer will denn VORHER sagen, dieses oder jenes Leben, egal wie lange es dauert, ist nicht lebenswert aus der Sicht des Kindes? Und was ist mit den Kindern, die trotzdem geboren werden? Hören die dann "Na, Du hättest ja auch nicht sein müssen!"?

Wenn man schon die ganze Genetik rauf und runter untersucht, dann meinetwegen ein Screening bei den Eltern, mit einer Risikoabschätzung bzw -analyse, (auch wenn es fies klingt: ja, ich meine eine Zuchtwertschätzung), und dann liegt die Entscheidung und die Verantwortung eben bei den Eltern. Aber nicht in werdendes Leben reinpfuschen.
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon Holgi1982 » So Nov 20, 2011 22:14

In der Natur werden Tiere ja Natürlich selektiert, kranke und schwache Tiere werden zuerst gefressen, somit hält sich das Gleichgewicht selbst in der Waage, bei den Menschen geschieht dies jedoch nicht (Es werden schliesslich keine Kranken/Behinderten Menschen in den Löwenkäfig geworfen. Im Grunde ist diese Thematik ein weiterer Eingriff in die Natur. Wäre also aus meiner Sicht sehr zwiespältig.
Was ich allerdings grausam finde ist der Satz aus dem obrigen Wikipedia Link,
Sie kann aber auch zur Erzeugung eines Babys, das als Organspender für ein erkranktes Geschwister geeignet ist, eingesetzt werden („Retterbaby“)

Das klingt für mich so als wenn ein Baby gezüchtet wird nur um ein Organ zu spenden, der Rest ist dann Abfall! :evil: Das find ich definitiv nicht gut!
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon Cairon » So Nov 20, 2011 22:29

Holgi1982 hat geschrieben:In der Natur werden Tiere ja Natürlich selektiert, kranke und schwache Tiere werden zuerst gefressen, somit hält sich das Gleichgewicht selbst in der Waage, bei den Menschen geschieht dies jedoch nicht (Es werden schliesslich keine Kranken/Behinderten Menschen in den Löwenkäfig geworfen. Im Grunde ist diese Thematik ein weiterer Eingriff in die Natur. Wäre also aus meiner Sicht sehr zwiespältig.
Was ich allerdings grausam finde ist der Satz aus dem obrigen Wikipedia Link,
Sie kann aber auch zur Erzeugung eines Babys, das als Organspender für ein erkranktes Geschwister geeignet ist, eingesetzt werden („Retterbaby“)

Das klingt für mich so als wenn ein Baby gezüchtet wird nur um ein Organ zu spenden, der Rest ist dann Abfall! :evil: Das find ich definitiv nicht gut!


Wenn eines meiner Kinder z.B. eine Knochenmarkspende bräuchte und ein "Retterbaby" wäre der einzige Weg sein leben zu retten, ich denke ich würde es tun. Das Kind würde danach ja ein teil der Familie und nicht ausgeschlachtet und danach entsorgt. Wäre es dann besser das erste Kind sterben zu lassen und danach ein neues zu bekommen. Wenn man auf diese Weise das Leben des eignen Kindes retten kann, ohne dass das neue Baby schaden nimmt, warum nicht? Ich denke wirklich abschließen kann man das erst wirklich beantworten, wenn man wirklich vor der Entscheidung steht. Und ich muss sagen um meine Kinder zu retten wäre ich bereit verdammt viel zu tun. Dadurch würde ja auch kein Leben vernichtet oder selektiert, es würde ein Kind geboren, dass unter anderen Umständen möglicherweise nicht gezeugt würde.
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon meyenburg1975 » So Nov 20, 2011 22:58

Also den Wunsch (biologisch) eigene Kinder zu haben, kann man nicht nur rein wissenschaftlich erklären, es sei denn man begibt sich auf die Ebene der chemischen Botenstoffe, die unsere Gefühlswelt in (Un)ordnung halten.

In einem Bericht eines betroffenen Paares, bei der jeder geborenen Junge später erblinden würde, hat der potentielle zukünftige (und erblindete) Großvater sinngemäß gesagt: Das ist ein hochemotionale Entscheidung von zwei Menschen, wer kann es sich herausnehmen darüber zu richten?

Gäbe es in meiner Familie Anzeichen für ein Risiko, würde ich es bei mir checken lassen und diese Methode im Zweifelsfall auch anwenden.

