muss gerade mal ein bißchen Frust abbauen.
Bin Schlepperfahrer bei einem mittelständigen Kompostunternehmen, bin bis zum Jahresende einen Deutz-Agrotron 150 mit einem 20 m³ Streuer von Annaburger gefahren. Das Gespann war Bj 1998, also schon recht alt und hatte bei uns einiges getan. Der Schlepper war bis zu 6000 Stunde sehr zuverlässig, dann kamen ein paar größere Reparaturen. Der Annaburger Streuer war GRAUENHAFT!!!
Beeindruckt von den Lohnunternehmern bei uns in der Nähe haben mein Vorgesetzter (gelernter Mechaniker und Landwirtschaftsmeister) und ich um einen Fendt 818 gebeten. Einem guten Vertreter von Fendt ist es dann sogar gelungen, unsere skeptische Geschäftsleitung davon zu überzeugen, dass ein 920 Vario (Vorführfahrzeug, 600h, mit Rückfahreinrichtung und 700er Reife) noch passender für unseren gerade gekauften 25m³ Tebbe-Streuer sei.
Ich war überglücklich. Jetzt hatte ich mein Traumgespann. Die Freude war groß, auch die schon bald defekte Sitzheizung (sie ließ sich nicht ausschalten(!) selbst nachdem wir den Schalter abgeklemmt hatten) konnte meine Freude nicht trüben. Da wurde der Hintern eben mal etwas heiß, aber Hauptsache wir fahren einen Vario.
Als nächstes stellte ich fest, dass der Simmering an der Zapfwelle undicht war (nach 700 Stunden). Bei starkem Regen hatte ich Wassereinbruch über der Frontscheibe. Aber egal, kann passieren, hauptsache Fendt fahren. Die Geländetauglichkeit und der Fahrkomfort mit dem Streuer gegenüber dem alten Gespann haben einiges gut gemacht.
Nach 850 Stunden die nächste Fehlermeldung: Es fehlt Kupplungs-und Bremsöl. Nachgefüllt. Nach wiederum 100 Stunden die gleiche Meldung. Darf nicht sein. Bei der 1000er Inspektion wurden alle vorgenannten Mängel behoben,der Hauptbremszylinder auf verdacht getauscht, wg. dem Ölverlust. Nach weiteren 100 h wieder zu wenig Bremsöl, also sonstige Komponenten der Bremsanlage getauscht.
Heute, bei 1300 Stunden nächste Fehlermeldung: EDC, Fehlercode 1.2.1 A , Nadelsensor der Einspritzung liefert falsche Werte. Traktror läuft dadurch mit weniger Leistung (ich schätze noch so knappe 80 %). Muss wieder in die Werkstatt, Einspritzung muss überprüft werden.
Zudem habe ich manchmal bei aktviertem Vorgewendemanagment "Teach In" dass Problem, dass ich keine Funktionen im Varioterminal aufrufen kann, es kommt ein Fehlercode (ich glaube Nummer 13 oder 19) der besagt, man könne Teach In nur bei Vorwärtsfahrt betätigen. 1. Fahre ich vorwärts, 2. wollte ich Daten im Varioterminal kontrollieren, und nicht mit dem "Teach In" arbeiten.
Und jetzt müssen mein Vorgesetzter und ich unserer Geschäftsleitung erklären, warum der angepriesene, "neue" Fendt mitten in der Saison schon wieder für zwei Tage ausfällt, weil er in die Werkstatt muss.
Ich war immer von Fendt begeistert und fahre ihn auch jetzt noch gerne, solange er problemlos läuft. Aber was die Zuverlässigkeit angeht, bin ich enttäuscht.
Was für Erfahrungen habt ihr gemacht? Gibt es das öfter, oder haben wir nur einen "Montagsschlepper" erwischt?
Genug geredet. Sorry für den langen Vortrag, bin aber echt frustriert und konnte mich noch nie wirklich kurz fassen.
Viele Grüße
vom etwas enttäuschten
VarioDriver
PS: Bitte nur Kommentare von Leuten, die mitreden können und Erfahrung haben und nicht von 14 Jährigen Aushilfsbeifahrern die schreiben: "Scheiß Fendt, mit einem Kirovet , John Deere, IHC, Belarus o.ä. wäre das nicht passiert)