Das es nicht ganz leicht ist, die nötigen Begleitregeln in Worte zu fassen, ist sicher ein Problem.
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon Dandelion » Mo Nov 21, 2011 22:26

ob man die Kinder nun vor oder nach der Geburt "aussortiert", macht für mich keinen großen Unterschied. Und nach welchem Kriterium soll man das tun?


Genau das ist das Problem. Natürlich ist es verwerflich wenn ein Paar aus "Bequemlichkeit" sagt "Nö, wollen wir nicht", aber genauso schlimm kann es auch sein wenn man auf Gedeih und Verderb ein krankes Kind bekommen will, das eventuell so krank ist das es ein Leben abseits der allgemeinen Normalität führen muss. Wo ist denn mein Recht darüber zu entscheiden das jemand so ein Dasein fristen soll?
(damit meine ich NICHT das Behinderte ein schlechteres Leben haben, und es gibt auch genügend die sich mit ihrer Behinderung arrangiert haben und ein gutes Leben führen können)

Allerdings gibt es auch keine 100% Sicherheit das ein angeblich krankes Kind wirklich krank ist, das gleiche gilt auch umgekehrt.
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon SHierling » Mo Nov 21, 2011 22:36

Wenn eines meiner Kinder z.B. eine Knochenmarkspende bräuchte und ein "Retterbaby" wäre der einzige Weg sein leben zu retten, ich denke ich würde es tun. Das Kind würde danach ja ein teil der Familie und nicht ausgeschlachtet und danach entsorgt. Wäre es dann besser das erste Kind sterben zu lassen und danach ein neues zu bekommen.


Cairon, lies Dir nochmal durch, was Du da geschrieben hast. " Das Kind würde danach ja ein teil der Familie"
Und was ist mit den Kindern, (Embryonen), die , um dieses Kind zu erhalten, sinnlos gezeugt und dann weggeschmissen (bzw in D eben eingefroren) werden? Hätten die nicht die selbe Chance und das selbe Recht verdient, ein Teil der Familie zu werden?

Gerade bei Organspenden (wer von euch ist selber Organspender?) sieht es doch so aus, daß man den ganz überwiegenden Teil der Leute retten könnte, wenn sich mehr Menschen als Spender registrieren liessen! Das ist sooo einfach - und daran zu arbeiten finde ich sinnvoll, oder meinetwegen auch daran, das Immunsystem zu "überlisten" oder an einer Therapie mit zB adulten Stammzellen (NICHT embryonalen Stammzellen).

Ich finde diese Funktionalisierung von Kindern furchtbar, egal ob es nun "Retterbabys" sind, oder "Rentenbabys", es gab ja auch schon "Jahrhundertbabys" just4fun mit lustigem Geburtstag dahingevögelt. Bah. Nee.
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon Cairon » Mo Nov 21, 2011 22:54

@SHierling

Gebe zu die Formulierung habe ich wohl etwas schlecht gewählt, aber ich sehe da kein Problem. Das Kind wird sein Geschwister retten und dann ganz normal als Teil der Familie aufwachsen, es wird ja nicht weggeschmissen oder ausgeschlachtet. Und meinst Du die Eltern werden das Retterbaby weniger lieben?
Was die eingefrorenen Embryonen angeht, so möchte ich dich fragen was mit den Milliarden von Eizellen und Spermien ist die täglich via Menstruation bzw. Erguss entsorgt werden, ist dass nicht auch alles potentielles Leben? Und die gefrorenen Embryonen kann man ja zur Adoption frei geben für Paare die selber keine Kinder zeugen können. Und hätte man die Eizellen nicht befruchtet, wäre die Eizellen und das Sperma ja auch entsorgt worden.
Und was ist mit den ganzen Kindern die nicht absichtlich gezeugt wurden, die Unfälle einer schnellen Affäre oder auch in Familien wenn es mit der Verhütung nicht geklappt hat, werden diese Kinder dann weggeschmissen, weil sie ja eigentlich nicht gewollt waren? Ist es nicht so, dass die meisten Kinder die so gezeugt wurden akzeptiert werden und ganz normal aufwachsen?

Ich möchte die Frage mal etwas anders stellen, wenn man ein krankes Kind hat, dass nur durch eine Knochenmarkspende zu retten ist und die Wahrscheinlichkeit einen adulten Spender zu finden gegen Null geht, wäre man als Elternteil dann nicht emotional verpflichtet sein Kind auf diesem Weg zu retten? Könnten gute Eltern ihr Kind opfern, weil ein Retterbaby gegen ihre moralischen Vorstellung verstößt? Ich denke ich würde nicht damit klar kommen, nicht alles versucht zu haben um mein Kind zu retten.
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon SHierling » Mo Nov 21, 2011 23:24

Was die eingefrorenen Embryonen angeht, so möchte ich dich fragen was mit den Milliarden von Eizellen und Spermien ist die täglich via Menstruation bzw. Erguss entsorgt werden, ist dass nicht auch alles potentielles Leben?

Nein, dem fehlt abgesehen von den ganz normalen Kriterien für "lebendig" (Stoffwechsel, wachsen, vermehren können) die Einzigartigkeit. Erst nach der Befruchtung hast Du EIN einzigartiges, niemals irgendwo anders vorkommendes Lebewesen. Hände nicht auf der Bettdecke haben ist nicht das selbe wie Abtreiben.(btw, bist Du katholisch??)

Und bei Deinen "übergebliebenen" Embryonen gehts Dir doch genau so: da suchst Du dann keinen Spender, sondern einen "passenden Empfänger" ? Hier, kommen Sie,Schauen Sie, bestes Zuchtmaterial, nehmen Sie diesen und nicht den anderen! und für jeden bleibt dann ein Heimkind sitzen. Wenn Du so sehr an Deinen eigenen Kindern hängst - kannst Du die dann einfach weggeben, nur weil sie "überzählig" waren? DEN da wollten wir, euch anderen aber nicht, sorry, Pech gehabt.( Und wer erbt dann den Hof?)

Und was ist mit den ganzen Kindern die nicht absichtlich gezeugt wurden, die Unfälle einer schnellen Affäre oder auch in Familien wenn es mit der Verhütung nicht geklappt hat, werden diese Kinder dann weggeschmissen, weil sie ja eigentlich nicht gewollt waren? Ist es nicht so, dass die meisten Kinder die so gezeugt wurden akzeptiert werden und ganz normal aufwachsen?

Nein, ist nicht so. Die meisten ungewollten Kinder haben später sogar eine ganze Menge Probleme, weil es kaum je mal irgendwelchen Eltern - wenn sie denn überhaupt beide Elternteile haben - gelingt, ihre unterbewußte Ablehnung zu kontrollieren. Etliche landen auch im Müll, oder werden einfach irgendwo eingesperrt und verrecken.

Ich möchte die Frage mal etwas anders stellen, wenn man ein krankes Kind hat, dass nur durch eine Knochenmarkspende zu retten ist und die Wahrscheinlichkeit einen adulten Spender zu finden gegen Null geht, wäre man als Elternteil dann nicht emotional verpflichtet sein Kind auf diesem Weg zu retten? Könnten gute Eltern ihr Kind opfern, weil ein Retterbaby gegen ihre moralischen Vorstellung verstößt? Ich denke ich würde nicht damit klar kommen, nicht alles versucht zu haben um mein Kind zu retten.

Das kommt halt darauf an, was Du unter "alles versuchen" verstehst und wie Du die vorhandenen Zahlen interpretierst. Ich denke, wir werden uns da nicht einig - ich halte die Versprechen der Reproduktionsmediziner für nicht seriös und am Leben vorbei, und da werden Mittel verschwendet, die anderswo besser angelegt wären (zB in der Forschung zu anderen Therapieverfahren). Und jeder muß mal sterben, der eine eher, der andere später. Klingt vielleicht für viele Leute "fies", sehe ich aber so, der Tod gehört zum Leben dazu, und je mehr man ihn ausklammert, desto abstrusere Dinge kommen dabei raus.
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon Cairon » Di Nov 22, 2011 0:12

@SHierling

Der Unterschied besteht doch eigentlich nur in Definition. Wenn du eine befruchtsungsfähige Eizelle und eine Portion Sperma hast, hast Du alles was Du zur Erzeugung eines Embryos brauchst. Der Unterschied ist dass man dir Reagenzien zusammen bringt oder eben nicht. In dem Moment wo das Spermium in die Eizelle eindringt, kannst Du auch noch einen Stoffwechsel direkt nachweisen. Die Definition des Lebens von ist eine von Menschen erdachte Linie. Ist der Unterschied denn wirklich so groß zwischen einer Eizelle die vor eine Minute befruchtet wurde und dem Spermiun das kurz davor steht in die Schale mit der Eizelle getröpfelt zu werden? Du hast da alles was das Leben braucht, ist es dann wirklich ein Unterschied zu sagen, so ich bringe das Spermium nicht ein und schmeiße es weg, die andere gerade befruchtete Eizelle ist Leben und muss geschützt werden. Versteh mich nicht falsch, natürlich kann man nicht jede Eizelle befruchten und austragen aber die Definition des Unterschiedes ist mir einfach zu dünn. Und katholisch bin ich ganz sicher nicht, jeder soll es sich so oft selber beglücken wie er möchte.

Wie ich am Anfang ja schon geschrieben habe kann ich noch nicht wirklich sagen ob ich dafür oder dagegen bin. Wird wohl auch noch etwas dauern.

Naja, dann habe ich wohl Glück gehabt, ich war auch nicht geplant. Meine Eltern haben geheiratet weil meine Mutter mit mir Schwanger war. Soweit ich weiß waren meine Eltern bis zum Tod meine Vaters durchaus glücklich. Sicher gibt es auch die andere Seite, aber ich weiß von einigen Kinder die nicht geplant waren und sie wurden von ihren Familien genau so aufgezogen und geliebt die die geplanten Kindern.

Ich denke es gibt doch schon einen bedeutenden Unterschied zu einem nicht weiter definierten Zellhaufen und einem Kind bei dessen Geburt man anwesend war, zu der man eine soziale Bindung aufgebaut hat. Es geht dabei um die emotionale Bindung und nicht um den biologischen Verwandtheitsgrad.

Aber ich denke in eine Sache sind wir uns einig, nämlich darin dass wir uns bei diesem Thema nicht einig werden. Wie weit die Versprechen der Reproduktionsmedizin seriös sind kann ich nicht sagen, dafür weiß ich zu wenig über das Thema. Aber irgendwann werden sie ihre Versprechen halten können, alles eine Frage der Zeit und der Forschungsgelder. Ich kann mir nur einfach nicht vorstellen, dass man nicht alles wissenschaftlichen Möglichkeiten aus reizt, wenn es um das Leben des eigenen Kindes (geboren) geht. Sicherlich bietet diese ganze Technik große Chancen, aber sie beinhaltet auch große Risiken. es geht dabei um eine Gewissensentscheidung und ich denke jeder wird diese Entscheidung für sich selber treffen müssen, wenn er vor die wahl gestellt wird. Wollen wir hoffen dass wir diese Entscheidung nie wirklich werden treffen müssen.
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon SHierling » Di Nov 22, 2011 0:29

Der Unterschied besteht doch eigentlich nur in Definition. Wenn du eine befruchtsungsfähige Eizelle und eine Portion Sperma hast, hast Du alles was Du zur Erzeugung eines Embryos brauchst. Der Unterschied ist dass man dir Reagenzien zusammen bringt oder eben nicht. In dem Moment wo das Spermium in die Eizelle eindringt, kannst Du auch noch einen Stoffwechsel direkt nachweisen. Die Definition des Lebens von ist eine von Menschen erdachte Linie. Ist der Unterschied denn wirklich so groß zwischen einer Eizelle die vor eine Minute befruchtet wurde und dem Spermiun das kurz davor steht in die Schale mit der Eizelle getröpfelt zu werden?

Nein, das ist keine vom Menschen gedachte Linie, und auch keine, die man diskutieren kann (an dieser Stelle diskutieren ja nicht mal ABtreibungsbefürworter und -gegner) - das ist Naturgesetz: Neues, einzigartiges Leben entsteht genau dann, wenn Befruchtung stattgefunden hat, und eben genau dadurch: durch die Rekombination der Erbanteile von Vater und Mutter. Weder die Eizelle noch das Spermium könnten wachsen, erst und nur genau dann, wenn sie zusammenkommen, entsteht(!) Leben. Wäre es anders, könntest Du auch Fingernägel schneiden, oder Blinddarm rausnehmen als Beispiele anführen.

Die "vom Menschen gedachte Linie" ist doch gerade die, die Du hier propagierst: die liegt IRGENDWO später, und wie spät, kannst Du vermutlich selber nicht sagen. Wie spät darf es denn sein? Bis wann darf man Embryonen handeln, oder weggeben, oder sortieren, und ab wann nicht mehr? Wenn bei einer PID zweieiige Zwillinge rauskommen, wird dann auch der eine zur Adoption freigegeben? Ich denke, das würdest Du nicht tun.

Ich kann mir nur einfach nicht vorstellen, dass man nicht alles wissenschaftlichen Möglichkeiten aus reizt, wenn es um das Leben des eigenen Kindes (geboren) geht.

Bist Du sicher, daß DAS Deine "vom Menschen gezogene Linie" ist? Die Geburt? Alles "Ungeborene" ist verhandelbar? Was ist mit einer Frühgeburt? Nicht falsch verstehen, ich will DIch nicht Ärgern oder Dir Deine Ansicht vermiesen, ich wills nur verstehen: IRGENDWO zwischen Befruchtung und Geburt muß ja der Punkt kommen, an dem Du ein Kind als "Dein Kind" ansiehst und ab dem es so viel Wert ist, das man es eben nicht mehr einfach aussortieren kann?
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon amwald 51 » Di Nov 22, 2011 20:06

servus mitanand
... schließe mich vollinhaltlich den letzten beiträgen der s(c)h's an. .... und verweise zugleich auf meine erste antwort.
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon Cairon » Mi Nov 23, 2011 14:07

@SHierling

Ich habe hier gar keine Linie propagiert, ich habe ja mehr als einmal gesagt, dass ich zu diesem Thema noch keine endgültige Meinung habe. Abtreibung in Deutschland ist bis zur 12. Woche bzw. bei entsprechender Indikation auch länger möglich, die Embryonen die bei der künstlichen Befruchtung anfallen sind ja auch nicht weiter entwickelt, sondern stellen ein Entwicklungsstadium da in dem die meisten Frauen bei einer regulären Schwangerschaft noch nicht mal wissen dass sie Schwanger sind. Wenn eine Abtreibung in Ordnung ist, worin besteht dann der Unterschied zur Entsorgung der Embryonen? Wäre der Versuch der künstlichen Befruchtung nicht unternommen worden, wären die Eizellen und Spermien ja auch einfach abgegangen.
Der Embryo hat sicherlich alles was es braucht um ein Lebewesen wachsen zu lassen, aber ich denke nicht dass er in diesem Stadium ein Bewusstsein hat oder irgendetwas wahrnehmen kann. Daher ist es eine rein moralische Frage.
Der Wunsch nach einem eigenen Kind kann sehr mächtig sein. meine Frau und ich habe lange mir dem ersten Kind gewartet, um vorher alles (Ausbildung, Einkommen, eigenes Haus usw.) in geregelten Bahnen zu haben. Viele meine ehemaligen Klassenkameraden und viele Bekannte haben in der Zeit Kinder bekommen und wenn man dann noch diese Sprüche hört, nach dem Motto: "Bei euch wird es aber auch mal Zeit..." In den Jahren hat uns die Vernunft abgehalten Kinder in die Welt zusetzen, aber ich denke, diese Zeit hat mir doch einen Eindruck vermittelt wie es ist, wenn es biologisch nicht gleich klappt. Ich kann Paar schon verstehen, wenn sie alle Register ziehen um ein eigenes Kind zu haben. Ich habe auch bekannte die ein Kind adoptiert haben und eine glücklich Familie sind. Bis man dahin ist, ist es aber ein steiniger Weg. Man muss als eine Art Bittsteller zum Amt, muss sich von oben bis unten durchleuchten lassen. Die Leute vom Amt kommen auf den Hof und machen schlecht was einem lieb ist. Bei meinen Bekannten wurde die Nähe zur Landesstraße und ihre Fischzucht als Hinderungsgrund angeführt, die Kinder könnten ja auf die Straße laufen bzw. in den Teichen ertrinken. Sie hatten sich schon damit abgefunden kein Kind adoptieren zu können als das Telefon klingelt: Sie sollten morgen Nachmittag im Krankenhaus erscheinen und ihr Baby abholen. Es war überfallartig, kein Kinderzimmer fertig, kein Bett kein Kinderwagen und knapp 24 Stunden Zeit bis man das Kind in Empfang nehmen soll. Adoption in Deutschland ist nicht so leicht wie man sich das vorstellt. Deshalb haben entfernte Verwandte von mir ihre Kinder aus Afrika geholt. Da fragt keine wer Du bist oder wie Du wohnst, man meldete es an, schaltet einen Vermittler ein der die Papier klar macht, bezahlt und kann sein Kind mit nach hause nehmen und muss nicht Jahre lang bei Ämtern betteln.
Die Aussage, dass man durch die Reproduktionsmedizin dazu beiträgt, dass mehr Kinder in den Heimen bleiben ist doch zynisch. Wenn man so denkt müsste man doch normale Schwangerschaften untersagen bis alle Kinder vermittelt sind. Wo ist der moralische Unterschied zwischen eine künstlichen Befruchtung und einem "Natursprung" wenn man doch auch Kinder adoptieren kann? Und was ist mit den Menschen die gar keine Kinder wollen, sollten die eine Adoptionsabgabe zahlen um ihren Beitrag zu leisten?
Ich denke es gibt nichts wertvolleres als die eigenen Kinder, zumindest sehe ich es so. Und wenn es bei uns nicht auf natürlichem Weg geklappt hätte, hätten wir sicher auch die Reagenzglas-Methode probiert. Und Reini hat es ja aus eigener Erfahrung geschildert, Eltern gehen im allgemeinen nicht leichtfertig mit solchen Dingen um, eine Schwangerschaft und damit zusammen hängende Probleme sind eine sehr emotionale Angelegenheit und können sehr belastend sein, nicht nur für die Mutter. Ich denke die PID ist auf jeden Fall besser als eine Schwangerschaft auf Probe mit PND und schließender Abtreibung, solange bis sich ein gesunder Embryo einnistet. Meiner Meinung nach sollte die PID im eingeschränkten Rahmen erlaubt sein, sie Frage ist nur wie soll dieser Rahmen aussehen und wie soll man kontrollieren, dass er auch überall eingehalten wird?
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Re: Präimplantationsdiagnostik, Fluch oder Segen?

Beitragvon SHierling » Mi Nov 23, 2011 19:45

Cairon hat geschrieben:Abtreibung in Deutschland ist bis zur 12. Woche bzw. bei entsprechender Indikation auch länger möglich, (...) Wenn eine Abtreibung in Ordnung ist, worin besteht dann der Unterschied zur Entsorgung der Embryonen?

Stimmt , das kann man so sehen, sehe ich aber nicht so, ich finde auch Abtreibungen nicht ok.

Und das die Adoptionsgesetze hierzulande eine mittlere Katastrophe sind, weiß ich auch.
Die Aussage, dass man durch die Reproduktionsmedizin dazu beiträgt, dass mehr Kinder in den Heimen bleiben ist doch zynisch. Wenn man so denkt müsste man doch normale Schwangerschaften untersagen bis alle Kinder vermittelt sind.
Ganz ehrlich: damit hätte ich kein Problem ...

Wo ist der moralische Unterschied zwischen eine künstlichen Befruchtung und einem "Natursprung" wenn man doch auch Kinder adoptieren kann? Und was ist mit den Menschen die gar keine Kinder wollen, sollten die eine Adoptionsabgabe zahlen um ihren Beitrag zu leisten?

Es gibt imho nicht zu wenig, es gibt zu viele Kinder auf der Welt. Wenn jemand der Ansicht ist, an seinen Genen müsse die Welt genesen, dann ist das vielleicht noch seine Privat-Sache - aber mehr auch nicht. Ich hab auch zugegeben immer ein ungutes Gefühl, wenn jemand unbedingt eigene Kinder oder auch nur unbedingt deutsche Kinder haben will, weil ich mir eben nicht erklären kann, was jemanden dazu veranlaßt, ausgerechnet sich und seine Gene über die anderer Leute zu stellen.

Wie gesagt, ich denke, da werden wir uns nicht einig. Was die "Schwangerschaften auf Probe" angeht: ich bin durchaus dafür, jede Art von Technik und Wissen für Diagnosen einzusetzen, BEVOR sich jemand entschließt, Kinder in die Welt zu setzen. Aber nicht hinterher.
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